
Ökopunkte und Ausgleichsflächen
Stadt Erfurt
Ökopunkte und Ausgleichsflächen in der Landeshauptstadt Erfurt, bewertet nach dem Thüringer Kompensationsmodell auf Grundlage des Thüringer Naturschutzgesetzes (ThürNatG). greeNature begleitet Vorhaben von der Eingriffsbilanzierung bis zur dauerhaften Sicherung der Maßnahmen, bundesweit und mit regionalem Bezug.
Die Stadt Erfurt im Überblick
Erfurt ist die Landeshauptstadt Thüringens und als kreisfreie Stadt eigener Rechtsträger. Sie liegt zentral im Thüringer Becken im Tal der Gera und ist mit rund 218.800 Einwohnern die größte Stadt des Landes. Angrenzend sind die Landkreise Sömmerda, Weimarer Land, Ilm-Kreis und Gotha.
Naturräumlich gehört das Stadtgebiet zum Thüringer Becken mit Randplatten (BfN-Naturraum D18). Prägend sind die fruchtbaren Lössböden der Beckenlandschaft im Norden und Osten sowie die bewaldeten Muschelkalk-Randplatten im Süden, allen voran der Steiger. Die Gera durchzieht das Stadtgebiet und bildet mit ihren Nebenflüssen Nesse und Gramme eine wichtige Gewässer- und Biotopverbundachse.
Trotz des dicht besiedelten Kerns weist Erfurt bedeutende Schutzgebiete auf. Das FFH-Gebiet Steiger, Willroder Forst und Werningslebener Wald ist zugleich Europäisches Vogelschutzgebiet, dazu kommen das Naturschutzgebiet Alacher See sowie die Binnensalzstellen im Norden bei Stotternheim.
Die Bewertung von Eingriffen und Ausgleichsmaßnahmen richtet sich nach dem Thüringer Kompensationsmodell auf Grundlage des ThürNatG. Als wachsendes Oberzentrum mit Wohnungsbau, Gewerbe- und Verkehrsvorhaben besteht in Erfurt ein regelmäßiger Kompensationsbedarf, der im urbanen Umfeld besondere Anforderungen an Flächenverfügbarkeit und Maßnahmenqualität stellt.

🗺️ Zugehörige Naturräume
Zum Naturraum D18 ›
📍 Stadtteile
🌿 Ökologische Besonderheiten
- FFH-Gebiet Steiger, Willroder Forst und Werningslebener Wald (Nr. 56), zugleich Europäisches Vogelschutzgebiet (SPA), mit ausgedehnten naturnahen Eichen-Hainbuchen- und Buchenwäldern von insgesamt rund 2.265 ha
- Naturschutzgebiet Alacher See (seit 1967, rund 16,4 ha), ein bedeutendes Brut- und Rastgebiet für Wasser- und Röhrichtvögel
- Muschelkalk-Randplatten im Süden mit Trocken- und Halbtrockenrasen, wärmeliebenden Insekten- und Pflanzengemeinschaften
- Gera-Aue als innerstädtische Fließgewässer- und Biotopverbundachse mit Nesse und Gramme
- Binnensalzstellen im Norden bei Stotternheim mit seltener salztoleranter Vegetation
- Ausgeräumte Lössackerflur des Thüringer Beckens im stadtnahen Umland mit Aufwertungspotenzial für Feldvögel und Ackerwildkräuter
✅ greeNature vor Ort
greeNature entwickelt und sichert im Stadtgebiet Erfurt Kompensationsmaßnahmen, die zum Thüringer Becken und seinen bewaldeten Randplatten passen. Wir bilanzieren Eingriffe nach dem Thüringer Kompensationsmodell, stimmen Maßnahmen mit der Unteren Naturschutzbehörde im Umwelt- und Naturschutzamt der Stadt ab und übernehmen Planung, Umsetzung, Monitoring und die dauerhafte rechtliche Sicherung. Schwerpunkte im urbanen Kontext liegen auf der Renaturierung der Gera, der Entsiegelung von Flächen sowie der Aufwertung von Grünland und Ackerflur im stadtnahen Umland. Als bundesweit tätiges Unternehmen begleiten wir kommunale wie private Vorhabenträger.
Typische Maßnahmen in der Stadt Erfurt
Gewässerrenaturierung an der Gera
Rückbau von Uferverbau, Anlage von Gewässerrandstreifen und Förderung der Eigendynamik an Gera, Nesse und Gramme, um Fließgewässer- und Auenlebensräume im Stadtgebiet zu verbessern und die Durchgängigkeit zu erhöhen.
Entsiegelung und Flächenrecycling
Rückbau versiegelter Flächen auf Brachen und ehemaligen Gewerbestandorten, Bodenlockerung und Begrünung. Solche Maßnahmen mindern den Versiegelungsdruck im dicht bebauten Stadtraum und schaffen neue Lebensräume.
