
Ökopunkte im Naturraum D42
Hunsrück
Kompensation und Ökopunkte im Naturraum D42 Hunsrück, bewertet nach der Landeskompensationsverordnung (LKompVO) von Rheinland-Pfalz. greeNature entwickelt und betreut naturraumtreue Ausgleichsflächen, von der Flächensicherung bis zur dauerhaften Pflege, bundesweit tätig und mit Kenntnis der zuständigen Behörden vor Ort.
Der Naturraum D42 im Überblick
Der Naturraum D42, der Hunsrück, bildet ein ausgedehntes, überwiegend bewaldetes Mittelgebirge im Südwesten Deutschlands. Er erstreckt sich in Südwest-Nordost-Richtung über rund 100 km zwischen Mosel, Nahe, Rhein und Saar und umfasst eine Fläche von etwa 2.700 km². Der weitaus größte Teil liegt in Rheinland-Pfalz, ein kleinerer im Saarland. Kennzeichnend sind langgestreckte, kuppige Höhenrücken wie Idarwald, Soonwald, Osburger und Schwarzwälder Hochwald, zwischen denen die etwas tiefer liegende Hunsrückhochfläche mit ihren Rodungsinseln vermittelt. Mit dem Erbeskopf (816 m) liegt hier die höchste Erhebung von Rheinland-Pfalz.
Geologisch ist der Hunsrück fast vollständig vom Devon geprägt. Den Untergrund bilden Tonschiefer (Hunsrückschiefer), Grauwacken und die widerstandsfähigen Taunusquarzite, die als harte Rücken die Höhenzüge aufbauen. Aus diesen Gesteinen sind überwiegend flachgründige, saure und nährstoffarme Böden hervorgegangen. In den kühl-feuchten Kammlagen haben sich als Besonderheit die Hangbrücher gebildet, kleinflächige saure Hangmoore, die zu den seltensten Lebensräumen der Region zählen.
Große Teile des Hunsrücks sind bewaldet, vielfach mit Fichtenforsten, die im vergangenen Jahrhundert aufgeforstet wurden, daneben mit ausgedehnten Buchen- und Eichenwäldern. Im Zentrum liegt der 2015 von Rheinland-Pfalz und dem Saarland gemeinsam gegründete Nationalpark Hunsrück-Hochwald, der eine der größten Wildkatzenpopulationen Europas beherbergt und Lebensraum für Schwarzstorch, Schwarzspecht und zahlreiche Fledermausarten bietet. Kühle Mittelgebirgsbäche, Bergmähwiesen, Borstgrasrasen und die Hangbrücher ergänzen das Mosaik wertvoller Lebensräume. Viele Flächen sind als FFH- und Vogelschutzgebiete Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000.
Für Eingriffe in Natur und Landschaft gilt in Rheinland-Pfalz die Eingriffsregelung nach den §§ 13 bis 15 BNatSchG in Verbindung mit der Landeskompensationsverordnung (LKompVO). Der Kompensationsbedarf wird über ein Biotopwertverfahren mit Biotopwertpunkten ermittelt, das der landesweite Praxisleitfaden näher regelt. Aufwertungen lassen sich vorab über ein Ökokonto bevorraten und im Kompensationsverzeichnis führen. Der Naturraumbezug ist dabei wichtig, weil Ausgleich und Ersatz möglichst dort wirken sollen, wo der Eingriff die Landschaft beeinträchtigt.

📍 Enthaltene Landkreise
🌿 Ökologische Besonderheiten
- Nationalpark Hunsrück-Hochwald, gemeinsam von Rheinland-Pfalz und dem Saarland getragen, mit einer der größten Wildkatzenpopulationen Europas.
- Hangbrücher, kleinflächige saure Hangmoore, die rund ein Fünftel der Nationalparkfläche einnehmen und in dieser Form in kaum einem anderen Waldgebiet vorkommen.
- Erbeskopf (816 m), höchste Erhebung von Rheinland-Pfalz, mit den bewaldeten Höhenzügen Idarwald, Soonwald sowie Osburger und Schwarzwälder Hochwald.
- Devonische Grundgebirgsgesteine (Hunsrückschiefer, Taunusquarzit, Grauwacke), aus denen flachgründige, saure und nährstoffarme Böden hervorgegangen sind.
- Ausgedehnte, ehemals als Fichtenforst aufgeforstete Waldflächen mit hohem Potenzial für naturnahen Waldumbau.
- Naturnahe, kühle Mittelgebirgsbäche wie Ruwer und Dhron mit Vorkommen von Groppe, Bachneunauge und Eisvogel.
- Arten der offenen Hochflächen wie Feldlerche und Rotmilan neben störungsempfindlichen Waldarten wie Schwarzstorch und Schwarzspecht.
