Blütenreiche Extensivwiese in welliger Landschaft mit Waldkulisse
Naturraum · Brandenburg und Sachsen
D08

Ökopunkte im Naturraum D08
Spreewald und Lausitzer Becken- und Heideland

Wer in der Niederlausitz Eingriffe in Natur und Landschaft ausgleichen muss, plant seine Kompensation im Rahmen der Eingriffsregelung nach §§ 13 bis 15 BNatSchG. greeNature entwickelt bundesweit Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen und kennt die verbal-argumentative Bewertung nach den brandenburgischen HVE ebenso wie das Ökokontoverfahren im sächsischen Teil des Naturraums.

rund 2.323 km²
Gesamtfläche
Brandenburg und Sachsen
Bundesländer
Sandheiden, Teiche, Spreewald, Bergbaufolge
Prägende Landschaft
D08
BfN-Haupteinheit
Landschaft und Ökologie

Der Naturraum D08 im Überblick

Der Naturraum D08, Spreewald und Lausitzer Becken- und Heideland, liegt im südlichen Brandenburg und reicht mit Teilflächen nach Sachsen. Umgangssprachlich wird er als Niederlausitz bezeichnet. Er gehört zum Norddeutschen Tiefland und wurde im Wesentlichen durch die Saale-Kaltzeit geformt. Charakteristisch sind flachwellige Grund- und Endmoränenplatten, ausgedehnte Sandflächen und der Lausitzer Grenzwall, an dem die Niederlausitzer Randhügel Höhen von rund 90 bis 167 Metern erreichen. Die Spree begrenzt den Naturraum im Norden, die Schwarze Elster im Süden.

Prägend sind großflächige Kiefernforste auf nährstoffarmen Sanden, weite Sand- und Zwergstrauchheiden, Erlenbrüche und Feuchtniederungen sowie das verzweigte Fließgewässersystem des Spreewaldes. Die Niederlausitz zählt zu den niederschlagsärmsten Regionen Deutschlands. Über Jahrzehnte hat der Braunkohletagebau die Landschaft und den Wasserhaushalt tiefgreifend verändert, sodass heute eine der größten Bergbaufolgelandschaften Deutschlands mit dem entstehenden Lausitzer Seenland vorliegt.

Der Naturraum ist naturschutzfachlich hochwertig. Nach BfN-Angaben liegt der Anteil der FFH-Gebiete bei etwa 7,5 Prozent, der Anteil der Vogelschutzgebiete bei rund 10 Prozent. Bedeutende Schutzgebiete sind unter anderem das NSG Forsthaus Prösa, das NSG Der Loben und die Peitzer Teiche als international bedeutsames Wasservogelgebiet. Für Eingriffsvorhaben sind neben der Eingriffsregelung nach §§ 13 bis 15 BNatSchG regelmäßig auch die artenschutzrechtlichen Verbote nach § 44 BNatSchG zu beachten.

Im Hauptland Brandenburg erfolgt die Bewertung von Eingriff und Kompensation verbal-argumentativ auf Grundlage der Hinweise zum Vollzug der Eingriffsregelung (HVE). Vorleistungen lassen sich über Ökokonten und Flächenpools nach dem BbgNatSchAG sichern. Im sächsischen Teil des Naturraums gilt ein biotopwertbasiertes Ökokontoverfahren. greeNature plant Maßnahmen so, dass sie fachlich tragfähig sind, mit der zuständigen Naturschutzbehörde abgestimmt werden und, wo Arten betroffen sind, vorgezogene CEF-Maßnahmen die kontinuierliche ökologische Funktionalität sichern.

Blütenreiche Extensivwiese in welliger Landschaft mit Waldkulisse

📍 Enthaltene Landkreise

CottbusSpree-Neiße (tlw.)Oberspreewald-Lausitz (tlw.)Elbe-Elster (tlw.)Dahme-Spreewald (tlw.)Görlitz (tlw.)

🌿 Ökologische Besonderheiten

  • Eine der größten Bergbaufolgelandschaften Deutschlands mit dem entstehenden Lausitzer Seenland aus gefluteten Tagebauen
  • Spreewald als UNESCO-Biosphärenreservat mit einem verzweigten System aus Fließen, Erlenbrüchen und Feuchtwiesen
  • Peitzer Teiche als international bedeutsames Rast- und Brutgebiet für Wasservögel
  • Rückkehr des Wolfs, dessen Wiederbesiedlung in Deutschland von der Lausitz ausging
  • Zählt zu den niederschlagsärmsten Regionen Deutschlands, mit hohem Anteil trockener Sandstandorte und Kiefernforste
  • Bedeutende Heide-, Moor- und Waldkomplexe mit Vorkommen von Auerhuhn und Birkhuhn (etwa NSG Forsthaus Prösa, NSG Der Loben)

✅ greeNature in der Region

greeNature ist bundesweit tätig und in der Niederlausitz mit den Zuständigkeiten der brandenburgischen und sächsischen Naturschutzbehörden vertraut. Wir arbeiten mit der verbal-argumentativen Bewertung nach den brandenburgischen HVE sowie mit den Ökokonto- und Flächenpoolregelungen nach dem BbgNatSchAG und berücksichtigen im sächsischen Teil das dortige biotopwertbasierte Verfahren.

