Blütenreiche Hangwiese mit Margeriten unter blauem Himmel
Thüringen · Bilanzierungsmodell (ThürNatG)
Naturraum D18

Ökopunkte und Ausgleichsflächen
Landkreis Weimarer Land

Ökopunkte und Ausgleichsflächen im Landkreis Weimarer Land, bilanziert nach dem Thüringer Kompensationsmodell. greeNature begleitet Vorhaben von der Eingriffsbewertung bis zur dauerhaften Sicherung der Maßnahmen, bundesweit tätig und mit regionalem Bezug zum Thüringer Becken und zur Ilm-Saale-Platte.

804,47 km²
Kreisfläche
rund 82.400 (31.12.2024)
Einwohner
35
Städte und Gemeinden
Apolda
Kreisstadt
Thüringer Becken (D18)
Naturraum (BfN)
Landkreis und Ökologie

Der Landkreis Weimarer Land im Überblick

Der Landkreis Weimarer Land liegt in Mittelthüringen und umschließt die Stadt Weimar vollständig. Er reicht vom fruchtbaren Thüringer Becken im Norden bis zu den Muschelkalkhöhen der Ilm-Saale-Platte im Süden.

Mit rund drei Vierteln landwirtschaftlicher Nutzfläche ist der Kreis stark agrarisch geprägt. Kompensation setzt daher vor allem an ausgeräumten Ackerfluren, an den Auen von Ilm und Saale sowie an den Kalkmagerrasen der Randplatten an.

Die Bewertung von Eingriffen und Ausgleichsmaßnahmen erfolgt nach dem Thüringer Kompensationsmodell auf Grundlage des Thüringer Naturschutzgesetzes (ThürNatG) und der Thüringer Kompensationsverordnung, eingebettet in die Eingriffsregelung der §§ 13 bis 15 BNatSchG.

Wirtschaftlich prägen Landwirtschaft, das Kur- und Gesundheitswesen in Bad Berka und Bad Sulza sowie die Nähe zu den Oberzentren Weimar, Jena und Erfurt den Kreis. Daraus entsteht regelmäßig Kompensationsbedarf.

Blütenreiche Hangwiese mit Margeriten unter blauem Himmel

🗺️ Zugehörige Naturräume

D18
Thüringer Becken und Randplatten
Zum Naturraum D18 ›

📍 Ausgewählte Gemeinden

Apolda (KS)Bad SulzaBad BerkaBlankenhainKranichfeldMagdalaGrammetalAm EttersbergIlmtal-WeinstraßeMellingenNohraButtstädt

🌿 Ökologische Besonderheiten

  • Naturräumlich teilt sich der Kreis in das nördliche Thüringer Becken mit fruchtbaren Lössböden und die südliche Ilm-Saale-Platte aus Muschelkalk.
  • Das FFH-Gebiet Ilmtal zwischen Bad Berka und Weimar sichert naturnahe Flussauen, Auwaldreste und angrenzende Kalkhänge.
  • Auf den Muschelkalkhängen der Ilm-Saale-Platte finden sich artenreiche Kalk-Trocken- und Halbtrockenrasen mit seltenen Orchideen und wärmeliebenden Insekten.
  • Mit dem Stausee Hohenfelden und den Gewässern im Ilmtal bestehen bedeutende Gewässerlebensräume und Rastplätze für Wasservögel.
  • Der Kreis umschließt die Stadt Weimar vollständig und reicht im Osten bis zum Zusammenfluss von Ilm und Saale bei Großheringen.
  • Acht Naturschutzgebiete, darunter Seeteich Blankenhain und Großschwabhäuser Hain, sowie mehrere Landschaftsschutzgebiete prägen das Schutzgebietsnetz.

