Extensiv genutzte Blumenwiese als Ausgleichsfläche
Naturraum Bayern · BayKompV
D62

Ökopunkte im Naturraum D62
Oberpfälzisch-Obermainisches Hügelland

Ökopunkte und Kompensationsflächen im BfN-Naturraum D62, dem Oberpfälzisch-Obermainischen Hügelland zwischen Obermain und Naab. greeNature entwickelt hier BayKompV-konforme Ausgleichsmaßnahmen und begleitet Vorhabenträger als erfahrener Partner.

D62
BfN-Haupteinheit
rund 2.900 km²
Gesamtfläche (Naturraum)
rund 170 km
Nordwest-Südost-Ausdehnung
Oberfranken & Oberpfalz
Regierungsbezirke (Bayern)
Landschaft und Ökologie

Der Naturraum D62 im Überblick

Das Oberpfälzisch-Obermainische Hügelland zieht sich als schmales, rund 170 Kilometer langes Band in Nordwest-Südost-Richtung durch das östliche Bayern. Es trennt die Fränkische Alb im Südwesten von den Randgebirgen Frankenwald, Fichtelgebirge und Oberpfälzer Wald im Nordosten und ist dabei nur 7 bis 35 Kilometer breit. Die Landschaft reicht von den Mainauen bei Lichtenfels und Kulmbach über den Raum Bayreuth bis in die Oberpfalz um Weiden, Amberg und Schwandorf. Naturräumlich gliedert sie sich in das nördliche Obermainische Hügelland und das südliche Oberpfälzische Hügelland, deren Grenze im Wesentlichen die Wasserscheide zwischen Main und Naab bildet.

Geologisch ist der Naturraum außergewöhnlich vielgestaltig. Im obermainischen Teil stehen überwiegend Gesteine des Lias (Schwarzer Jura) und Dogger (Brauner Jura) an, während der oberpfälzische Teil nahezu alle Gesteinsalter vom Perm bis in die Gegenwart vereint. Prägend ist die Fränkische Linie, eine der bedeutendsten Störungszonen Mitteleuropas, an der das Hügelland gegen die kristallinen Randgebirge abbricht. Herzynisch streichende Verwerfungen zerlegen den Untergrund kleinräumig, sodass sich Buntsandstein, Keuper und Jura sowie stellenweise Basalte, Kreide- und Tertiärablagerungen auf engem Raum abwechseln.

Über weite Strecken handelt es sich um eine strukturreiche Kulturlandschaft, in der Acker- und Grünlandnutzung überwiegen. Die Talräume von Rotem Main, Steinach, Haidenaab und Naab mit ihren breiten Talsohlen, Nass- und Feuchtwiesen sowie Resten von Au- und Bruchwäldern bilden ökologische Rückgrate. In den Niederungen, etwa im Bereich der Haidenaab, prägen ausgedehnte Weiherketten und eine traditionelle Teichwirtschaft das Bild und bieten Lebensraum für viele gefährdete Arten. Größere zusammenhängende Wälder, überwiegend Kiefern- und Fichtenforste, stocken nordwestlich von Bayreuth sowie westlich von Weiden und östlich von Schwandorf.

Der Schutzgebietsanteil ist mit wenigen Prozent der Fläche vergleichsweise gering, und die Intensivierung der Landwirtschaft sowie frühere Flurbereinigungen haben die Feuchtbiotope der Niederungen stark zurückgedrängt. Daraus ergibt sich ein erheblicher naturschutzfachlicher Handlungsbedarf, der sich gut mit Kompensationsverpflichtungen verbinden lässt. Aufwertungen von Fließgewässern, Feuchtwiesen und Teichlandschaften entfalten in diesem Naturraum einen besonders hohen ökologischen Nutzen.

Extensiv genutzte Blumenwiese als Ausgleichsfläche

📍 Enthaltene Landkreise

BayreuthAmbergWeiden in der Oberpfalz (tlw.)Kulmbach (tlw.)Neustadt an der Waldnaab (tlw.)Amberg-Sulzbach (tlw.)Bayreuth (tlw.)Schwandorf (tlw.)Lichtenfels (tlw.)Kronach (tlw.)Sonneberg (tlw.)Tirschenreuth (tlw.)Coburg (tlw.)

