
Ökopunkte im Naturraum D16
Erzgebirge
Der Naturraum D16 ist das Erzgebirge, von den Kammlagen und Hochmooren an der Grenze zu Tschechien bis zum Übergang in das Erzgebirgsvorland. greeNature entwickelt und betreut hier Kompensationsflächen und Ökokonten, nach der Sächsischen Ökokonto-Verordnung, von der Bilanzierung bis zur dauerhaften Pflege.
Der Naturraum D16 im Überblick
Der Naturraum D16, das Erzgebirge, ist ein zusammenhängendes Mittelgebirge entlang der Grenze zu Tschechien. Das Erzgebirge steigt von den nördlichen Vorländern allmählich an und bricht nach Süden zum böhmischen Becken steil ab. Mit dem Fichtelberg (1.215 m) liegt hier die höchste Erhebung Sachsens, rund dreißig Erhebungen des Kammes überschreiten die Marke von 1.000 Metern. Nach Westen setzt sich das Bergland im Vogtland fort, das über die Landesgrenze hinweg bis in das ostthüringische Vogtland um Greiz und Gera reicht.
Geologisch prägen das alte Grundgebirge aus Graniten, Gneisen und Schiefern sowie die jahrhundertelange Bergbaugeschichte die Landschaft. Aus dem Silber-, Zinn- und Uranerzbergbau ging die Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří hervor, die seit 2019 zum UNESCO-Welterbe zählt. Zahlreiche historische Stollen dienen heute als bedeutende Winterquartiere für Fledermäuse. Das raue, niederschlagsreiche Bergklima hat eine eigenständige Naturausstattung hervorgebracht.
Charakteristisch sind Kammhochmoore wie das Georgenfelder Hochmoor und die Mothäuser Heide, artenreiche Berg-Mähwiesen mit Arnika und Bärwurz, naturnahe Bergbäche sowie die als Steinrücken bekannten Lesesteinwälle. Große Teile liegen im Naturpark Erzgebirge/Vogtland, einem der größten und längsten Naturparke Deutschlands. Im ostthüringischen Vogtland verläuft die Weiße Elster in einem naturnahen Durchbruchstal zwischen Greiz und Wünschendorf, umgeben vom großen Waldgebiet um Greiz und Werdau.
Für die Kompensation bietet die Region länderübergreifend vielfältige Ansätze. In Sachsen erfolgt die Bewertung nach der Sächsischen Ökokonto-Verordnung (SächsÖKoVO), im thüringischen Teil richtet sich der Ausgleich nach dem ThürNatG in Verbindung mit den §§ 13 bis 15 BNatSchG. Die Wiedervernässung von Mooren, die Pflege von Bergwiesen, der Umbau von Fichtenforsten zu standortgerechten Bergmischwäldern und die Renaturierung von Fließgewässern schaffen messbare ökologische Aufwertungen, die sich als Kompensationsguthaben anrechnen lassen.

📍 Enthaltene Landkreise
🌿 Ökologische Besonderheiten
- Fichtelberg mit 1.215 Metern höchster Berg Sachsens, rund dreißig Erhebungen des Kammes über 1.000 Meter.
- UNESCO-Welterbe Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří seit 2019, historische Bergbaustollen als wichtige Fledermaus-Winterquartiere.
- Naturpark Erzgebirge/Vogtland (rund 1.495 km²), einer der größten und längsten Naturparke Deutschlands, schützt vor allem die höheren Lagen.
- Kammhochmoore wie Georgenfelder Hochmoor, Mothäuser Heide sowie Großer und Kleiner Kranichsee.
- Artenreiche Berg-Mähwiesen (FFH-Lebensraumtyp 6520) mit Arnika, Bärwurz und weiteren Gebirgspflanzen.
- Steinrücken, die für das Erzgebirge typischen Lesesteinwälle, als vernetzende Kleinstrukturen der Kulturlandschaft.
- Ostthüringisches Vogtland um Greiz und Gera mit dem naturnahen Durchbruchstal der Weißen Elster und den ausgedehnten Wäldern um Greiz und Werdau.
✅ greeNature in der Region
greeNature ist bundesweit tätig und kennt die Zuständigkeiten in Sachsen und Thüringen. Wir sichern geeignete Flächen im Bergland aus Erzgebirge und Vogtland, planen naturraumtypische Maßnahmen wie Moorwiedervernässung, Bergwiesenpflege und naturnahen Waldumbau und bilanzieren im sächsischen Teil nach der Sächsischen Ökokonto-Verordnung samt Handlungsempfehlung zur Bewertung und Bilanzierung von Eingriffen, im thüringischen Teil nach dem ThürNatG in Verbindung mit den §§ 13 bis 15 BNatSchG. Die Abstimmung mit den unteren Naturschutzbehörden und die Eintragung in die Kompensationsflächenkataster begleiten wir bis zur Anerkennung.
