Artenreiche Magerwiese mit Margeriten am Waldrand
Naturraum · Hessen
D46

Ökopunkte im Naturraum D46
Westhessisches Berg- und Beckenland

Ökopunkte und Full-Service-Kompensation im Naturraum D46 Westhessisches Bergland. greeNature entwickelt und betreut Ausgleichsmaßnahmen nach der hessischen Kompensationsverordnung (KV), bundesweit und mit Kenntnis der regionalen Behörden.

rund 4.700 km²
Gesamtfläche
Hessen, Anteile NRW
Bundesländer
Buchen-Mittelgebirge und Ackerbörden
Prägende Landschaft
D46
BfN-Haupteinheit
Landschaft und Ökologie

Der Naturraum D46 im Überblick

Das Westhessische Bergland, auch Westhessisches Berg- und Beckenland genannt, erstreckt sich überwiegend in Hessen und reicht mit kleineren Anteilen nach Nordrhein-Westfalen. Es umfasst rund 4.700 Quadratkilometer und gliedert sich in bewaldete Mittelgebirgszüge wie den Kellerwald, den Burgwald und das Habichtswälder Bergland sowie in fruchtbare Beckenlandschaften wie die Westhessische Senke und das Amöneburger Becken. Geologisch prägen Zechstein und Buntsandstein den Untergrund, stellenweise treten Muschelkalk, Unterer Jura, Tertiär und vulkanische Basalte hinzu. Die höchste Erhebung ist der Wüstegarten im Kellerwald mit gut 675 Metern.

Charakteristisch sind die ausgedehnten, teils urwaldartigen Rotbuchenwälder. Im Nationalpark Kellerwald-Edersee sind sie seit 2011 als UNESCO-Weltnaturerbe anerkannt. Diese naturnahen Laubwälder bieten Lebensraum für Wildkatze, Schwarzstorch, Bechsteinfledermaus und zahlreiche totholzbewohnende Arten. Die Fluss- und Bachtäler von Eder, Schwalm, Fulda und Lahn beherbergen Eisvogel und Groppe, während die offenen Ackerbörden der Beckenlagen Arten der Feldflur wie die Feldlerche prägen.

Für Eingriffe in Natur und Landschaft gilt die naturschutzrechtliche Eingriffsregelung nach den §§ 13 bis 15 BNatSchG. In Hessen wird der Kompensationsbedarf über das Biotopwertverfahren der Kompensationsverordnung (KV) in Ökopunkten ermittelt. Aufwertungen lassen sich vorab auf einem Ökokonto bei der zuständigen Naturschutzbehörde verbuchen und später für konkrete Vorhaben abbuchen. Ausgleich und Ersatz sollen dabei möglichst im selben Naturraum oder im selben und benachbarten Landkreis liegen.

Neben der flächenbezogenen Kompensation ist der besondere Artenschutz nach § 44 BNatSchG zu beachten. Betrifft ein Vorhaben Fortpflanzungs- oder Ruhestätten geschützter Arten, sind vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen (CEF-Maßnahmen) erforderlich, die bereits vor dem Eingriff wirksam sein müssen. In FFH-Gebieten ist zusätzlich der günstige Erhaltungszustand (FCS) der maßgeblichen Arten und Lebensraumtypen zu wahren.

Artenreiche Magerwiese mit Margeriten am Waldrand

📍 Enthaltene Landkreise

KasselGießen (tlw.)Waldeck-Frankenberg (tlw.)Marburg-Biedenkopf (tlw.)Kassel (tlw.)Schwalm-Eder-Kreis (tlw.)Vogelsbergkreis (tlw.)Lahn-Dill-Kreis (tlw.)

🌿 Ökologische Besonderheiten

  • Nationalpark Kellerwald-Edersee mit UNESCO-Weltnaturerbe alter Buchenwälder
  • Naturparke Kellerwald-Edersee und Habichtswald
  • Höchste Erhebung Wüstegarten im Kellerwald mit gut 675 Metern
  • Ausgedehnte, teils urwaldartige Rotbuchenwälder mit hohem Totholzanteil
  • Fruchtbare Ackerbörden in Westhessischer Senke, Kasseler Becken und Amöneburger Becken
  • Flusssysteme von Eder, Schwalm, Fulda und Lahn mit zahlreichen FFH- und Vogelschutzgebieten

✅ greeNature in der Region

greeNature arbeitet bundesweit und ist mit den Behördenstrukturen und dem Landesrecht in Hessen vertraut. Für den Naturraum D46 kennen wir die Anforderungen der Kompensationsverordnung, das Biotopwertverfahren in Ökopunkten und die Praxis der Ökokontoführung bei den unteren Naturschutzbehörden der Landkreise wie Waldeck-Frankenberg, Kassel, Schwalm-Eder und Marburg-Biedenkopf.

Kompensation im D46

Typische Maßnahmen im Naturraum D46

🌳

Naturnaher Waldumbau

Entwicklung standortheimischer Buchen- und Eichenmischwälder, Anreicherung von Alt- und Totholz und Ausweisung von Habitatbäumen zur Aufwertung strukturarmer Forste.

🌊

Fließgewässer und Auen renaturieren

Rückbau von Verbauungen, Anlage von Ufergehölzen und Wiederherstellung der Durchgängigkeit an Eder, Schwalm, Fulda und Lahn zugunsten von Eisvogel und Groppe.

