Blütenreiche Extensivwiese in welliger Landschaft mit Waldkulisse
Naturraum Bayern · BayKompV
D63

Ökopunkte im Naturraum D63
Oberpfälzer und Bayerischer Wald

Für Eingriffe im Naturraum D63 lassen sich Ökopunkte durch die Aufwertung von Wäldern, Mooren und Talauen des Oberpfälzer und Bayerischen Waldes erzeugen. greeNature entwickelt und betreut BayKompV-konforme Kompensationsflächen in der Region und begleitet Vorhabenträger von der Flächensicherung bis zur behördlichen Anerkennung.

D63
BfN-Haupteinheit
ca. 7.530 km²
Naturraumfläche
1.456 m
Großer Arber, höchster Punkt
seit 1970
Nationalpark Bayerischer Wald
Landschaft und Ökologie

Der Naturraum D63 im Überblick

Der Naturraum D63 erstreckt sich entlang der tschechischen Grenze im Nordosten Bayerns, vom Oberpfälzer Wald im Norden über die Cham-Further Senke bis zum Bayerischen Wald und dem Neuburger Wald bei Passau. Mit rund 7.530 km² gehört er zu den größten Mittelgebirgslandschaften Deutschlands. Die höchste Erhebung ist der Große Arber mit 1.456 m, zugleich der höchste Berg Bayerns außerhalb der Alpen. Waldreiche Höhenzüge wechseln sich mit Rodungsinseln, Hochflächen und den Talniederungen von Regen, Naab und Ilz ab.

Geologisch ist der Naturraum Teil der Böhmischen Masse, deren südwestlichen Rand er bildet. Den Untergrund prägen kristalline Gesteine des Grundgebirges, vor allem Granit, Gneis und Glimmerschiefer. Ein markantes Element ist der Pfahl, ein Quarzriff, das sich über rund 140 Kilometer nahezu geradlinig von der Oberpfalz bis nach Oberösterreich zieht. Auf dem sauren, nährstoffarmen Ausgangsgestein haben sich überwiegend basenarme, teils staunasse Böden entwickelt.

Das kühl-feuchte, montane Klima mit hohen Niederschlägen und langer Schneedeckendauer prägt die Lebensräume. Charakteristisch sind Bergmischwälder aus Buche, Tanne und Fichte, in den Hochlagen montane Fichtenwälder sowie zahlreiche Hoch- und Niedermoore, regional Filze genannt. Naturnahe Bergbäche, Borstgrasrasen und Feuchtwiesen ergänzen das Mosaik. Der Naturraum beherbergt anspruchsvolle Arten wie Luchs, Auerhuhn, Fischotter und Flussperlmuschel.

Große Teile des Naturraums stehen unter Schutz, darunter der Nationalpark Bayerischer Wald als erster Nationalpark Deutschlands, mehrere Naturparke und ein dichtes Netz aus Natura-2000-Gebieten. Aus der forstlichen Prägung mit ausgedehnten Fichtenforsten ergibt sich zugleich erhebliches Aufwertungspotenzial. Waldumbau, Moorrenaturierung und die Entwicklung naturnaher Gewässer bieten fachlich hochwertige Ansätze für Kompensation und Ökopunkte nach BayKompV.

Blütenreiche Extensivwiese in welliger Landschaft mit Waldkulisse

📍 Enthaltene Landkreise

RegenFreyung-GrafenauPassauChamSchwandorf (tlw.)Passau (tlw.)Deggendorf (tlw.)Neustadt an der Waldnaab (tlw.)Straubing-Bogen (tlw.)Tirschenreuth (tlw.)Weiden in der Oberpfalz (tlw.)Regensburg (tlw.)Amberg-Sulzbach (tlw.)

