Artenreiches Extensivgrünland nach der ökologischen Aufwertung
Sachsen · SächsÖKoVO / Ökokonto
Naturraum D10 · D19

Ökopunkte und Ausgleichsflächen
Landkreis Nordsachsen

Ökopunkte und Kompensationsmaßnahmen im Landkreis Nordsachsen, bewertet und bilanziert nach der Sächsischen Ökokonto-Verordnung (SächsÖKoVO). greeNature begleitet Vorhabenträger bundesweit von der Flächensuche bis zur anerkannten Maßnahme, von der Dübener Heide bis in die Elbaue.

2.029 km²
Kreisfläche
~199.000
Einwohner (2025)
30
Städte und Gemeinden
Torgau
Verwaltungssitz
D10 und D19
Naturräume
Landkreis und Ökologie

Der Landkreis Nordsachsen im Überblick

Der Landkreis Nordsachsen liegt im Norden des Freistaates Sachsen und reicht von der Leipziger Tieflandsbucht im Westen bis an die Elbe im Nordosten. Verwaltungssitz ist die ehemalige Residenzstadt Torgau, größte Stadt ist Delitzsch. Mit rund 2.029 km² gehört Nordsachsen zu den flächengrößten Landkreisen Sachsens. Seit der sächsischen Verwaltungsreform bestehen keine Regierungsbezirke mehr, an ihre Stelle ist die Landesdirektion Sachsen getreten.

Naturräumlich gehört der überwiegende Teil des Kreises zum BfN-Naturraum D10 Elbe-Mulde-Tiefland, geprägt von saale- und weichselzeitlichen Ablagerungen, Talsandflächen, Binnendünen und den Auen von Elbe und Mulde. Große Waldgebiete wie die Dübener Heide und die Dahlener Heide mit ihren sandigen Böden, Mooren und Heideflächen prägen das Landschaftsbild. Der Süden um Oschatz und Mügeln leitet in das lössgeprägte Hügelland des Naturraums D19 Sächsisches Elb- und Lösshügelland über.

Ökologisch bedeutsam sind die Natura-2000-Gebiete des Kreises: das EU-Vogelschutzgebiet Dübener Heide mit dem FFH- und Naturschutzgebiet Presseler Heidewald- und Moorgebiet (rund 4.220 ha, mit den Mooren Zadlitzbruch und Wildenhainer Bruch), die Dahlener Heide sowie die Elbaue und Teichgebiete bei Torgau. Diese Räume beherbergen streng geschützte Arten wie Kammmolch, Fischotter, Biber und Mopsfledermaus sowie Brutvögel wie Kranich und Schwarzstorch.

Kompensationsbedarf entsteht in Nordsachsen vor allem durch Logistik und Luftverkehr am Flughafen Leipzig/Halle (Schkeuditz), durch den Ausbau von Verkehrswegen (A14, A9 und Bundesstraßen), durch Freiflächen-Photovoltaik und Windenergie sowie durch Siedlungs- und Gewerbeentwicklung im Leipziger Umland. Eingriffe werden nach den §§ 13 bis 15 BNatSchG ausgeglichen, Vorleistungen lassen sich über Ökokonten nach der SächsÖKoVO anerkennen.

Artenreiches Extensivgrünland nach der ökologischen Aufwertung

🗺️ Zugehörige Naturräume

D10
Elbe-Mulde-Tiefland
Zum Naturraum D10 ›
D19
Erzgebirgsvorland und Sächsisches Hügelland
Zum Naturraum D19 ›

📍 Ausgewählte Gemeinden

Torgau (KS)DelitzschSchkeuditzEilenburgOschatzTauchaBad DübenBelgern-SchildauDahlenMügelnWermsdorfRackwitzKrostitzMockrehna

🌿 Ökologische Besonderheiten

  • EU-Vogelschutzgebiet Dübener Heide, großflächiges Wald- und Moorgebiet mit sandigen Böden
  • FFH- und Naturschutzgebiet Presseler Heidewald- und Moorgebiet (rund 4.220 ha) mit den Mooren Zadlitzbruch und Wildenhainer Bruch
  • EU-Vogelschutzgebiet Dahlener Heide, überwiegend bewaldete Endmoränenlandschaft
  • SPA Elbaue und Teichgebiete bei Torgau sowie FFH-Gebiet Großer Teich Torgau, bedeutender Rast- und Brutraum
  • EU-Vogelschutzgebiet Wermsdorfer Teich- und Waldgebiet
  • Naturnahe Elbaue zwischen Torgau und Belgern als Teil der Flusslandschaft Elbe
  • Lössgeprägtes Hügelland im Süden um Oschatz und Mügeln (Übergang zum Naturraum D19)

✅ greeNature vor Ort

greeNature ist bundesweit tätig und wickelt Kompensation in Nordsachsen nach sächsischem Recht ab. Wir arbeiten mit der Bewertung und Bilanzierung nach der SächsÖKoVO, kennen die Anforderungen der unteren Naturschutzbehörde beim Landratsamt Nordsachsen und die naturräumlichen Besonderheiten zwischen Dübener Heide, Elbaue und Lösshügelland. Von der Bedarfsermittlung über die Flächensuche bis zu Umsetzung, Pflege und Monitoring übernehmen wir den gesamten Prozess.