✅ greeNature vor Ort

greeNature entwickelt und sichert im Weimarer Land Kompensationsmaßnahmen, die zur Landschaft aus Thüringer Becken und Ilm-Saale-Platte passen. Wir bilanzieren Eingriffe nach dem Thüringer Kompensationsmodell, stimmen Maßnahmen mit der Unteren Naturschutzbehörde in Apolda ab und übernehmen Planung, Umsetzung, Monitoring und die dauerhafte rechtliche Sicherung. Schwerpunkte liegen auf der Renaturierung der Ilm- und Saaleauen, der Pflege der Muschelkalk-Trockenrasen und der ökologischen Aufwertung der Lössackerflur. Als bundesweit tätiges Unternehmen begleiten wir kommunale wie private Vorhabenträger.

Kompensation im Landkreis

Typische Maßnahmen im Landkreis Weimarer Land

🌱

Kalk-Trockenrasen pflegen

Erhalt und Entwicklung artenreicher Halbtrocken- und Trockenrasen auf den Muschelkalkhängen der Ilm-Saale-Platte durch Entbuschung und extensive Beweidung, Lebensraum für Orchideen und wärmeliebende Insekten.

🏞️

Ilm- und Saaleauen renaturieren

Rückbau von Uferverbau, Anlage von Gewässerrandstreifen und Förderung der Auendynamik, um Auwald, Feuchtlebensräume und Fischhabitate an Ilm und Saale zu verbessern.

🌾

Ackerflächen extensivieren

Anlage von Blühflächen, Ackerrandstreifen und Lerchenfenstern in der intensiv genutzten Lössackerflur des Thüringer Beckens zur Förderung von Feldvögeln und Ackerwildkräutern.

🍎

Streuobstwiesen anlegen und pflegen

Neuanlage und Nachpflanzung hochstämmiger Obstbestände als Lebensraum für Höhlenbrüter, Fledermäuse und Insekten, verbunden mit extensiver Grünlandnutzung.

🌳

Kalkbuchenwald und Waldränder entwickeln

Umbau strukturarmer Bestände zu standortgerechtem Laub- und Kalkbuchenwald, Förderung von Alt- und Totholz sowie stufig aufgebauter Waldränder.

🌿

Hecken und Biotopverbund

Anlage von Hecken, Feldgehölzen und Trittsteinbiotopen in der offenen Feldflur zur Vernetzung von Trockenrasen, Auen und Waldlebensräumen.

Artenvielfalt

Geschützte Arten im Thüringer Becken und Ilm-Saale-Platte

🕊️

Feldlerche

Charakterart der offenen Lössackerflur des Thüringer Beckens. Ihre Bestände leiden unter der intensiven Landwirtschaft, Lerchenfenster und Blühstreifen zählen zu den wirksamen Fördermaßnahmen.

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🦎

Zauneidechse

Nach § 44 BNatSchG streng geschützte Reptilienart der besonnten Muschelkalkhänge, Böschungen und Bahndämme. Bei Infrastruktur- und Gewerbeprojekten sind häufig vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen (CEF) nötig.

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🦇

Fledermäuse

Mehrere streng geschützte Arten, darunter Bechsteinfledermaus und Großes Mausohr, nutzen die Kalkbuchenwälder und die Auwälder des Ilmtals als Jagd- und Quartierlebensraum. Quartierbäume und Leitstrukturen sind bei Vorhaben zu berücksichtigen.

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🐟

Eisvogel

Brutvogel naturnaher Fließgewässer mit Steilufern an Ilm und Saale. Uferrenaturierung und die Sicherung von Abbruchkanten verbessern seine Lebensbedingungen.

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🐸

Kammmolch

Nach Anhang II der FFH-Richtlinie geschützte Amphibienart der Teich- und Kleingewässerlandschaft, etwa im Umfeld von Stauseen und Feldsöllen. Anlage und Vernetzung von Laichgewässern zählen zu den typischen Maßnahmen.

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🐦

Schwarzstorch

Die störungsarmen Wälder der Ilm-Saale-Platte bieten dem Schwarzstorch Brutmöglichkeiten, naturnahe Bäche liefern Nahrungshabitate. Vorhaben im Waldumfeld erfordern eine sorgfältige artenschutzrechtliche Prüfung.

