Ackerblühfläche mit Mohn und Kornblumen unter aufziehenden Gewitterwolken
Naturraum · Niedersachsen und Sachsen-Anhalt
D33

Ökopunkte im Naturraum D33
Nördliches Harzvorland

Ökopunkte und Ausgleichsflächen im Naturraum D33 Nördliches Harzvorland zwischen Braunschweiger Land, Elm und Halberstädter Börde. Der Naturraum liegt in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, bilanziert wird nach dem jeweiligen Landesrecht.

D33
BfN-Haupteinheit
Niedersachsen und Sachsen-Anhalt
Bundesländer
Löss, Muschelkalk und Höhenzüge
Prägende Landschaft
Elm, Asse, Oderwald und Huy
Prägende Höhenzüge
Landschaft und Ökologie

Der Naturraum D33 im Überblick

Das Nördliche Harzvorland ist die naturräumliche Haupteinheit D33 des Bundesamtes für Naturschutz. Es zieht sich als Übergangslandschaft zwischen dem Harz im Süden und dem norddeutschen Tiefland im Norden, vom Braunschweiger Land über Wolfenbüttel und Helmstedt bis in die Halberstädter Börde in Sachsen-Anhalt.

Charakteristisch ist der Wechsel aus fruchtbaren Lössbörden und schmalen, bewaldeten Höhenzügen. Elm, Asse, Oderwald, Lappwald, Huy und Fallstein heben sich als Muschelkalk- und Buntsandsteinrücken aus der Ackerlandschaft heraus. Der Elm trägt einen der größten zusammenhängenden Kalkbuchenwälder Norddeutschlands.

Ökologisch bedeutsam sind die Kalkbuchenwälder mit ihrer artenreichen Krautschicht, die Halbtrockenrasen an den Hangkanten mit Orchideenvorkommen sowie das Große Bruch, eine ausgedehnte Niedermoorsenke an der Landesgrenze. Die Höhenzüge dienen als Rückzugsräume in einer ansonsten intensiv ackerbaulich genutzten Landschaft.

Für die Kompensation ergibt sich eine besondere Ausgangslage: Auf den hochwertigen Lössböden ist Fläche knapp und teuer, das Aufwertungspotenzial liegt vor allem an den Hangkanten, in den Bachniederungen und an den Waldrändern der Höhenzüge. greeNature sichert genau diese Lagen und stimmt die Maßnahmen mit den zuständigen Behörden in beiden Bundesländern ab.

Ackerblühfläche mit Mohn und Kornblumen unter aufziehenden Gewitterwolken

📍 Enthaltene Landkreise

Wolfenbüttel (tlw.)Salzgitter (tlw.)Braunschweig (tlw.)Helmstedt (tlw.)Goslar (tlw.)Peine (tlw.)Harz (tlw.)Börde (tlw.)

🌿 Ökologische Besonderheiten

  • Kalkbuchenwälder im Elm, einer der größten zusammenhängenden Bestände Norddeutschlands
  • Halbtrockenrasen an den Muschelkalk-Hangkanten mit Orchideenvorkommen
  • Großes Bruch als ausgedehnte Niedermoorsenke an der Landesgrenze
  • Höhenzüge Elm, Asse, Oderwald, Lappwald, Huy und Fallstein als Waldinseln in der Ackerlandschaft
  • Streuobstbestände und Hecken an den Übergängen zwischen Börde und Höhenzug
  • Bachniederungen von Oker, Ilse und Bode als Biotopverbundachsen Richtung Harz

✅ greeNature in der Region

Wir arbeiten auf beiden Seiten der Landesgrenze und kennen sowohl das niedersächsische Biotopwertverfahren als auch die Ökokonto-Verordnung Sachsen-Anhalts. Für Vorhaben im Nördlichen Harzvorland sichern wir Flächen an den Hangkanten, in den Bachniederungen und an den Waldrändern der Höhenzüge und führen Herstellung, Pflege und Erfolgskontrolle durch.

Kompensation im D33

Typische Maßnahmen im Naturraum D33

🌳

Waldumbau und Altholzsicherung

Überführung strukturarmer Bestände in naturnahe Buchen- und Eichenmischwälder, dazu Ausweisung von Habitatbäumen und Totholzanreicherung. Die Maßnahmen wirken unmittelbar auf Fledermäuse, Spechte und holzbewohnende Käfer.

🌸

Halbtrockenrasen entwickeln und pflegen

Entbuschung, Schafbeweidung und abschnittsweise Mahd an den Muschelkalk-Hangkanten. Die besonnten Magerstandorte gehören zu den artenreichsten Lebensräumen des Naturraums und beherbergen Orchideen und wärmeliebende Insekten.

🍎

Streuobstwiesen anlegen

Neuanlage und Reaktivierung hochstämmiger Streuobstbestände an den Ortsrändern und Hangfüßen. Alte Obstbäume liefern Höhlen für Steinkauz, Wendehals und Fledermäuse und verbinden Siedlung und Offenland.

🌾

Ackerrandstreifen und Blühflächen

Anlage extensiver Säume, Blühstreifen und Lerchenfenster in der ausgeräumten Lössbörde. Als vorgezogene CEF-Maßnahmen sichern sie Brut- und Nahrungshabitate für Feldlerche, Rebhuhn und Feldhamster.

