Extensiv genutzte Blumenwiese als Ausgleichsfläche
Sachsen-Anhalt · ÖkokontoVO LSA / Bewertungsmodell Sachsen-Anhalt
Naturraum D10 · D11

Ökopunkte und Ausgleichsflächen
Landkreis Wittenberg

Ökopunkte und Ausgleichsflächen im Landkreis Wittenberg, bewertet nach der Ökokonto-Verordnung des Landes Sachsen-Anhalt (ÖkoKVO LSA). greeNature entwickelt und betreut naturschutzrechtliche Kompensationsmaßnahmen an der Mittleren Elbe, bundesweit tätig und behördenerfahren.

1.943
km² Kreisfläche
~122.000
Einwohner
9
Städte und Gemeinden
3
Naturräume D09/D10/D11
~1.200
Elbebiber (größte Population Deutschlands)
Landkreis und Ökologie

Der Landkreis Wittenberg im Überblick

Der Landkreis Wittenberg liegt im Osten Sachsen-Anhalts beiderseits der Mittleren Elbe. Kreisstadt und Verwaltungssitz ist die Lutherstadt Wittenberg. Sachsen-Anhalt gliedert sich seit 2004 nicht mehr in Regierungsbezirke, der Landkreis untersteht damit unmittelbar den Landesbehörden.

Naturräumlich spannt sich der Kreis von der Elbtalniederung mit ihren Auenlandschaften über die bewaldete Dübener Heide im Süden bis in die sandigen Höhenzüge des Fläming im Norden. Diese Gliederung bildet sich in den BfN-Naturräumen D09 (Elbtalniederung), D10 (Elbe-Mulde-Tiefland) und D11 (Fläming) ab.

Ökologisch prägend ist das Biosphärenreservat Mittelelbe, Teil des UNESCO-Biosphärenreservats Flusslandschaft Elbe, mit den größten zusammenhängenden Hartholzauenwäldern Mitteleuropas. Hinzu kommen das FFH- und Vogelschutzgebiet der Dessau-Wörlitzer Elbauen sowie die weiten Kiefern- und Buchenwälder des Naturparks Dübener Heide.

Wirtschaftlich prägen den Kreis der Strukturwandel der Bergbaufolgelandschaft um Gräfenhainichen, Land- und Forstwirtschaft, Tourismus sowie die überregionalen Verkehrsachsen an Elbe und Autobahn A9. Verkehrsausbau, Energievorhaben und Flächeninanspruchnahme lösen regelmäßig Ausgleichs- und Ersatzpflichten nach den §§ 13 bis 15 BNatSchG aus.

Extensiv genutzte Blumenwiese als Ausgleichsfläche

🗺️ Zugehörige Naturräume

D10
Elbe-Mulde-Tiefland
Zum Naturraum D10 ›

📍 Ausgewählte Gemeinden

Lutherstadt Wittenberg (KS)Coswig (Anhalt)GräfenhainichenJessen (Elster)KembergAnnaburgBad SchmiedebergOranienbaum-WörlitzZahna-Elster

🌿 Ökologische Besonderheiten

  • Biosphärenreservat Mittelelbe, Teil des UNESCO-Biosphärenreservats Flusslandschaft Elbe, mit den größten Hartholzauenwäldern Mitteleuropas
  • FFH- und Vogelschutzgebiet Dessau-Wörlitzer Elbauen (FFH0067) entlang der Elbe zwischen Dessau, Coswig und Wittenberg
  • Größte Population des Elbebibers in Deutschland sowie bedeutende Vorkommen von Schwarzstorch, Seeadler und Rotmilan
  • Naturpark Dübener Heide, größtes zusammenhängendes Mischwaldgebiet Mitteldeutschlands, mit Kiefernforsten und naturnahen Buchenwäldern
  • Fläming im Norden mit sandigen Höhenzügen, Trockenrasen und ausgedehnten Kiefernwäldern
  • Bergbaufolgelandschaft um Gräfenhainichen (Ferropolis, Golpa-Nord) im Übergang zum Seenland des ehemaligen Braunkohlereviers
  • Elbe und ihre Nebengewässer als prägende Fließgewässer mit begleitenden Auen und Altarmen

✅ greeNature vor Ort

greeNature ist bundesweit tätig und mit dem Kompensationsrecht Sachsen-Anhalts vertraut. Im Landkreis Wittenberg arbeiten wir nach der Ökokonto-Verordnung des Landes Sachsen-Anhalt (ÖkoKVO LSA) und dem Bewertungsmodell des Landes für Eingriffe in Natur und Landschaft. Maßnahmen stimmen wir mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Wittenberg ab und berücksichtigen die naturräumlichen Besonderheiten zwischen Elbaue, Dübener Heide und Fläming.