🌿 Ökologische Besonderheiten

  • Rund 170 km langes, aber nur 7 bis 35 km schmales Übergangsband zwischen Fränkischer Alb und den ostbayerischen Randgebirgen
  • Die Fränkische Linie als markante Störungszone, an der das Hügelland gegen die kristallinen Randgebirge abbricht
  • Kleinräumiger Wechsel der Gesteine vom Perm über Buntsandstein und Jura bis zu Kreide- und Tertiärablagerungen
  • Weiherketten und traditionelle Teichwirtschaft in den Niederungen, besonders im Bereich der Haidenaab
  • Fluss- und Bachauen von Rotem Main, Steinach und Naab mit Nass- und Feuchtwiesen als ökologische Rückgrate
  • Vergleichsweise geringer Schutzgebietsanteil und hoher Aufwertungsbedarf in den Talniederungen
  • Überregional bedeutsame Sandsteinbrüche im Kulmbacher Keuper-Lias-Gebiet

✅ greeNature in der Region

greeNature entwickelt und betreut im Oberpfälzisch-Obermainischen Hügelland Kompensationsflächen und Ökokonten nach den Vorgaben der Bayerischen Kompensationsverordnung (BayKompV). Wir kennen die naturräumlichen Besonderheiten zwischen Obermain und Naab und stimmen Maßnahmen so ab, dass sie fachlich zum Naturraum passen und mit den unteren Naturschutzbehörden der Landkreise abgestimmt werden können. Von der Flächenakquise über die Planung bis zur dauerhaften Sicherung und Pflege begleiten wir Vorhabenträger, die Eingriffe rechtssicher und fachlich fundiert ausgleichen möchten.

Kompensation im D62

Typische Maßnahmen im Naturraum D62

🌊

Fließgewässer renaturieren

Rückbau von Uferverbau, Anbindung von Altarmen und Entwicklung durchgängiger Gewässerläufe an Rotem Main, Steinach und Haidenaab, um Auendynamik und Lebensräume für Eisvogel und Fischfauna zu fördern.

🌾

Feucht- und Nasswiesen entwickeln

Extensivierung und Wiedervernässung von Grünland in den Talniederungen. Späte Mahd und der Verzicht auf Düngung schaffen Lebensraum für Wiesenbrüter wie den Kiebitz.

🐟

Weiher und Teiche aufwerten

Anlage und Pflege naturnaher Weiherketten mit Flachwasserzonen und Verlandungsbereichen in der Tradition der Oberpfälzer Teichwirtschaft, zugunsten von Amphibien, Libellen und Wasservögeln.

🌳

Auwald und Ufergehölze entwickeln

Ergänzung standortgerechter Au- und Bruchwaldbestände sowie durchgehender Ufergehölze entlang der Bäche, die Erosion mindern und Biotope miteinander vernetzen.

🦎

Trockenlebensräume und Säume anlegen

Freistellung und Pflege magerer Böschungen, Waldsäume und alter Sandsteinbrüche als Lebensraum für Zauneidechse, Wildbienen und wärmeliebende Pflanzen.

🌻

Ackerlandschaft strukturieren

Anlage von Hecken, Feldrainen und mehrjährigen Blüh- und Ackerrandstreifen in der ausgeräumten Agrarflur, um Feldvögel und Insekten zu fördern und Biotope zu verbinden.

Artenvielfalt D62

Geschützte Arten im Oberpfälzisch-Obermainisches Hügelland

🕊️

Schwarzstorch

Brütet in den ausgedehnten, störungsarmen Wäldern des Naturraums und sucht Nahrung an Bächen, in Feuchtwiesen und an Weihern. Reagiert empfindlich auf Störungen im Brutumfeld.

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🐦

Kiebitz

Charakterart offener Feucht- und Nasswiesen, die in der Region deutlich seltener geworden ist. Profitiert von wiedervernässten Niederungen und extensiver Grünlandnutzung.

