
Ökopunkte und Ausgleichsflächen
Stadt Suhl
Ökopunkte und Ausgleichsflächen für die kreisfreie Stadt Suhl im Thüringer Wald, bewertet nach dem Thüringer Kompensationsmodell. greeNature begleitet städtebauliche und private Vorhaben von der Bilanzierung nach ThürNatG bis zur dauerhaften Sicherung und Pflege der Maßnahmen, bundesweit tätig und mit regionalem Bezug.
Die Stadt Suhl im Überblick
Suhl liegt als kreisfreie Stadt im fränkisch geprägten Süden Thüringens, eingebettet in ein nach Süden geöffnetes Tal am Westrand des Thüringer Waldes. Thüringen gliedert sich nicht in Regierungsbezirke, sodass die Stadt unmittelbar den obersten Landesbehörden nachgeordnet ist.
Das Stadtgebiet reicht von der dicht bebauten Kernstadt bis auf die bewaldeten Kammlagen mit dem Rennsteig. Weite Teile des Umlands gehören zum Naturpark Thüringer Wald, im Osten hat die Stadt Anteil am UNESCO-Biosphärenreservat Vessertal-Thüringer Wald.
Eingriffe und Kompensationsmaßnahmen werden nach dem Thüringer Kompensationsmodell bilanziert. Grundlage sind das Thüringer Naturschutzgesetz (ThürNatG) und die Thüringer Kompensationsverordnung, eingebettet in die naturschutzrechtliche Eingriffsregelung der §§ 13 bis 15 BNatSchG.
Die Wirtschaft ist historisch von jahrhundertelanger Waffen- und Metallverarbeitung sowie vom Fahrzeugbau (Simson) geprägt, heute ist Suhl zudem staatlich anerkannter Erholungsort. Kompensationsbedarf entsteht vor allem durch Innenentwicklung und Wohnbau, Gewerbeflächen, Verkehrsvorhaben und erneuerbare Energien.

🗺️ Zugehörige Naturräume
Zum Naturraum D48 ›
📍 Stadtteile
🌿 Ökologische Besonderheiten
- UNESCO-Biosphärenreservat Vessertal-Thüringer Wald mit dem Naturschutzgebiet Vessertal, 1979 als erstes Biosphärenreservat Deutschlands gegründet, reicht in das östliche Stadtgebiet.
- Der Rennsteig verläuft über die nördlichen Kammlagen im Umfeld der Ortsteile Gehlberg und Schmiedefeld am Rennsteig.
- Montane Fichten- und Buchenwälder, artenreiche Berg-Mähwiesen und quellklare Gebirgsbäche prägen die Höhenlagen rund um die Stadt.
- Weite Teile des bewaldeten Stadtumlands gehören zum Naturpark Thüringer Wald.
- Der Thüringer Wald zählt zu den bundesweit bedeutenden Verbreitungsgebieten der Europäischen Wildkatze.
- Die Täler von Hasel und Lauter durchziehen das Stadtgebiet als naturnahe Fließgewässer mit Kompensationspotenzial.
✅ greeNature vor Ort
greeNature arbeitet bundesweit und begleitet Vorhaben in Suhl nach dem Thüringer Kompensationsmodell, also der Bilanzierung auf Grundlage des ThürNatG. Die naturschutzfachlichen Besonderheiten des Thüringer Waldes, darunter Berg-Mähwiesen, montane Wälder, Bergheiden und quellklare Gebirgsbäche, sowie die Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt kennen wir aus der Projektarbeit. Weil Ausgleich und Ersatz möglichst im betroffenen Naturraum wirken sollen, achten wir auf eine naturraumtreue Flächenauswahl im Umfeld der Stadt. Von der Eingriffsbilanzierung über die Flächenbereitstellung bis zu Umsetzung, Pflege und Monitoring übernehmen wir den gesamten Ablauf. Besteht artenschutzrechtlicher Bedarf nach § 44 BNatSchG, konzipieren wir vorgezogene CEF-Maßnahmen, die die ökologische Funktion für die betroffenen Arten durchgängig sichern. Wir begleiten sowohl kommunale als auch private Vorhabenträger.
Typische Maßnahmen in der Stadt Suhl
Flächen entsiegeln und Brachen renaturieren
Rückbau nicht mehr genutzter Bebauung und Versiegelung im Stadtgebiet, Entwicklung von Boden, Grünflächen und Kleinstrukturen. Entsiegelung ist im urbanen Kontext eine besonders wirksame Aufwertung.
