Artenreiches Extensivgrünland nach der ökologischen Aufwertung
Naturraum · Niedersachsen
D27

Ökopunkte im Naturraum D27
Stader Geest

Die Stader Geest (BfN-Haupteinheit D27) liegt im niedersächsischen Elbe-Weser-Dreieck. Für Kompensation und Ökopunkte nach der Eingriffsregelung des NAGBNatSchG begleitet greeNature Vorhabenträger bundesweit von der Maßnahmenkonzeption bis zur Eintragung ins Kompensationsverzeichnis.

D27
BfN-Haupteinheit
Niedersachsen
Bundesland
Geest, Moore, Flussniederungen
Prägende Landschaft
10 bis 50 m ü. NN
Höhenlage
Landschaft und Ökologie

Der Naturraum D27 im Überblick

Die Stader Geest erstreckt sich über weite Teile des Elbe-Weser-Dreiecks zwischen Hamburg, Bremen und Cuxhaven und gehört nahezu vollständig zum Land Niedersachsen. Als flachwellige Geestlandschaft liegt sie überwiegend zwischen 10 und 50 Metern über dem Meeresspiegel. Sie gliedert sich in die Grundmoränenplatten der Wesermünde-Geest, der Zevener Geest und der Achim-Verdener Geest, die durch die Niederungen von Hamme, Oste und Wümme voneinander getrennt werden.

Geprägt wurde der Naturraum durch die Ablagerungen der eiszeitlichen Vergletscherung. Sandige, nährstoffarme Böden auf den Geestrücken wechseln mit moorreichen Flussniederungen ab. Charakteristisch sind ausgedehnte Hochmoore wie das Hohe Moor sowie die vermoorten Talungen von Oste und Wümme, die den Wasserhaushalt und die Lebensraumausstattung der Region bis heute bestimmen.

Ökologisch ist die Stader Geest ein Mosaik aus Hoch- und Übergangsmooren, Feucht- und Sandheiden, Bruchwäldern und extensiv genutztem Grünland. Die naturnahen Fließgewässer, allen voran die Wümme mit ihren Nebengewässern, beherbergen gefährdete Fisch- und Rundmaularten sowie den Fischotter. Weite Bereiche haben landesweite Bedeutung als Brutgebiet für Wiesen- und Großvögel wie Großen Brachvogel, Kranich, Rotmilan und Schwarzstorch. Zahlreiche Flächen sind als FFH-Gebiete, EU-Vogelschutzgebiete und Naturschutzgebiete gesichert.

Für Eingriffe in Natur und Landschaft gilt in Niedersachsen die naturschutzrechtliche Eingriffsregelung nach den §§ 13 bis 15 BNatSchG in Verbindung mit dem NAGBNatSchG. Umfang und Wert von Eingriff und Kompensation werden über das niedersächsische Biotopwertverfahren ermittelt und in Ökopunkten ausgedrückt. Vorgezogene Maßnahmen lassen sich über ein Ökokonto bevorraten, anerkannte Kompensation wird im Kompensationsverzeichnis nach der NKompVzVO geführt. Artenschutzrechtliche Anforderungen nach § 44 BNatSchG, etwa vorgezogene CEF-Maßnahmen, sind gesondert zu betrachten.

Artenreiches Extensivgrünland nach der ökologischen Aufwertung

📍 Enthaltene Landkreise

Rotenburg (Wümme)Osterholz (tlw.)Cuxhaven (tlw.)Verden (tlw.)Stade (tlw.)Harburg (tlw.)Heidekreis (tlw.)

🌿 Ökologische Besonderheiten

  • Naturraum im Herzen des Elbe-Weser-Dreiecks zwischen Elbe- und Wesermarsch
  • Untergliederung in Wesermünde-Geest, Zevener Geest und Achim-Verdener Geest
  • Ausgedehnte Hochmoore wie das Hohe Moor als torfreiche, klimarelevante Lebensräume
  • Vermoorte Fluss- und Talniederungen von Oste, Wümme und Hamme
  • Naturnahe Fließgewässer mit Bedeutung für gefährdete Fische, Rundmäuler und den Fischotter
  • Landesweit bedeutsame Brutgebiete für Wiesen- und Großvögel wie Großen Brachvogel, Kranich und Schwarzstorch
  • Zahlreiche FFH-Gebiete, EU-Vogelschutzgebiete und Naturschutzgebiete

✅ greeNature in der Region

greeNature ist bundesweit tätig und mit den Verwaltungsstrukturen in Niedersachsen vertraut. Wir stimmen Maßnahmen mit den unteren Naturschutzbehörden der Landkreise und dem NLWKN ab, kennen das Biotopwertverfahren sowie die Anforderungen an das Kompensationsverzeichnis nach NKompVzVO und begleiten Vorhabenträger von der Konzeption bis zur rechtssicheren Sicherung der Flächen.

Kompensation im D27

Typische Maßnahmen im Naturraum D27

🌾

Moorrenaturierung

Wiedervernässung und Regeneration von Hoch- und Übergangsmooren, um Torfkörper zu erhalten, Kohlenstoff zu binden und moortypische Lebensräume zu entwickeln.

