Blühfläche mit Kornblumen und Mohn, am Rand alte Kopfbäume
Naturraum · Niedersachsen und Nachbarländer
D09

Ökopunkte im Naturraum D09
Elbtalniederung

greeNature entwickelt und betreut naturschutzfachliche Kompensationsflächen im Naturraum D09, der Elbtalniederung. Als bundesweit tätiger Partner realisieren wir Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen nach den Vorgaben der Elbanrainerländer, im niedersächsischen Hauptanteil auf Grundlage des NAGBNatSchG und des Biotopwertverfahrens.

Elbtalaue
Prägende Landschaft
5
Bundesländer
NAGBNatSchG
Kompensation (Nds.)
D09
BfN-Haupteinheit
Landschaft und Ökologie

Der Naturraum D09 im Überblick

Der Naturraum D09, die Elbtalniederung, zieht sich als bandförmige Flussaue entlang der Mittelelbe durch fünf Bundesländer. Den größten und ökologisch prägendsten Anteil trägt Niedersachsen mit der Elbtalaue im Wendland und um Lüneburg. Nördlich und östlich der Elbe schließen Mecklenburg-Vorpommern (Raum Ludwigslust und Boizenburg) und Brandenburg (Prignitz) an, südlich die Altmark in Sachsen-Anhalt, flussabwärts der Kreis Herzogtum Lauenburg in Schleswig-Holstein.

Geologisch handelt es sich um ein eiszeitlich geformtes Urstromtal. Über den mächtigen Sanden und Kiesen der Talsande liegen jüngere Auelehme und Auensande der rezenten Aue. Charakteristisch sind ausgedehnte Flugsanddünen wie am Gartower Forst, eingestreute Geestinseln und einzelne markante Erhebungen wie der Höhbeck, der sich deutlich über die flache Niederung heraushebt.

Ökologisch gehört die Elbtalniederung zu den wertvollsten Flusslandschaften Mitteleuropas. Reste von Hartholzauenwäldern, Altarme, Feuchtgrünländer und Röhrichte prägen die noch weitgehend unverbaute Aue. Das Wendland trägt die höchste Weißstorchdichte Deutschlands, die Mittelelbe ist Ursprungsgebiet des Elbebibers, und die weiten Grünländer sind international bedeutendes Rast- und Überwinterungsgebiet für nordische Gänse und Singschwäne. Große Teile liegen im länderübergreifenden UNESCO-Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe sowie im Naturpark Elbhöhen-Wendland.

Der Kompensationsrahmen folgt der bundesrechtlichen Eingriffsregelung nach den §§ 13 bis 15 BNatSchG, ergänzt um das jeweilige Landesrecht. Im niedersächsischen Hauptanteil bemisst sich der Ausgleich über das Biotopwertverfahren nach dem NAGBNatSchG, die Bevorratung erfolgt als Ökokonto nach § 16 BNatSchG. Für streng geschützte Arten sind der Artenschutz nach § 44 BNatSchG und, sofern erforderlich, vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen (CEF) und Maßnahmen zur Wahrung des Erhaltungszustands (FCS) zu beachten. Die zahlreichen FFH- und Vogelschutzgebiete entlang der Elbe erfordern eine sorgfältige Prüfung möglicher Beeinträchtigungen.

Blühfläche mit Kornblumen und Mohn, am Rand alte Kopfbäume

📍 Enthaltene Landkreise

Stendal (tlw.)Lüneburg (tlw.)Brandenburg an der Havel (tlw.)Jerichower Land (tlw.)Havelland (tlw.)Prignitz (tlw.)Lüchow-Dannenberg (tlw.)Börde (tlw.)Ludwigslust-Parchim (tlw.)

🌿 Ökologische Besonderheiten

  • Länderübergreifendes UNESCO-Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe, darunter die Niedersächsische Elbtalaue
  • Höchste Weißstorchdichte Deutschlands im Wendland
  • Mittelelbe als Ursprungs- und Rückzugsgebiet des Elbebibers (Castor fiber albicus)
  • Naturpark Elbhöhen-Wendland mit Auen, Geest und Flugsanddünen
  • Ausgedehnte Hartholzauenwälder, Altarme und Feuchtgrünländer der noch weitgehend unverbauten Aue
  • International bedeutendes Rast- und Überwinterungsgebiet für nordische Gänse und Singschwäne
  • Flugsanddünen (Gartow) und Geestinseln, überragt vom Höhbeck

✅ greeNature in der Region

greeNature arbeitet bundesweit und ist mit den unterschiedlichen Kompensationssystemen der Elbanrainerländer vertraut, vom niedersächsischen Biotopwertverfahren nach NAGBNatSchG bis zu den eigenständigen Ökokonto- und Bewertungsregelungen in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein. Wir stimmen Maßnahmen mit den zuständigen unteren Naturschutzbehörden und den Biosphärenreservatsverwaltungen ab und begleiten Vorhaben von der Flächensicherung bis zur langfristigen Pflege.

Kompensation im D09

Typische Maßnahmen im Naturraum D09

🌳

Auenwald-Entwicklung

Wiederherstellung standortgerechter Hartholzauenwälder mit Stieleiche, Ulme und Esche in der rezenten Aue und in der Altaue, langfristig gesichert und an die Überflutungsdynamik der Elbe angepasst.

🌿

Feuchtgrünland-Extensivierung

Umwandlung intensiv genutzter Flächen in artenreiches Feucht- und Nassgrünland als Brut- und Nahrungshabitat für Weißstorch, Kiebitz und weitere Wiesenvögel.

💧

Auen- und Gewässerrenaturierung

Anbindung von Altarmen, Anlage von Flutrinnen und naturnahe Uferentwicklung an Elbe-Nebengewässern wie Jeetzel und Seege, wo möglich verbunden mit Deichrückverlegung.

