Blütenreiche Hangwiese mit Margeriten unter blauem Himmel
Naturraum Bayern · BayKompV
D56

Ökopunkte im Naturraum D56
Mainfränkische Platten

Ökopunkte im Naturraum D56 entstehen dort, wo Kalkmagerrasen, Streuobstwiesen und strukturreiche Agrarlandschaften der Mainfränkischen Platten ökologisch aufgewertet werden. greeNature entwickelt und betreut naturraumtreue Kompensationsflächen von der Konzeption bis zur dauerhaften Pflege.

D56
BfN-Haupteinheit
rund 5.300 km²
Gesamtfläche Naturraum
Unterfranken
Regierungsbezirk
550 bis 600 mm/Jahr
Jahresniederschlag
Landschaft und Ökologie

Der Naturraum D56 im Überblick

Die Mainfränkischen Platten bilden die größte naturräumliche Haupteinheitengruppe Unterfrankens und zugleich eine der wärmsten und trockensten Landschaften Bayerns. Im Regenschatten von Spessart und Rhön fallen nur etwa 550 bis 600 mm Niederschlag im Jahr, die Jahresmitteltemperatur liegt zwischen 8,5 und 9,5 °C. Kennzeichnend ist eine weithin offene, waldarme Gäulandschaft mit flachwelligem bis hügeligem Relief und nur wenigen tief eingeschnittenen Tälern.

Geologisch prägen Sedimentgesteine des Muschelkalks, überwiegend harte Kalksteine und Dolomite, den Untergrund. In der Osthälfte liegt verbreitet Lettenkeuper auf, in den westlichen Tälern tritt der Buntsandstein zutage. Weite Flächen sind von kaltzeitlichem Löss überdeckt, aus dem fruchtbare Parabraunerden hervorgegangen sind, während auf den reliefreicheren Muschelkalkhängen flachgründige Rendzinen vorherrschen.

Die fruchtbaren Lössböden im Ochsenfurter Gau und in den Gäuplatten im Maindreieck tragen eine der intensivsten Ackerlandschaften Frankens. An den süd- und südwestexponierten Talflanken des Mains und seiner Zuflüsse hat der Weinbau große Bedeutung. Ökologisch besonders wertvoll sind die Muschelkalk-Trockenrasen der Talhänge sowie die alten Eichen-Hainbuchen-Mittelwälder wie der Guttenberger und Irtenberger Wald, die zu den fledermausreichsten Wäldern Unterfrankens gehören.

Durch die intensive Nutzung ist die offene Feldflur vielerorts strukturarm. Das eröffnet Spielräume für Kompensation: Kalkmagerrasen lassen sich durch Beweidung und Entbuschung wiederherstellen, Streuobstbestände und Hecken vernetzen Lebensräume, und Ackerrandstreifen sichern Feldvögel und den Feldhamster. Nach der BayKompV soll der Ausgleich möglichst im betroffenen Naturraum wirksam werden, was die naturraumtreue Flächenauswahl im Raum D56 besonders wichtig macht.

Blütenreiche Hangwiese mit Margeriten unter blauem Himmel

📍 Enthaltene Landkreise

WürzburgSchweinfurtSchweinfurtWürzburgKitzingen (tlw.)Rhön-Grabfeld (tlw.)Main-Spessart (tlw.)Bad Kissingen (tlw.)Haßberge (tlw.)Coburg (tlw.)Hildburghausen (tlw.)Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim (tlw.)Schmalkalden-Meiningen (tlw.)Coburg (tlw.)Main-Tauber-Kreis (tlw.)

🌿 Ökologische Besonderheiten

  • Einer der wärmsten und niederschlagsärmsten Naturräume Bayerns, im Regenschatten von Spessart und Rhön mit nur 550 bis 600 mm Jahresniederschlag.
  • Fruchtbare Lössböden im Ochsenfurter Gau und in den Gäuplatten im Maindreieck, eine der intensivsten Ackerlandschaften Frankens.
  • Landesweit bedeutende Muschelkalk-Trockenrasen an den süd- und südwestexponierten Talflanken.
  • Traditioneller Weinbau an den Steillagen des Mains und seiner Zuflüsse.
  • Alte Eichen-Hainbuchen-Mittelwälder wie der Guttenberger und Irtenberger Wald mit den höchsten Fledermausdichten Unterfrankens.
  • Letzte bedeutende Feldhamster-Vorkommen Bayerns auf den tiefgründigen Lössböden.
  • Weithin offene, waldarme Gäulandschaft mit nur wenigen tief eingeschnittenen Tälern.