💧

Bachrenaturierung und Niedermoor

Rücknahme des Gewässerausbaus an Oker, Ilse und Bode, Anlage von Uferrandstreifen und Wiedervernässung von Niedermoorflächen im Großen Bruch. Das verbessert Wasserrückhalt und Biotopverbund zugleich.

🌳

Hecken und Waldrandgestaltung

Stufiger Aufbau von Waldrändern und Anlage von Hecken zwischen den Höhenzügen. Sie vernetzen die isolierten Waldinseln und schaffen Wanderkorridore für Wildkatze und Haselmaus.

Artenvielfalt D33

Geschützte Arten im Nördliches Harzvorland

🐈

Wildkatze in Elm und Lappwald

Die zusammenhängenden Laubwälder der Höhenzüge gehören zum Verbreitungsgebiet der Europäischen Wildkatze. Die streng geschützte Art nach Anhang IV FFH-Richtlinie braucht störungsarme Altholzbestände, Wurzelteller und Reisighaufen als Wurfplätze sowie durchgängige Waldkorridore.

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🐿️

Haselmaus an Waldrändern

Strukturreiche Waldränder und Hecken mit fruchttragenden Sträuchern sind Haselmaushabitate. Bei Eingriffen in Gehölzbestände sind vorgezogene Habitataufwertung, Vernetzung und Niströhren die üblichen CEF-Maßnahmen.

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🦇

Fledermäuse im Kalkbuchenwald

Alte Buchenbestände mit Spechthöhlen und Spaltenquartieren bieten Wochenstuben für Bechsteinfledermaus und Mopsfledermaus. Der Verlust von Quartierbäumen verlangt Ersatzquartiere und die dauerhafte Sicherung von Habitatbäumen.

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🌾

Feldlerche in der Lössbörde

Die großflächigen Ackerschläge des Harzvorlandes sind Feldlerchenlebensraum, allerdings mit anhaltendem Bestandsrückgang. Lerchenfenster, Blüh- und Brachestreifen sind die typischen vorgezogenen Maßnahmen bei Eingriffen.

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So einfach geht es

Ihr Weg zu Ökopunkten im D33

01

Kontakt und Anfrage

Kompensationsbedarf mitteilen und Naturraum angeben. Wir prüfen die Verfügbarkeit.

02

Angebot und Beratung

Transparentes Angebot mit Maßnahmentypen, Umfang und Verfügbarkeit.

03

Behördenabstimmung

Vollständige Koordination mit der Unteren Naturschutzbehörde. Wir übernehmen alles.

04

Langfristiges Monitoring

Dauerhafte Flächensicherung, Pflege und Dokumentation über die Vertragslaufzeit.

Weitere Naturräume

Ökopunkte in benachbarten Naturräumen

Häufige Fragen

Alles zum Naturraum D33

Das Nördliche Harzvorland ist die naturräumliche Haupteinheit D33 nach der Gliederung des Bundesamtes für Naturschutz. Es liegt als Übergangslandschaft zwischen dem Harz und dem norddeutschen Tiefland und reicht vom Braunschweiger Land über Wolfenbüttel, Salzgitter und Helmstedt bis in die Halberstädter Börde in Sachsen-Anhalt. Geprägt wird es vom Wechsel aus fruchtbaren Lössbörden und den bewaldeten Höhenzügen Elm, Asse, Oderwald, Lappwald, Huy und Fallstein.
Das hängt davon ab, in welchem Bundesland der Eingriff liegt, denn Kompensationsrecht ist in wesentlichen Teilen Landesrecht. Im niedersächsischen Teil wird nach dem Niedersächsischen Ausführungsgesetz zum Bundesnaturschutzgesetz und dem Biotopwertverfahren bilanziert, im sachsen-anhaltischen Teil nach dem dortigen Bewertungsmodell und der Ökokonto-Verordnung. Bei Vorhaben in Bundeszuständigkeit kann die BKompV greifen. Die zuständige untere Naturschutzbehörde legt das Verfahren im Einzelfall fest.
Die Lössböden des Harzvorlandes zählen zu den ertragreichsten Ackerstandorten Deutschlands. Entsprechend hoch ist der Nutzungsdruck, und entsprechend selten werden Flächen für Kompensationszwecke frei. Das Aufwertungspotenzial liegt deshalb vor allem an den Rändern: an Hangkanten, in Bachniederungen, an Waldrändern und auf schwer zu bewirtschaftenden Restparzellen. Wer früh plant, sichert sich hier die besseren Optionen.
Fachlich naheliegend sind die Entwicklung und Pflege von Halbtrockenrasen an den Muschelkalk-Hangkanten, der Umbau strukturarmer Waldbestände in naturnahe Buchen- und Eichenmischwälder mit Altholzsicherung, die Anlage von Streuobstwiesen und Hecken sowie Blüh- und Ackerrandstreifen in der Börde. In den Niederungen kommen Bachrenaturierung und die Wiedervernässung von Niedermoorflächen hinzu. Welche Maßnahme passt, richtet sich nach dem beeinträchtigten Biotoptyp und den betroffenen Arten.
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