Artenreiche Magerwiese mit Margeriten am Waldrand
Naturraum Thüringen · Thüringer Bilanzierungsmodell
D48

Ökopunkte im Naturraum D48
Thüringisch-Fränkisches Mittelgebirge

Der Naturraum D48, das Thüringisch-Fränkische Mittelgebirge, umfasst den Thüringer Wald, das Thüringer Schiefergebirge, den Frankenwald und das Fichtelgebirge. greeNature entwickelt und betreut hier naturraumtreue Kompensationsflächen nach dem Thüringer Bilanzierungsmodell, von Bergwiesen und Waldumbau bis zur Gewässer- und Moorrenaturierung, und stellt Vorhabenträgern rechtssichere Kompensation aus einer Hand bereit.

D48
BfN-Haupteinheit
982 m
Großer Beerberg (höchster Berg Thüringens)
rund 150 km
Länge des Gebirges (Eisenach bis Sonneberg)
seit 1979
UNESCO-Biosphärenreservat
Landschaft und Ökologie

Der Naturraum D48 im Überblick

Die naturräumliche Haupteinheit D48 Thüringisch-Fränkisches Mittelgebirge fasst den Thüringer Wald, das Thüringer Schiefergebirge, den Frankenwald und das bayerische Fichtelgebirge zu einer Einheit zusammen. Kernstück ist der Thüringer Wald, ein bewaldetes Mittelgebirge, das sich über rund 150 Kilometer von Eisenach im Nordwesten bis in den Raum Sonneberg im Südosten erstreckt. Über den Kamm verläuft der Rennsteig, ein etwa 170 Kilometer langer historischer Höhenweg. Mit dem Großen Beerberg (982 m) und dem Schneekopf (978 m) liegen hier die höchsten Erhebungen Thüringens. Im Südosten geht das Gebirge in das Thüringische Schiefergebirge über.

Geologisch wird der Thüringer Wald von Vulkangesteinen des Rotliegenden (Porphyr und Rhyolith) sowie vom kristallinen Grundgebirge des Ruhlaer Kristallins aufgebaut. Das raue, niederschlagsreiche Mittelgebirgsklima und die sauren, oft flachgründigen Böden prägen die Landschaft. Der Thüringer Wald ist Quellgebiet zahlreicher Flüsse, und der Rennsteig folgt über weite Strecken der Wasserscheide zwischen den Flussgebieten von Weser, Rhein und Elbe.

Landschaftsbild und Lebensräume werden von montanen Fichten- und Buchenwäldern bestimmt, durchsetzt von artenreichen Berg-Mähwiesen, Bergheiden sowie Hoch- und Quellmooren in den Kammlagen. Klare, kühle Gebirgsbäche durchziehen die Täler. Große Teile sind als Naturpark Thüringer Wald und als UNESCO-Biosphärenreservat geschützt, das 1979 als Vessertal gegründet wurde und das erste Biosphärenreservat Deutschlands war.

Aus dieser Ausstattung ergeben sich vielfältige Möglichkeiten für die Kompensation. Die Pflege von Bergwiesen, der Umbau naturferner Fichtenforste zu Bergmischwäldern, die Renaturierung von Bächen und Mooren sowie der Schutz von Wildkatze, Schwarzstorch und Feuersalamander schaffen messbare Aufwertungen. Bewertet werden sie in Thüringen nach dem Thüringer Bilanzierungsmodell, wobei Ausgleich und Ersatz möglichst im betroffenen Naturraum wirksam werden sollen.

Artenreiche Magerwiese mit Margeriten am Waldrand

📍 Enthaltene Landkreise

SuhlWunsiedel im FichtelgebirgeSonneberg (tlw.)Hof (tlw.)Kronach (tlw.)Hof (tlw.)Hildburghausen (tlw.)Tirschenreuth (tlw.)Saalfeld-Rudolstadt (tlw.)Schmalkalden-Meiningen (tlw.)Kulmbach (tlw.)Ilm-Kreis (tlw.)Gotha (tlw.)Bayreuth (tlw.)Wartburgkreis (tlw.)Saale-Orla-Kreis (tlw.)Coburg (tlw.)

🌿 Ökologische Besonderheiten

  • Rennsteig: rund 170 km langer Höhenweg entlang des Gebirgskamms und historischer Grenz- und Kammweg.
  • Großer Beerberg (982 m) und Schneekopf (978 m) als höchste Erhebungen Thüringens.
  • UNESCO-Biosphärenreservat Thüringer Wald, 1979 als Vessertal gegründet und erstes Biosphärenreservat Deutschlands.
  • Naturpark Thüringer Wald mit ausgedehnten montanen Fichten- und Buchenwäldern.
  • Artenreiche Berg-Mähwiesen, Bergheiden sowie Hoch- und Quellmoore in den Kammlagen.
  • Quellgebiet zahlreicher Flüsse; der Rennsteig folgt über weite Strecken der Wasserscheide zwischen Weser, Rhein und Elbe.

