Extensiv genutzte Blumenwiese als Ausgleichsfläche
Naturraum Bayern · BayKompV
D67

Ökopunkte im Naturraum D67
Schwäbisch-Oberbayerische Voralpen

Ökopunkte und Kompensationsflächen im Naturraum D67 Schwäbisch-Oberbayerische Voralpen. greeNature entwickelt naturraumtreue Ausgleichsmaßnahmen nach BayKompV und begleitet Vorhabenträger von der Fläche bis zur Anerkennung.

D67
BfN-Haupteinheit
Alpine Region
Biogeografische Region
Flysch- und Kalkvoralpen
Landschaftstyp
Oberbayern und Schwaben
Regierungsbezirke
Landschaft und Ökologie

Der Naturraum D67 im Überblick

Der Naturraum D67 Schwäbisch-Oberbayerische Voralpen bildet den nördlichen Gebirgsrand der Bayerischen Alpen. Er zieht sich als langgestrecktes Band vom Allgäu im Westen über das Werdenfelser Land und das Mangfallgebirge bis zu den Chiemgauer Alpen im Osten. Zwischen dem flachwelligen Voralpinen Hügel- und Moorland (D66) im Norden und den hohen Gipfeln der Nördlichen Kalkalpen (D68) im Süden vermittelt er landschaftlich zwischen Vorland und Hochgebirge.

Geologisch prägen zwei Einheiten den Naturraum. Im nördlichen Teil dominiert die Flyschzone mit weichen Mergeln und Sandsteinen, die zu runden, oft rutschungsanfälligen Bergformen und wasserreichen Hängen führt. Südlich schließt das Helvetikum mit härteren Kalken an, das schroffere Felsrücken ausbildet. Die hohen Niederschläge am Alpennordrand, verstärkt durch Staulagen, sorgen für ein kühl-feuchtes Klima und ein dichtes Netz aus Wildbächen, Tobeln und Quellaustritten.

Ökologisch ist der Naturraum ein Mosaik aus Bergmischwäldern mit Buche, Tanne und Bergahorn, artenreichen Berg-Mähwiesen, Kalk-Magerrasen sowie feuchten Hang- und Quellmooren. Naturnahe Gebirgsbäche mit Ufergehölzen und Schotterbänken durchziehen die Täler. Diese Vielfalt an Lebensräumen auf engem Raum macht die Voralpen zu einem der wertvollsten Landschaftsräume Bayerns.

Zahlreiche geschützte Arten finden hier Lebensraum, vom Steinadler über verschiedene Fledermausarten und die Haselmaus bis zur Gelbbauchunke, die von den lehmigen Flyschböden profitiert. Große Naturschutzgebiete wie das Ammergebirge, der Geigelstein und das Mangfallgebirge sichern weite Teile des Naturraums. Für Eingriffe gilt die Kompensation nach BayKompV, wobei Ausgleichsmaßnahmen möglichst naturraumtreu im selben Naturraum umzusetzen sind.

Extensiv genutzte Blumenwiese als Ausgleichsfläche

📍 Enthaltene Landkreise

Garmisch-Partenkirchen (tlw.)Miesbach (tlw.)Bad Tölz-Wolfratshausen (tlw.)Traunstein (tlw.)Berchtesgadener Land (tlw.)Rosenheim (tlw.)Oberallgäu (tlw.)Ostallgäu (tlw.)Lindau (Bodensee) (tlw.)