✅ greeNature in der Region

Als Partner für Kompensation in Unterfranken entwickelt greeNature Ökokonto- und Ausgleichsflächen, die zum Charakter des Naturraums Mainfränkische Platten passen. Wir sichern geeignete Flächen, planen die Aufwertung nach BayKompV, übernehmen die Umsetzung sowie die dauerhafte Pflege und dokumentieren die Maßnahmen für die Anerkennung durch die Naturschutzbehörden. Weil die BayKompV eine naturräumliche Zuordnung des Ausgleichs vorsieht, achten wir darauf, dass Kompensation möglichst im betroffenen Naturraum wirksam wird, etwa über Kalkmagerrasen, Streuobst oder die Aufwertung von Feldflur und Auen. Besteht artenschutzrechtlicher Bedarf nach § 44 BNatSchG, konzipieren wir auch vorgezogene CEF-Maßnahmen, die die ökologische Funktion für die betroffenen Arten durchgängig sichern.

Kompensation im D56

Typische Maßnahmen im Naturraum D56

🌾

Kalkmagerrasen entwickeln und pflegen

Wiederherstellung und dauerhafte Offenhaltung von Muschelkalk-Trockenrasen an den Talflanken durch extensive Beweidung mit Schafen und Ziegen sowie durch Entbuschung. Diese wärmeliebenden Lebensräume zählen zu den artenreichsten des Naturraums.

🌸

Ackerrandstreifen und Blühflächen

Anlage extensiver Ackerrandstreifen, mehrjähriger Blühflächen und von Feldlerchenfenstern in der ausgeräumten Feldflur. Solche Strukturen fördern Feldvögel, Insekten und die Restvorkommen des Feldhamsters auf den Lössböden.

🍎

Streuobstwiesen anlegen und erhalten

Neuanlage und Nachpflanzung hochstämmiger Streuobstbestände mit extensiver Grünlandnutzung. Streuobstwiesen sind traditionelle Elemente der mainfränkischen Kulturlandschaft und wertvolle Lebensräume für Höhlenbrüter, Insekten und Fledermäuse.

🌳

Eichen-Hainbuchenwälder und Mittelwald fördern

Wiederaufnahme oder Fortführung der Mittelwaldnutzung und Erhalt alter, lichter Eichen-Hainbuchenwälder. Diese Bewirtschaftungsform sichert strukturreiche, besonnte Bestände und die hohen Fledermausdichten der unterfränkischen Wälder.

🌊

Fließgewässer und Auen renaturieren

Rückbau von Uferverbau, Anlage von Gewässerrandstreifen und Auwaldentwicklung an Main-Zuflüssen wie Wern, Lauer und Tauber. Naturnahe Gewässer und feuchte Senken vernetzen Lebensräume und verbessern den Wasserrückhalt.

🧱

Trockenmauern und Lesesteinriegel

Erhalt und Neuanlage von Trockenmauern, Lesesteinriegeln und besonnten Säumen an Weinbergsrändern und Böschungen. Sie bieten wärmeliebenden Arten wie der Zauneidechse und zahlreichen Insekten wichtige Rückzugsräume.

Artenvielfalt D56

Geschützte Arten im Mainfränkische Platten

🐦

Feldlerche

Charakterart der offenen Gäu- und Ackerlandschaft. Sie brütet am Boden und leidet unter dichten, gleichförmigen Feldbeständen. Ackerrandstreifen und Feldlerchenfenster verbessern ihren Bruterfolg.

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🐹

Feldhamster

Der Feldhamster besiedelt die tiefgründigen Lössböden im Ochsenfurter Gau und in den Gäuplatten. Die Mainfränkischen Platten zählen zu den letzten bedeutenden Vorkommen in Bayern.