Typische Maßnahmen im Naturraum D16
Berg-Mähwiesen entwickeln und pflegen
Wiederherstellung und extensive Mahd artenreicher Berg-Mähwiesen (FFH-Lebensraumtyp 6520). Angepasste Mahdtermine und der Verzicht auf Düngung fördern Arnika, Bärwurz und eine reiche Insektenwelt und schaffen hohen Aufwertungswert.
Kammhochmoore wiedervernässen
Rückbau von Entwässerungsgräben und Anhebung der Wasserstände in den Hochmooren der Kammlagen. Intakte Moore binden Kohlenstoff, sichern seltene Moorarten und verbessern den Wasserrückhalt in den Quellgebieten von Mulde und Weißer Elster.
Naturnaher Waldumbau
Umbau strukturarmer Fichtenforste in standortgerechte Bergmischwälder aus Rotbuche, Weißtanne und Bergahorn. Alt- und Totholz sowie stufige Waldränder erhöhen die Klimastabilität und den Lebensraumwert.
Bergbäche renaturieren
Rückbau von Uferverbau, Anlage von Gewässerrandstreifen und Wiederherstellung der Durchgängigkeit an Zschopau, Flöha, Mulde und Weißer Elster. Naturnahe Bäche fördern Feuersalamander, Bachneunauge und Wasseramsel.
Steinrücken erhalten und anlegen
Pflege und Neuanlage der für das Erzgebirge prägenden Lesesteinwälle. Als besonnte, gehölzbestandene Kleinstrukturen vernetzen Steinrücken Lebensräume und bieten Reptilien, Insekten und der Haselmaus Deckung.
Artenschutz CEF und FCS
Sicherung von Fledermausquartieren in Bergbaustollen, Vernetzung von Waldlebensräumen für die Wildkatze und gezielte Habitatmaßnahmen, abgestimmt auf den besonderen Artenschutz nach § 44 BNatSchG.
Geschützte Arten im Erzgebirge
Fledermäuse
Die historischen Bergbaustollen der Montanregion zählen zu den bedeutendsten Fledermaus-Winterquartieren Sachsens. Mausohr, Wasserfledermaus und weitere Arten überwintern hier frostfrei. Quartiersicherung und die Aufwertung von Jagdhabitaten sind typische Maßnahmen.
Mehr zur Art ›Wildkatze
Die Wildkatze kehrt in die zusammenhängenden, störungsarmen Bergwälder von Erzgebirge und Vogtland zurück, darunter das große Waldgebiet um Greiz und Werdau. Sie ist auf naturnahe Waldstrukturen und die Vernetzung von Waldlebensräumen über Gehölzkorridore angewiesen.
Mehr zur Art ›Schwarzstorch
Der Schwarzstorch brütet störungsempfindlich in ruhigen Bergwäldern und jagt an klaren Waldbächen. Horstschutzzonen, der Erhalt von Altholz und die Renaturierung von Fließgewässern sichern seine Brut- und Nahrungshabitate.
Mehr zur Art ›Eisvogel
Am naturnahen Durchbruchstal der Weißen Elster zwischen Greiz und Wünschendorf und an den Bergbächen der Region findet der Eisvogel steile Uferabbrüche und fischreiche, saubere Gewässer. Uferentwicklung und Gewässerrenaturierung sichern seine Brut- und Jagdhabitate.
Mehr zur Art ›Haselmaus
Die Haselmaus besiedelt die Steinrücken, Waldränder und strukturreichen Gehölze des Berglands. Der Erhalt beerentragender Sträucher, die Vernetzung von Hecken und ein gehölzreicher Unterwuchs fördern die kletternde Schläferart.
Mehr zur Art ›Amphibien
Feuersalamander an den kühlen Waldbächen sowie Berg- und Grasfrosch in Mooren, Tümpeln und Quellfluren gehören zur charakteristischen Amphibienfauna. Die Anlage besonnter Kleingewässer und die Renaturierung von Bergbächen schaffen wertvolle Laichhabitate.
Mehr zur Art ›Ihr Weg zu Ökopunkten im D16
Kontakt und Anfrage
Kompensationsbedarf mitteilen und Naturraum angeben. Wir prüfen die Verfügbarkeit.
Angebot und Beratung
Transparentes Angebot mit Maßnahmentypen, Umfang und Verfügbarkeit.
Behördenabstimmung
Vollständige Koordination mit der Unteren Naturschutzbehörde. Wir übernehmen alles.
Langfristiges Monitoring
Dauerhafte Flächensicherung, Pflege und Dokumentation über die Vertragslaufzeit.
Ökopunkte in benachbarten Naturräumen
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