Kompensation im D08

Typische Maßnahmen im Naturraum D08

⛏️

Renaturierung von Bergbaufolgeflächen

Entwicklung naturnaher Lebensräume auf ehemaligen Tagebauflächen, etwa durch Initiierung von Sukzession, Sicherung von Rohbodenstandorten und Gewässerentwicklung.

🌲

Waldumbau naturferner Kiefernforste

Umbau strukturarmer Kiefernbestände zu standortgerechten Mischwäldern mit Eiche, Birke und Buche zur Erhöhung der ökologischen Wertigkeit.

🌾

Wiederherstellung von Feuchtwiesen und Niedermooren

Wiedervernässung entwässerter Niederungen und extensive Grünlandnutzung in den Spreewald- und Elsterniederungen zur Stabilisierung des Wasserhaushalts.

🏵️

Pflege und Neuanlage von Sandheiden

Erhalt und Entwicklung offener Zwergstrauch- und Sandheiden durch Entkusselung, Beweidung und Plaggen auf nährstoffarmen Standorten.

💧

Renaturierung von Fließgewässern und Teichen

Rückbau von Uferverbau, Anlage von Gewässerrandstreifen und naturnahe Teichbewirtschaftung zur Förderung von Fisch-, Amphibien- und Vogelarten.

🐦

Extensivierung der Agrarlandschaft

Anlage von Ackerrandstreifen, Brachen und Lerchenfenstern zugunsten von Feldvögeln und Offenlandarten in den Beckenlagen mit besseren Böden.

Artenvielfalt D08

Geschützte Arten im Spreewald und Lausitzer Becken- und Heideland

🦎

Zauneidechse

Besiedelt sonnige Sandheiden, Bahndämme und Bergbaufolgeflächen und ist bei Eingriffen häufig durch vorgezogene CEF-Maßnahmen zu sichern.

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🕊️

Schwarzstorch

Brütet in störungsarmen Erlenbrüchen und Feuchtwäldern und nutzt die Fließgewässer und Teiche des Naturraums zur Nahrungssuche.

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🐦

Eisvogel

Lebt an naturnahen Fließgewässern mit Steilufern, etwa an Spree und den Fließen des Spreewaldes.

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🐤

Kiebitz

Brütet in offenen Feuchtwiesen und Niederungen und reagiert empfindlich auf Entwässerung und Nutzungsintensivierung.

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🦇

Fledermäuse

Nutzen alte Waldbestände, Höhlenbäume und Bauwerke als Quartier; Kollisions- und Quartierverluste sind artenschutzrechtlich zu prüfen.

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🌾

Feldlerche

Charakterart der offenen Ackerlandschaft in den Beckenlagen, gefördert durch Lerchenfenster und extensive Bewirtschaftung.

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So einfach geht es

Ihr Weg zu Ökopunkten im D08

01

Kontakt und Anfrage

Kompensationsbedarf mitteilen und Naturraum angeben. Wir prüfen die Verfügbarkeit.

02

Angebot und Beratung

Transparentes Angebot mit Maßnahmentypen, Umfang und Verfügbarkeit.

03

Behördenabstimmung

Vollständige Koordination mit der Unteren Naturschutzbehörde. Wir übernehmen alles.

04

Langfristiges Monitoring

Dauerhafte Flächensicherung, Pflege und Dokumentation über die Vertragslaufzeit.

Weitere Naturräume

Ökopunkte in benachbarten Naturräumen

Häufige Fragen

Alles zum Naturraum D08

Der Naturraum liegt überwiegend im südlichen Brandenburg und reicht mit Teilflächen nach Nordsachsen. Maßgebliches Landesrecht ist daher vor allem das brandenburgische Naturschutzrecht, für die sächsischen Anteile das sächsische Recht.
In Brandenburg erfolgt die Bewertung von Eingriff und Ausgleich verbal-argumentativ auf Grundlage der Hinweise zum Vollzug der Eingriffsregelung (HVE). Anders als in Ländern mit Punktesystem wird kein rechnerischer Ökopunktewert gebildet. Im sächsischen Teil gilt ein biotopwertbasiertes Ökokontoverfahren.
Ja. Nach dem BbgNatSchAG lassen sich vorgezogene Maßnahmen über Ökokonten und Flächenpools bevorraten und später anerkannten Eingriffen zuordnen. greeNature unterstützt bei Konzeption, Abstimmung und Sicherung solcher Flächen.
Neben der Eingriffsregelung sind die artenschutzrechtlichen Verbote nach § 44 BNatSchG zu prüfen. Relevant sind unter anderem Zauneidechse, Fledermäuse, Schwarzstorch, Eisvogel und Feldvögel wie Kiebitz und Feldlerche. Wo erforderlich, sichern vorgezogene CEF-Maßnahmen die ökologische Funktionalität.
Wegen der Prägung durch Sandböden, Kiefernforste, Bergbaufolge und Feuchtniederungen bieten sich Waldumbau, Heidepflege, Renaturierung von Bergbaufolgeflächen sowie die Wiedervernässung von Niederungen und die naturnahe Gewässerentwicklung an.
Ja. greeNature ist bundesweit tätig und plant Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen in Brandenburg und Sachsen in Abstimmung mit den zuständigen Naturschutzbehörden.
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