Blütenreiche Hangwiese mit Margeriten unter blauem Himmel
Thüringen · Bilanzierungsmodell (ThürNatG)
Naturraum D48

Ökopunkte und Ausgleichsflächen
Stadt Suhl

Ökopunkte und Ausgleichsflächen für die kreisfreie Stadt Suhl im Thüringer Wald, bewertet nach dem Thüringer Kompensationsmodell. greeNature begleitet städtebauliche und private Vorhaben von der Bilanzierung nach ThürNatG bis zur dauerhaften Sicherung und Pflege der Maßnahmen, bundesweit tätig und mit regionalem Bezug.

141,62 km²
Stadtfläche
34.685 (31.12.2024)
Einwohner
Kreisfreie Stadt
Verwaltungsstatus
Kernstadt und 10 Ortsteile
Gliederung
Thüringer Wald (D48)
Naturraum (BfN)
Stadt und Ökologie

Die Stadt Suhl im Überblick

Suhl liegt als kreisfreie Stadt im fränkisch geprägten Süden Thüringens, eingebettet in ein nach Süden geöffnetes Tal am Westrand des Thüringer Waldes. Thüringen gliedert sich nicht in Regierungsbezirke, sodass die Stadt unmittelbar den obersten Landesbehörden nachgeordnet ist.

Das Stadtgebiet reicht von der dicht bebauten Kernstadt bis auf die bewaldeten Kammlagen mit dem Rennsteig. Weite Teile des Umlands gehören zum Naturpark Thüringer Wald, im Osten hat die Stadt Anteil am UNESCO-Biosphärenreservat Vessertal-Thüringer Wald.

Eingriffe und Kompensationsmaßnahmen werden nach dem Thüringer Kompensationsmodell bilanziert. Grundlage sind das Thüringer Naturschutzgesetz (ThürNatG) und die Thüringer Kompensationsverordnung, eingebettet in die naturschutzrechtliche Eingriffsregelung der §§ 13 bis 15 BNatSchG.

Die Wirtschaft ist historisch von jahrhundertelanger Waffen- und Metallverarbeitung sowie vom Fahrzeugbau (Simson) geprägt, heute ist Suhl zudem staatlich anerkannter Erholungsort. Kompensationsbedarf entsteht vor allem durch Innenentwicklung und Wohnbau, Gewerbeflächen, Verkehrsvorhaben und erneuerbare Energien.

Blütenreiche Hangwiese mit Margeriten unter blauem Himmel

🗺️ Zugehörige Naturräume

D48
Thüringisch-Fränkisches Mittelgebirge
Zum Naturraum D48 ›

📍 Stadtteile

Suhl (Kernstadt) (KS)HeinrichsGoldlauter-HeidersbachMäbendorfDietzhausenAlbrechtsWichtshausenVesserSchmiedefeld am RennsteigGehlbergNeundorfLauter

🌿 Ökologische Besonderheiten

  • UNESCO-Biosphärenreservat Vessertal-Thüringer Wald mit dem Naturschutzgebiet Vessertal, 1979 als erstes Biosphärenreservat Deutschlands gegründet, reicht in das östliche Stadtgebiet.
  • Der Rennsteig verläuft über die nördlichen Kammlagen im Umfeld der Ortsteile Gehlberg und Schmiedefeld am Rennsteig.
  • Montane Fichten- und Buchenwälder, artenreiche Berg-Mähwiesen und quellklare Gebirgsbäche prägen die Höhenlagen rund um die Stadt.
  • Weite Teile des bewaldeten Stadtumlands gehören zum Naturpark Thüringer Wald.
  • Der Thüringer Wald zählt zu den bundesweit bedeutenden Verbreitungsgebieten der Europäischen Wildkatze.
  • Die Täler von Hasel und Lauter durchziehen das Stadtgebiet als naturnahe Fließgewässer mit Kompensationspotenzial.