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Typische Projekte

Welche Projekte lösen Kompensationspflicht aus?

🛣️

Verkehrsinfrastruktur

Aus- und Umbau von Bundesautobahn A 4, Bundes- und Landesstraßen sowie Bahnstrecken erzeugen Eingriffe, die nach der Eingriffsregelung auszugleichen sind.

🏭

Gewerbe- und Siedlungsentwicklung

Die Ausweisung von Gewerbe- und Wohngebieten im Umland von Weimar, Apolda und Erfurt führt zu Flächenversiegelung und Kompensationsbedarf.

☀️

Erneuerbare Energien

Freiflächen-Photovoltaik und Windenergieanlagen auf Acker- und Offenlandflächen lösen Ausgleichs- und artenschutzrechtliche Anforderungen aus.

🚿

Wasserwirtschaft und Hochwasserschutz

Maßnahmen an Ilm und Saale, an Stauanlagen und im Hochwasserschutz verbinden wasserbauliche Vorhaben mit naturschutzfachlicher Kompensation.

So einfach geht es

Von der Anfrage bis zum Monitoring

01

Kontakt und Anfrage

Kompensationsbedarf mitteilen und Naturraum angeben. Wir prüfen die Verfügbarkeit.

02

Angebot und Beratung

Transparentes Angebot mit Maßnahmentypen, Umfang und Verfügbarkeit.

03

Behördenabstimmung

Vollständige Koordination mit der Unteren Naturschutzbehörde. Wir übernehmen alles.

04

Langfristiges Monitoring

Dauerhafte Flächensicherung, Pflege und Dokumentation über die Vertragslaufzeit.

Nachbarlandkreise

Ökopunkte in angrenzenden Landkreisen

SÖ
Landkreis Sömmerda
Thüringen, im Norden
SA
Landkreis Saale-Holzland-Kreis
Thüringen, im Osten
SA
Landkreis Saalfeld-Rudolstadt
Thüringen, im Süden
IL
Landkreis Ilm-Kreis
Thüringen, im Südwesten
Häufige Fragen

Alles zu Ökopunkten
im Landkreis Weimarer Land

Eingriffe und Kompensationsmaßnahmen werden nach dem Thüringer Kompensationsmodell bilanziert. Grundlage sind das Thüringer Naturschutzgesetz (ThürNatG) und die Thüringer Kompensationsverordnung, eingebettet in die naturschutzrechtliche Eingriffsregelung der §§ 13 bis 15 BNatSchG.
Zuständig ist in der Regel die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt Weimarer Land (Umweltamt) in Apolda. Bei größeren oder überörtlichen Vorhaben kann zusätzlich das Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz beteiligt sein.
Der Kreis gehört zum BfN-Naturraum Thüringer Becken (D18). Der Norden ist von fruchtbaren Lössböden geprägt, der Süden von den Muschelkalkhöhen der Ilm-Saale-Platte als Randplatte des Beckens. Die genaue Naturraumzuordnung des Eingriffsorts ist für die Bilanzierung maßgeblich.
Kompensationsbedarf entsteht etwa bei Straßen- und Bahnprojekten, bei Gewerbe- und Siedlungsentwicklung im Umland der Städte, bei Freiflächen-Photovoltaik und Windenergie sowie bei Vorhaben der Wasserwirtschaft an Ilm und Saale.
Ja. Neben der Eingriffsregelung ist der besondere Artenschutz nach § 44 BNatSchG zu beachten. Für betroffene Arten können vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen (CEF) erforderlich sein, um den günstigen Erhaltungszustand (FCS) der lokalen Populationen zu sichern.
Ja. Ist eine Kompensation vor Ort nicht möglich, können Ersatzmaßnahmen im räumlichen Zusammenhang umgesetzt werden, etwa über Flächen- und Maßnahmenpools im Naturraum. Die Anerkennung erfolgt durch die zuständige Naturschutzbehörde.
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