
Ökopunkte im Naturraum D20
Mitteldeutsches Schwarzerdegebiet
Ökopunkte und Kompensationsflächen im Naturraum D20, in der BfN-Systematik als Mitteldeutsches Schwarzerdegebiet geführt und geprägt von den fruchtbaren Löss- und Schwarzerdeböden östlich des Harzes. greeNature arbeitet bundesweit und setzt Ausgleich und Ersatz nach der Ökokonto-Verordnung Sachsen-Anhalt und dem NatSchG LSA um.
Der Naturraum D20 im Überblick
Der Naturraum D20 wird in der naturräumlichen Gliederung des Bundesamts für Naturschutz als Mitteldeutsches Schwarzerdegebiet geführt und umfasst die fruchtbaren Löss- und Schwarzerdelandschaften östlich und südöstlich des Harzes. Dazu zählen die Magdeburger Börde, das Köthener und Hallesche Ackerland sowie das Mansfelder Land. Der Naturraum liegt fast vollständig in Sachsen-Anhalt und bildet eine weiträumige, überwiegend waldfreie Ackerlandschaft.
Geologisch dominieren mächtige Lössauflagen über mesozoischem Untergrund, aus denen sich die überaus fruchtbaren Schwarzerden (Tschernoseme) entwickelt haben. Prägend ist das subkontinentale, trockenwarme Klima im Regenschatten des Harzes, das zu geringen Niederschlägen und einer intensiven ackerbaulichen Nutzung führt. Durchzogen wird der Naturraum von den Tälern der Saale, der Bode und der Wipper, die als Auen und lineare Strukturen ökologisch besonders bedeutsam sind.
Wegen der hohen Bodengüte gehört der Naturraum zu den intensivst genutzten Agrarräumen Deutschlands. Der Waldanteil ist gering, naturnahe Lebensräume beschränken sich vielfach auf Flusstäler, Hangbereiche mit Trocken- und Halbtrockenrasen, Feldgehölze, Kleingewässer und Bergbaufolgelandschaften des Mansfelder Kupferschieferreviers. Aus dieser Nutzungsintensität ergibt sich eine besondere Verantwortung für qualifizierten Ausgleich, etwa zugunsten von Feldhamster, Feldlerche und Rotmilan.
Kompensationsmaßnahmen richten sich nach den §§ 13 bis 15 BNatSchG in Verbindung mit dem Naturschutzgesetz des Landes Sachsen-Anhalt (NatSchG LSA). Vorgezogene Maßnahmen können über ein Ökokonto nach der Ökokonto-Verordnung Sachsen-Anhalt bevorratet und im Biotopwertverfahren in Ökopunkten bewertet werden. Ausgleich und Ersatz sollen einen funktionalen Bezug zum Eingriff wahren und möglichst im betroffenen Naturraum liegen.

📍 Enthaltene Landkreise
🌿 Ökologische Besonderheiten
- Eine der fruchtbarsten Ackerlandschaften Deutschlands mit tiefgründigen Schwarzerden auf Löss
- Subkontinentales Trockenklima im Regenschatten des Harzes mit geringen Niederschlägen
- Bedeutende Vorkommen von Feldhamster und Rotmilan, für die Sachsen-Anhalt besondere Verantwortung trägt
- Flusstäler von Saale, Bode und Wipper als Rückgrat des regionalen Biotopverbunds
- Geringer Waldanteil und hoher Nutzungsdruck, dadurch besonderer Bedarf an qualifizierter Kompensation
- Trocken- und Halbtrockenrasen an wärmebegünstigten Hängen mit hoher botanischer Wertigkeit
- Bergbaufolgelandschaften des Mansfelder Kupferschieferreviers als Flächen für Renaturierung
✅ greeNature in der Region
greeNature ist bundesweit tätig und kennt die Verwaltungsstrukturen in Sachsen-Anhalt, von den unteren Naturschutzbehörden der Landkreise bis zum Landesverwaltungsamt. Wir arbeiten mit dem Landesrecht des Hauptlandes, insbesondere der Ökokonto-Verordnung Sachsen-Anhalt und dem NatSchG LSA, und stimmen Bewertung und Anerkennung von Ökopunkten mit den zuständigen Behörden ab.
Typische Maßnahmen im Naturraum D20
Acker- und Blühstreifen
Anlage mehrjähriger Blüh- und Ackerrandstreifen zur Aufwertung der ausgeräumten Feldflur, mit Nutzen für Feldlerche, Insekten und Feldhamster.
Feldhamster-Bewirtschaftung
Extensivierte Bewirtschaftung und angepasste Erntetechnik auf Schwarzerdestandorten zur Stützung der Feldhamsterpopulationen als artenschutzrechtliche Maßnahme.
Kleingewässer und Söll
Neuanlage und Renaturierung von Söllen und Feldgehölztümpeln als Laichgewässer für Amphibien und als Trittsteine im Biotopverbund.
Auen und Gewässerrandstreifen
Entwicklung von Auwald, Gewässerrandstreifen und Uferstrukturen an Saale, Bode und Wipper zur Verbesserung von Gewässerökologie und Lebensraum für den Eisvogel.
Trockenrasen an Hängen
Pflege und Entwicklung von Trocken- und Halbtrockenrasen an wärmebegünstigten Böschungen als Lebensraum für Zauneidechse und wärmeliebende Arten.
Hecken und Streuobst
Anlage von Hecken, Feldgehölzen und Streuobstwiesen zur Strukturanreicherung der Agrarlandschaft und Vernetzung isolierter Biotope.
Geschützte Arten im Mitteldeutsches Schwarzerdegebiet
Feldhamster
Charakterart der mitteldeutschen Schwarzerdeböden, streng geschützt und stark rückläufig. Eingriffe erfordern häufig CEF-Maßnahmen nach § 44 BNatSchG.
Feldlerche
Weit verbreiteter Brutvogel der offenen Ackerlandschaft, dessen Bestände unter der Nutzungsintensität leiden und der von Blühstreifen profitiert.
Mehr zur Art ›Rotmilan
Sachsen-Anhalt beherbergt einen erheblichen Anteil des Weltbestands. Die offene Feldflur des Naturraums ist bevorzugtes Jagdgebiet.
Kiebitz
Bodenbrüter feuchter Acker- und Grünlandflächen mit stark abnehmenden Beständen, für den Feuchtlebensräume und extensive Bewirtschaftung wichtig sind.
Mehr zur Art ›Zauneidechse
Besiedelt Böschungen, Trockenrasen und Bahndämme. Bei Eingriffen sind vorgezogene Ersatzlebensräume und Umsiedlungen zu berücksichtigen.
Mehr zur Art ›Fledermäuse
Mehrere streng geschützte Arten nutzen Streuobst, Alleen und Gebäude als Quartiere und Jagdhabitate im Offenland und in den Flusstälern.
Mehr zur Art ›Ihr Weg zu Ökopunkten im D20
Kontakt und Anfrage
Kompensationsbedarf mitteilen und Naturraum angeben. Wir prüfen die Verfügbarkeit.
Angebot und Beratung
Transparentes Angebot mit Maßnahmentypen, Umfang und Verfügbarkeit.
Behördenabstimmung
Vollständige Koordination mit der Unteren Naturschutzbehörde. Wir übernehmen alles.
Langfristiges Monitoring
Dauerhafte Flächensicherung, Pflege und Dokumentation über die Vertragslaufzeit.
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