Artenreiches Extensivgrünland nach der ökologischen Aufwertung
Naturraum · Sachsen-Anhalt, Sachsen, Brandenburg und Thüringen
D10

Ökopunkte im Naturraum D10
Elbe-Mulde-Tiefland

Kompensation und Ökokonten im Elbe-Mulde-Tiefland (D10), der Tiefland- und Auenlandschaft um Elbe, Mulde und Saale mit der Leipziger Tieflandsbucht. Der Naturraum reicht von Sachsen-Anhalt über Nordsachsen und Südbrandenburg bis in das ostthüringische Altenburger Land. greeNature plant und betreut Ausgleichs-, Ersatz- und Ökokontomaßnahmen länderübergreifend, bundesweit tätig und mit dem Landesrecht aller vier Länder vertraut.

D10
BfN-Haupteinheit
4
Bundesländer
Elbe · Mulde · Saale
Prägende Flüsse
4
Landes-Kompensationssysteme
Landschaft und Ökologie

Der Naturraum D10 im Überblick

Der Naturraum D10, Elbe-Mulde-Tiefland, umfasst das weite Tiefland um die Unterläufe von Mulde und Saale sowie deren Mündung in die Elbe. Sein Schwerpunkt liegt im Osten Sachsen-Anhalts zwischen Dessau, Bitterfeld und Wittenberg. Von dort greift der Naturraum nach Süden über die Leipziger Tieflandsbucht mit dem sächsischen Raum um Leipzig, Delitzsch und Torgau aus, reicht mit dem Elbe-Elster-Winkel bis nach Südbrandenburg und schließt im ostthüringischen Altenburger Land das angrenzende Altenburg-Zeitzer Lösshügelland ein.

Geologisch handelt es sich um eiszeitlich geprägte Tieflandsplatten aus Geschiebemergel, Sanden und Flugsanden, die von fruchtbaren Löss- und Auelehmböden überdeckt werden. Prägend sind die bewaldeten Sandgebiete der Dübener und Dahlener Heide, das größte zusammenhängende Waldgebiet Mitteldeutschlands, sowie die Flusstäler von Elbe, Mulde, Saale, Weißer Elster und Pleiße. Die Lössböden des Leipziger Landes und des Altenburger Landes zählen zu den ertragreichsten Ackerstandorten Mitteldeutschlands.

Ökologisch besonders wertvoll sind die Auenlandschaften der Mittelelbe mit ihren Hartholzauenwäldern, der innerstädtische Leipziger Auwald und die naturnahen Abschnitte der Muldeaue. Ausgedehnte Bergbaufolgelandschaften aus dem Braunkohletagebau, etwa die Goitzsche bei Bitterfeld und das Leipziger Neuseenland, sind heute großflächige Sekundärlebensräume mit Seen, Rohböden und offenen Sukzessionsflächen. Diese Vielfalt aus Auen, Heiden, Agrarland und Bergbaufolgeflächen bietet ein breites Spektrum an Kompensationsmöglichkeiten.

Für die Kompensation gelten die §§ 13 bis 15 BNatSchG in Verbindung mit den jeweiligen Landesregelungen. Je nach Eingriffsort bewertet Sachsen-Anhalt nach der ÖkoKVO LSA, Sachsen mit Ökopunkten nach der SächsÖKoVO, Brandenburg verbal-argumentativ nach der HVE und Thüringen nach dem ThürNatG. Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen sollen im betroffenen Naturraum wirken. Der besondere Artenschutz nach § 44 BNatSchG ist gesondert zu prüfen, bei betroffenen Arten auch über vorgezogene CEF-Maßnahmen oder Maßnahmen zur Sicherung des günstigen Erhaltungszustands (FCS).

Artenreiches Extensivgrünland nach der ökologischen Aufwertung

📍 Enthaltene Landkreise

Dessau-Roßlau (tlw.)Wittenberg (tlw.)Nordsachsen (tlw.)Elbe-Elster (tlw.)Magdeburg (tlw.)Anhalt-Bitterfeld (tlw.)Salzlandkreis (tlw.)Meißen (tlw.)