✅ greeNature in der Region

greeNature ist als Partner für Naturschutz-Kompensation im Thüringer Wald aktiv und entwickelt Ökokonto- und Ausgleichsflächen gemeinsam mit Waldbesitzern, Landwirten, Forstbetrieben und Kommunen. Wir sichern geeignete Flächen, planen naturraumtypische Maßnahmen nach dem Thüringer Bilanzierungsmodell und übernehmen Umsetzung, dauerhafte Pflege und Monitoring. Weil Ausgleich und Ersatz möglichst im betroffenen Naturraum wirken sollen, achten wir auf eine naturraumtreue Flächenauswahl, etwa über Bergwiesen, Waldumbau sowie Gewässer- und Moorrenaturierung. Besteht artenschutzrechtlicher Bedarf nach § 44 BNatSchG, konzipieren wir vorgezogene CEF-Maßnahmen, die die ökologische Funktion für die betroffenen Arten durchgängig sichern. Die Ergebnisse dokumentieren wir für die Anerkennung durch die zuständigen Naturschutzbehörden.

Kompensation im D48

Typische Maßnahmen im Naturraum D48

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Berg-Mähwiesen und Bergwiesen

Wiederherstellung und extensive Pflege artenreicher Berg-Mähwiesen (FFH-Lebensraumtyp 6520) durch angepasste Mahd ohne Düngung. Diese Offenlandbiotope der mittleren und höheren Lagen zählen zu den wertvollsten und aufwertungsstärksten Flächen des Thüringer Waldes.

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Naturnaher Waldumbau

Umbau strukturarmer Fichtenforste zu standortgerechten Buchen- und Bergmischwäldern mit Tanne und Bergahorn. Nach Sturm- und Borkenkäferschäden entstehen so klimastabile, struktur- und totholzreiche Wälder als Lebensraum für Höhlenbrüter, Fledermäuse und Wildkatze.

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Renaturierung von Mittelgebirgsbächen

Rückbau von Verbau und Querbauwerken, Anlage von Uferstrukturen und Auwaldsäumen an klaren Bergbächen wie Ilm, Schleuse und Hasel. Durchgängige, kühle Fließgewässer sichern Lebensräume für Feuersalamander, Groppe, Bachneunauge und Eisvogel.

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Moorrenaturierung in den Kammlagen

Wiedervernässung von Hoch- und Quellmooren am Rennsteig durch Anstau entwässerter Flächen. Renaturierte Moore binden Kohlenstoff, stabilisieren den Wasserhaushalt und beherbergen spezialisierte Arten der Moor- und Nassstandorte.

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Artenschutz CEF und FCS

Maßgeschneiderte Maßnahmen nach § 44 BNatSchG: Sicherung von Fledermausquartieren in Stollen des historischen Bergbaus, Horstschutz für den Schwarzstorch sowie Entwicklung von Wanderkorridoren und Deckungsstrukturen für die Wildkatze.

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Borstgrasrasen und Bergheiden

Pflege und Entwicklung von Borstgrasrasen, Bergheiden und mageren Weiden durch extensive Beweidung und Entbuschung. In den Tallagen ergänzen Streuobstwiesen und Hecken den Biotopverbund zwischen Offenland und Wald.

Artenvielfalt D48

Geschützte Arten im Thüringisch-Fränkisches Mittelgebirge

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Feuersalamander

Der Feuersalamander ist eine Charakterart der quellklaren Mittelgebirgsbäche des Thüringer Waldes. Seine Larven entwickeln sich in kühlen, sauerstoffreichen Waldbächen. Renaturierte, durchgängige Fließgewässer und naturnahe Bachauen sichern seine Fortpflanzungsgewässer und eignen sich als Kompensationsmaßnahme.

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🐦‍⬛

Schwarzstorch

Der Schwarzstorch brütet störungsempfindlich in ruhigen, alten Wäldern und sucht Nahrung an waldnahen Bächen und Feuchtwiesen. Horstschutzzonen, ungestörte Altholzbestände und renaturierte Gewässer sichern seine Reviere.

