Mohn und Kornblumen auf einer Ackerblühfläche unter Wolkenhimmel
Naturraum Bayern · BayKompV
D65

Ökopunkte im Naturraum D65
Unterbayerisches Hügelland und Isar-Inn-Schotterplatten

Im Unterbayerischen Hügelland (BfN-Naturraum D65) entstehen Ökopunkte dort, wo Lebensräume gezielt aufgewertet werden. greeNature begleitet Vorhabenträger und Flächeneigentümer als Partner für rechtssichere Kompensation nach BayKompV.

D65
BfN-Haupteinheit
Bayern
Bundesland
v.a. Niederbayern
Regierungsbezirk
Tertiärhügelland
Naturraum-Typ
Landschaft und Ökologie

Der Naturraum D65 im Überblick

Das Unterbayerische Hügelland bildet den deutschen Teil des Tertiärhügellandes und nimmt einen großen Teil des Regierungsbezirks Niederbayern ein, dazu Anteile im nördlichen Oberbayern und in der südlichen Oberpfalz. In der Gliederung des Bundesamtes für Naturschutz umfasst die Großlandschaft D65 das Unterbayerische Hügelland und die südlich anschließenden Isar-Inn-Schotterplatten. Nach Nordosten grenzt der Bayerische Wald an, nach Nordwesten die Fränkische Alb, im Westen die Donau-Iller-Lech-Platte und im Süden das Voralpine Hügel- und Moorland.

Geologisch prägt die Obere Süßwassermolasse den Untergrund, ein Sedimentkörper aus dem Miozän, der vor etwa 18 bis 10 Millionen Jahren im Molassebecken abgelagert wurde. Während der Eiszeiten wehten Winde Feinmaterial aus den Schotterfluren aus und lagerten es als Löss und Lösslehm auf den Hochflächen und südexponierten Hängen ab. Auf diesen fruchtbaren Böden hat sich eine intensive ackerbauliche Nutzung entwickelt, die bis in die Talräume reicht. Die Isar-Inn-Schotterplatten im Süden bestehen dagegen aus eiszeitlichen und pliozänen Flussschottern.

Das Landschaftsbild ist stark von der Landwirtschaft geprägt und von einem dichten Netz asymmetrischer Täler durchzogen. Auf Kuppen und steileren Hängen stocken vielfach fichtendominierte Forste, während naturnahe Laubmischwälder aus Eichen-Hainbuchenwald oder Buche nur noch kleinflächig erhalten sind. In den Tälern der Vils und ihrer Zuflüsse haben sich schmale Grünlandbänder, Streuwiesen und Feuchtlebensräume gehalten. Charakteristisch sind außerdem Hecken, Feldgehölze, Magerrasen und Quellfluren, die als Trittsteine im ausgeräumten Offenland eine wichtige Rolle spielen.

Der Anteil gesetzlich geschützter Flächen ist im Naturraum vergleichsweise gering, viele naturnahe Lebensräume wurden durch die intensive Nutzung zurückgedrängt und verarmt. Daraus ergibt sich ein hoher Bedarf an gezielten Aufwertungsmaßnahmen. Für die Kompensation nach BayKompV ist der naturräumliche Bezug maßgeblich, Eingriff und Ausgleich sollen möglichst im selben Naturraum liegen, damit die Maßnahmen den betroffenen Arten und Lebensräumen tatsächlich zugutekommen.

Mohn und Kornblumen auf einer Ackerblühfläche unter Wolkenhimmel

📍 Enthaltene Landkreise

DachauFreisingDingolfing-LandauLandshutMünchenLandshutStraubingRottal-InnErdingPfaffenhofen an der IlmAltöttingIngolstadtMünchenMühldorf am InnFürstenfeldbruck (tlw.)Aichach-Friedberg (tlw.)Regensburg (tlw.)Neuburg-Schrobenhausen (tlw.)Kelheim (tlw.)Straubing-Bogen (tlw.)Deggendorf (tlw.)Passau (tlw.)Ebersberg (tlw.)Regensburg (tlw.)Starnberg (tlw.)Landsberg am Lech (tlw.)Traunstein (tlw.)Miesbach (tlw.)