🌼

Streuobstwiesen anlegen und pflegen

Neupflanzung und Sanierung hochstämmiger Obstbestände als artenreicher Lebensraum und traditionelles Landschaftselement der hessischen Bergländer.

🌱

Grünland extensivieren

Umwandlung intensiv genutzter Flächen in artenreiches Magergrünland und Pflege von Kalkmagerrasen und Basaltkuppen durch angepasste Mahd oder Beweidung.

🌾

Hecken und Feldgehölze entwickeln

Gliederung ausgeräumter Ackerbörden mit Hecken, Säumen und Feldgehölzen, unter anderem als Feldlerchenfenster und Blühstreifen im Sinne von CEF-Maßnahmen.

💧

Kleingewässer für Amphibien schaffen

Neuanlage besonnter Laichgewässer und vernetzter Landlebensräume für Amphibien wie den Kammmolch, häufig als vorgezogene Artenschutzmaßnahme.

Artenvielfalt D46

Geschützte Arten im Westhessisches Berg- und Beckenland

🐈‍⬛

Wildkatze

Die Europäische Wildkatze gilt als Charakterart der großen, unzerschnittenen Buchenwälder im Kellerwald und in angrenzenden Waldgebieten. Sie ist auf strukturreiche Wälder mit Totholz und ruhigen Rückzugsräumen angewiesen.

Mehr zur Art ›
🐦‍⬛

Schwarzstorch

Der Schwarzstorch brütet störungsempfindlich in ausgedehnten, alten Laubwäldern und nutzt naturnahe Bäche und Feuchtwiesen als Nahrungshabitat. Er ist eine planungsrelevante Art im Naturraum.

Mehr zur Art ›
🦇

Fledermäuse

Waldarten wie die Bechsteinfledermaus finden in den alt- und totholzreichen Buchenwäldern Quartiere und Jagdhabitate. Quartierbäume und Jagdreviere sind im Rahmen des Artenschutzes nach § 44 BNatSchG zu sichern.

Mehr zur Art ›
🐭

Haselmaus

Die Haselmaus besiedelt strukturreiche Wälder, Waldränder und Hecken mit dichtem Unterwuchs. Sie reagiert empfindlich auf die Zerschneidung von Gehölzverbindungen.

Mehr zur Art ›
🐦

Eisvogel

Der Eisvogel besiedelt naturnahe Fließgewässer mit klarem Wasser und Steilufern, etwa entlang von Eder, Schwalm und Lahn. Renaturierte Gewässerabschnitte fördern seinen Bestand.

Mehr zur Art ›
🌾

Feldlerche

In den offenen Ackerbörden der Beckenlagen ist die Feldlerche ein typischer Brutvogel der Feldflur. Feldlerchenfenster und Blühstreifen sind bewährte Maßnahmen zu ihrer Förderung.

Mehr zur Art ›
So einfach geht es

Ihr Weg zu Ökopunkten im D46

01

Kontakt und Anfrage

Kompensationsbedarf mitteilen und Naturraum angeben. Wir prüfen die Verfügbarkeit.

02

Angebot und Beratung

Transparentes Angebot mit Maßnahmentypen, Umfang und Verfügbarkeit.

03

Behördenabstimmung

Vollständige Koordination mit der Unteren Naturschutzbehörde. Wir übernehmen alles.

04

Langfristiges Monitoring

Dauerhafte Flächensicherung, Pflege und Dokumentation über die Vertragslaufzeit.

Häufige Fragen

Alles zum Naturraum D46

Das Westhessische Bergland liegt ganz überwiegend in Hessen. Kleinere Randbereiche im Nordwesten reichen nach Nordrhein-Westfalen. Maßgeblich für die Kompensation ist damit in aller Regel das hessische Landesrecht.
In Hessen richtet sich die Kompensation nach der Kompensationsverordnung (KV). Der Eingriffs- und Ausgleichsbedarf wird über ein Biotopwertverfahren in Ökopunkten ermittelt, das jedem Biotoptyp einen Punktwert zuordnet.
Ökopunkte sind die Biotopwertpunkte der hessischen KV. Die Differenz zwischen dem Zustand vor und nach einer Aufwertungsmaßnahme kann auf einem Ökokonto bei der Naturschutzbehörde verbucht und später für konkrete Eingriffe abgebucht werden.
Ausgleich und Ersatz sollen einen räumlichen und funktionalen Bezug zum Eingriff haben. In Hessen sollen Eingriff und Kompensation möglichst im selben Naturraum oder im selben und benachbarten Landkreis liegen.
CEF-Maßnahmen sind vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen im Artenschutz nach § 44 BNatSchG. Sie müssen bereits wirksam sein, bevor der Eingriff eine Fortpflanzungs- oder Ruhestätte beeinträchtigt, damit deren ökologische Funktion durchgängig erhalten bleibt.
In den Wäldern sind Wildkatze, Schwarzstorch und Waldfledermäuse maßgeblich, an den Gewässern der Eisvogel und in den Ackerbörden Arten wie die Feldlerche. Die konkrete Betroffenheit klärt eine artenschutzrechtliche Prüfung vor Ort.
Jetzt anfragen

Ökopunkte im Naturraum D46 anfragen

Wir erstellen Ihnen zeitnah ein transparentes Angebot mit passenden Ökopunkten auf Vorrat im Westhessisches Berg- und Beckenland.