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Wildkatze

Der Thüringer Wald zählt zu den bedeutenden Verbreitungsgebieten der Europäischen Wildkatze. Sie ist auf zusammenhängende, störungsarme Laub- und Mischwälder mit Totholz und Deckung angewiesen. Waldbiotopverbund und Wanderkorridore fördern die Art.

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Fledermäuse

Alte Buchenwälder, Stollen des historischen Bergbaus und Gebäudequartiere beherbergen zahlreiche Fledermausarten wie Bechsteinfledermaus, Mopsfledermaus und Großes Mausohr. Quartiersicherung und der Erhalt strukturreicher Jagdhabitate sind typische Artenschutzmaßnahmen.

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Birkhuhn und montane Vögel

In den Kammlagen mit Bergheiden, Mooren und lichten Wäldern kommen anspruchsvolle Arten wie Birkhuhn, Ringdrossel und Raufußkauz vor. Die Offenhaltung von Bergwiesen und die Renaturierung von Mooren verbessern ihre Lebensräume.

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Eisvogel

Der Eisvogel besiedelt die klaren, fischreichen Bäche der Tallagen und benötigt naturnahe Steilufer für die Brut. Gewässerrenaturierungen mit strukturreichen Ufern schaffen geeignete Brut- und Nahrungshabitate.

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So einfach geht es

Ihr Weg zu Ökopunkten im D48

01

Kontakt und Anfrage

Kompensationsbedarf mitteilen und Naturraum angeben. Wir prüfen die Verfügbarkeit.

02

Angebot und Beratung

Transparentes Angebot mit Maßnahmentypen, Umfang und Verfügbarkeit.

03

Behördenabstimmung

Vollständige Koordination mit der Unteren Naturschutzbehörde. Wir übernehmen alles.

04

Langfristiges Monitoring

Dauerhafte Flächensicherung, Pflege und Dokumentation über die Vertragslaufzeit.

Weitere Naturräume

Ökopunkte in benachbarten Naturräumen

Häufige Fragen

Alles zum Naturraum D48

Der Thüringer Wald erstreckt sich über den Wartburgkreis, die Landkreise Gotha, Schmalkalden-Meiningen, den Ilm-Kreis, die Landkreise Hildburghausen, Sonneberg und Saalfeld-Rudolstadt sowie die kreisfreie Stadt Suhl. Die meisten Landkreise reichen nur mit ihrem Gebirgsanteil in den Naturraum hinein und erstrecken sich darüber hinaus in angrenzende Landschaften.
In Thüringen richtet sich die Bewertung von Eingriffen und Kompensationsmaßnahmen nach dem Thüringer Bilanzierungsmodell, auf Grundlage der Eingriffsregelung des Bundesnaturschutzgesetzes (§§ 13 bis 18 BNatSchG) und des Thüringer Naturschutzgesetzes. Anerkannte Kompensationsflächen und Ökokonto-Maßnahmen werden im Kompensationsverzeichnis (EKIS) geführt. Zuständige Fachbehörde ist das Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN).
Zum Charakter des Mittelgebirges passen die Pflege und Wiederherstellung von Berg-Mähwiesen und Bergheiden, der Umbau von Fichtenforsten zu naturnahen Bergmischwäldern, die Renaturierung von Gebirgsbächen und Mooren sowie Artenschutzmaßnahmen für Wildkatze, Schwarzstorch, Fledermäuse und Feuersalamander.
Der Thüringer Wald verbindet ausgedehnte Bergwälder mit Bergwiesen, Mooren und klaren Gebirgsbächen. Große Teile sind als Naturpark und als UNESCO-Biosphärenreservat geschützt. Als Quellgebiet zahlreicher Flüsse und als zusammenhängender Waldkomplex hat er hohe Bedeutung für den Arten- und Biotopverbund, den Wasserhaushalt und den Klimaschutz.
Über ein Ökokonto können Aufwertungsmaßnahmen bereits vor einem konkreten Eingriff umgesetzt und in Flächen- und Maßnahmenpools bevorratet werden. Die erzielte ökologische Aufwertung wird nach dem Thüringer Bilanzierungsmodell bewertet und kann später einem Eingriffsvorhaben als Ausgleich oder Ersatz zugeordnet werden. Das schafft Planungssicherheit und ermöglicht eine naturraumtreue Flächenauswahl.
CEF-Maßnahmen sind vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen, die die ökologische Funktion für streng geschützte Arten nach § 44 BNatSchG sichern, bevor ein Eingriff wirksam wird. Im Thüringer Wald betrifft das etwa Fledermäuse mit Quartieren im historischen Bergbau, den Schwarzstorch mit störungsempfindlichen Horststandorten oder die Wildkatze mit ihren Waldkorridoren.
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