
Ökopunkte und Ausgleichsflächen
Stadt Gera
Ökopunkte und Ausgleichsflächen in der kreisfreien Stadt Gera, bewertet nach dem Thüringer Kompensationsmodell auf Grundlage des Thüringer Naturschutzgesetzes (ThürNatG). greeNature begleitet Vorhabenträger von der Eingriffsbilanzierung über die Flächenbereitstellung bis zur dauerhaften Sicherung und Pflege der Maßnahmen, bundesweit und mit regionalem Bezug.
Die Stadt Gera im Überblick
Gera ist eine kreisfreie Stadt im Osten Thüringens und nach Erfurt und Jena die drittgrößte Stadt des Landes. Sie liegt an der Weißen Elster im nördlichen Vogtland, dort wo der Fluss das vogtländische Bergland verlässt und in das ostthüringische Hügelland übergeht. Da Thüringen nicht in Regierungsbezirke gegliedert ist, ist die Stadt unmittelbar den obersten Landesbehörden nachgeordnet.
Das Stadtbild wechselt zwischen dicht bebauten Innenstadt- und Plattenbaugebieten, den Auen der Weißen Elster und ausgedehnten Waldflächen. Der Geraer Stadtwald mit rund 1.575 Hektar begleitet die Steilhänge des Elstertals und enthält mit dem FFH-Gebiet Hainberg-Weinberg wertvolle Waldlebensräume. Östlich der Stadt schließt das Ronneburger Acker- und Bergbaugebiet an, das vom früheren Uranerzbergbau der Wismut geprägt ist.
Eingriffe und Kompensationsmaßnahmen werden nach dem Thüringer Kompensationsmodell bilanziert. Grundlage sind das Thüringer Naturschutzgesetz (ThürNatG) und die Thüringer Kompensationsverordnung, eingebettet in die naturschutzrechtliche Eingriffsregelung der §§ 13 bis 15 BNatSchG. Als kreisfreie Stadt nimmt Gera die Aufgaben der Unteren Naturschutzbehörde selbst wahr.
Wirtschaftlich war Gera lange von der Textil- und Tuchindustrie sowie vom Uranerzbergbau bei Ronneburg geprägt. Heute bestimmen Verwaltung, Dienstleistung, Gesundheitswirtschaft und Gewerbe das Bild. Wohnbau- und Quartiersentwicklung, Gewerbeansiedlungen im Umfeld der Autobahn A4, Verkehrsvorhaben sowie die fortlaufende Sanierung und Renaturierung der Wismut-Bergbaufolgeflächen erzeugen regelmäßig Kompensationsbedarf.

🗺️ Zugehörige Naturräume
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📍 Stadtteile
🌿 Ökologische Besonderheiten
- Die Weiße Elster durchquert das gesamte Stadtgebiet und verlässt bei Gera das Vogtland, ihre Aue ist ein wichtiger Biotopverbund im Osten Thüringens.
- Der Geraer Stadtwald umfasst rund 1.575 Hektar an den Steilhängen des Elstertals und ist als Landschaftsschutzgebiet gesichert.
- Im Stadtwald liegt das FFH-Gebiet Hainberg-Weinberg mit geschützten Waldlebensraumtypen und streng geschützten Fledermausarten wie Mopsfledermaus, Bechsteinfledermaus und Großem Mausohr.
- Östlich der Stadt erstreckt sich das Ronneburger Acker- und Bergbaugebiet, das den nordöstlichen Rand der ostthüringisch-vogtländischen Hochflächen bildet.
- Mit dem Gessental und der Neuen Landschaft Ronneburg wurde eine großflächige Uranbergbaufolgelandschaft renaturiert, die zur Bundesgartenschau 2007 in Gera und Ronneburg entwickelt wurde.
- Naturräumlich vermittelt Gera zwischen dem nördlichen Vogtland und dem ostthüringischen Hügelland am Übergang zum Thüringer Becken.
✅ greeNature vor Ort
greeNature arbeitet bundesweit und begleitet Vorhaben in Gera nach dem Thüringer Kompensationsmodell, also der Bilanzierung auf Grundlage des ThürNatG. Die naturschutzfachlichen Besonderheiten der Stadt, darunter das Weiße-Elster-Tal, die Waldlebensräume des Geraer Stadtwaldes und die renaturierten Bergbaufolgeflächen um Ronneburg, kennen wir aus der Projektarbeit. Wir bilanzieren Eingriffe, stimmen Maßnahmen mit dem Umweltamt der Stadt Gera als Unterer Naturschutzbehörde ab und übernehmen Planung, Flächensicherung, Umsetzung, Monitoring und die dauerhafte rechtliche Sicherung. Schwerpunkte liegen auf der Renaturierung von Fließgewässern, der Entsiegelung und Aufwertung stadtnaher Flächen sowie der ökologischen Entwicklung von Grünland und Bergbaufolgeflächen im Umland. Wir begleiten kommunale wie private Vorhabenträger.