✅ greeNature in der Region
greeNature arbeitet bundesweit und entwickelt im Naturraum D42 Hunsrück Ökokonto- und Ausgleichsflächen, die zum Charakter der Landschaft passen. Wir sichern geeignete Flächen, planen die Aufwertung nach der Landeskompensationsverordnung von Rheinland-Pfalz und stimmen die Maßnahmen mit den unteren Naturschutzbehörden sowie mit Grundeigentümern, Forstbetrieben und Kommunen ab. Auch die Anforderungen des Landesrechts im saarländischen Teil des Naturraums sind uns vertraut. Von der Konzeption über die Umsetzung bis zur dauerhaften Pflege, zum Monitoring und zur Dokumentation für die Anerkennung erhalten Vorhabenträger die Kompensation aus einer Hand. Besteht artenschutzrechtlicher Bedarf nach § 44 BNatSchG, konzipieren wir vorgezogene CEF-Maßnahmen, die die ökologische Funktion für die betroffenen Arten durchgängig sichern.
Typische Maßnahmen im Naturraum D42
Naturnaher Waldumbau
Umbau standortferner Fichtenforste in standortheimische Buchen- und Traubeneichenwälder sowie Erhalt von Alt- und Totholz. Das stärkt strukturreiche, klimaresiliente Wälder und schafft Lebensraum für Höhlenbrüter, Fledermäuse und Wildkatze.
Hangmoore wiedervernässen
Verschluss von Entwässerungsgräben und Wiedervernässung der Hangbrücher. Diese seltenen Moorlebensräume speichern Kohlenstoff, halten Wasser in der Landschaft zurück und beherbergen hochspezialisierte Pflanzen- und Insektenarten.
Mittelgebirgsbäche renaturieren
Rückbau von Uferverbau und Querbauwerken, Entwicklung von Auwaldsäumen und Gewässerrandstreifen an Ruwer, Dhron und ihren Zuflüssen. Naturnahe, kühle Bäche fördern Groppe, Bachneunauge und Eisvogel.
Bergwiesen und Borstgrasrasen pflegen
Erhalt und Wiederherstellung artenreicher Bergmähwiesen, Borstgrasrasen und Arnikawiesen durch angepasste Mahd und extensive Beweidung. Die nährstoffarmen Offenlandbiotope zählen zu den wertvollsten der Hochlagen.
Hecken, Säume und Streuobst
Anlage und Pflege von Hecken, Feldgehölzen, Waldrändern und hochstämmigen Streuobstbeständen auf den Rodungsinseln der Hunsrückhochfläche. Solche Strukturen vernetzen Lebensräume und fördern Feldvögel und Insekten.
Artenschutz CEF/FCS
Anlage besonnter Kleingewässer für die Gelbbauchunke, Sicherung von Fledermausquartieren und Entwicklung von Waldrand- und Korridorstrukturen für die Wildkatze, abgestimmt auf die Anforderungen des § 44 BNatSchG.
Geschützte Arten im Hunsrück
Wildkatze
Der Nationalpark Hunsrück-Hochwald beherbergt eine der größten Wildkatzenpopulationen Europas. Die scheue Art benötigt ausgedehnte, störungsarme Laubwälder mit Totholz und strukturreichen Rändern. Waldumbau und Biotopverbund sichern ihre Lebensräume und Wanderkorridore.
Mehr zur Art ›Schwarzstorch
Der Schwarzstorch brütet störungsempfindlich in ruhigen, bachdurchzogenen Waldgebieten des Hunsrücks. Er ist auf großflächige, ungestörte Reviere und naturnahe Fließgewässer als Nahrungshabitat angewiesen.
Mehr zur Art ›Fledermäuse
Im Hunsrück und seinem Nationalpark sind zahlreiche Fledermausarten nachgewiesen, darunter Bechsteinfledermaus und Großes Mausohr. Alte Laubwälder, Höhlen und Stollen dienen als Quartier, alt- und totholzreiche Bestände als Jagdgebiet.
Mehr zur Art ›Gelbbauchunke
Die Gelbbauchunke besiedelt besonnte, vegetationsarme Kleingewässer, wassergefüllte Fahrspuren und Steinbrüche. Als streng geschützte Art nach § 44 BNatSchG profitiert sie von der gezielten Anlage neuer Laichgewässer über CEF-Maßnahmen.
Mehr zur Art ›Haselmaus
Die Haselmaus lebt in gebüschreichen Waldrändern, Hecken und Niederwäldern mit reichem Angebot an Früchten, Knospen und Beeren. Strukturreiche Übergänge zwischen Wald und Offenland sind für sie entscheidend.
Mehr zur Art ›Feldlerche
Auf den offenen Rodungsinseln der Hunsrückhochfläche brütet die Feldlerche am Boden. Sie leidet unter dichten, gleichförmigen Feldbeständen; Lerchenfenster, Blühstreifen und extensive Ackerrandstreifen verbessern ihren Bruterfolg.
Mehr zur Art ›Ihr Weg zu Ökopunkten im D42
Kontakt und Anfrage
Kompensationsbedarf mitteilen und Naturraum angeben. Wir prüfen die Verfügbarkeit.
Angebot und Beratung
Transparentes Angebot mit Maßnahmentypen, Umfang und Verfügbarkeit.
Behördenabstimmung
Vollständige Koordination mit der Unteren Naturschutzbehörde. Wir übernehmen alles.
Langfristiges Monitoring
Dauerhafte Flächensicherung, Pflege und Dokumentation über die Vertragslaufzeit.
Ökopunkte in benachbarten Naturräumen
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