🌿 Ökologische Besonderheiten

  • Nördlicher Gebirgsrand der Bayerischen Alpen zwischen Alpenvorland und Hochgebirge
  • Flyschzone mit weichen, wasserreichen und rutschungsanfälligen Bergformen
  • Sehr hohe Niederschläge durch Staulagen am Alpennordrand
  • Artenreiche Berg-Mähwiesen (FFH-Lebensraumtyp 6520) und Kalk-Magerrasen
  • Naturnahe Wildbäche, Tobel und Quellmoore mit hoher Strukturvielfalt
  • Großflächige Naturschutzgebiete wie Ammergebirge, Geigelstein und Mangfallgebirge

✅ greeNature in der Region

greeNature entwickelt und betreut Kompensationsflächen gezielt innerhalb des Naturraums D67. Für Vorhabenträger aus den Voralpen-Landkreisen bedeutet das, dass Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen dort entstehen, wo der Eingriff wirkt, und so die Anforderung der Naturraumtreue nach BayKompV erfüllen. Über ein Ökokonto lassen sich Maßnahmen vorziehen und die erzeugten Ökopunkte rechtssicher dokumentieren, sodass sie bei Bedarf zeitnah für Bauleitplanung, Infrastruktur oder gewerbliche Vorhaben zur Verfügung stehen. Von der Flächenauswahl über die fachliche Konzeption bis zur dauerhaften Pflege begleiten wir den gesamten Prozess.

Kompensation im D67

Typische Maßnahmen im Naturraum D67

🌲

Bergmischwald-Umbau

Umbau strukturarmer Fichtenforste in klimastabile Bergmischwälder aus Buche, Tanne und Bergahorn. Das stärkt Wasserrückhalt, Bodenschutz und Lebensräume für Auerhuhn, Fledermäuse und Haselmaus.

💦

Gebirgsbach-Renaturierung

Wiederherstellung naturnaher Wildbäche mit Ufergehölzen, Totholz und durchgängigen Sohlen. Solche Maßnahmen fördern die Gewässerfauna und vernetzen feuchte Lebensräume in den Tälern.

🌾

Extensive Berg-Mähwiesen

Pflege und Wiederherstellung artenreicher Berg-Mähwiesen (FFH-Lebensraumtyp 6520) durch späte Mahd und Verzicht auf Düngung. Sie bieten Insekten, Wiesenbrütern und Tagfaltern Nahrung und Fortpflanzungsraum.

🌼

Kalk-Magerrasen und Weidepflege

Entbuschung und extensive Beweidung von Kalk-Magerrasen an warmen, trockenen Hängen. Diese Standorte sind für Zauneidechse, Apollofalter und eine artenreiche Flora von hoher Bedeutung.

🪷

Hangmoore und Kleingewässer

Wiedervernässung von Hang- und Quellmooren sowie Anlage besonnter Tümpel und Kleingewässer. Sie schaffen Laichhabitate für die Gelbbauchunke und weitere Amphibien und binden Kohlenstoff im Boden.

🪵

Habitatbäume und Totholz

Dauerhafter Erhalt von Alt- und Biotopbäumen, Anreicherung mit Totholz und Ergänzung von Fledermausquartieren. Als CEF-Maßnahmen sichern sie Fortpflanzungs- und Ruhestätten im Sinne von § 44 BNatSchG.

Artenvielfalt D67

Geschützte Arten im Schwäbisch-Oberbayerische Voralpen

🦅

Steinadler

Der Steinadler brütet an den Felswänden der Voralpen und nutzt die offenen Hänge als Jagdrevier. Er gilt als Leitart störungsarmer Bergregionen und profitiert von ruhigen, extensiv genutzten Landschaften.

🦇

Fledermäuse

Arten wie Großes Mausohr und Mopsfledermaus nutzen alte Bergwälder, Höhlen und Gebäude als Quartier. Habitatbäume, Totholz und gezielte Quartierangebote sind wichtige Bausteine im Artenschutz.

Mehr zur Art ›
🐭

Haselmaus

Die Haselmaus lebt in strukturreichen Waldrändern, Hecken und Jungwäldern der Voralpen. Sie ist streng geschützt und reagiert empfindlich auf den Verlust vernetzter Gehölzstrukturen.

Mehr zur Art ›
🐸

Gelbbauchunke

Die Gelbbauchunke besiedelt als Pionierart vegetationsarme Kleingewässer und Pfützen, wie sie auf den lehmigen Flyschböden entstehen. Neue Tümpel und Rohbodenstandorte fördern ihre Bestände.