Grünlandaufwertung im Umland
Umwandlung intensiv genutzter Flächen in artenreiches Extensivgrünland mit angepassten Mahdterminen und Düngungsverzicht, vor allem in den Auen und auf den Randplatten, als Lebensraum für Wiesenbrüter und Insekten.
Streuobst und Trockenrasen an den Randplatten
Neuanlage und Pflege hochstämmiger Obstbestände sowie Erhalt der Trocken- und Halbtrockenrasen auf den Muschelkalkhängen im Süden, etwa im Umfeld des Steigers, als Lebensraum für Höhlenbrüter, Reptilien und Wildbienen.
Waldrand und Biotopverbund entwickeln
Entwicklung stufig aufgebauter Waldränder, standortgerechter Laubmischbestände und Alt- und Totholzstrukturen im Steiger und Willroder Forst sowie Anlage von Hecken und Trittsteinen in der ausgeräumten Ackerflur.
Artenschutz CEF und FCS
Ersatzquartiere für Gebäude bewohnende Fledermäuse und Gebäudebrüter, Steilwände für den Eisvogel an der Gera sowie Ersatzhabitate für die Zauneidechse an Bahnanlagen und Böschungen, jeweils als vorgezogene CEF- oder populationsstützende FCS-Maßnahme nach § 44 und § 45 BNatSchG.
Geschützte Arten im Landeshauptstadt im Thüringer Becken
Feldlerche
Charakterart der offenen Löss- und Ackerflur des Thüringer Beckens im stadtnahen Umland. Ihre Bestände leiden unter der intensiven Landwirtschaft, wirksam sind Lerchenfenster und extensive Ackerrandstreifen.
Mehr zur Art ›Kiebitz
Wiesenbrüter feuchter Senken und Grünländer, der von der Wiedervernässung und einer späten Mahd in den Auen und Feuchtflächen des Umlands profitiert.
Mehr zur Art ›Zauneidechse
Nach § 44 BNatSchG streng geschützte Reptilienart an Bahndämmen, Böschungen und Trockenhängen. Bei Eingriffen sind häufig vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen (CEF) erforderlich.
Mehr zur Art ›Fledermäuse
Mehrere streng geschützte Arten nutzen die Wälder des Steigers, Streuobstbestände und Gebäude als Jagd- und Quartierlebensräume. Quartierbäume und Leitstrukturen sind bei Vorhaben zu berücksichtigen.
Mehr zur Art ›Eisvogel
Der Eisvogel besiedelt naturnahe Abschnitte der Gera und ihrer Nebengewässer. Er profitiert von strukturreichen Ufern und angelegten Steilwänden als Bruthabitat.
Mehr zur Art ›Amphibien
Kleingewässer und Feuchtbereiche, etwa im Umfeld des Alacher Sees, bieten Lebensraum für streng geschützte Amphibienarten. Neuanlage und Vernetzung von Laichgewässern sind typische Kompensationsmaßnahmen.
Mehr zur Art ›Welche Projekte lösen Kompensationspflicht aus?
Wohnbau und Siedlungsentwicklung
Als wachsende Landeshauptstadt weist Erfurt regelmäßig neue Wohnquartiere und Nachverdichtungen aus. Bebauungspläne lösen Ausgleichs- und Ersatzpflichten aus, für die im dicht bebauten Stadtraum geeignete Flächen und Maßnahmen bereitzustellen sind.
Gewerbe und Industrie
Gewerbe- und Industriestandorte, darunter die Mikroelektronik und Logistik im Erfurter Osten sowie das Messegelände, erzeugen bei Erweiterungen und Neuansiedlungen Kompensationsbedarf nach dem Thüringer Kompensationsmodell.
Verkehr und Infrastruktur
Als ICE-Knotenpunkt und Schnittpunkt der Autobahnen A4 und A71 sowie mit dem Ausbau von Straßenbahn und Straßennetz entstehen in Erfurt Verkehrsvorhaben, die naturschutzrechtlichen Ausgleich erfordern.
Logistik und Ver- und Entsorgung
Der Ausbau von Logistikflächen, Güterverkehrseinrichtungen und technischer Infrastruktur im Stadtgebiet führt zu Flächeninanspruchnahme, deren Eingriffe zu bilanzieren und auszugleichen sind.
Von der Anfrage bis zum Monitoring
Kontakt und Anfrage
Kompensationsbedarf mitteilen und Naturraum angeben. Wir prüfen die Verfügbarkeit.
Angebot und Beratung
Transparentes Angebot mit Maßnahmentypen, Umfang und Verfügbarkeit.
Behördenabstimmung
Vollständige Koordination mit der Unteren Naturschutzbehörde. Wir übernehmen alles.
Langfristiges Monitoring
Dauerhafte Flächensicherung, Pflege und Dokumentation über die Vertragslaufzeit.
Ökopunkte in angrenzenden Landkreisen
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