
Ökopunkte im Naturraum D72
Westliche Ostsee
Für Vorhaben an der westlichen Ostsee in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern begleitet greeNature die naturschutzrechtliche Kompensation. Wir sichern Ökokonto-Wertpunkte (Ökopunkte) nach der Ökokonto-Verordnung Schleswig-Holsteins und dem NatSchAG Mecklenburg-Vorpommern und übernehmen die Abstimmung mit den zuständigen Behörden.
Der Naturraum D72 im Überblick
Die naturräumliche Haupteinheit D72 Westliche Ostsee umfasst die flachen Küstengewässer der westlichen Ostsee zwischen der Flensburger Förde und der Mecklenburger Bucht. Sie grenzt an die Küsten Schleswig-Holsteins mit Kieler Bucht, Fehmarn und Lübecker Bucht sowie an die Küste Mecklenburg-Vorpommerns mit Wismarbucht und Mecklenburger Bucht. Charakteristisch sind Förden, weite Buchten, Steilküsten mit Kliffs, Strandwälle und Nehrungen, die durch die nacheiszeitliche Entwicklung und die anhaltende Küstendynamik geprägt sind.
Der Untergrund geht auf eiszeitliche Grundmoränen zurück, das Wasser ist durch den Zustrom aus Nord- und Ostsee brackig mit vergleichsweise geringem Salzgehalt. Flachwasserbereiche, Sandbänke, Riffe und Seegraswiesen bilden ein enges Mosaik aus Lebensräumen. Die westliche Ostsee ist Lebensraum für Schweinswal, Kegelrobbe und Seehund und zugleich ein international bedeutendes Rast- und Überwinterungsgebiet für Meeresenten und Seetaucher. Entsprechend dicht ist die Kulisse mariner FFH- und Vogelschutzgebiete des europäischen Netzes Natura 2000.
Für Eingriffe gilt die Eingriffsregelung nach den §§ 13 bis 15 BNatSchG zusammen mit dem besonderen Artenschutz nach § 44 BNatSchG. In Schleswig-Holstein wird die Kompensation über die Ökokonto-Verordnung nach dem LNatSchG abgewickelt, in Mecklenburg-Vorpommern über das Ökokonto nach dem NatSchAG. Für Bundesvorhaben und Maßnahmen im Meeresbereich kommt die Bundeskompensationsverordnung (BKompV) mit den naturräumlichen Haupteinheiten zur Anwendung. Weil die eigentliche Wasserfläche kaum für terrestrische Ausgleichsmaßnahmen geeignet ist, findet die Kompensation überwiegend im Küstensaum und im Hinterland statt, etwa auf Salzgrünland, in Küstenüberflutungsräumen und in küstennahen Mooren.
greeNature entwickelt und sichert diese Maßnahmen als Full-Service. Wir prüfen den Kompensationsbedarf, wählen geeignete Flächen im Naturraum und in seinem Umfeld, stimmen die Bewertung mit den Naturschutzbehörden ab und dokumentieren die Umsetzung rechtssicher bis zur Anerkennung.

📍 Enthaltene Landkreise
🌿 Ökologische Besonderheiten
- Marine naturräumliche Haupteinheit: Ausgleich und Ersatz erfolgen vorrangig auf den angrenzenden Küsten- und Hinterlandflächen in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern.
- Zwei Landesrechte treffen aufeinander (Ökokonto-VO Schleswig-Holstein und NatSchAG Mecklenburg-Vorpommern) mit jeweils eigenen Bewertungsverfahren.
- Für Bundesvorhaben und Vorhaben im Meeresbereich gilt die Bundeskompensationsverordnung (BKompV) mit den naturräumlichen Haupteinheiten.
- Dichte Natura-2000-Kulisse aus marinen FFH- und Vogelschutzgebieten führt zu erhöhter Prüftiefe, häufig mit FFH-Verträglichkeitsprüfung.
- Besondere Erhaltungsverantwortung für Schweinswal und Kegelrobbe als Arten der Anhänge II und IV der FFH-Richtlinie.
- Küstendynamik, Salzgrünland und Seegraswiesen bilden naturschutzfachliche Schwerpunkte der Kompensation.
- Artenschutz nach § 44 BNatSchG ist bei rastenden und brütenden Küstenvögeln früh im Verfahren zu berücksichtigen.
✅ greeNature in der Region
greeNature arbeitet bundesweit und ist mit dem Naturschutzrecht der Küstenländer vertraut. An der westlichen Ostsee stimmen wir Kompensationsmaßnahmen mit den zuständigen unteren Naturschutzbehörden sowie mit dem Landesamt für Umwelt (LfU) in Schleswig-Holstein und dem Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG) in Mecklenburg-Vorpommern ab und berücksichtigen die jeweils geltenden Bewertungsverfahren.
Typische Maßnahmen im Naturraum D72
Salzgrünland entwickeln
Wiederherstellung und extensive Pflege von Salzgrünland und Küstenüberflutungsräumen als Brut- und Rastlebensraum für Küstenvögel.
Küstenmoore wiedervernässen
Wiedervernässung küstennaher Niedermoore, die Lebensräume aufwertet und zugleich Kohlenstoff im Boden bindet.
Küstendynamik zulassen
Rückbau von Uferverbauungen an Steilküsten und Strandwällen, um natürliche Abtragung und Umlagerung wieder zuzulassen.
Seegraswiesen schützen
Schutz und Entwicklung von Seegras- und Flachwasserlebensräumen als Kinderstube für Fische und als Sedimentstabilisator.
Nährstoffeinträge senken
Extensivierung landwirtschaftlicher Flächen im Küsteneinzugsgebiet zur Verringerung von Nährstoffeinträgen in die Ostsee.
Küstendünen aufwerten
Entwicklung von Strandwällen, Grau- und Weißdünen sowie strandnaher Lebensräume mit standortgerechter Vegetation.
Geschützte Arten im Westliche Ostsee
Schweinswal
Einziger heimischer Wal der Ostsee, streng geschützt nach Anhang IV der FFH-Richtlinie, empfindlich gegenüber Lärm und Beifang.
Kegelrobbe
Größte heimische Robbenart, kehrt in die westliche Ostsee zurück und nutzt Sandbänke und Riffe als Ruhe- und Jagdgebiete.
Seehund
Nutzt Flachwasserbereiche und Liegeplätze der Küste, geschützt nach der FFH-Richtlinie und dem Bundesnaturschutzgesetz.
Eiderente
Meeresente, die an der Ostseeküste brütet und überwintert; die Buchten sind bedeutende Nahrungs- und Mausergebiete.
Prachttaucher
Rastet und überwintert in großer Zahl in den Flachwasserbereichen der westlichen Ostsee und ist störungsempfindlich.
Kiebitz
Brütet auf feuchtem Salzgrünland und Küstenweiden; profitiert von wiedervernässten und extensiv genutzten Flächen.
Mehr zur Art ›Ihr Weg zu Ökopunkten im D72
Kontakt und Anfrage
Kompensationsbedarf mitteilen und Naturraum angeben. Wir prüfen die Verfügbarkeit.
Angebot und Beratung
Transparentes Angebot mit Maßnahmentypen, Umfang und Verfügbarkeit.
Behördenabstimmung
Vollständige Koordination mit der Unteren Naturschutzbehörde. Wir übernehmen alles.
Langfristiges Monitoring
Dauerhafte Flächensicherung, Pflege und Dokumentation über die Vertragslaufzeit.
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