Typische Maßnahmen in der Stadt Gera
Fließgewässer renaturieren
Rückbau von Uferverbau, Anlage von Gewässerrandstreifen und Förderung der Eigendynamik an der Weißen Elster und ihren Nebenbächen, um Gewässer- und Auenlebensräume zu verbessern.
Flächen entsiegeln und begrünen
Rückbau versiegelter Flächen im Stadtgebiet, Umwandlung in Grün-, Gehölz- und Retentionsflächen sowie Aufwertung des Stadtgrüns als stadtnahe Kompensation.
Grünland aufwerten
Extensivierung und späte Mahd von Wiesen im Umland, Umwandlung intensiv genutzter Flächen in artenreiches Grünland zur Förderung von Insekten, Wiesenvögeln und Feldflora.
Streuobstwiesen anlegen und pflegen
Neuanlage und Nachpflanzung hochstämmiger Obstbestände als Lebensraum für Höhlenbrüter, Insekten und Fledermäuse, verbunden mit extensiver Grünlandnutzung.
Laubwald und Waldränder entwickeln
Umbau strukturarmer Bestände zu standortgerechtem Laubmischwald, Förderung von Alt- und Totholz sowie stufig aufgebauter Waldränder, etwa im Geraer Stadtwald.
Bergbaufolgeflächen entwickeln
Ökologische Entwicklung sanierter Uranbergbauflächen und Halden im Umfeld von Ronneburg zu Offenland-, Gewässer- und Sukzessionslebensräumen.
Geschützte Arten im Nördliches Vogtland und Weiße-Elster-Tal
Feldlerche
Charakterart der offenen Ackerlandschaft östlich der Stadt, deren Bestände unter der intensiven Landwirtschaft leiden. Lerchenfenster und Ackerrandstreifen zählen zu den wirksamen Fördermaßnahmen.
Mehr zur Art ›Fledermäuse
Im FFH-Gebiet Hainberg-Weinberg im Geraer Stadtwald kommen streng geschützte Arten wie Mopsfledermaus, Bechsteinfledermaus und Großes Mausohr vor. Quartierbäume und Leitstrukturen sind bei Vorhaben zu berücksichtigen.
Mehr zur Art ›Eisvogel
Brutvogel naturnaher Fließgewässer mit Steilufern an der Weißen Elster. Uferrenaturierung und die Sicherung von Abbruchkanten verbessern seine Lebensbedingungen.
Mehr zur Art ›Zauneidechse
Nach § 44 BNatSchG streng geschützte Reptilienart an Böschungen, Bahndämmen und Bergbaufolgeflächen. Bei Eingriffen sind häufig vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen (CEF) nötig.
Mehr zur Art ›Amphibien
Kleingewässer und renaturierte Bergbaufolgeflächen etwa im Gessental bieten Laichlebensräume für streng geschützte Amphibienarten. Neuanlage und Vernetzung von Gewässern zählen zu den geeigneten Maßnahmen.
Mehr zur Art ›Welche Projekte lösen Kompensationspflicht aus?
Wohnbau und Stadtentwicklung
Wohn- und Quartiersentwicklung sowie Nachverdichtung im Stadtgebiet führen zu Flächeninanspruchnahme, die nach der Eingriffsregelung auszugleichen ist.
Gewerbe- und Industrieflächen
Die Ausweisung und Erweiterung von Gewerbegebieten, unter anderem im Umfeld der Autobahn A4, erzeugt Flächenversiegelung und Kompensationsbedarf.
Verkehrsinfrastruktur
Aus- und Umbau von Bundesstraßen, innerstädtischen Verkehrsanlagen und Bahnstrecken lösen Eingriffe aus, die nach den §§ 13 bis 15 BNatSchG zu kompensieren sind.
Bergbausanierung Wismut
Die Sanierung und Umgestaltung der Uranbergbau-Hinterlassenschaften bei Ronneburg verbindet Gefahrenabwehr und Rekultivierung mit naturschutzfachlicher Aufwertung und Kompensation.
Von der Anfrage bis zum Monitoring
Kontakt und Anfrage
Kompensationsbedarf mitteilen und Naturraum angeben. Wir prüfen die Verfügbarkeit.
Angebot und Beratung
Transparentes Angebot mit Maßnahmentypen, Umfang und Verfügbarkeit.
Behördenabstimmung
Vollständige Koordination mit der Unteren Naturschutzbehörde. Wir übernehmen alles.
Langfristiges Monitoring
Dauerhafte Flächensicherung, Pflege und Dokumentation über die Vertragslaufzeit.
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