
Ökopunkte und Ausgleichsflächen
Stadt Dessau-Roßlau
Ökopunkte und Ausgleichsflächen in der kreisfreien Stadt Dessau-Roßlau, bewertet nach der Ökokonto-Verordnung des Landes Sachsen-Anhalt (ÖkoKVO LSA). greeNature entwickelt und betreut naturschutzrechtliche Kompensationsmaßnahmen am Zusammenfluss von Elbe und Mulde, bundesweit tätig und behördenerfahren.
Die Stadt Dessau-Roßlau im Überblick
Dessau-Roßlau ist eine kreisfreie Stadt im Osten Sachsen-Anhalts und nach Magdeburg und Halle die drittgrößte Stadt des Landes. Sie liegt am Zusammenfluss von Elbe und Mulde und gliedert sich in 14 Ortschaften und 5 Stadtbezirke. Sachsen-Anhalt kennt seit 2004 keine Regierungsbezirke mehr, die Stadt untersteht damit unmittelbar den Landesbehörden.
Naturräumlich gehört das Stadtgebiet zum Elbe-Mulde-Tiefland (BfN-Naturraum D10), die Fluss- und Auenbereiche von Elbe und Mulde zur Elbtalniederung (D09), während der Norden um Roßlau in den Fläming (D11) übergeht. Auenwälder, Altarme und Feuchtwiesen reichen bis nah an die Innenstadt.
Ökologisch prägend ist das Biosphärenreservat Mittelelbe als Teil des UNESCO-Biosphärenreservats Flusslandschaft Elbe mit ausgedehnten Hartholzauenwäldern. Das Dessau-Wörlitzer Gartenreich (UNESCO-Welterbe) verzahnt historische Parklandschaften mit naturnahen Elbauen, große Teile der Aue liegen im FFH- und Vogelschutzgebiet Dessau-Wörlitzer Elbauen.
Als Industrie- und Bauhausstadt verbindet Dessau-Roßlau Wohnen, Gewerbe und Verkehr auf engem Raum. Stadtumbau, Gewerbeflächenentwicklung, Verkehrsvorhaben und Hochwasserschutz an Elbe und Mulde lösen regelmäßig Ausgleichs- und Ersatzpflichten nach den §§ 13 bis 15 BNatSchG aus, häufig verbunden mit artenschutzrechtlichen Anforderungen nach § 44 BNatSchG.

🗺️ Zugehörige Naturräume
Zum Naturraum D10 ›
Zum Naturraum D11 ›
📍 Stadtteile
🌿 Ökologische Besonderheiten
- Biosphärenreservat Mittelelbe, Teil des UNESCO-Biosphärenreservats Flusslandschaft Elbe, mit Hartholzauenwäldern am Zusammenfluss von Elbe und Mulde
- Dessau-Wörlitzer Gartenreich (UNESCO-Welterbe), das Parklandschaft und naturnahe Elbaue miteinander verzahnt
- FFH- und Vogelschutzgebiet Dessau-Wörlitzer Elbauen entlang der Elbe im Stadtgebiet und darüber hinaus
- Mündungsbereich der Mulde in die Elbe mit Auwäldern, Altwässern und Feuchtwiesen
- Kühnauer See und angrenzende Auenlandschaft im Westen der Stadt
- Übergang zum Fläming im Norden um Roßlau mit sandigen Kiefernstandorten und Trockenlebensräumen
✅ greeNature vor Ort
greeNature ist bundesweit tätig und mit dem Kompensationsrecht Sachsen-Anhalts vertraut. In der kreisfreien Stadt Dessau-Roßlau arbeiten wir nach der Ökokonto-Verordnung des Landes Sachsen-Anhalt (ÖkoKVO LSA) und dem Bewertungsmodell des Landes für Eingriffe in Natur und Landschaft. Maßnahmen stimmen wir mit der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt (Amt für Umwelt- und Naturschutz) ab und berücksichtigen die enge Verzahnung von Siedlungsraum, Elbe-Mulde-Aue und Dessau-Wörlitzer Gartenreich.
Typische Maßnahmen in der Stadt Dessau-Roßlau
Gewässerrenaturierung
Renaturierung von Mulde, Elbnebengewässern und städtischen Fließgewässern, Reaktivierung von Altarmen und Flutrinnen. Verbesserung von Struktur, Durchgängigkeit und Auenanbindung im Umfeld der Innenstadt.
Entsiegelung
Rückbau und Entsiegelung nicht mehr genutzter Industrie-, Gewerbe- und Siedlungsflächen im Stadtumbau. Umwandlung versiegelter Flächen in Grün-, Boden- und Biotopflächen mit ökologischer Aufwertung.
Auwaldentwicklung
Entwicklung und Ergänzung standortgerechter Hartholzauenwälder aus Stieleiche, Ulme und Esche in der Elbe-Mulde-Aue. Aufwertung als Lebensraum im Verbund des Biosphärenreservats Mittelelbe.