Gebirgsbäche renaturieren
Rückbau von Uferverbau, Anlage von Gewässerrandstreifen und Förderung der Eigendynamik an Hasel, Lauter und Vesser zur Verbesserung von Gewässer- und Auenlebensräumen.
Berg-Mähwiesen wiederherstellen
Wiederherstellung und extensive Pflege artenreicher Berg-Mähwiesen (FFH-Lebensraumtyp 6520) durch angepasste Mahd ohne Düngung, ein hochwertiger und aufwertungsstarker Offenlandbiotop der Höhenlagen.
Bergheiden und Borstgrasrasen pflegen
Entbuschung und Pflege magerer Bergheiden und Borstgrasrasen in den Kammlagen, um lichtbedürftige Offenlandarten und ihre Lebensräume dauerhaft zu erhalten.
Wald naturnah umbauen
Umbau strukturarmer Fichtenforste zu standortgerechtem Bergmischwald, Förderung von Alt- und Totholz sowie stufig aufgebauter Waldränder zur Stabilisierung der Waldlebensräume.
Grünland und Streuobst im Umland aufwerten
Extensivierung von Wiesen und Weiden sowie Neuanlage und Pflege hochstämmiger Streuobstbestände in den Tallagen als Lebensraum für Insekten, Höhlenbrüter und Fledermäuse.
Geschützte Arten im Kreisfreie Stadt im Thüringer Wald
Wildkatze
Der Thüringer Wald zählt zu den bedeutenden Verbreitungsgebieten der Europäischen Wildkatze. Sie ist auf zusammenhängende, störungsarme Laub- und Mischwälder mit Totholz und Deckung angewiesen. Waldbiotopverbund und Wanderkorridore fördern die Art.
Mehr zur Art ›Schwarzstorch
Scheuer Brutvogel großer, ruhiger Waldgebiete mit naturnahen Bächen als Nahrungsräumen. Störungsarme Altholzbestände und renaturierte Fließgewässer sichern seine Brut- und Nahrungshabitate.
Mehr zur Art ›Fledermäuse
Mehrere streng geschützte Arten nutzen Wälder, Gewässer und Gebäude als Jagd- und Quartierlebensräume. Quartierbäume, Spaltenquartiere und Leitstrukturen sind bei Vorhaben zu berücksichtigen.
Mehr zur Art ›Amphibien
Quellklare Waldbäche und Kleingewässer bieten Lebensräume für Arten wie den Feuersalamander. Naturnahe, durchgängige Fließgewässer und besonnte Laichgewässer sichern ihre Fortpflanzung.
Mehr zur Art ›Haselmaus
Die nach § 44 BNatSchG streng geschützte Schläferart besiedelt strukturreiche Waldränder, Gebüsche und Hecken. Durchgehende Gehölzstrukturen und Waldsäume sind für sie unverzichtbar.
Mehr zur Art ›Zauneidechse
Nach § 44 BNatSchG streng geschützte Reptilienart an besonnten Böschungen, Bahndämmen und Waldrändern. Bei Eingriffen sind häufig vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen (CEF) nötig.
Mehr zur Art ›Welche Projekte lösen Kompensationspflicht aus?
Wohnbau und Innenentwicklung
Neubau, Nachverdichtung und die Umnutzung innerstädtischer Flächen führen zu Versiegelung und lösen nach der Eingriffsregelung Kompensationsbedarf aus.
Gewerbe- und Industrieflächen
Die Ausweisung und Erweiterung von Gewerbe- und Industriegebieten im Stadtgebiet erzeugt Flächenverbrauch, der auszugleichen ist.
Verkehrsinfrastruktur
Der Ausbau von Bundesautobahnen und Bundesstraßen im Raum Suhl sowie kommunale Straßenbauvorhaben erzeugen Eingriffe, die nach der Eingriffsregelung auszugleichen sind.
Erneuerbare Energien
Freiflächen-Photovoltaik und Windenergie auf geeigneten Flächen im Umland lösen Ausgleichs- und artenschutzrechtliche Anforderungen aus.
Von der Anfrage bis zum Monitoring
Kontakt und Anfrage
Kompensationsbedarf mitteilen und Naturraum angeben. Wir prüfen die Verfügbarkeit.
Angebot und Beratung
Transparentes Angebot mit Maßnahmentypen, Umfang und Verfügbarkeit.
Behördenabstimmung
Vollständige Koordination mit der Unteren Naturschutzbehörde. Wir übernehmen alles.
Langfristiges Monitoring
Dauerhafte Flächensicherung, Pflege und Dokumentation über die Vertragslaufzeit.
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