Kompensation im Landkreis

Typische Maßnahmen im Landkreis Wittenberg

🌳

Auwaldentwicklung

Entwicklung und Ergänzung standortgerechter Hartholzauenwälder aus Stieleiche, Ulme und Esche in der Elbaue. Aufwertung als Lebensraum im Verbund des Biosphärenreservats Mittelelbe.

💧

Auengewässer und Flutrinnen

Reaktivierung von Altarmen, Flutrinnen und Kleingewässern in der Elbniederung. Anlage von Laich- und Bruthabitaten für Amphibien, Libellen und Wasservögel.

🌿

Grünland-Extensivierung

Umwandlung intensiv genutzter Auenflächen in artenreiches Feucht- und Frischgrünland. Lebensraum für Wiesenbrüter sowie Nahrungsflächen für Weißstorch und Greifvögel.

🌾

Heide- und Offenlandpflege

Entbuschung, Beweidung und Mahd von Sandheiden und Trockenrasen im Fläming und in der Dübener Heide. Erhalt magerer, offener Standorte für wärmeliebende Arten.

🌲

Waldumbau

Umbau strukturarmer Kiefernforste zu naturnahen Laub- und Mischwäldern in Dübener Heide und Fläming. Erhöhung von Struktur- und Artenvielfalt auf ärmeren Sandstandorten.

🦫

Artenschutz CEF/FCS

Maßnahmen für Biber und Fischotter an Elbe und Nebengewässern, Fledermausquartiere in Auwäldern, Zauneidechsenhabitate auf Sandstandorten, abgestimmt nach § 44 BNatSchG.

Artenvielfalt

Geschützte Arten im Mittlere Elbe zwischen Dübener Heide und Fläming

🦫

Elbebiber und Fischotter

Die Elbaue beherbergt die größte Population des Elbebibers in Deutschland. Biber und Fischotter (Anhang II FFH-Richtlinie) nutzen Elbe, Altarme und Nebengewässer als Kernlebensraum. Gewässerrenaturierungen und Durchgängigkeit sind typische Maßnahmen.

🦅

Schwarzstorch und Greifvögel

Ausgedehnte Auen- und Bruchwälder bieten Schwarzstorch, Seeadler und Rotmilan Brut- und Nahrungshabitate. FCS-Maßnahmen sichern störungsarme Horststandorte und extensiv genutzte Nahrungsflächen.

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🐸

Amphibien der Elbaue

Rotbauchunke, Laubfrosch und Moorfrosch besiedeln die Kleingewässer und Flutrinnen der Aue. Neu angelegte, fischfreie Laichgewässer sind häufige CEF-Maßnahmen bei Eingriffen in Auenlebensräume.

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🦎

Zauneidechse in Heide und Fläming

Sandige Offenstandorte, Waldränder und Bahndämme in Dübener Heide und Fläming sind Lebensraum der Zauneidechse. Habitatanlage und Umsiedlung sind typische Zielarten-Maßnahmen bei Infrastruktur- und Energievorhaben.

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🦇

Fledermäuse in Auwäldern

Alt- und totholzreiche Auwälder bieten Quartiere für Wasserfledermaus, Großes Mausohr und Braunes Langohr. Quartiererhalt und Ersatzquartiere sichern die Funktionsfähigkeit der Sommer- und Wochenstubenlebensräume.

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🦎

Kammmolch in Auengewässern

Der Kammmolch (Anhang II FFH-Richtlinie) besiedelt vegetationsreiche Stillgewässer der Elbaue. Anlage und Vernetzung geeigneter Laichgewässer erhalten die lokalen Vorkommen im Biotopverbund.

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Typische Projekte

Welche Projekte lösen Kompensationspflicht aus?

⛏️

Strukturwandel Bergbaufolgelandschaft

Die Sanierung und Nachnutzung ehemaliger Braunkohleflächen um Gräfenhainichen (Golpa-Nord, Ferropolis) und im Übergang zum Seenland erzeugt Bedarf an naturschutzrechtlicher Kompensation, von der Renaturierung von Kippenflächen bis zur Offenlandentwicklung.