🦎

Zauneidechse

Sie besiedelt Trockenrasen, Weinbergsränder, Trockenmauern und Böschungen. Für die wärmeliebende Art sind besonnte Säume und Steinriegel als Lebens- und Fortpflanzungsraum entscheidend.

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🦇

Fledermäuse (u.a. Bechsteinfledermaus)

Die alten Eichen-Hainbuchen-Mittelwälder wie der Guttenberger und Irtenberger Wald tragen die höchsten Fledermausdichten Unterfrankens, darunter die Bechsteinfledermaus und das Große Mausohr.

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🪶

Kiebitz

Der Kiebitz brütet in feuchten Senken und Wiesen, etwa im Grabfeld. Wiedervernässte Mulden und extensiv genutztes Grünland sichern seinen Lebensraum in der Agrarlandschaft.

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🐸

Kammmolch

Der Kammmolch benötigt fischfreie Kleingewässer mit reicher Ufervegetation. Neu angelegte Tümpel im Umfeld von Wäldern und Feldfluren fördern seine Bestände.

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So einfach geht es

Ihr Weg zu Ökopunkten im D56

01

Kontakt und Anfrage

Kompensationsbedarf mitteilen und Naturraum angeben. Wir prüfen die Verfügbarkeit.

02

Angebot und Beratung

Transparentes Angebot mit Maßnahmentypen, Umfang und Verfügbarkeit.

03

Behördenabstimmung

Vollständige Koordination mit der Unteren Naturschutzbehörde. Wir übernehmen alles.

04

Langfristiges Monitoring

Dauerhafte Flächensicherung, Pflege und Dokumentation über die Vertragslaufzeit.

Häufige Fragen

Alles zum Naturraum D56

Ökopunkte bilden die ökologische Aufwertung einer Fläche ab. Wird eine Fläche im Naturraum D56 gezielt aufgewertet, etwa ein intensiv genutzter Acker in artenreichen Kalkmagerrasen oder eine Streuobstwiese umgewandelt, entsteht die Differenz zwischen Ausgangs- und Zielzustand als anrechenbares Guthaben. Die Bewertung richtet sich nach der BayKompV.
Die BayKompV sieht vor, dass Ausgleich und Ersatz möglichst im betroffenen Naturraum und in räumlicher Nähe zum Eingriff erfolgen. So bleiben die ökologischen Funktionen dort erhalten, wo sie beeinträchtigt wurden. Für Eingriffe in den Mainfränkischen Platten sind daher Flächen innerhalb des Naturraums D56 vorzuziehen.
Zum Charakter der Mainfränkischen Platten passen die Entwicklung und Pflege von Muschelkalk-Trockenrasen, das Anlegen von Streuobstwiesen, extensive Ackerrandstreifen und Blühflächen, die Förderung von Eichen-Hainbuchen-Mittelwäldern, die Renaturierung von Fließgewässern und Auen sowie Trockenmauern und Lesesteinriegel.
Ein Ökokonto erlaubt es, Aufwertungsmaßnahmen bereits vor einem konkreten Eingriff umzusetzen und die entstandenen Ökopunkte für spätere Vorhaben zu bevorraten. Das schafft Planungssicherheit und ermöglicht es, Flächen naturraumtreu und fachlich sinnvoll auszuwählen, statt unter Zeitdruck kompensieren zu müssen.
Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen kompensieren den Eingriff in Natur und Landschaft nach der Eingriffsregelung. CEF-Maßnahmen dagegen sind vorgezogene Maßnahmen des besonderen Artenschutzes nach § 44 BNatSchG, die die ökologische Funktion für eine betroffene Art durchgängig sichern, damit kein Verbotstatbestand eintritt. Beides kann in einem Vorhaben zusammentreffen.
greeNature sichert geeignete Flächen im Naturraum D56, plant die Aufwertung nach BayKompV, setzt die Maßnahmen um und übernimmt die dauerhafte Pflege sowie das Monitoring. Die Ergebnisse werden für die Anerkennung durch die Naturschutzbehörden dokumentiert. So erhalten Vorhabenträger und Kommunen naturraumtreue Kompensation aus einer Hand.
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