🌿 Ökologische Besonderheiten

  • Der Große Arber ist mit 1.456 m die höchste Erhebung des Naturraums und zugleich der höchste Berg Bayerns außerhalb der Alpen.
  • Der Pfahl, ein weißes Quarzriff, zieht sich über rund 140 Kilometer nahezu geradlinig durch die Landschaft und ragt stellenweise als markante Felsrippe auf.
  • Mit dem 1970 gegründeten Nationalpark Bayerischer Wald liegt Deutschlands erster Nationalpark in diesem Naturraum.
  • In einigen kalten und sauberen Bächen, etwa im Einzugsgebiet der Ilz, überlebt die stark gefährdete Flussperlmuschel.
  • Luchs und Wildkatze haben in den ausgedehnten, grenzüberschreitenden Wäldern wieder dauerhaft Lebensraum gefunden.
  • Zahlreiche Moore, regional Filze genannt, speichern Kohlenstoff und beherbergen hochspezialisierte Tier- und Pflanzenarten.

✅ greeNature in der Region

greeNature ist im ostbayerischen Raum als Partner für Kompensation und Ökopunkte tätig. Wir identifizieren und sichern geeignete Flächen im Naturraum D63, entwickeln daraus BayKompV-konforme Maßnahmen wie Waldumbau, Moorwiedervernässung oder Gewässerrenaturierung und stimmen diese mit den unteren Naturschutzbehörden ab. Von der ersten Flächenbewertung über die Umsetzung bis zum Monitoring begleiten wir Vorhabenträger, Kommunen, Forstbetriebe und Unternehmen. So lassen sich Kompensationsverpflichtungen fachlich fundiert erfüllen und Ökopunkte frühzeitig über ein Ökokonto bevorraten.

Kompensation im D63

Typische Maßnahmen im Naturraum D63

🌲

Waldumbau zu Bergmischwald

Umbau strukturarmer Fichtenforste in klimastabile Buchen-Tannen-Fichten-Mischwälder mit hohem Alt- und Totholzanteil. Das erhöht Struktur, Artenvielfalt und Resilienz und schafft Aufwertungspotenzial für Ökopunkte.

💧

Moorrenaturierung und Wiedervernässung

Wiedervernässung entwässerter Hoch- und Niedermoore (regional Filze). Das reaktiviert Kohlenstoffspeicher, verbessert den Wasserhaushalt und erhält Lebensräume für spezialisierte Moorarten.

🏞️

Fließgewässer- und Auenrenaturierung

Rückbau von Verbauungen, Wiederherstellung der Durchgängigkeit und naturnahe Entwicklung von Bächen und Auen. Davon profitieren Arten wie Flussperlmuschel, Fischotter und Eisvogel.

🌾

Extensivierung von Berg- und Talwiesen

Extensive Bewirtschaftung von Feucht-, Streu- und Bergwiesen ohne Düngung und mit angepasster Mahd. Das fördert artenreiches Grünland, Borstgrasrasen und blütenreiche Standorte.

🌿

Biotopverbund und Strukturanreicherung

Anlage von Hecken, Säumen, Waldrändern und Trittsteinbiotopen zwischen den Waldgebieten. Der Verbund verbindet die Lebensräume von Wildkatze, Haselmaus und Reptilien.

🐸

Kleingewässer und Amphibienbiotope

Neuanlage und Optimierung besonnter, fischfreier Laichgewässer für Amphibien wie Kammmolch und Laubfrosch. Solche Maßnahmen eignen sich häufig auch als vorgezogene CEF-Maßnahmen.

Artenvielfalt D63

Geschützte Arten im Oberpfälzer und Bayerischer Wald

🐾

Luchs

Der Luchs ist die Symbolart des Bayerischen Waldes. Nach seiner Wiederansiedlung nutzt er die großen, zusammenhängenden Waldgebiete beiderseits der tschechischen Grenze und ist auf durchgängige Lebensräume und ausreichend Beute angewiesen.

🐦

Schwarzstorch

Der Schwarzstorch brütet versteckt in störungsarmen Altholzbeständen und jagt an naturnahen Waldbächen und Feuchtwiesen. Er reagiert empfindlich auf Störungen und profitiert von ruhigen, strukturreichen Waldlandschaften.

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🐈

Wildkatze

Die Europäische Wildkatze breitet sich in den Wäldern des Oberpfälzer und Bayerischen Waldes wieder aus. Sie benötigt totholzreiche Wälder, deckungsreiche Säume und einen funktionierenden Biotopverbund zwischen den Waldgebieten.

