
Ökopunkte im Naturraum D43
Moseltal
Ökopunkte und Kompensation im Naturraum D43 Moseltal, dem tief eingeschnittenen Schiefertal zwischen Trier und Koblenz. greeNature begleitet Eingriff und Ausgleich nach der Landeskompensationsverordnung (LKompVO) in Rheinland-Pfalz, bundesweit tätig und mit den zuständigen Behörden vertraut.
Der Naturraum D43 im Überblick
Der Naturraum D43, Moseltal, zieht sich als tief eingeschnittenes Kerbtal vom Zusammenfluss mit der Saar bei Trier bis zum Eintritt in das Mittelrheinische Becken bei Koblenz. Auf rund 397 km² trennt das 150 bis 300 Meter tief eingeschnittene Tal den Hunsrück im Süden von der Eifel im Norden. Zahlreiche Mäanderschlingen mit ihrem Wechsel aus Prall- und Gleithängen geben dem Talverlauf sein charakteristisches Gepräge.
Der Untergrund besteht aus Tonschiefer und Grauwacke. Das meist symmetrisch aufgebaute Talprofil reicht von der schmalen, mit nährstoffreichem Auenlehm bedeckten Aue über eine sandig-kiesige Terrasse bis zu den steil aufragenden Talflanken mit flachgründigen Rohböden. Die Sonnhänge tragen, soweit nicht mit Reben bestockt, wärmeliebende Eichen-Hainbuchen- und Eichen-Elsbeerwälder sowie offene Felsfluren und Trockenrasen an trocken-heißen Standorten.
Prägend ist der Steillagen-Weinbau, dessen Anteil von Südwesten nach Nordosten zur Rheinmündung hin zunimmt. Aufgegebene Weinbergsterrassen, historische Trockenmauern und xerotherme Trockenbiotope bilden ein bundesweit bedeutsames Mosaik. Im nordöstlichen Abschnitt liegen zahlreiche FFH-Gebiete mosaikartig verteilt und schützen Trocken- und Halbtrockenrasen, Felsfluren sowie trockenwarme Hangwälder.
Für Eingriff und Ausgleich gilt in Rheinland-Pfalz die Landeskompensationsverordnung (LKompVO) auf Grundlage der §§ 13 bis 15 BNatSchG. Anerkannte Ökokonto-Flächen werden im landesweiten Kompensationsverzeichnis (KSP) geführt und können als vorgezogene Maßnahmen angerechnet werden. Der besondere Artenschutz nach § 44 BNatSchG erfordert im Moseltal häufig vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen (CEF) sowie Maßnahmen zur Wahrung des günstigen Erhaltungszustands (FCS).

📍 Enthaltene Landkreise
🌿 Ökologische Besonderheiten
- Weinbausteillagen als europaweit bedeutende Kulturlandschaft am Schieferhang
- Bundesweit bedeutsame xerotherme Trockenbiotope, Felsfluren und Trockenrasen
- Mosel-Apollofalter, eine an die Schieferhänge angepasste Falterpopulation
- Uhu und Zippammer als seltene Felsbrüter der steilen Talflanken
- Historische Trockenmauern als wertvoller Sekundärlebensraum für Reptilien und Insekten
- Wärmeliebende Eichen-Elsbeer- und Eichen-Hainbuchenwälder an den Sonnhängen
- FFH-Gebiete im nordöstlichen Moseltal mit Trocken- und Halbtrockenrasen
✅ greeNature in der Region
greeNature arbeitet bundesweit und ist mit dem Kompensationsrecht in Rheinland-Pfalz vertraut. Wir kennen die Anforderungen der Landeskompensationsverordnung, die Praxis der unteren Naturschutzbehörden und die Führung von Ökokonten im Kompensationsverzeichnis (KSP). Für Vorhaben im Moseltal sind wir Ihr direkter Ansprechpartner von der Maßnahmenplanung bis zur behördlichen Anerkennung.
