Artenreiche Magerwiese mit Margeriten am Waldrand
Naturraum · Baden-Württemberg und Bayern
D57

Ökopunkte im Naturraum D57
Neckar- und Tauberland, Gäuplatten

Ökopunkte im Naturraum D57 entstehen dort, wo Muschelkalk-Magerrasen, Streuobstwiesen und die Auen von Neckar, Tauber, Kocher und Jagst ökologisch aufgewertet werden. greeNature entwickelt und betreut naturraumtreue Kompensationsflächen nach der baden-württembergischen Ökokonto-Verordnung (ÖKVO), von der Konzeption bis zur dauerhaften Pflege, und arbeitet bundesweit.

D57
BfN-Haupteinheit
rund 9.500 km²
Gesamtfläche Naturraum
Baden-Württemberg
Bundesland (Hauptanteil)
Gäuplatten des Muschelkalks
Prägende Landschaft
Landschaft und Ökologie

Der Naturraum D57 im Überblick

Der Naturraum D57, Neckar- und Tauberland, Gäuplatten, ist die flächengrößte naturräumliche Einheit Baden-Württembergs. Er reicht vom Kraichgau und Neckarbecken über die Hohenloher Ebene bis in das Tauberland und das Bauland, kleine Anteile im Nordosten liegen um Rothenburg ob der Tauber in Mittelfranken. Kennzeichnend sind waldarme, fruchtbare Gäulandschaften mit flachkuppigem bis flachwelligem Relief.

Geologisch prägen die Schichten des Muschelkalks den Untergrund, die vielerorts von Lettenkeuper und von kaltzeitlichem Löss überdeckt sind. Aus dem Löss sind tiefgründige, fruchtbare Parabraunerden hervorgegangen, während auf den reliefreicheren Muschelkalkhängen flachgründige Rendzinen vorherrschen. Diese Böden tragen eine der intensivsten Ackerlandschaften Südwestdeutschlands.

Die Landschaft wird von den Tälern des Neckars und seiner Zuflüsse Enz, Rems und Murr sowie von Kocher, Jagst und Tauber gegliedert. An den süd- und südwestexponierten Talflanken hat der Weinbau große Bedeutung, dazwischen liegen Streuobstbestände und wärmeliebende Kalkmagerrasen. Bewaldete Höhenzüge wie der Strom- und Heuchelberg bilden Rückzugsräume in der ansonsten offenen Feldflur.

Weil die intensive Nutzung die Feldflur vielerorts strukturarm gemacht hat, bestehen erhebliche Spielräume für Kompensation. Magerrasen lassen sich durch Beweidung und Entbuschung wiederherstellen, Streuobst und Hecken vernetzen Lebensräume, Gewässerrandstreifen werten die Auen auf. Die baden-württembergische ÖKVO bewertet solche Aufwertungen in Ökopunkten, wobei ein naturraumnaher Ausgleich fachlich vorrangig ist, was die Flächenauswahl im Raum D57 besonders wichtig macht.

Artenreiche Magerwiese mit Margeriten am Waldrand

📍 Enthaltene Landkreise

LudwigsburgHeilbronn (tlw.)Hohenlohekreis (tlw.)Heilbronn (tlw.)Enzkreis (tlw.)Main-Tauber-Kreis (tlw.)Böblingen (tlw.)Rottweil (tlw.)Neckar-Odenwald-Kreis (tlw.)Schwäbisch Hall (tlw.)Karlsruhe (tlw.)Pforzheim (tlw.)Rhein-Neckar-Kreis (tlw.)Schwarzwald-Baar-Kreis (tlw.)Tübingen (tlw.)Waldshut (tlw.)Freudenstadt (tlw.)Rems-Murr-Kreis (tlw.)Calw (tlw.)Stuttgart (tlw.)Karlsruhe (tlw.)Ansbach (tlw.)Tuttlingen (tlw.)Zollernalbkreis (tlw.)Würzburg (tlw.)

