
Ökopunkte und Ausgleichsflächen
Landkreis Wittenberg
Ökopunkte und Ausgleichsflächen im Landkreis Wittenberg, bewertet nach der Ökokonto-Verordnung des Landes Sachsen-Anhalt (ÖkoKVO LSA). greeNature entwickelt und betreut naturschutzrechtliche Kompensationsmaßnahmen an der Mittleren Elbe, bundesweit tätig und behördenerfahren.
Der Landkreis Wittenberg im Überblick
Der Landkreis Wittenberg liegt im Osten Sachsen-Anhalts beiderseits der Mittleren Elbe. Kreisstadt und Verwaltungssitz ist die Lutherstadt Wittenberg. Sachsen-Anhalt gliedert sich seit 2004 nicht mehr in Regierungsbezirke, der Landkreis untersteht damit unmittelbar den Landesbehörden.
Naturräumlich spannt sich der Kreis von der Elbtalniederung mit ihren Auenlandschaften über die bewaldete Dübener Heide im Süden bis in die sandigen Höhenzüge des Fläming im Norden. Diese Gliederung bildet sich in den BfN-Naturräumen D09 (Elbtalniederung), D10 (Elbe-Mulde-Tiefland) und D11 (Fläming) ab.
Ökologisch prägend ist das Biosphärenreservat Mittelelbe, Teil des UNESCO-Biosphärenreservats Flusslandschaft Elbe, mit den größten zusammenhängenden Hartholzauenwäldern Mitteleuropas. Hinzu kommen das FFH- und Vogelschutzgebiet der Dessau-Wörlitzer Elbauen sowie die weiten Kiefern- und Buchenwälder des Naturparks Dübener Heide.
Wirtschaftlich prägen den Kreis der Strukturwandel der Bergbaufolgelandschaft um Gräfenhainichen, Land- und Forstwirtschaft, Tourismus sowie die überregionalen Verkehrsachsen an Elbe und Autobahn A9. Verkehrsausbau, Energievorhaben und Flächeninanspruchnahme lösen regelmäßig Ausgleichs- und Ersatzpflichten nach den §§ 13 bis 15 BNatSchG aus.

🗺️ Zugehörige Naturräume
Zum Naturraum D10 ›
Zum Naturraum D11 ›
📍 Ausgewählte Gemeinden
🌿 Ökologische Besonderheiten
- Biosphärenreservat Mittelelbe, Teil des UNESCO-Biosphärenreservats Flusslandschaft Elbe, mit den größten Hartholzauenwäldern Mitteleuropas
- FFH- und Vogelschutzgebiet Dessau-Wörlitzer Elbauen (FFH0067) entlang der Elbe zwischen Dessau, Coswig und Wittenberg
- Größte Population des Elbebibers in Deutschland sowie bedeutende Vorkommen von Schwarzstorch, Seeadler und Rotmilan
- Naturpark Dübener Heide, größtes zusammenhängendes Mischwaldgebiet Mitteldeutschlands, mit Kiefernforsten und naturnahen Buchenwäldern
- Fläming im Norden mit sandigen Höhenzügen, Trockenrasen und ausgedehnten Kiefernwäldern
- Bergbaufolgelandschaft um Gräfenhainichen (Ferropolis, Golpa-Nord) im Übergang zum Seenland des ehemaligen Braunkohlereviers
- Elbe und ihre Nebengewässer als prägende Fließgewässer mit begleitenden Auen und Altarmen
✅ greeNature vor Ort
greeNature ist bundesweit tätig und mit dem Kompensationsrecht Sachsen-Anhalts vertraut. Im Landkreis Wittenberg arbeiten wir nach der Ökokonto-Verordnung des Landes Sachsen-Anhalt (ÖkoKVO LSA) und dem Bewertungsmodell des Landes für Eingriffe in Natur und Landschaft. Maßnahmen stimmen wir mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Wittenberg ab und berücksichtigen die naturräumlichen Besonderheiten zwischen Elbaue, Dübener Heide und Fläming.
Typische Maßnahmen im Landkreis Wittenberg
Auwaldentwicklung
Entwicklung und Ergänzung standortgerechter Hartholzauenwälder aus Stieleiche, Ulme und Esche in der Elbaue. Aufwertung als Lebensraum im Verbund des Biosphärenreservats Mittelelbe.
Auengewässer und Flutrinnen
Reaktivierung von Altarmen, Flutrinnen und Kleingewässern in der Elbniederung. Anlage von Laich- und Bruthabitaten für Amphibien, Libellen und Wasservögel.
Grünland-Extensivierung
Umwandlung intensiv genutzter Auenflächen in artenreiches Feucht- und Frischgrünland. Lebensraum für Wiesenbrüter sowie Nahrungsflächen für Weißstorch und Greifvögel.