💧

Niederungen extensivieren

Anhebung der Wasserstände und extensive Grünlandnutzung in den Talungen von Oste, Wümme und Hamme zur Förderung von Feuchtgrünland und Wiesenvögeln.

🐦

Wiesenvogelschutz

Entwicklung von Feucht- und Nassgrünland mit angepasster Mahd und Beweidung als Brut- und Nahrungshabitat für Brachvogel, Kiebitz und weitere Wiesenvögel.

🌿

Heiden und Magerrasen

Pflege und Neuentwicklung von Sandheiden und Magerrasen auf den nährstoffarmen Geestrücken durch Entkusselung, Beweidung und Plaggen.

🌳

Standortgerechter Waldumbau

Umbau strukturarmer Nadelforste zu bodenständigen Laub- und Bruchwäldern wie Erlenbrüchen sowie Eichen-Birken- und Eichen-Hainbuchenwäldern.

🏞️

Fließgewässer renaturieren

Naturnahe Entwicklung von Bächen und Flüssen mit Auwaldstreifen und Gewässerrandstreifen für Durchgängigkeit und Strukturvielfalt.

Artenvielfalt D27

Geschützte Arten im Stader Geest

🐦

Schwarzstorch

Der Schwarzstorch brütet in störungsarmen, feuchten Wäldern und nutzt die Fluss- und Moorniederungen der Stader Geest als Nahrungshabitat. Für Vorhaben in seinem Umfeld sind störungsarme Zeiträume und der Schutz der Brutwälder maßgeblich.

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🐸

Moorfrosch und Amphibien

Moorfrosch und weitere Amphibien besiedeln die Moor- und Feuchtgebiete, etwa im Hohen Moor. Der Erhalt von Laichgewässern und wiedervernässten Flächen sichert ihre Bestände.

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🐤

Kiebitz

Der Kiebitz und weitere Wiesenvögel brüten im extensiv genutzten Feuchtgrünland der Niederungen. Angepasste Nutzungszeiten und hohe Wasserstände sind für den Bruterfolg entscheidend.

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🌾

Feldlerche

Die Feldlerche besiedelt die offenen Acker- und Grünlandflächen der Geest. Blühstreifen, Lerchenfenster und extensive Nutzung verbessern ihre Lebensbedingungen.

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🦎

Zauneidechse

Die Zauneidechse findet auf sandigen, besonnten Standorten der Geestrücken, an Heideflächen und Wegrändern geeignete Lebensräume. Strukturreiche Säume und Sonnenplätze fördern die Art.

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🐟

Eisvogel

Der Eisvogel lebt an den naturnahen Fließgewässern von Oste und Wümme. Steilufer als Brutplätze und klare, fischreiche Gewässer sind für ihn unverzichtbar.

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So einfach geht es

Ihr Weg zu Ökopunkten im D27

01

Kontakt und Anfrage

Kompensationsbedarf mitteilen und Naturraum angeben. Wir prüfen die Verfügbarkeit.

02

Angebot und Beratung

Transparentes Angebot mit Maßnahmentypen, Umfang und Verfügbarkeit.

03

Behördenabstimmung

Vollständige Koordination mit der Unteren Naturschutzbehörde. Wir übernehmen alles.

04

Langfristiges Monitoring

Dauerhafte Flächensicherung, Pflege und Dokumentation über die Vertragslaufzeit.

Weitere Naturräume

Ökopunkte in benachbarten Naturräumen

Häufige Fragen

Alles zum Naturraum D27

Die Stader Geest (D27) liegt nahezu vollständig in Niedersachsen im Elbe-Weser-Dreieck. Kleine Randbereiche reichen an das Land Bremen (Bremen und Bremerhaven) heran. Maßgeblich für die Kompensation ist das niedersächsische Naturschutzrecht.
In Niedersachsen richtet sich die Eingriffsregelung nach den §§ 13 bis 15 BNatSchG und dem NAGBNatSchG. Der Kompensationsbedarf wird über das Biotopwertverfahren in Ökopunkten ermittelt, anerkannte Maßnahmen werden im Kompensationsverzeichnis geführt.
Ökopunkte sind Werteinheiten aus einer Biotopaufwertung. Wird zum Beispiel Acker in Feuchtgrünland umgewandelt oder ein Moor wiedervernässt, lässt sich die Aufwertung über das Biotopwertverfahren in Ökopunkten ausdrücken und als Kompensation anrechnen.
Besonders geeignet sind Moorwiedervernässung, die Extensivierung von Fluss- und Moorniederungen, der Wiesenvogelschutz, die Entwicklung von Sandheiden sowie standortgerechter Waldumbau und Fließgewässerrenaturierung.
Kompensation soll den beeinträchtigten Funktionen im betroffenen Naturraum zugutekommen. Ein räumlicher und funktionaler Bezug zum Eingriffsort, hier zur Stader Geest, erhöht die Anerkennungsfähigkeit der Maßnahmen.
Neben der Eingriffsregelung gilt der besondere Artenschutz nach § 44 BNatSchG. Für betroffene Arten können vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen (CEF-Maßnahmen) erforderlich sein, um den Erhaltungszustand der Populationen zu sichern.
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