🌿 Ökologische Besonderheiten

  • Die Auenlandschaft der Mittelelbe mit dem Steckby-Lödderitzer Forst gehört zum UNESCO-Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe und zählt zu den bedeutendsten Hartholzauenwäldern Mitteleuropas.
  • Der Leipziger Auwald ist einer der größten zusammenhängenden Auenwälder innerhalb einer deutschen Großstadt und ein europaweit bedeutsamer Lebensraumtyp.
  • Der Naturpark Dübener Heide bildet mit der Dahlener Heide das größte zusammenhängende Waldgebiet Mitteldeutschlands auf nährstoffarmen Sandböden.
  • Bergbaufolgelandschaften wie die Goitzsche bei Bitterfeld und das Leipziger Neuseenland sind großflächige Sekundärlebensräume mit hohem Wert für Pionier- und Offenlandarten.
  • Die Mündungsbereiche von Mulde, Saale und Weißer Elster in die Elbe verbinden Fluss-, Auen- und Feuchtlebensräume zu einem überregionalen Biotopverbund.
  • Das Altenburg-Zeitzer Lösshügelland im Süden ist eine fruchtbare Lössackerlandschaft und bildet den Übergang zum Mittelgebirgsvorland.

✅ greeNature in der Region

greeNature ist bundesweit tätig und kennt die Zuständigkeiten der unteren Naturschutzbehörden in Sachsen-Anhalt, Sachsen, Brandenburg und Thüringen. Im Elbe-Mulde-Tiefland stimmen wir Maßnahmen je nach Eingriffsort nach der ÖkoKVO LSA, der SächsÖKoVO, der HVE Brandenburg oder dem ThürNatG mit den Behörden ab und begleiten Ausgleichs-, Ersatz- und Ökokontomaßnahmen von der Bewertung bis zur anerkannten und dauerhaft gesicherten Fläche.

Kompensation im D10

Typische Maßnahmen im Naturraum D10

🌳

Auwaldentwicklung

Wiederherstellung und Neubegründung standortgerechter Hartholzauenwälder in den Auen von Elbe und Mulde, um überflutungstolerante Waldlebensräume und ihren Biotopverbund zu stärken.

🌿

Auengrünland-Extensivierung

Umwandlung intensiv genutzter Talauen in artenreiches Feucht- und Frischgrünland mit angepasster Mahd und Beweidung als Lebensraum für Wiesenbrüter.

🐸

Kleingewässer & Amphibienbiotope

Anlage besonnter, fischfreier Stillgewässer für Rotbauchunke, Kammmolch und Laubfrosch, vernetzt mit angrenzenden Landlebensräumen.

🏞️

Bergbaufolgelandschaft aufwerten

Entwicklung offener Rohböden, Trockenrasen und Ufersäume auf ehemaligen Tagebauflächen der Goitzsche und des Neuseenlandes als Sekundärlebensräume.

💧

Fließgewässer-Renaturierung

Wiederherstellung naturnaher Gewässerstrukturen, Durchgängigkeit und Ufergehölze an Mulde, Weißer Elster und Schwarzer Elster.

🌲

Waldumbau in der Heide

Umbau strukturarmer Kiefernforste der Dübener und Dahlener Heide in standortgerechte Laub- und Mischwälder zur Verbesserung von Wasserhaushalt und Lebensraumvielfalt.

Artenvielfalt D10

Geschützte Arten im Elbe-Mulde-Tiefland

🕊️

Schwarzstorch & Elbebiber in den Auen

Die naturnahen Auenwälder der Mittelelbe und Mulde bieten dem störungsempfindlichen Schwarzstorch Bruträume und beherbergen den Elbebiber. Auenrenaturierung und Waldentwicklung sichern diese Lebensstätten.

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🐸

Rotbauchunke & Kammmolch

In den Kleingewässern der Auen und der Bergbaufolgelandschaft leben stark gefährdete Amphibien wie Rotbauchunke, Kammmolch und Laubfrosch, die auf besonnte, fischfreie Laichgewässer angewiesen sind.

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🐦

Kiebitz & Feldlerche im Offenland

In den Auen- und Lössackerlandschaften brüten Wiesen- und Feldvögel wie Kiebitz und Feldlerche. Feldlerchenfenster, Blühstreifen und Grünlandextensivierung sind typische CEF-Maßnahmen.