Mehr zur Art ›
🦎

Zauneidechse

Die Zauneidechse besiedelt warme, gut strukturierte Böschungen, Magerrasen und Waldsäume. Als streng geschützte Art ist sie bei Eingriffen häufig über CEF-Maßnahmen zu berücksichtigen.

Mehr zur Art ›
🦋

Apollofalter

Der Apollofalter fliegt über sonnigen Kalk-Magerrasen und Felsfluren der Voralpen. Sein Vorkommen hängt eng an offene, blütenreiche Standorte mit Mauerpfeffer als Raupennahrung.

So einfach geht es

Ihr Weg zu Ökopunkten im D67

01

Kontakt und Anfrage

Kompensationsbedarf mitteilen und Naturraum angeben. Wir prüfen die Verfügbarkeit.

02

Angebot und Beratung

Transparentes Angebot mit Maßnahmentypen, Umfang und Verfügbarkeit.

03

Behördenabstimmung

Vollständige Koordination mit der Unteren Naturschutzbehörde. Wir übernehmen alles.

04

Langfristiges Monitoring

Dauerhafte Flächensicherung, Pflege und Dokumentation über die Vertragslaufzeit.

Weitere Naturräume

Ökopunkte in benachbarten Naturräumen

D66
Voralpines Hügel- und Moorland
D68
Nördliche Kalkalpen
Häufige Fragen

Alles zum Naturraum D67

D67 ist eine naturräumliche Haupteinheit des Bundesamts für Naturschutz. Sie umfasst den nördlichen Gebirgsrand der Bayerischen Alpen vom Allgäu bis zum Chiemgau, geologisch geprägt von Flyschzone und Helvetikum. Der Naturraum liegt zwischen dem Alpenvorland (D66) und den Nördlichen Kalkalpen (D68).
Anteil am Naturraum haben unter anderem die Landkreise Oberallgäu, Ostallgäu, Garmisch-Partenkirchen, Bad Tölz-Wolfratshausen, Miesbach, Rosenheim, Traunstein und Berchtesgadener Land. Da sich diese Landkreise auch über Vorland und Hochgebirge erstrecken, liegen sie jeweils nur mit ihren Alpenrandbereichen in D67.
Die BayKompV verlangt, dass Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen möglichst im selben Naturraum umgesetzt werden wie der Eingriff. Diese Naturraumtreue stellt sicher, dass beeinträchtigte Funktionen dort wiederhergestellt werden, wo sie verloren gehen. Ökopunkte aus D67 eignen sich deshalb vorrangig für Eingriffe innerhalb dieses Naturraums.
Fachlich sinnvoll sind vor allem der Bergmischwald-Umbau, die Renaturierung von Gebirgsbächen, die Pflege artenreicher Berg-Mähwiesen und Kalk-Magerrasen sowie die Wiedervernässung von Hang- und Quellmooren. Welche Maßnahme geeignet ist, hängt von Standort, Ausgangszustand und dem betroffenen Schutzgut ab.
CEF-Maßnahmen (continuous ecological functionality) sind vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen, die die ökologische Funktion von Fortpflanzungs- und Ruhestätten dauerhaft sichern. Sie sind bei Betroffenheit streng geschützter Arten nach § 44 BNatSchG erforderlich und müssen bereits vor dem Eingriff wirksam sein.
greeNature identifiziert geeignete Flächen im Naturraum, entwickelt BayKompV-konforme Maßnahmenkonzepte und übernimmt Umsetzung, Monitoring und dauerhafte Pflege. Über ein Ökokonto lassen sich Maßnahmen vorziehen und die anerkannten Ökopunkte für spätere Vorhaben bereithalten.
Jetzt anfragen

Ökopunkte im Naturraum D67 anfragen

Wir erstellen Ihnen zeitnah ein transparentes Angebot mit passenden Ökopunkten auf Vorrat im Schwäbisch-Oberbayerische Voralpen.