🌿 Ökologische Besonderheiten

  • Flächengrößte naturräumliche Einheitengruppe Baden-Württembergs mit weithin offener, waldarmer Gäulandschaft.
  • Fruchtbare Lössböden über Muschelkalk, Grundlage einer der intensivsten Ackerlandschaften Südwestdeutschlands.
  • Wärmeliebende Muschelkalk-Magerrasen an den süd- und südwestexponierten Talhängen.
  • Traditioneller Weinbau an den Steillagen von Neckar, Kocher, Jagst und Tauber.
  • Streuobstwiesen als prägendes Element der Kulturlandschaft und Lebensraum für Höhlenbrüter.
  • Reich gegliederte Flusstäler von Neckar, Enz, Kocher, Jagst und Tauber mit naturnahen Abschnitten.
  • Bewaldete Höhenzüge wie Strom- und Heuchelberg als Rückzugsräume in der offenen Feldflur.

✅ greeNature in der Region

Als Partner für Kompensation in Baden-Württemberg entwickelt greeNature Ökokonto- und Ausgleichsflächen, die zum Charakter der Neckar- und Tauberland, Gäuplatten passen. Wir sichern geeignete Flächen, planen die Aufwertung nach der Ökokonto-Verordnung (ÖKVO), setzen die Maßnahmen um und dokumentieren sie für die Anerkennung durch die unteren Naturschutzbehörden, die das Ökokonto führen. Die Bewertung erfolgt in Ökopunkten. Besteht artenschutzrechtlicher Bedarf nach § 44 BNatSchG, konzipieren wir vorgezogene CEF-Maßnahmen, welche die ökologische Funktion für die betroffenen Arten durchgängig sichern. greeNature arbeitet bundesweit und kennt die Behörden und das Landesrecht der Region.

Kompensation im D57

Typische Maßnahmen im Naturraum D57

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Kalkmagerrasen entwickeln und pflegen

Wiederherstellung und dauerhafte Offenhaltung von Muschelkalk-Magerrasen an den Talhängen durch extensive Beweidung mit Schafen und Ziegen sowie durch Entbuschung. Diese wärmeliebenden Lebensräume zählen zu den artenreichsten des Naturraums.

🍎

Streuobstwiesen anlegen und erhalten

Neuanlage und Nachpflanzung hochstämmiger Streuobstbestände mit extensiver Grünlandnutzung. Streuobst ist ein prägendes Element der Gäulandschaft und wertvoller Lebensraum für Steinkauz, Höhlenbrüter und Fledermäuse.

🌊

Fließgewässer und Auen renaturieren

Rückbau von Uferverbau, Anlage von Gewässerrandstreifen und Auwaldentwicklung an Neckar, Enz, Kocher, Jagst und Tauber. Naturnahe Gewässer und feuchte Senken vernetzen Lebensräume und verbessern den Wasserrückhalt.

🌸

Ackerrandstreifen und Blühflächen

Anlage extensiver Ackerrandstreifen, mehrjähriger Blühflächen und von Feldlerchenfenstern in der ausgeräumten Gäu-Feldflur. Solche Strukturen fördern Feldvögel, Wildbienen und andere Insekten.

🧱

Trockenmauern und Lesesteinriegel

Erhalt und Neuanlage von Trockenmauern, Lesesteinriegeln und besonnten Säumen an Weinbergsrändern und Böschungen. Sie bieten wärmeliebenden Arten wie der Zauneidechse und zahlreichen Insekten wichtige Rückzugsräume.

🦎

Artenschutz mit CEF-Maßnahmen

Vorgezogene CEF-Maßnahmen nach § 44 BNatSchG für Zauneidechse, Feldlerche und Fledermäuse, etwa durch Sandlinsen, Habitatstrukturen und Quartierangebote, damit die ökologische Funktion für die betroffenen Arten durchgängig gewahrt bleibt.

Artenvielfalt D57

Geschützte Arten im Neckar- und Tauberland, Gäuplatten

🐦

Feldlerche

Charakterart der offenen Gäu- und Ackerlandschaft. Sie brütet am Boden und leidet unter dichten, gleichförmigen Feldbeständen. Ackerrandstreifen und Feldlerchenfenster verbessern ihren Bruterfolg.

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🦎

Zauneidechse

Sie besiedelt Weinbergsränder, Trockenmauern, Magerrasen und besonnte Böschungen. Für die wärmeliebende Art sind Steinriegel und strukturreiche Säume als Lebens- und Fortpflanzungsraum entscheidend.