Typische Maßnahmen im Naturraum D43
Steillagen offenhalten
Entbuschung und Pflege aufgegebener Weinbergsterrassen, um Felsheiden, Trockenrasen und die typische Kulturlandschaft der Sonnhänge dauerhaft zu erhalten.
Trockenmauern sanieren
Instandsetzung und Neuaufbau historischer Lesesteinmauern als Sekundärlebensraum für wärmeliebende Reptilien, Wildbienen und Falter.
Streuobst und Extensivgrünland
Anlage und Pflege von Streuobstwiesen und artenreichem Extensivgrünland in den Seitentälern und auf den Hochflächen über dem Moseltal.
Gewässerrenaturierung
Renaturierung der Mosel-Nebenbäche mit Ufergehölzen, Sohlanhebung und Herstellung der Durchgängigkeit als Lebensraum für Eisvogel und Amphibien.
Artenschutz CEF und FCS
Maßgeschneiderte Maßnahmen für Mauereidechse, Fledermausquartiere in ehemaligen Schieferstollen und Felsbrüter, abgestimmt nach § 44 BNatSchG.
Standortgerechte Hangwälder
Erhalt und Entwicklung wärmeliebender Eichen-Elsbeer- und Schluchtwälder sowie standortgerechte Waldentwicklung an den steilen Talflanken.
Geschützte Arten im Moseltal
Mauereidechse und Zauneidechse
Die sonnenexponierten Weinbergsmauern und Felsfluren des Moseltals zählen zu den wichtigsten Reptilienlebensräumen Deutschlands. Typische Maßnahmen sind Trockenmauern, Lesesteinriegel und Sandlinsen als besonnte Rückzugsräume.
Mehr zur Art ›Apollofalter und Wärme liebende Falter
An den Schieferhängen der Mosel lebt eine an die Steillagen angepasste Population des Apollofalters. Magerrasen, Felsheiden und blütenreiche Säume sichern die Raupen- und Nektarpflanzen dieser hochspezialisierten Insektenwelt.
Uhu und Zippammer
Steile Schieferwände und aufgelassene Steinbrüche bieten Brutplätze für Uhu und Wanderfalke, während die Zippammer die trockenwarmen, offenen Hänge besiedelt. Offenhaltung und Ruhezonen sind hier zentrale Schutzansätze.
Fledermäuse
Ehemalige Schieferstollen und Bergwerke im Moseltal dienen als Winterquartier für Mausohr, Bechsteinfledermaus und weitere Arten. Quartiersicherung und Jagdgebietsentwicklung sind bewährte Kompensationsbausteine.
Mehr zur Art ›Eisvogel und Gewässerarten
Der Eisvogel nutzt naturnahe Uferabschnitte der Mosel und ihrer Zuflüsse. Steilwände, Ufergehölze und renaturierte Bachläufe schaffen Brut- und Nahrungshabitate entlang der Gewässer.
Mehr zur Art ›Amphibien der Schieferregion
Geburtshelferkröte und Gelbbauchunke besiedeln quellige Hänge, Steinbrüche und Kleingewässer im Talraum. Anlage von Tümpeln und besonnten Laichgewässern fördert diese anspruchsvollen Arten.
Mehr zur Art ›Ihr Weg zu Ökopunkten im D43
Kontakt und Anfrage
Kompensationsbedarf mitteilen und Naturraum angeben. Wir prüfen die Verfügbarkeit.
Angebot und Beratung
Transparentes Angebot mit Maßnahmentypen, Umfang und Verfügbarkeit.
Behördenabstimmung
Vollständige Koordination mit der Unteren Naturschutzbehörde. Wir übernehmen alles.
Langfristiges Monitoring
Dauerhafte Flächensicherung, Pflege und Dokumentation über die Vertragslaufzeit.
Ökopunkte in benachbarten Naturräumen
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