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🐤

Eisvogel

Besiedelt naturnahe Fließgewässer wie Roten Main und Steinach mit steilen Uferabbrüchen als Brutplatz und zeigt eine gute Gewässerqualität an.

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🦎

Zauneidechse

Nutzt sonnenexponierte Böschungen, Bahndämme, Waldsäume und die Sandsteinbrüche des Keuper-Lias-Gebiets. Streng geschützt nach Anhang IV der FFH-Richtlinie.

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🦇

Mopsfledermaus

Waldgebundene Fledermausart, die in Ostbayern strukturreiche, alt- und totholzreiche Wälder besiedelt und hinter abstehender Rinde Quartiere bezieht. Art der Anhänge II und IV der FFH-Richtlinie.

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🐸

Gelbbauchunke

Pionierart wechselnasser Kleingewässer, die in Abbaustellen, auf Waldwegen und in Weiherlandschaften temporäre Tümpel besiedelt. Auf regelmäßig neu entstehende Rohbodengewässer angewiesen.

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So einfach geht es

Ihr Weg zu Ökopunkten im D62

01

Kontakt und Anfrage

Kompensationsbedarf mitteilen und Naturraum angeben. Wir prüfen die Verfügbarkeit.

02

Angebot und Beratung

Transparentes Angebot mit Maßnahmentypen, Umfang und Verfügbarkeit.

03

Behördenabstimmung

Vollständige Koordination mit der Unteren Naturschutzbehörde. Wir übernehmen alles.

04

Langfristiges Monitoring

Dauerhafte Flächensicherung, Pflege und Dokumentation über die Vertragslaufzeit.

Weitere Naturräume

Ökopunkte in benachbarten Naturräumen

Häufige Fragen

Alles zum Naturraum D62

Die Bayerische Kompensationsverordnung (BayKompV) verlangt, dass Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen im betroffenen Naturraum umgesetzt werden und funktional zum Eingriff passen. D62 ist die BfN-Haupteinheit für das Oberpfälzisch-Obermainische Hügelland. Maßnahmen in diesem Raum sollten sich an den typischen Lebensräumen wie Fluss- und Bachauen, Feuchtwiesen und Teichlandschaften orientieren.
Der Naturraum durchzieht als schmales Band die Regierungsbezirke Oberfranken und Oberpfalz. Anteil haben unter anderem die Landkreise Lichtenfels, Kulmbach, Bayreuth, Neustadt an der Waldnaab, Amberg-Sulzbach und Schwandorf sowie die kreisfreien Städte Bayreuth, Weiden und Amberg. Da der Naturraum sehr schmal ist, liegen die Landkreise jeweils nur teilweise darin.
Aufgrund des geringen Schutzgebietsanteils und der zurückgedrängten Feuchtbiotope sind Gewässerrenaturierungen, die Entwicklung von Feucht- und Nasswiesen sowie die ökologische Aufwertung von Weihern und Teichen fachlich besonders wirksam. Ergänzend bieten sich Hecken, Säume und Trockenstandorte in der Agrarlandschaft an.
Über ein Ökokonto werden Aufwertungsmaßnahmen vorgezogen umgesetzt und nach BayKompV in Wertpunkten (Ökopunkten) bewertet. Diese Punkte lassen sich später einem konkreten Eingriff als Ausgleich zuordnen. So können Vorhabenträger ihre Kompensation flexibel und zeitlich vorausschauend sichern.
Neben der Eingriffsregelung ist der besondere Artenschutz nach § 44 BNatSchG zu beachten. Für betroffene streng geschützte Arten können vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen (CEF-Maßnahmen) erforderlich sein, damit die ökologische Funktion der Lebensstätten durchgehend erhalten bleibt. Bei unvermeidbaren Beeinträchtigungen kann eine Ausnahme nach § 45 BNatSchG notwendig werden.
Ja. greeNature begleitet Kompensationsprojekte von der Flächensuche und Planung über die Herstellung bis zur dauerhaften Sicherung, zum Monitoring und zur Pflege. Damit bleibt die Aufwertung über den rechtlich geforderten Zeitraum gesichert.
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