🛣️

Infrastruktur und Verkehr

Die Bundesautobahn A9, Bundesstraßen sowie die ICE-Strecke Berlin, Halle/Leipzig queren den Kreis. Ausbau, Ortsumgehungen und Brückenbauwerke an der Elbe lösen Ausgleichs- und Ersatzpflichten nach den §§ 13 bis 15 BNatSchG aus.

⚡

Erneuerbare Energien

Windkraftvorhaben im Fläming sowie Photovoltaik-Freiflächenanlagen auf Konversions- und Ackerstandorten erfordern naturschutzrechtliche Kompensation und artenschutzrechtliche CEF-Maßnahmen, etwa für Zauneidechse und Feldvögel.

🏘️

Siedlung und Gewerbe

Wohnbau- und Gewerbeflächenentwicklung in Lutherstadt Wittenberg, Coswig und den Umlandgemeinden erfordert Ausgleichsmaßnahmen. Eigentümer land- und forstwirtschaftlicher Flächen können sich als Flächenanbieter beteiligen.

So einfach geht es

Von der Anfrage bis zum Monitoring

01

Kontakt und Anfrage

Kompensationsbedarf mitteilen und Naturraum angeben. Wir prüfen die Verfügbarkeit.

02

Angebot und Beratung

Transparentes Angebot mit Maßnahmentypen, Umfang und Verfügbarkeit.

03

Behördenabstimmung

Vollständige Koordination mit der Unteren Naturschutzbehörde. Wir übernehmen alles.

04

Langfristiges Monitoring

Dauerhafte Flächensicherung, Pflege und Dokumentation über die Vertragslaufzeit.

Nachbarlandkreise

Ökopunkte in angrenzenden Landkreisen

AN
Landkreis Anhalt-Bitterfeld
Westlicher Nachbar · Sachsen-Anhalt
Häufige Fragen

Alles zu Ökopunkten
im Landkreis Wittenberg

Der Landkreis Wittenberg hat Anteil an drei BfN-Naturräumen: der Elbtalniederung (D09) mit den Elbauen, dem Elbe-Mulde-Tiefland (D10) mit der Dübener Heide sowie dem Fläming (D11) im Norden. Für die Kompensation ist die naturräumliche Lage des Eingriffs mit entscheidend. greeNature ordnet Ihr Vorhaben ein und leitet daraus geeignete Maßnahmen ab.
In Sachsen-Anhalt gilt die Ökokonto-Verordnung des Landes (ÖkoKVO LSA). Flächen werden nach dem Bewertungsmodell des Landes vor und nach der Maßnahme in Punkten bewertet, die erzielte Aufwertung ergibt die anrechenbaren Ökopunkte. Diese lassen sich als vorgezogene Kompensation einem späteren Eingriff zuordnen. Es gilt nicht die bayerische BayKompV.
Zuständige Untere Naturschutzbehörde ist der Landkreis Wittenberg, Fachdienst Umwelt und Abfallwirtschaft, Breitscheidstraße 4, 06886 Lutherstadt Wittenberg. greeNature koordiniert die behördlichen Abstimmungen für Sie, von der Maßnahmenplanung über die Anerkennung bis zur Abnahme und dem Monitoring.
Im Bereich der Elbaue sind Auwaldentwicklung, die Reaktivierung von Altarmen und Flutrinnen, Grünland-Extensivierung sowie die Anlage von Laichgewässern für Amphibien häufige Maßnahmen. In Dübener Heide und Fläming kommen Heidepflege, Waldumbau und Habitatmaßnahmen für die Zauneidechse hinzu. Die Wahl richtet sich nach Eingriff, Standort und Zielarten.
Ja. Große Teile der Elbaue liegen im FFH- und Vogelschutzgebiet Dessau-Wörlitzer Elbauen (FFH0067) innerhalb des Biosphärenreservats Mittelelbe. Eingriffe im Umfeld solcher Gebiete können artenschutzrechtliche Prüfungen nach § 44 BNatSchG und gegebenenfalls FCS-Maßnahmen auslösen. greeNature berät Sie zu den naturschutz- und FFH-rechtlichen Anforderungen.
Ja. Geeignet sind unter anderem Auenstandorte an der Elbe, entwicklungsfähige Grünlandflächen sowie Kiefernforste in Heide und Fläming mit Potenzial für Waldumbau. Als Eigentümer erhalten Sie eine Nutzungsentschädigung, in vielen Fällen bleibt eine angepasste Bewirtschaftung möglich. greeNature übernimmt Planung, Umsetzung, Pflege und Monitoring.
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