✅ greeNature vor Ort

greeNature arbeitet bundesweit und begleitet Vorhaben in Suhl nach dem Thüringer Kompensationsmodell, also der Bilanzierung auf Grundlage des ThürNatG. Die naturschutzfachlichen Besonderheiten des Thüringer Waldes, darunter Berg-Mähwiesen, montane Wälder, Bergheiden und quellklare Gebirgsbäche, sowie die Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt kennen wir aus der Projektarbeit. Weil Ausgleich und Ersatz möglichst im betroffenen Naturraum wirken sollen, achten wir auf eine naturraumtreue Flächenauswahl im Umfeld der Stadt. Von der Eingriffsbilanzierung über die Flächenbereitstellung bis zu Umsetzung, Pflege und Monitoring übernehmen wir den gesamten Ablauf. Besteht artenschutzrechtlicher Bedarf nach § 44 BNatSchG, konzipieren wir vorgezogene CEF-Maßnahmen, die die ökologische Funktion für die betroffenen Arten durchgängig sichern. Wir begleiten sowohl kommunale als auch private Vorhabenträger.

Kompensation in der Stadt

Typische Maßnahmen in der Stadt Suhl

🧱

Flächen entsiegeln und Brachen renaturieren

Rückbau nicht mehr genutzter Bebauung und Versiegelung im Stadtgebiet, Entwicklung von Boden, Grünflächen und Kleinstrukturen. Entsiegelung ist im urbanen Kontext eine besonders wirksame Aufwertung.

💧

Gebirgsbäche renaturieren

Rückbau von Uferverbau, Anlage von Gewässerrandstreifen und Förderung der Eigendynamik an Hasel, Lauter und Vesser zur Verbesserung von Gewässer- und Auenlebensräumen.

🌼

Berg-Mähwiesen wiederherstellen

Wiederherstellung und extensive Pflege artenreicher Berg-Mähwiesen (FFH-Lebensraumtyp 6520) durch angepasste Mahd ohne Düngung, ein hochwertiger und aufwertungsstarker Offenlandbiotop der Höhenlagen.

🌿

Bergheiden und Borstgrasrasen pflegen

Entbuschung und Pflege magerer Bergheiden und Borstgrasrasen in den Kammlagen, um lichtbedürftige Offenlandarten und ihre Lebensräume dauerhaft zu erhalten.

🌲

Wald naturnah umbauen

Umbau strukturarmer Fichtenforste zu standortgerechtem Bergmischwald, Förderung von Alt- und Totholz sowie stufig aufgebauter Waldränder zur Stabilisierung der Waldlebensräume.

🍎

Grünland und Streuobst im Umland aufwerten

Extensivierung von Wiesen und Weiden sowie Neuanlage und Pflege hochstämmiger Streuobstbestände in den Tallagen als Lebensraum für Insekten, Höhlenbrüter und Fledermäuse.

Artenvielfalt

Geschützte Arten im Kreisfreie Stadt im Thüringer Wald

🐈

Wildkatze

Der Thüringer Wald zählt zu den bedeutenden Verbreitungsgebieten der Europäischen Wildkatze. Sie ist auf zusammenhängende, störungsarme Laub- und Mischwälder mit Totholz und Deckung angewiesen. Waldbiotopverbund und Wanderkorridore fördern die Art.

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🐦

Schwarzstorch

Scheuer Brutvogel großer, ruhiger Waldgebiete mit naturnahen Bächen als Nahrungsräumen. Störungsarme Altholzbestände und renaturierte Fließgewässer sichern seine Brut- und Nahrungshabitate.

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🦇

Fledermäuse

Mehrere streng geschützte Arten nutzen Wälder, Gewässer und Gebäude als Jagd- und Quartierlebensräume. Quartierbäume, Spaltenquartiere und Leitstrukturen sind bei Vorhaben zu berücksichtigen.

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🐸

Amphibien

Quellklare Waldbäche und Kleingewässer bieten Lebensräume für Arten wie den Feuersalamander. Naturnahe, durchgängige Fließgewässer und besonnte Laichgewässer sichern ihre Fortpflanzung.

