
Ökopunkte im Naturraum D18
Thüringer Becken und Randplatten
Der Naturraum D18 Thüringer Becken ist eine fruchtbare, weitgehend waldfreie Ackerlandschaft im Herzen Thüringens. greeNature entwickelt hier Kompensation und Ökopunkte nach dem Thüringer Ökokonto und Biotopwertverfahren (ThürNatG) und begleitet Vorhabenträger bundesweit von der Bilanzierung bis zur Umsetzung.
Der Naturraum D18 im Überblick
Der Naturraum D18, Thüringer Becken und Randplatten, ist eine weiträumige, flach gewellte Keuperlandschaft im Zentrum Thüringens und zählt zu den fruchtbarsten Ackerregionen Deutschlands. Die Höhen liegen überwiegend zwischen 150 und 300 Metern, an den Rändern bis etwa 450 Meter über Normalnull. Prägend sind tiefgründige Löss- und Schwarzerdeböden, die eine intensive ackerbauliche Nutzung tragen und die Landschaft weitgehend waldfrei erscheinen lassen.
Geologisch bildet das Becken eine konzentrisch angeordnete Schichtstufenlandschaft der Trias. Im Kern steht der flach gelagerte Keuper an, umrahmt von den Muschelkalk-Randplatten (etwa Fahner Höhe und der Rand des Hainich) sowie von Buntsandstein- und Zechsteinzonen zu den benachbarten Mittelgebirgen. Die Flüsse Unstrut, Gera, Helbe und Wipper durchziehen das Gebiet und schaffen breite, flach eingesenkte Muldentäler. In der offenen Feldflur treten ausgeprägte Boden- und Winderosion auf.
Ökologisch wertvoll sind die verbliebenen Kleinstrukturen inmitten der Agrarlandschaft. Dazu gehören Restwälder aus Eichenmischwäldern, kontinentale Trocken- und Halbtrockenrasen auf den Muschelkalkhängen sowie Streuobstwiesen. Das Becken beherbergt eines der bedeutendsten Feldhamster-Vorkommen Deutschlands, darunter den nur in Thüringen lebenden Schwarzen Feldhamster. Größere Teile der ackerbaulich genutzten Hügelländer sind als EU-Vogelschutzgebiete ausgewiesen, während der Anteil an FFH-Gebieten und Naturschutzgebieten vergleichsweise gering ausfällt.
Für Eingriffe in Natur und Landschaft gilt die naturschutzrechtliche Eingriffsregelung nach den §§ 13 bis 15 BNatSchG. In Thüringen erfolgt die Kompensation über das Ökokonto und das Biotopwertverfahren auf Grundlage des Thüringer Gesetzes für Natur und Landschaft (ThürNatG); der ökologische Wertzuwachs wird in Ökopunkten ausgedrückt. Hinzu kommt der spezielle Artenschutz nach § 44 BNatSchG, der bei Feldhamster, Feldvögeln oder Fledermäusen häufig vorgezogene CEF-Maßnahmen erfordert.

📍 Enthaltene Landkreise
🌿 Ökologische Besonderheiten
- Eines der bedeutendsten Feldhamster-Vorkommen Deutschlands, in Thüringen lebt zudem der endemische Schwarze Feldhamster.
- Hoher Anteil an EU-Vogelschutzgebieten bei vergleichsweise geringem FFH- und Naturschutzgebietsanteil.
- Kontinentale Trocken- und Halbtrockenrasen auf den Muschelkalkhängen der Randplatten (unter anderem Fahner Höhe und Hainich-Rand).
- Sehr fruchtbare Löss- und Schwarzerdeböden mit ausgeprägter Wind- und Bodenerosion in der offenen Feldflur.
- Flussauen von Unstrut, Gera und Helbe als Grünland- und Feuchtlebensräume in einer ansonsten trockenen Ackerlandschaft.
- Weitgehend waldfreie, ackergeprägte offene Kulturlandschaft mit Streuobstwiesen und Feldgehölzen als wertgebenden Kleinstrukturen.