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🦎

Zauneidechse

Die Zauneidechse ist streng geschützt nach Anhang IV der FFH-Richtlinie. Sie besiedelt sonnige Waldränder, Böschungen, Bahn- und Wegtrassen sowie magere Trockenstandorte und zählt zu den am häufigsten saP-relevanten Arten bei Bauvorhaben.

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🐸

Nördlicher Kammmolch

Der Nördliche Kammmolch ist eine Art des Anhangs IV der FFH-Richtlinie und laicht in besonnten, fischfreien Weihern und Tümpeln. Für Eingriffe in seine Lebensräume sind häufig vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen (CEF) in Form neuer Laichgewässer erforderlich.

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🦇

Fledermäuse

Im Naturraum leben mehrere streng geschützte Fledermausarten, darunter Mopsfledermaus, Bechsteinfledermaus und Großes Mausohr. Sie nutzen alte, höhlenreiche Wälder sowie Gebäude als Quartier und sind bei Abriss oder Waldeingriffen regelmäßig zu prüfen.

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So einfach geht es

Ihr Weg zu Ökopunkten im D63

01

Kontakt und Anfrage

Kompensationsbedarf mitteilen und Naturraum angeben. Wir prüfen die Verfügbarkeit.

02

Angebot und Beratung

Transparentes Angebot mit Maßnahmentypen, Umfang und Verfügbarkeit.

03

Behördenabstimmung

Vollständige Koordination mit der Unteren Naturschutzbehörde. Wir übernehmen alles.

04

Langfristiges Monitoring

Dauerhafte Flächensicherung, Pflege und Dokumentation über die Vertragslaufzeit.

Weitere Naturräume

Ökopunkte in benachbarten Naturräumen

Häufige Fragen

Alles zum Naturraum D63

Ja. Eingriffe in Natur und Landschaft werden in Bayern nach der Bayerischen Kompensationsverordnung (BayKompV) bewertet und ausgeglichen. Der ermittelte Kompensationsbedarf lässt sich über anerkannte Aufwertungsmaßnahmen im Naturraum decken, etwa durch Waldumbau, Moor- oder Gewässerrenaturierung.
Ökopunkte entstehen, wenn eine Fläche naturschutzfachlich aufgewertet wird und die Differenz zwischen Ausgangs- und Zielzustand nach BayKompV bewertet und von der zuständigen Behörde anerkannt wird. Über ein Ökokonto können solche Maßnahmen bereits vor einem konkreten Eingriff umgesetzt und bevorratet werden.
Die BayKompV bevorzugt einen räumlichen und funktionalen Zusammenhang zwischen Eingriff und Ausgleich. Kompensationsflächen im Naturraum D63 eignen sich daher besonders für Vorhaben in derselben Region. Die genaue Zuordnung stimmen wir mit der zuständigen Naturschutzbehörde ab.
Bei Bauvorhaben ist eine spezielle artenschutzrechtliche Prüfung (saP) nach § 44 BNatSchG erforderlich. Sind streng geschützte Arten des Anhangs IV der FFH-Richtlinie betroffen, etwa Zauneidechse, Kammmolch oder Fledermäuse, können vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen (CEF-Maßnahmen) nötig werden, um den Erhaltungszustand der lokalen Population (FCS) zu sichern.
Wegen des hohen Waldanteils, der zahlreichen Moore und der naturnahen Bäche bieten sich vor allem Waldumbau zu Bergmischwäldern, Moorwiedervernässung, Fließgewässerrenaturierung und die Entwicklung von artenreichem Grünland an. Die Auswahl richtet sich nach Standort, Ausgangszustand und naturschutzfachlichem Ziel.
greeNature identifiziert und sichert geeignete Flächen, entwickelt BayKompV-konforme Maßnahmenkonzepte, begleitet die Abstimmung mit den Behörden und übernimmt Umsetzung sowie Monitoring. So erhalten Vorhabenträger, Kommunen und Unternehmen anerkennungsfähige Kompensation aus einer Hand.
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