🐸

Kleingewässer und Blänken

Anlage besonnter Laichgewässer für Kammmolch, Rotbauchunke und weitere Amphibien in der Aue, geeignet als vorgezogene Ausgleichsmaßnahme (CEF).

🦇

Artenschutz CEF und FCS

Maßnahmen nach § 44 BNatSchG, etwa Steilwände für den Eisvogel, Quartiere in Altholzbeständen für Fledermäuse und Nahrungsflächen für den Weißstorch.

🌾

Hecken, Feldgehölze und Streuobst

Biotopvernetzung auf Geesträndern und Dünen durch Hecken, Feldgehölze und Streuobstbestände als Trittsteinbiotope zwischen Aue und Geest.

Artenvielfalt D09

Geschützte Arten im Elbtalniederung

🕊️

Weißstorch und Schwarzstorch

Das Wendland trägt die höchste Weißstorchdichte Deutschlands, der Schwarzstorch brütet in ruhigen Auwäldern. Typische Maßnahmen sind Feuchtgrünland, Flutmulden und störungsarme Nahrungsflächen.

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🐸

Kammmolch und Rotbauchunke

Altwässer und Kleingewässer der Aue sind Lebensraum für Kammmolch und Rotbauchunke, die hier ihre westliche Verbreitungsgrenze erreicht. Anlage und Vernetzung von Laichgewässern sind wirksame CEF-Maßnahmen.

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🐦

Eisvogel

Der Eisvogel besiedelt Steilufer an Elbe, Jeetzel und Seege. Die Anlage von Steilwänden und die naturnahe Entwicklung fischreicher Ufergewässer sichern Bruthabitate.

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🪶

Kiebitz und Wiesenvögel

Feuchtgrünländer der Elbtalaue sind Brutgebiet für Kiebitz, Bekassine und Uferschnepfe. Extensivierung, Blänken und angepasste Mahdtermine verbessern den Bruterfolg.

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🦇

Fledermäuse

Altholzreiche Auwälder bieten Quartiere, Teich- und Wasserfledermaus jagen über den Gewässern der Aue. Erhalt von Höhlenbäumen und Quartierangebote sind gängige Artenschutzmaßnahmen.

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🌾

Feldlerche

Auf den offenen Feldfluren und Grünländern von Geest und Talsand brütet die Feldlerche. Feldlerchenfenster und Blühstreifen dienen als CEF-Maßnahmen bei Eingriffen in die Agrarlandschaft.

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So einfach geht es

Ihr Weg zu Ökopunkten im D09

01

Kontakt und Anfrage

Kompensationsbedarf mitteilen und Naturraum angeben. Wir prüfen die Verfügbarkeit.

02

Angebot und Beratung

Transparentes Angebot mit Maßnahmentypen, Umfang und Verfügbarkeit.

03

Behördenabstimmung

Vollständige Koordination mit der Unteren Naturschutzbehörde. Wir übernehmen alles.

04

Langfristiges Monitoring

Dauerhafte Flächensicherung, Pflege und Dokumentation über die Vertragslaufzeit.

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Ökopunkte in benachbarten Naturräumen

Häufige Fragen

Alles zum Naturraum D09

Die Elbtalniederung erstreckt sich entlang der Mittelelbe über fünf Bundesländer. Den Hauptanteil hat Niedersachsen mit der Elbtalaue im Wendland und um Lüneburg. Hinzu kommen Mecklenburg-Vorpommern (Raum Ludwigslust und Boizenburg), Brandenburg (Prignitz), Sachsen-Anhalt (Altmark) und Schleswig-Holstein (Kreis Herzogtum Lauenburg).
Das hängt vom jeweiligen Bundesland ab. Im niedersächsischen Hauptanteil bemisst sich der Ausgleich nach dem Biotopwertverfahren auf Grundlage des NAGBNatSchG, die Bevorratung erfolgt als Ökokonto nach § 16 BNatSchG. Die übrigen Elbanrainerländer wenden eigene Ökokonto- und Bewertungsregelungen an. greeNature koordiniert die Anforderungen länderübergreifend.
Anteil am Naturraum haben unter anderem Lüchow-Dannenberg und Lüneburg (Niedersachsen), Prignitz (Brandenburg), Ludwigslust-Parchim (Mecklenburg-Vorpommern), Stendal und Altmarkkreis Salzwedel (Sachsen-Anhalt) sowie Herzogtum Lauenburg (Schleswig-Holstein), jeweils mit dem der Elbe nahen Bereich.
Verbreitet sind die Entwicklung von Hartholzauenwäldern, die Extensivierung von Feuchtgrünland, die Renaturierung von Altarmen und Auengewässern, die Anlage von Kleingewässern für Amphibien sowie Artenschutzmaßnahmen für Weißstorch, Eisvogel und Fledermäuse. Die konkrete Auswahl richtet sich nach Eingriff, Standort und Landesrecht.
In der Aue kommen zahlreiche streng geschützte Arten vor, darunter Weißstorch, Schwarzstorch, Kammmolch, Rotbauchunke, Eisvogel und mehrere Fledermausarten. Bei Betroffenheit sind vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen (CEF) und gegebenenfalls Maßnahmen zur Wahrung des Erhaltungszustands (FCS) erforderlich. Zusätzlich sind FFH- und Vogelschutzgebiete entlang der Elbe zu prüfen.
Ja. Große Teile der Elbtalniederung liegen im länderübergreifenden UNESCO-Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe. Vorhaben und Kompensationsmaßnahmen sind mit der jeweiligen Biosphärenreservatsverwaltung und der zuständigen unteren Naturschutzbehörde abzustimmen. greeNature übernimmt diese Abstimmung.
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