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🐭

Haselmaus

Die nach § 44 BNatSchG streng geschützte Schläferart besiedelt strukturreiche Waldränder, Gebüsche und Hecken. Durchgehende Gehölzstrukturen und Waldsäume sind für sie unverzichtbar.

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🦎

Zauneidechse

Nach § 44 BNatSchG streng geschützte Reptilienart an besonnten Böschungen, Bahndämmen und Waldrändern. Bei Eingriffen sind häufig vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen (CEF) nötig.

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Typische Projekte

Welche Projekte lösen Kompensationspflicht aus?

🏘️

Wohnbau und Innenentwicklung

Neubau, Nachverdichtung und die Umnutzung innerstädtischer Flächen führen zu Versiegelung und lösen nach der Eingriffsregelung Kompensationsbedarf aus.

🏭

Gewerbe- und Industrieflächen

Die Ausweisung und Erweiterung von Gewerbe- und Industriegebieten im Stadtgebiet erzeugt Flächenverbrauch, der auszugleichen ist.

🛣️

Verkehrsinfrastruktur

Der Ausbau von Bundesautobahnen und Bundesstraßen im Raum Suhl sowie kommunale Straßenbauvorhaben erzeugen Eingriffe, die nach der Eingriffsregelung auszugleichen sind.

☀️

Erneuerbare Energien

Freiflächen-Photovoltaik und Windenergie auf geeigneten Flächen im Umland lösen Ausgleichs- und artenschutzrechtliche Anforderungen aus.

So einfach geht es

Von der Anfrage bis zum Monitoring

01

Kontakt und Anfrage

Kompensationsbedarf mitteilen und Naturraum angeben. Wir prüfen die Verfügbarkeit.

02

Angebot und Beratung

Transparentes Angebot mit Maßnahmentypen, Umfang und Verfügbarkeit.

03

Behördenabstimmung

Vollständige Koordination mit der Unteren Naturschutzbehörde. Wir übernehmen alles.

04

Langfristiges Monitoring

Dauerhafte Flächensicherung, Pflege und Dokumentation über die Vertragslaufzeit.

Häufige Fragen

Alles zu Ökopunkten
in der Stadt Suhl

Eingriffe und Kompensationsmaßnahmen werden nach dem Thüringer Kompensationsmodell bilanziert. Grundlage sind das Thüringer Naturschutzgesetz (ThürNatG) und die Thüringer Kompensationsverordnung, eingebettet in die naturschutzrechtliche Eingriffsregelung der §§ 13 bis 15 BNatSchG.
Als kreisfreie Stadt nimmt Suhl die Aufgaben der Unteren Naturschutzbehörde selbst wahr, in der Regel über das Umwelt- und Bauaufsichtsamt der Stadtverwaltung. Bei größeren oder überörtlichen Vorhaben kann zusätzlich das Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) beteiligt sein.
Ökopunkte bilden den in der Bilanzierung ermittelten Aufwertungswert einer Kompensationsmaßnahme ab. Sie dienen dazu, den durch einen Eingriff verursachten Wertverlust auszugleichen, wenn Ausgleich und Ersatz nicht vollständig am Eingriffsort möglich sind.
Kompensationsbedarf entsteht etwa bei Wohnbau und Innenentwicklung, bei Gewerbe- und Industrieansiedlungen, bei Straßen- und Verkehrsvorhaben sowie bei Freiflächen-Photovoltaik und Windenergie im Umland.
Ja. Neben der Eingriffsregelung ist der besondere Artenschutz nach § 44 BNatSchG zu beachten. Für betroffene Arten wie Wildkatze, Fledermäuse oder Haselmaus können vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen (CEF) erforderlich sein, um den günstigen Erhaltungszustand (FCS) der lokalen Populationen zu sichern.
Ja. Ist eine Kompensation vor Ort nicht möglich, können Ersatzmaßnahmen im räumlichen Zusammenhang umgesetzt werden, beispielsweise über Flächen- und Maßnahmenpools im Naturraum Thüringer Wald. Die Anerkennung erfolgt durch die zuständige Naturschutzbehörde.
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