Kompensation im Landkreis

Typische Maßnahmen im Landkreis Nordsachsen

🌿

Moor- und Feuchtwaldrenaturierung

Wiedervernässung von Mooren wie Zadlitzbruch und Wildenhainer Bruch in der Dübener Heide durch Anhebung der Wasserstände und Rückbau von Entwässerungsgräben. So entstehen Lebensräume für Kranich, Kammmolch und moortypische Libellen.

💧

Auenrenaturierung an Elbe und Mulde

Reaktivierung von Altarmen und Flutrinnen, Anbindung von Auengewässern und Entwicklung von Hart- und Weichholzauwald. Die wiederhergestellte Auendynamik schafft Laich- und Rückzugsräume für Fische, Amphibien und Biber.

🌾

Grünland-Extensivierung in der Elbaue

Umwandlung von Intensivgrünland in artenreiche Feucht- und Frischwiesen mit spätem Mahdregime und angepasster Beweidung. Die Flächen dienen Wiesenbrütern wie Kiebitz und Bekassine als Brut- und Nahrungshabitat.

🔥

Heide- und Trockenrasenpflege

Erhalt offener Sandheiden und Magerrasen in Dübener und Dahlener Heide durch Entbuschung, Schafbeweidung und Plaggen. Diese Offenlandpflege sichert Habitate für Zauneidechse, Heidelerche und wärmeliebende Insekten.

🐟

Fließgewässerrenaturierung

Rückbau von Verbauungen, Anlage von Gewässerrandstreifen und Förderung der Strukturvielfalt an Mulde, Lossa und kleineren Bächen. Davon profitieren Eisvogel, Fischotter und die Gewässerfauna.

🌳

Naturnaher Waldumbau

Entwicklung standortgerechter Laubmischwälder aus Kiefernforsten der Heidegebiete, angereichert mit Alt- und Totholz. Höhlenreiche Bestände bieten Fledermäusen, Schwarzspecht und Hirschkäfer Lebensraum.

Artenvielfalt

Geschützte Arten im Elbe-Mulde-Tiefland zwischen Leipziger Land und Dübener Heide

🕊️

Kranich und Moorarten

Der Kranich brütet in den vernässten Mooren des Presseler Heidewald- und Moorgebiets, das Gebiet ist zugleich Rastplatz für zahlreiche Zugvögel. Wiedervernässung und Störungsberuhigung sind hier typische Kompensationsansätze.

🦎

Zauneidechse

Charakterart der Sandheiden, Waldränder und Bahndämme in Dübener und Dahlener Heide. Bei Infrastruktur- und Freiflächenprojekten ist sie eine häufige Zielart, für die vorgezogene CEF-Maßnahmen wie besonnte Steinlinsen und Sandlinsen angelegt werden.

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🦇

Fledermäuse

Mopsfledermaus und Großes Mausohr (beide Anhang II der FFH-Richtlinie) nutzen die alt- und totholzreichen Wälder der Heidegebiete als Jagd- und Quartierraum. Quartiersicherung und Waldumbau sind gängige Maßnahmen.

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🐦

Schwarzstorch

Die störungsarmen Wälder der Dübener und Dahlener Heide mit ihren Bächen und Waldtümpeln bieten dem Schwarzstorch Brut- und Nahrungsraum. Für Vorhaben in Horstnähe sind Störungsberuhigung und Erhalt der Nahrungsgewässer relevant.

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🐸

Kammmolch

Der Kammmolch (Anhang II und IV der FFH-Richtlinie) besiedelt fischfreie Kleingewässer in Mooren, Auen und Teichlandschaften des Kreises. Anlage und Vernetzung von Laichgewässern zählen zu den typischen CEF-Maßnahmen.

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🌾

Kiebitz und Wiesenbrüter

Der Kiebitz brütet auf feuchtem Grünland und in offenen Niederungen der Elbaue, leidet aber unter Entwässerung und intensiver Nutzung. Extensivierung und Wiedervernässung von Auengrünland stützen seine Bestände.

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Typische Projekte

Welche Projekte lösen Kompensationspflicht aus?

✈️

Logistik und Luftverkehr

Der Flughafen Leipzig/Halle in Schkeuditz mit dem DHL-Drehkreuz ist einer der größten Frachtstandorte Europas. Erweiterungen von Betriebs-, Fracht- und Gewerbeflächen im Nordraum Leipzig erzeugen regelmäßig erheblichen Kompensationsbedarf nach sächsischem Recht.

🛤️

Verkehr und Infrastruktur

Der Ausbau der Autobahnen A14 und A9, von Bundes- und Staatsstraßen, Ortsumgehungen sowie Bahnstrecken löst Ausgleichs- und Ersatzpflichten aus. greeNature stellt die passenden Flächen und Maßnahmen bereit.

