Weißling auf einer Acker-Witwenblume in einer artenreichen Wiese
Naturraum · Baden-Württemberg und Bayern
D60

Ökopunkte im Naturraum D60
Schwäbische Alb

Die Schwäbische Alb ist ein Kalk-Mittelgebirge und Schichtstufenland, das überwiegend in Baden-Württemberg liegt und mit der Riesalb bis nach Bayern reicht. greeNature entwickelt und pflegt hier Ausgleichsflächen und Ökokonten, die als Ökopunkte nach der Ökokonto-Verordnung (ÖKVO) in Baden-Württemberg und nach der BayKompV in Bayern anerkannt sind.

D60
BfN-Haupteinheit
~5.400
km² Gesamtfläche
1.015 m
Lemberg, höchster Berg
über 200 km
Länge (Nordost-Südwest)
Landschaft und Ökologie

Der Naturraum D60 im Überblick

Der Naturraum D60, Schwäbische Alb, ist ein Kalk-Mittelgebirge und Teil des südwestdeutschen Schichtstufenlandes. Er zieht sich über mehr als 200 Kilometer in Nordost-Südwest-Richtung diagonal durch Baden-Württemberg und umfasst mit rund 5.400 Quadratkilometern etwa ein Siebtel der Landesfläche. Nach Nordwesten fällt die Alb mit dem steilen Albtrauf zum Vorland ab, im Nordosten endet das Gebirge am Nördlinger Ries, wo es mit dem östlichen Ausläufer, der Riesalb, nach Bayern hineinreicht. Den höchsten Punkt bildet der Lemberg mit 1.015 Metern im Bereich des Großen Heubergs (Landkreis Tuttlingen).

Geologisch besteht die Alb aus Kalk- und Mergelsteinen des Weißen Jura (Malm). Das leicht lösliche Gestein hat eine ausgeprägte Karstlandschaft mit Trockentälern, Dolinen und rund 2.500 Höhlen geschaffen. Oberflächenwasser versickert rasch und tritt an mächtigen Karstquellen wie dem Blautopf bei Blaubeuren wieder zutage, weshalb die Hochflächen über weite Strecken trocken und wasserarm sind. In den Höhlen von Ach- und Lonetal liegen die als UNESCO-Welterbe ausgezeichneten Fundstätten der ältesten Eiszeitkunst.

Auf den flachgründigen, kalkreichen und nährstoffarmen Böden hat sich ein besonders artenreicher Biotopmix entwickelt. Charakteristisch sind die Wacholderheiden und Kalkmagerrasen, die aus jahrhundertelanger Schaf- und Ziegenbeweidung hervorgegangen sind und zu den artenreichsten Offenlandlebensräumen Mitteleuropas zählen. Am Albtrauf stocken Hang- und Schluchtwälder, auf den Hochflächen Buchen- und Eichen-Hainbuchenwälder, im Albvorland prägen Streuobstwiesen und Hecken das Bild. Große Teile der Region gehören zum Biosphärengebiet Schwäbische Alb, das die UNESCO 2009 anerkannt hat.

Für die Kompensation gelten je nach Landesteil unterschiedliche Regelwerke. In Baden-Württemberg erfolgt die Bewertung über die Ökokonto-Verordnung (ÖKVO), bei der jedem Biotoptyp ein Wert in Ökopunkten zugeordnet und die Maßnahme im Ökokonto der unteren Naturschutzbehörde geführt wird. Im bayerischen Anteil, der Riesalb, gilt die BayKompV. In beiden Ländern soll der Ausgleich möglichst im selben Naturraum erfolgen, weshalb naturraumtypische Maßnahmen der Alb wie die Pflege von Magerrasen, der Waldumbau oder die Anlage von Kleingewässern besonders gefragt sind.

Weißling auf einer Acker-Witwenblume in einer artenreichen Wiese

📍 Enthaltene Landkreise

HeidenheimTuttlingen (tlw.)Reutlingen (tlw.)Alb-Donau-Kreis (tlw.)Ulm (tlw.)Zollernalbkreis (tlw.)Göppingen (tlw.)Sigmaringen (tlw.)Dillingen an der Donau (tlw.)Ostalbkreis (tlw.)Konstanz (tlw.)Donau-Ries (tlw.)Schwarzwald-Baar-Kreis (tlw.)Esslingen (tlw.)Waldshut (tlw.)Biberach (tlw.)