🌿 Ökologische Besonderheiten

  • Im westlichen Teil liegt die Hallertau, das weltweit größte zusammenhängende Hopfenanbaugebiet.
  • Im Südosten befindet sich das Niederbayerische Bäderdreieck rund um Bad Füssing, Bad Birnbach und Bad Griesbach.
  • Fruchtbare Löss- und Lösslehmböden ermöglichen eine der intensivsten ackerbaulichen Nutzungen Bayerns.
  • Der Untergrund aus Oberer Süßwassermolasse formt das typische Relief asymmetrischer Talquerschnitte.
  • Auf Kuppen und Steilhängen dominieren häufig Fichtenforste, naturnahe Laubwälder sind selten geworden.
  • Der Anteil an FFH-Gebieten, Vogelschutzgebieten und Naturschutzgebieten ist im Naturraum vergleichsweise niedrig.
  • Die Isar-Inn-Schotterplatten mit ihren Flussschottern und Talauen bilden den südlichen Teil der Großlandschaft.

✅ greeNature in der Region

Als Fachbetrieb für Naturschutz-Kompensation entwickelt greeNature im Unterbayerischen Hügelland Ausgleichsflächen, die zum Naturraum passen. Wir bringen Flächeneigentümer, Kommunen und Vorhabenträger zusammen, sichern Maßnahmen über ein Ökokonto nach BayKompV und dokumentieren die erzielten Ökopunkte nachvollziehbar. Der Schwerpunkt liegt auf Maßnahmen, die den regionaltypischen Arten und Lebensräumen zugutekommen, etwa dem Umbau von Fichtenforsten, der Strukturanreicherung der Ackerlandschaft und der Renaturierung von Bächen und Kleingewässern.

Kompensation im D65

Typische Maßnahmen im Naturraum D65

🌳

Umbau von Fichtenforsten

Auf Kuppen und Hängen des Hügellandes werden fichtendominierte Bestände in standortgerechte Laubmischwälder aus Eichen-Hainbuchenwald oder Buche überführt. Das erhöht die Klimastabilität und schafft Lebensraum für waldgebundene Arten.

🌿

Hecken und Feldgehölze

In der ausgeräumten Ackerlandschaft werden Hecken, Feldgehölze und Krautsäume neu angelegt und vernetzt. Sie dienen als Trittsteine und Nahrungshabitat, etwa für Neuntöter, Rebhuhn und Haselmaus.

🌾

Extensivierung von Talwiesen

Entlang der Vils und ihrer Zuflüsse werden Grünlandflächen extensiviert und wo möglich wiedervernässt. Streuwiesen und Feuchtgrünland kommen Wiesenbrütern und der Insektenwelt zugute.

🌼

Feldvogelschutz und Blühflächen

Ackerrandstreifen, mehrjährige Blühflächen und Lerchenfenster stärken die Offenlandarten. Als CEF-Maßnahmen nach § 44 BNatSchG können sie den ökologischen Funktionsverlust für Feldlerche oder Kiebitz vorab ausgleichen.

💧

Renaturierung von Fließgewässern

Bäche werden strukturiert, Uferrandstreifen angelegt und Altwässer wieder angebunden. Naturnahe Gewässer verbessern die Durchgängigkeit und bieten Lebensraum für Eisvogel und gewässergebundene Arten.

🐸

Anlage von Laichgewässern

Neue Klein- und Laichgewässer werden angelegt und zu Amphibienverbünden vernetzt. Für den Kammmolch lassen sich so gezielt CEF-Maßnahmen mit Bezug zum günstigen Erhaltungszustand (FCS) umsetzen.

Artenvielfalt D65

Geschützte Arten im Unterbayerisches Hügelland und Isar-Inn-Schotterplatten

🐦

Feldlerche

Charakteristischer Brutvogel der offenen Ackerlandschaft. Die Feldlerche ist europarechtlich geschützt und in intensiv genutzten Fluren stark rückläufig, weshalb sie häufig Auslöser für CEF-Maßnahmen ist.

Mehr zur Art ›
🪶

Kiebitz

Wiesenbrüter feuchter Wiesen und Ackersenken. Der Kiebitz reagiert empfindlich auf Nutzungsintensivierung und Entwässerung und steht auf der Roten Liste.