✅ greeNature in der Region
greeNature arbeitet bundesweit und kennt die Verwaltungspraxis in Thüringen. Wir stimmen Kompensationskonzepte mit den unteren Naturschutzbehörden der Landkreise und kreisfreien Städte sowie mit dem Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) ab und berücksichtigen die Bilanzierung im Ökokonto und Biotopwertverfahren des Landes. Für die im Thüringer Becken besonders relevanten Themen wie Feldhamster- und Feldvogelschutz entwickeln wir Maßnahmen, die fachlich tragfähig und behördlich anerkennungsfähig sind.
Typische Maßnahmen im Naturraum D18
Feldhamster-Bewirtschaftung
Produktionsintegrierte Kompensation mit hamsterfreundlicher Bewirtschaftung, etwa streifenweiser Ernte, Luzerne- und Getreidestreifen sowie später Stoppelbearbeitung zur Sicherung von Deckung und Nahrung.
Trockenrasen entwickeln
Entbuschung und Pflege kontinentaler Trocken- und Halbtrockenrasen auf den Muschelkalkhängen, gesichert durch extensive Schaf- und Ziegenbeweidung zur Erhaltung artenreicher Magerstandorte.
Streuobstwiesen sichern
Neuanlage und Pflege von Streuobstwiesen mit hochstämmigen Obstsorten als Lebensraum für Fledermäuse, Vögel und Insekten sowie als landschaftsprägende Kleinstruktur der offenen Feldflur.
Blühflächen und Lerchenfenster
Anlage von Blüh- und Ackerrandstreifen, Feldlerchenfenstern und Brachestreifen zur Aufwertung der Agrarlandschaft für Feldvögel, oft als vorgezogene CEF-Maßnahme nach § 44 BNatSchG.
Auen und Kleingewässer
Renaturierung von Gewässerabschnitten an Unstrut, Gera und Helbe, Entwicklung von Auengrünland und Anlage von Kleingewässern als Laichhabitate für Amphibien wie den Kammmolch.
Hecken und Feldgehölze
Pflanzung von Hecken, Feldgehölzen und die Entwicklung von Eichen-Hainbuchen-Restwäldern zur Biotopvernetzung und zur Gliederung der ausgeräumten Ackerlandschaft.
Geschützte Arten im Thüringer Becken und Randplatten
Feldhamster
Charakterart der fruchtbaren Ackerböden des Thüringer Beckens und streng geschützt. Wiesen- und Getreidestreifen sowie eine späte Ernte sichern Deckung und Vorräte.
Feldlerche
Verbreiteter, aber rückläufiger Brutvogel der offenen Feldflur. Lerchenfenster und Blühstreifen verbessern die Bruthabitate in der intensiv genutzten Agrarlandschaft.
Mehr zur Art ›Kiebitz
Bodenbrüter feuchter Senken und extensiv genutzter Grünländer in den Flusstälern. Vernässung und angepasste Nutzung stützen die Bestände.
Mehr zur Art ›Zauneidechse
Besiedelt Trockenrasen, Böschungen und Saumstrukturen. Sand-, Stein- und Totholzstrukturen dienen als Ersatzlebensraum bei Eingriffen.
Mehr zur Art ›Fledermäuse
Arten wie das Große Mausohr nutzen Streuobstwiesen, Wälder und Muschelkalk-Strukturen als Jagd- und Quartierlebensraum. Ersatzquartiere sichern die Funktion betroffener Quartiere.
Mehr zur Art ›Kammmolch
Anhang-II-Art der FFH-Richtlinie und auf besonnte, fischfreie Kleingewässer angewiesen. Neuanlage von Laichgewässern mit strukturreichem Landlebensraum fördert die Vorkommen.
Mehr zur Art ›Ihr Weg zu Ökopunkten im D18
Kontakt und Anfrage
Kompensationsbedarf mitteilen und Naturraum angeben. Wir prüfen die Verfügbarkeit.
Angebot und Beratung
Transparentes Angebot mit Maßnahmentypen, Umfang und Verfügbarkeit.
Behördenabstimmung
Vollständige Koordination mit der Unteren Naturschutzbehörde. Wir übernehmen alles.
Langfristiges Monitoring
Dauerhafte Flächensicherung, Pflege und Dokumentation über die Vertragslaufzeit.
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