🌿 Ökologische Besonderheiten

  • Wacholderheiden und Kalkmagerrasen, aus jahrhundertelanger Schäferei hervorgegangen, gehören zu den artenreichsten Offenlandbiotopen Mitteleuropas
  • Steiler Albtrauf mit Hang- und Schluchtwäldern als markante Schichtstufe zum Albvorland
  • Ausgeprägte Karstlandschaft des Weißen Jura mit rund 2.500 Höhlen, Dolinen und Trockentälern
  • Biosphärengebiet Schwäbische Alb (UNESCO seit 2009) als großflächige Modellregion für nachhaltige Landnutzung
  • UNESCO-Welterbe Höhlen und Eiszeitkunst in den Tälern von Ach und Lone
  • Karstquellen wie der Blautopf bei Blaubeuren und wasserarme, versickernde Hochflächen
  • Übergangslage der Riesalb zwischen Schwäbischer und Fränkischer Alb am Nördlinger Ries (bayerischer Anteil)

✅ greeNature in der Region

greeNature ist als Partner für Naturschutz-Kompensation auf der gesamten Schwäbischen Alb aktiv, mit Schwerpunkt in Baden-Württemberg und dem bayerischen Anteil der Riesalb. Wir entwickeln Ökokonto- und Ausgleichsflächen gemeinsam mit Grundeigentümern, Landwirten, Schäfereien und Kommunen, sichern geeignete Flächen, planen naturraumtypische Maßnahmen nach ÖKVO beziehungsweise BayKompV und übernehmen die dauerhafte Pflege sowie das Monitoring. So stellen wir Ökopunkte bereit, die Vorhabenträger für Eingriffe im Naturraum D60 nutzen können, ohne selbst Flächen und Pflege organisieren zu müssen.

Kompensation im D60

Typische Maßnahmen im Naturraum D60

🐑

Wacholderheiden und Kalkmagerrasen pflegen

Erhalt und Wiederherstellung artenreicher Halbtrockenrasen durch extensive Schaf- und Ziegenbeweidung sowie gezielte Entbuschung verbrachter Flächen.

🌳

Naturnaher Waldumbau

Umbau standortferner Nadelforste zu heimischen Buchen- und Eichen-Hainbuchenwäldern, Erhalt von Alt- und Totholz als Lebensraum für Höhlenbrüter und Fledermäuse.

🍎

Streuobstwiesen im Albvorland entwickeln

Anlage und Pflege hochstämmiger Streuobstbestände mit extensiver Mahd als Lebensraum für Steinkauz, Wendehals und Fledermäuse sowie als Biotopverbund.

💧

Kleingewässer und Pioniertümpel anlegen

Neue Laichgewässer in Waldrandlagen und Steinbrüchen, unter anderem als CEF-Maßnahmen für die Gelbbauchunke und weitere Amphibien.

🪨

Trockenmauern, Säume und Hecken anlegen

Schaffung von Struktur- und Kleinlebensräumen für wärmeliebende Reptilien und Insekten sowie Biotopvernetzung in der kalkgeprägten Offenlandschaft.

🦇

Fledermausquartiere sichern

Schutz und Aufwertung von Höhlen, Stollen und Gebäudequartieren sowie Vernetzung von Jagdhabitaten über Hecken und Waldsäume.

Artenvielfalt D60

Geschützte Arten im Schwäbische Alb

🦎

Zauneidechse

Besiedelt Kalkmagerrasen, Wacholderheiden, sonnige Säume, Böschungen und Trockenmauern der Alb und profitiert von strukturreichen Kleinlebensräumen.

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🦇

Großes Mausohr und weitere Fledermäuse

Nutzen Karsthöhlen, Stollen und Dachstühle als Quartier und jagen bevorzugt in hallenartigen Buchenwäldern der Alb.