Grünland-Extensivierung
Umwandlung intensiv genutzter Auen- und Umlandflächen in artenreiches Feucht- und Frischgrünland. Nahrungs- und Bruthabitat für Wiesenbrüter sowie Nahrungsflächen für Weißstorch und Greifvögel.
Stadtnatur und Biotopverbund
Aufwertung innerstädtischer Grünzüge, Anlage von Streuobstwiesen, Hecken und Gehölzstrukturen, Vernetzung von Parkanlagen und Aue zu einem durchgängigen Biotopverbund im Siedlungsraum.
Artenschutz CEF/FCS
Ersatzquartiere für Fledermäuse in Auwald und Altbaumbeständen, Habitatanlage und Umsiedlung für die Zauneidechse, Laichgewässer für Amphibien, abgestimmt nach § 44 BNatSchG.
Geschützte Arten im Zusammenfluss von Elbe und Mulde im Dessau-Wörlitzer Gartenreich
Elbebiber und Fischotter
Elbe, Mulde und ihre Altwässer im Stadtgebiet sind Kernlebensraum des Elbebibers und des Fischotters (Anhang II FFH-Richtlinie). Gewässerrenaturierung, Ufergestaltung und Durchgängigkeit sind typische Maßnahmen zu ihrer Sicherung.
Eisvogel an Elbe und Mulde
Naturnahe Steilufer, Altarme und Kleingewässer bieten dem Eisvogel Brut- und Nahrungshabitate. Anlage von Bruthilfen und die Entwicklung strukturreicher Uferabschnitte sind übliche Kompensationsmaßnahmen an den Fließgewässern.
Mehr zur Art ›Amphibien der Elbe-Mulde-Aue
Rotbauchunke, Laubfrosch und Moorfrosch besiedeln die Kleingewässer und Flutrinnen der Aue. Neu angelegte, fischfreie Laichgewässer sind häufige CEF-Maßnahmen bei Eingriffen in Auenlebensräume.
Mehr zur Art ›Fledermäuse in Auwald und Gartenreich
Alt- und totholzreiche Auwälder sowie die Baumbestände des Gartenreichs bieten Quartiere für Wasserfledermaus, Großes Mausohr und Braunes Langohr. Quartiererhalt und Ersatzquartiere sichern Sommer- und Wochenstubenlebensräume.
Mehr zur Art ›Zauneidechse auf Sand- und Bahnstandorten
Sandige Offenstandorte, Böschungen und Bahndämme im Stadtgebiet und im Übergang zum Fläming sind Lebensraum der Zauneidechse. Habitatanlage und Umsiedlung sind typische Zielarten-Maßnahmen bei Bau- und Infrastrukturvorhaben.
Mehr zur Art ›Schwarzstorch in Auen- und Bruchwäldern
Ausgedehnte, störungsarme Auen- und Bruchwälder der Mittelelbe bieten dem Schwarzstorch Brut- und Nahrungshabitate. FCS-Maßnahmen sichern ruhige Horststandorte und extensiv genutzte, gewässerreiche Nahrungsflächen.
Mehr zur Art ›Welche Projekte lösen Kompensationspflicht aus?
Wohnbau und Stadtumbau
Wohnbau, Nachverdichtung und Stadtumbau in Dessau und Roßlau verändern Freiflächen und Grünstrukturen. Eingriffe erfordern Ausgleich, der sich im Stadtgebiet gut mit Entsiegelung und der Aufwertung von Grün- und Auenflächen verbinden lässt.
Gewerbe und Industrie
Die Entwicklung von Gewerbe- und Industrieflächen, unter anderem im Umfeld der traditionsreichen Roßlauer und Dessauer Standorte, löst Ausgleichs- und Ersatzpflichten aus. Eigentümer geeigneter Flächen können sich als Flächenanbieter beteiligen.
Verkehr und Infrastruktur
Bundesstraßen, Elbebrücken, Bahnanlagen und der Ausbau kommunaler Infrastruktur queren Aue und Siedlungsraum. Neubau und Umbau lösen Ausgleichs- und Ersatzpflichten nach den §§ 13 bis 15 BNatSchG sowie artenschutzrechtliche CEF-Maßnahmen aus.
Hochwasserschutz und Deichbau
Deichsanierung, Deichrückverlegung und Hochwasserschutz an Elbe und Mulde greifen in Aue und Gewässer ein. Solche Vorhaben verbinden Kompensation häufig mit Auenrenaturierung und der Reaktivierung von Retentionsflächen.
Von der Anfrage bis zum Monitoring
Kontakt und Anfrage
Kompensationsbedarf mitteilen und Naturraum angeben. Wir prüfen die Verfügbarkeit.
Angebot und Beratung
Transparentes Angebot mit Maßnahmentypen, Umfang und Verfügbarkeit.
Behördenabstimmung
Vollständige Koordination mit der Unteren Naturschutzbehörde. Wir übernehmen alles.
Langfristiges Monitoring
Dauerhafte Flächensicherung, Pflege und Dokumentation über die Vertragslaufzeit.
Ökopunkte in angrenzenden Landkreisen
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