⚡

Energie und erneuerbare Vorhaben

Freiflächen-Photovoltaik auf Konversions- und Ackerflächen, Windenergie in Waldrand- und Offenlandlagen sowie die Nachnutzung ehemaliger Bergbau- und Deponieflächen erfordern naturschutzrechtliche Kompensation und artenschutzrechtliche Prüfungen.

🏘️

Siedlung und Gewerbe im Leipziger Umland

Wohn- und Gewerbegebiete in Taucha, Schkeuditz, Rackwitz und Delitzsch im Speckgürtel von Leipzig führen zu Flächenverbrauch und Versiegelung. Eigentümer geeigneter Flächen können sich als Anbieter von Ausgleichsflächen einbringen.

So einfach geht es

Von der Anfrage bis zum Monitoring

01

Kontakt und Anfrage

Kompensationsbedarf mitteilen und Naturraum angeben. Wir prüfen die Verfügbarkeit.

02

Angebot und Beratung

Transparentes Angebot mit Maßnahmentypen, Umfang und Verfügbarkeit.

03

Behördenabstimmung

Vollständige Koordination mit der Unteren Naturschutzbehörde. Wir übernehmen alles.

04

Langfristiges Monitoring

Dauerhafte Flächensicherung, Pflege und Dokumentation über die Vertragslaufzeit.

Nachbarlandkreise

Ökopunkte in angrenzenden Landkreisen

ME
Landkreis Meißen
Östlicher Nachbar · Sachsen
MI
Landkreis Mittelsachsen
Südöstlicher Nachbar · Sachsen
LE
Landkreis Leipzig
Südlicher Nachbar · Sachsen
LE
Stadt Leipzig
Südlicher Nachbar · kreisfrei
Häufige Fragen

Alles zu Ökopunkten
im Landkreis Nordsachsen

Der Landkreis Nordsachsen liegt überwiegend im BfN-Naturraum D10 (Elbe-Mulde-Tiefland) mit den Auen von Elbe und Mulde sowie den Waldlandschaften der Dübener und Dahlener Heide. Der Süden um Oschatz und Mügeln gehört zum Naturraum D19 (Sächsisches Elb- und Lösshügelland). Für die Anrechenbarkeit einer Kompensation ist der räumlich-funktionale Bezug zwischen Eingriff und Maßnahme wichtig, greeNature ordnet Ihr Vorhaben dem passenden Naturraum zu.
In Sachsen werden Eingriffe nach den §§ 13 bis 15 BNatSchG ausgeglichen. Die Bewertung und Bilanzierung richtet sich nach der Handlungsempfehlung zur Bewertung und Bilanzierung von Eingriffen im Freistaat Sachsen. Maßnahmen, die vorab umgesetzt werden, können nach der Sächsischen Ökokonto-Verordnung (SächsÖKoVO) als Ökokonto anerkannt und geführt werden. Die entstehenden Ökopunkte lassen sich später einem Eingriff zuordnen. greeNature übernimmt Bedarfsermittlung, Flächenzuordnung, Bewertung und die Abstimmung mit der Behörde.
Zuständige untere Naturschutzbehörde ist das Landratsamt Nordsachsen, Umweltamt, Schlossstraße 27, 04860 Torgau. Sie erkennt Ökokonten an und stimmt Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen ab. greeNature koordiniert die behördliche Abstimmung vollständig, von der Maßnahmenplanung bis zur Abnahme.
Zum Charakter des Kreises passen die Wiedervernässung von Mooren in der Dübener Heide (etwa Zadlitzbruch und Wildenhainer Bruch), die Renaturierung der Auen an Elbe und Mulde, die Extensivierung von Auengrünland für Wiesenbrüter, die Pflege von Sandheiden und Trockenrasen sowie der naturnahe Waldumbau von Kiefernforsten. In der Lösslandschaft im Süden eignen sich zusätzlich Ackerrandstreifen, Blühflächen und Feldlerchenfenster.
Ja. Im Landkreis liegen mehrere Natura-2000-Gebiete, darunter das EU-Vogelschutzgebiet Dübener Heide mit dem FFH-Gebiet Presseler Heidewald- und Moorgebiet, die Dahlener Heide sowie die Elbaue und Teichgebiete bei Torgau. Vorhaben, die solche Gebiete erheblich beeinträchtigen können, erfordern eine FFH-Verträglichkeitsprüfung nach § 34 BNatSchG. Betroffene Arten werden in der speziellen artenschutzrechtlichen Prüfung nach § 44 BNatSchG betrachtet, bei Bedarf mit CEF-Maßnahmen und Maßnahmen zur Wahrung des günstigen Erhaltungszustands (FCS).
Ja. Geeignet sind etwa entwässerte Moor- und Feuchtstandorte, Grünland in der Elbaue, Kiefernforste mit Potenzial für naturnahen Waldumbau sowie Ackerflächen in der Lösslandschaft. Sie bleiben Eigentümer der Fläche. greeNature prüft die Eignung, übernimmt Planung, Umsetzung, Pflege und Monitoring und führt die Anerkennung als Ökokonto nach der SächsÖKoVO herbei.
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