Heide- und Offenlandpflege
Entbuschung, Beweidung und Mahd von Sandheiden und Trockenrasen im Fläming und in der Dübener Heide. Erhalt magerer, offener Standorte für wärmeliebende Arten.
Waldumbau
Umbau strukturarmer Kiefernforste zu naturnahen Laub- und Mischwäldern in Dübener Heide und Fläming. Erhöhung von Struktur- und Artenvielfalt auf ärmeren Sandstandorten.
Artenschutz CEF/FCS
Maßnahmen für Biber und Fischotter an Elbe und Nebengewässern, Fledermausquartiere in Auwäldern, Zauneidechsenhabitate auf Sandstandorten, abgestimmt nach § 44 BNatSchG.
Geschützte Arten im Mittlere Elbe zwischen Dübener Heide und Fläming
Elbebiber und Fischotter
Die Elbaue beherbergt die größte Population des Elbebibers in Deutschland. Biber und Fischotter (Anhang II FFH-Richtlinie) nutzen Elbe, Altarme und Nebengewässer als Kernlebensraum. Gewässerrenaturierungen und Durchgängigkeit sind typische Maßnahmen.
Schwarzstorch und Greifvögel
Ausgedehnte Auen- und Bruchwälder bieten Schwarzstorch, Seeadler und Rotmilan Brut- und Nahrungshabitate. FCS-Maßnahmen sichern störungsarme Horststandorte und extensiv genutzte Nahrungsflächen.
Mehr zur Art ›Amphibien der Elbaue
Rotbauchunke, Laubfrosch und Moorfrosch besiedeln die Kleingewässer und Flutrinnen der Aue. Neu angelegte, fischfreie Laichgewässer sind häufige CEF-Maßnahmen bei Eingriffen in Auenlebensräume.
Mehr zur Art ›Zauneidechse in Heide und Fläming
Sandige Offenstandorte, Waldränder und Bahndämme in Dübener Heide und Fläming sind Lebensraum der Zauneidechse. Habitatanlage und Umsiedlung sind typische Zielarten-Maßnahmen bei Infrastruktur- und Energievorhaben.
Mehr zur Art ›Fledermäuse in Auwäldern
Alt- und totholzreiche Auwälder bieten Quartiere für Wasserfledermaus, Großes Mausohr und Braunes Langohr. Quartiererhalt und Ersatzquartiere sichern die Funktionsfähigkeit der Sommer- und Wochenstubenlebensräume.
Mehr zur Art ›Kammmolch in Auengewässern
Der Kammmolch (Anhang II FFH-Richtlinie) besiedelt vegetationsreiche Stillgewässer der Elbaue. Anlage und Vernetzung geeigneter Laichgewässer erhalten die lokalen Vorkommen im Biotopverbund.
Mehr zur Art ›Welche Projekte lösen Kompensationspflicht aus?
Strukturwandel Bergbaufolgelandschaft
Die Sanierung und Nachnutzung ehemaliger Braunkohleflächen um Gräfenhainichen (Golpa-Nord, Ferropolis) und im Übergang zum Seenland erzeugt Bedarf an naturschutzrechtlicher Kompensation, von der Renaturierung von Kippenflächen bis zur Offenlandentwicklung.
Infrastruktur und Verkehr
Die Bundesautobahn A9, Bundesstraßen sowie die ICE-Strecke Berlin, Halle/Leipzig queren den Kreis. Ausbau, Ortsumgehungen und Brückenbauwerke an der Elbe lösen Ausgleichs- und Ersatzpflichten nach den §§ 13 bis 15 BNatSchG aus.
Erneuerbare Energien
Windkraftvorhaben im Fläming sowie Photovoltaik-Freiflächenanlagen auf Konversions- und Ackerstandorten erfordern naturschutzrechtliche Kompensation und artenschutzrechtliche CEF-Maßnahmen, etwa für Zauneidechse und Feldvögel.
Siedlung und Gewerbe
Wohnbau- und Gewerbeflächenentwicklung in Lutherstadt Wittenberg, Coswig und den Umlandgemeinden erfordert Ausgleichsmaßnahmen. Eigentümer land- und forstwirtschaftlicher Flächen können sich als Flächenanbieter beteiligen.
Von der Anfrage bis zum Monitoring
Kontakt und Anfrage
Kompensationsbedarf mitteilen und Naturraum angeben. Wir prüfen die Verfügbarkeit.
Angebot und Beratung
Transparentes Angebot mit Maßnahmentypen, Umfang und Verfügbarkeit.
Behördenabstimmung
Vollständige Koordination mit der Unteren Naturschutzbehörde. Wir übernehmen alles.
Langfristiges Monitoring
Dauerhafte Flächensicherung, Pflege und Dokumentation über die Vertragslaufzeit.
Ökopunkte in angrenzenden Landkreisen
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