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🪶

Eisvogel

An den naturnahen Abschnitten von Neckar, Kocher, Jagst und Tauber brütet der Eisvogel in Steilufern. Uferabbrüche, saubere Gewässer und ein reiches Kleinfischangebot sichern seinen Lebensraum.

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🦇

Fledermäuse

Alte Streuobstbestände und die Laubwälder der Muschelkalkhänge sind Quartier- und Jagdlebensraum für mehrere Fledermausarten. Quartierangebote und der Erhalt strukturreicher Wälder fördern ihre Bestände.

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🐈

Wildkatze

Die bewaldeten Höhenzüge wie Strom- und Heuchelberg dienen der zurückkehrenden Wildkatze als Rückzugsraum. Waldrandgestaltung, Alt- und Totholz sowie Biotopverbund verbessern ihren Lebensraum.

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🐸

Kammmolch

Der Kammmolch benötigt fischfreie Kleingewässer mit reicher Ufervegetation. Neu angelegte Tümpel im Umfeld von Wäldern und Feldfluren fördern seine Bestände im Naturraum.

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So einfach geht es

Ihr Weg zu Ökopunkten im D57

01

Kontakt und Anfrage

Kompensationsbedarf mitteilen und Naturraum angeben. Wir prüfen die Verfügbarkeit.

02

Angebot und Beratung

Transparentes Angebot mit Maßnahmentypen, Umfang und Verfügbarkeit.

03

Behördenabstimmung

Vollständige Koordination mit der Unteren Naturschutzbehörde. Wir übernehmen alles.

04

Langfristiges Monitoring

Dauerhafte Flächensicherung, Pflege und Dokumentation über die Vertragslaufzeit.

Häufige Fragen

Alles zum Naturraum D57

Der Naturraum D57, Neckar- und Tauberland, Gäuplatten, liegt ganz überwiegend in Baden-Württemberg und erstreckt sich vom Kraichgau und Neckarbecken über die Hohenloher Ebene bis ins Tauberland und Bauland. Kleine Anteile im Nordosten reichen um Rothenburg ob der Tauber nach Bayern (Mittelfranken).
Da der Naturraum überwiegend in Baden-Württemberg liegt, erfolgt die Bewertung nach der Ökokonto-Verordnung (ÖKVO). Vorgezogene Aufwertungsmaßnahmen werden in Ökopunkten erfasst, im landesweiten Kompensationsverzeichnis geführt und können später Eingriffsvorhaben zugeordnet werden. Das Ökokonto wird von den unteren Naturschutzbehörden geführt.
Verbreitet sind die Wiederherstellung und Pflege von Muschelkalk-Magerrasen, die Anlage und der Erhalt von Streuobstwiesen, die Renaturierung von Fließgewässern und Auen an Neckar, Kocher, Jagst und Tauber, Ackerrandstreifen und Blühflächen in der Feldflur sowie Trockenmauern und Artenschutzmaßnahmen für Zauneidechse, Feldlerche und Fledermäuse.
Die Neckar- und Tauberland, Gäuplatten sind eine waldarme Gäulandschaft über Muschelkalk mit fruchtbaren Lössböden. Wertvoll sind die wärmeliebenden Kalkmagerrasen der Talhänge, die Streuobstgürtel, der Weinbau und die reich gegliederten Flusstäler. Diese Vielfalt bietet Spielraum für unterschiedlichste Kompensationsmaßnahmen.
Ein naturraumnaher Ausgleich ist fachlich vorrangig, weil die ökologische Funktion dort wirken soll, wo der Eingriff stattfindet. greeNature achtet deshalb darauf, geeignete Flächen möglichst im Naturraum D57 oder in funktional benachbarten Räumen zu entwickeln, und stimmt die Zuordnung mit der zuständigen Naturschutzbehörde ab.
Bei dauerhaften Eingriffen müssen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen dauerhaft gesichert und gepflegt werden. greeNature übernimmt die langfristige Flächenbetreuung, die Pflegedokumentation und die Berichterstattung gegenüber den Behörden, damit die Anrechnung der Ökopunkte gesichert bleibt.
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