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🐸

Gelbbauchunke

Pionierart wassergefüllter Fahrspuren, Steinbrüche und flacher Kleingewässer, die stark von CEF-Maßnahmen profitiert.

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🐱

Wildkatze

Kehrt in die zusammenhängenden, störungsarmen Laubwälder der Alb zurück und ist auf naturnahe, vernetzte Waldstrukturen angewiesen.

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🐭

Haselmaus

Lebt in gebüschreichen Waldrändern, Hecken und Streuobstbeständen mit reichem Angebot an Früchten, Knospen und Insekten.

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🐦

Schwarzstorch

Brütet störungsempfindlich in ruhigen, bachdurchzogenen Waldgebieten und benötigt großflächige, ungestörte Reviere.

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So einfach geht es

Ihr Weg zu Ökopunkten im D60

01

Kontakt und Anfrage

Kompensationsbedarf mitteilen und Naturraum angeben. Wir prüfen die Verfügbarkeit.

02

Angebot und Beratung

Transparentes Angebot mit Maßnahmentypen, Umfang und Verfügbarkeit.

03

Behördenabstimmung

Vollständige Koordination mit der Unteren Naturschutzbehörde. Wir übernehmen alles.

04

Langfristiges Monitoring

Dauerhafte Flächensicherung, Pflege und Dokumentation über die Vertragslaufzeit.

Häufige Fragen

Alles zum Naturraum D60

Die Schwäbische Alb ist ein Kalk-Mittelgebirge, das über mehr als 200 Kilometer diagonal durch Baden-Württemberg zieht, vom Großen Heuberg bei Tuttlingen im Südwesten bis zum Nördlinger Ries im Nordosten. Mit ihrem östlichen Ausläufer, der Riesalb, reicht sie in die bayerischen Landkreise Donau-Ries und Dillingen an der Donau hinein. Der Schwerpunkt des Naturraums liegt in Baden-Württemberg.
Für den überwiegenden Teil in Baden-Württemberg gilt die Ökokonto-Verordnung (ÖKVO), nach der Aufwertungsmaßnahmen über Biotoptypen in Ökopunkten bewertet und bei der unteren Naturschutzbehörde im Ökokonto geführt werden. Im bayerischen Anteil, der Riesalb, gilt die Bayerische Kompensationsverordnung (BayKompV). greeNature ist mit beiden Regelwerken vertraut und wählt das jeweils zuständige System nach dem Ort des Eingriffs aus.
Typisch sind die Pflege und Wiederherstellung von Kalkmagerrasen und Wacholderheiden durch extensive Beweidung, der Umbau von Nadelforsten zu standortheimischen Laubwäldern sowie die Anlage von Kleingewässern für Amphibien. Auch Streuobstwiesen im Albvorland, Hecken, Säume und Trockenmauern werten die kalkgeprägte Karstlandschaft ökologisch auf.
CEF-Maßnahmen sind vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen, die die ökologische Funktion für eine geschützte Art dauerhaft sichern, bevor ein Eingriff wirksam wird. Sie dienen dazu, die artenschutzrechtlichen Verbote nach § 44 BNatSchG zu vermeiden, etwa durch neue Laichgewässer für die Gelbbauchunke oder Ersatzquartiere für Fledermäuse.
Sowohl die ÖKVO als auch die BayKompV verlangen, dass Eingriffe möglichst im selben Naturraum ausgeglichen werden. Maßnahmen in der Schwäbischen Alb wirken damit dort, wo Funktionen und Lebensräume beeinträchtigt wurden. Das stärkt den fachlichen Wert der Kompensation und ihre Anerkennung durch die Behörden.
Wir übernehmen Flächensicherung, Maßnahmenplanung, Umsetzung, Pflege und Monitoring und stimmen die Vorhaben mit den zuständigen Behörden in Baden-Württemberg und Bayern ab. Vorhabenträger erhalten so ÖKVO- beziehungsweise BayKompV-konforme Ökopunkte im Naturraum D60, ohne die fachliche und organisatorische Abwicklung selbst leisten zu müssen.
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