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🦎

Zauneidechse in der Bergbaufolge

Offene, besonnte Rohböden, Böschungen und Sandflächen der Tagebaufolgelandschaften und Heideränder sind Rückzugsraum der nach § 44 BNatSchG streng geschützten Zauneidechse.

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🦇

Fledermäuse im Auwald

Alte Baumbestände des Leipziger Auwalds und der Mittelelbe-Auen dienen Arten wie Bechsteinfledermaus und Großem Mausohr als Quartier und Jagdrevier. Quartier- und Habitatmaßnahmen sind möglich.

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🐈

Wildkatze in der Dübener Heide

Die zusammenhängenden Wälder der Dübener und Dahlener Heide sind Lebensraum der zurückgekehrten Europäischen Wildkatze, die auf strukturreiche, störungsarme Waldverbünde angewiesen ist.

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So einfach geht es

Ihr Weg zu Ökopunkten im D10

01

Kontakt und Anfrage

Kompensationsbedarf mitteilen und Naturraum angeben. Wir prüfen die Verfügbarkeit.

02

Angebot und Beratung

Transparentes Angebot mit Maßnahmentypen, Umfang und Verfügbarkeit.

03

Behördenabstimmung

Vollständige Koordination mit der Unteren Naturschutzbehörde. Wir übernehmen alles.

04

Langfristiges Monitoring

Dauerhafte Flächensicherung, Pflege und Dokumentation über die Vertragslaufzeit.

Weitere Naturräume

Ökopunkte in benachbarten Naturräumen

Häufige Fragen

Alles zum Naturraum D10

Der Naturraum liegt in vier Bundesländern. Sein Schwerpunkt liegt in Sachsen-Anhalt (unter anderem Anhalt-Bitterfeld, Wittenberg und Dessau-Roßlau). Er reicht über die Leipziger Tieflandsbucht nach Sachsen (Nordsachsen, Landkreis Leipzig und Leipzig), mit dem Elbe-Elster-Raum nach Brandenburg und mit dem Altenburger Land nach Ostthüringen.
Das richtet sich nach dem Eingriffsort. Sachsen-Anhalt bewertet nach der Ökokonto-Verordnung (ÖkoKVO LSA), Sachsen mit Ökopunkten nach der Sächsischen Ökokonto-Verordnung (SächsÖKoVO), Brandenburg verbal-argumentativ nach den Hinweisen zum Vollzug der Eingriffsregelung (HVE) und Thüringen nach dem Thüringer Gesetz für Natur und Landschaft (ThürNatG). Grundlage sind jeweils die §§ 13 bis 15 BNatSchG.
Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen sollen die Beeinträchtigungen im betroffenen Naturraum ausgleichen. Da sich das Elbe-Mulde-Tiefland über vier Länder erstreckt, ist die naturräumliche Zuordnung entscheidend. Auenrenaturierung, Grünlandextensivierung oder die Aufwertung von Bergbaufolgeflächen wirken dort, wo der Eingriff stattfindet.
Prägend sind die Auenlandschaften der Mittelelbe und Mulde mit Hartholzauenwäldern, der Leipziger Auwald, die Wälder der Dübener und Dahlener Heide sowie großflächige Bergbaufolgelandschaften wie die Goitzsche und das Leipziger Neuseenland. Diese Vielfalt bietet ein breites Spektrum an Kompensationsmaßnahmen.
Neben der Eingriffsregelung ist der besondere Artenschutz nach § 44 BNatSchG eigenständig zu prüfen. Bei betroffenen Arten wie Rotbauchunke, Kammmolch, Zauneidechse oder Fledermäusen können vorgezogene CEF-Maßnahmen erforderlich sein, um die ökologische Funktion der Lebensstätten dauerhaft zu sichern.
Ja. greeNature ist bundesweit tätig und kennt die Landesregelungen und die zuständigen Behörden in Sachsen-Anhalt, Sachsen, Brandenburg und Thüringen. So lassen sich Maßnahmen im gesamten Naturraum rechtssicher abstimmen und über Ausgleich, Ersatz oder Ökokonto umsetzen.
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