Mehr zur Art ›
🦆

Großer Brachvogel

Wiesenbrüter der feuchten Talauen und Niedermoore. Der Große Brachvogel benötigt großflächig extensiv genutztes, feuchtes Grünland und gilt als stark gefährdet.

🐸

Kammmolch

In FFH-Anhang II und IV geführte Art, im Naturraum unter anderem im Kranzberger Forst nachgewiesen. Der Kammmolch braucht besonnte, fischfreie Kleingewässer mit strukturreichem Umland.

Mehr zur Art ›
🦎

Zauneidechse

Streng geschützte Art nach FFH-Anhang IV. Die Zauneidechse besiedelt Böschungen, Säume und Bahndämme und ist bei Eingriffen regelmäßig artenschutzrechtlich zu berücksichtigen.

Mehr zur Art ›
🎣

Eisvogel

An naturnahen Fließgewässern von Vils, Isar und Inn zu finden. Der Eisvogel ist nach Anhang I der Vogelschutzrichtlinie geschützt und auf saubere, strukturreiche Gewässer mit Steilufern angewiesen.

Mehr zur Art ›
So einfach geht es

Ihr Weg zu Ökopunkten im D65

01

Kontakt und Anfrage

Kompensationsbedarf mitteilen und Naturraum angeben. Wir prüfen die Verfügbarkeit.

02

Angebot und Beratung

Transparentes Angebot mit Maßnahmentypen, Umfang und Verfügbarkeit.

03

Behördenabstimmung

Vollständige Koordination mit der Unteren Naturschutzbehörde. Wir übernehmen alles.

04

Langfristiges Monitoring

Dauerhafte Flächensicherung, Pflege und Dokumentation über die Vertragslaufzeit.

Weitere Naturräume

Ökopunkte in benachbarten Naturräumen

Häufige Fragen

Alles zum Naturraum D65

Ökopunkte sind die Verrechnungseinheit für die ökologische Aufwertung einer Fläche. Nach BayKompV wird der Zustand vor und nach der Maßnahme bewertet, die Differenz ergibt die anrechenbaren Wertpunkte, die über ein Ökokonto gesichert und später einem Eingriff zugeordnet werden.
Die BayKompV verlangt, dass Ausgleich und Ersatz die beeinträchtigten Funktionen möglichst dort wiederherstellen, wo sie verloren gehen. Maßnahmen im selben Naturraum, hier dem Unterbayerischen Hügelland, kommen den betroffenen Arten und Lebensräumen am ehesten zugute.
Sinnvoll sind unter anderem der Umbau von Fichtenforsten in Laubmischwald, die Anreicherung der Ackerlandschaft mit Hecken und Säumen, die Extensivierung von Talwiesen sowie die Renaturierung von Bächen und Kleingewässern. Die Auswahl richtet sich nach Standort und Zielarten.
CEF-Maßnahmen sind vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen nach § 44 BNatSchG. Sie müssen bereits vor dem Eingriff wirksam sein, damit die ökologische Funktion der Fortpflanzungs- und Ruhestätten durchgehend erhalten bleibt, etwa durch neue Bruthabitate für Feldvögel.
Über ein Ökokonto können Aufwertungsmaßnahmen zeitlich vor einem konkreten Eingriff umgesetzt werden. Die erzeugten Ökopunkte werden dokumentiert und stehen bereit, um sie später einem Vorhaben zuzuordnen. Das schafft Planungssicherheit für Vorhabenträger und Flächeneigentümer.
Unabhängig von der Eingriffsregelung ist zu prüfen, ob streng geschützte Arten betroffen sind. Für Arten wie Zauneidechse, Kammmolch oder Feldlerche kann eine spezielle artenschutzrechtliche Prüfung nötig sein, gegebenenfalls mit CEF-Maßnahmen und Bezug zum günstigen Erhaltungszustand (FCS).
Jetzt anfragen

Ökopunkte im Naturraum D65 anfragen

Wir erstellen Ihnen zeitnah ein transparentes Angebot mit passenden Ökopunkten auf Vorrat im Unterbayerisches Hügelland und Isar-Inn-Schotterplatten.