
Ökopunkte und Ausgleichsflächen
Landkreis Südwestpfalz
Ökopunkte und Ausgleichsflächen im Landkreis Südwestpfalz, bewertet nach der Landeskompensationsverordnung (LKompVO) von Rheinland-Pfalz. greeNature entwickelt und betreut Kompensationsflächen zwischen Pfälzerwald, Wasgau und Westricher Hochfläche und begleitet Vorhabenträger von der Bilanzierung bis zur Anerkennung durch die Naturschutzbehörde.
Der Landkreis Südwestpfalz im Überblick
Der Landkreis Südwestpfalz ist der südwestlichste Kreis von Rheinland-Pfalz und grenzt im Süden und Westen unmittelbar an Frankreich (Elsass und Lothringen) sowie an das Saarland. Auf rund 954 km² leben etwa 89.000 Menschen in sieben Verbandsgemeinden mit 84 Ortsgemeinden. Der Kreis umschließt die kreisfreien Städte Pirmasens und Zweibrücken. Sitz der Kreisverwaltung ist Pirmasens, das selbst nicht zum Landkreis gehört. Ein Regierungsbezirk besteht in Rheinland-Pfalz seit dem Jahr 2000 nicht mehr.
Landschaftlich teilt sich der Kreis in zwei Naturräume. Der Osten und die Mitte gehören zum Pfälzerwald (Naturraum D50), dem größten zusammenhängenden Waldgebiet Deutschlands auf Buntsandstein. Sein südlicher Teil, der Wasgau mit dem Dahner Felsenland, ist berühmt für frei stehende Sandsteinfelsen, bewaldete Kegelberge und breite Kastentäler. Der Westen zählt zur Westricher Hochfläche im Saar-Nahe-Berg- und Hügelland (Naturraum D52), einer offenen Muschelkalklandschaft mit Sickinger Höhe und Zweibrücker Westrich, die durch Ackerbau, Grünland und einen hohen Anteil an Obstbäumen geprägt ist.
Ökologisch ist der Landkreis von herausragender Bedeutung. Große Teile liegen im Biosphärenreservat Pfälzerwald, dem deutschen Teil des grenzüberschreitenden UNESCO-Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen. Das FFH-Gebiet Biosphärenreservat Pfälzerwald (6812-301) und das gleichnamige Vogelschutzgebiet gehören zu den größten Natura-2000-Flächen des Landes. Die Sandstein-Felsbiotope des Wasgau beherbergen den Wanderfalken und seltene Farne, die ausgedehnten Buchen- und Buchen-Eichenwälder bieten Lebensraum für Wildkatze, Schwarzstorch und zahlreiche Fledermausarten.
Die Wirtschaft ist stark ländlich geprägt und gilt als strukturschwach. Neben Forstwirtschaft, dem Erbe der Schuhindustrie um Pirmasens und Hauenstein, Buntsandstein-Abbau und Tourismus im Wasgau lösen vor allem Verkehrsvorhaben, die Nachnutzung ehemaliger Militär- und Konversionsflächen sowie erneuerbare Energien Eingriffe aus. Deren Ausgleich richtet sich nach der Landeskompensationsverordnung (LKompVO) von Rheinland-Pfalz, die den Kompensationsbedarf über ein Biotopwertverfahren ermittelt.

🗺️ Zugehörige Naturräume
Zum Naturraum D51 ›
📍 Ausgewählte Gemeinden
🌿 Ökologische Besonderheiten
- Biosphärenreservat Pfälzerwald, deutscher Teil des grenzüberschreitenden UNESCO-Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen
- FFH-Gebiet Biosphärenreservat Pfälzerwald (6812-301), eine der größten Natura-2000-Flächen in Rheinland-Pfalz
- Vogelschutzgebiet Pfälzerwald, Brutgebiet unter anderem für Schwarzspecht, Wanderfalke und Ziegenmelker
- Dahner Felsenland im Wasgau mit Buntsandstein-Felsbiotopen, Lebensraum von Wanderfalke und Hautfarn
- Naturnahe Mittelgebirgsbäche wie Wieslauter, Rodalb und Schwarzbach mit begleitenden Auwaldresten
- Westricher Hochfläche mit Streuobstbeständen, Muschelkalk-Trockenlebensräumen und struktureichem Offenland
✅ greeNature vor Ort
greeNature arbeitet bundesweit und entwickelt im Landkreis Südwestpfalz Ökokonto- und Ausgleichsflächen, die zum Charakter von Pfälzerwald, Wasgau und Westricher Hochfläche passen. Wir sichern geeignete Flächen, planen die Aufwertung nach der Landeskompensationsverordnung (LKompVO) und stimmen die Maßnahmen mit der Unteren Naturschutzbehörde der Kreisverwaltung Südwestpfalz sowie mit Grundeigentümern, Forstbetrieben und Kommunen ab. Von der Bilanzierung im Biotopwertverfahren über die Umsetzung bis zur dauerhaften Pflege, zum Monitoring und zur Dokumentation für die Anerkennung erhalten Vorhabenträger die Kompensation aus einer Hand. Besteht artenschutzrechtlicher Bedarf nach § 44 BNatSchG, konzipieren wir vorgezogene CEF-Maßnahmen, die die ökologische Funktion für die betroffenen Arten durchgängig sichern.
Typische Maßnahmen im Landkreis Südwestpfalz
Fließgewässerrenaturierung
Wiederherstellung durchgängiger, strukturreicher Bachläufe an Wieslauter, Rodalb und Schwarzbach, Entwicklung von Ufergehölzen und Auwald als Lebensraum für Bachforelle, Groppe und Eisvogel.
Waldumbau und Naturwaldentwicklung
Umbau naturferner Nadelforste in standortgerechte Buchen- und Buchen-Eichenwälder, Sicherung von Alt- und Totholz für Spechte, Fledermäuse und totholzbewohnende Käfer im Pfälzerwald.
Felsbiotop- und Offenlandpflege im Wasgau
Behutsame Freistellung von Sandsteinfelsen und Pflege wärmeliebender Säume, abgestimmt auf die Brutzeit des Wanderfalken, zugunsten von Reptilien und felsgebundenen Arten.
Streuobst und Magerwiesen auf der Westricher Hochfläche
Anlage und Pflege von Streuobstbeständen und artenreichem Grünland auf Muschelkalk, Lebensraum für Neuntöter, Wendehals, Wildbienen und wärmeliebende Insekten.
Artenschutz CEF und FCS
Fledermausquartiere, Verbesserung des Biotopverbunds für die Wildkatze, Anbindung von Hecken für die Haselmaus und Anlage von Kleingewässern für Amphibien, maßgeschneidert nach LKompVO und § 44 BNatSchG.
Entsiegelung von Konversionsflächen
Rückbau und Entsiegelung ehemaliger Militär- und Gewerbeflächen, Umwandlung in strukturreiche Biotope und Sukzessionsflächen als hochwertige Aufwertung im Biotopwertverfahren.
Geschützte Arten im Pfälzerwald, Wasgau und Westricher Hochfläche
Europäische Wildkatze
Der Pfälzerwald zählt zu den bedeutendsten Wildkatzenlebensräumen Deutschlands. Die Art benötigt totholzreiche, ungestörte Wälder und einen durchgängigen Biotopverbund zwischen den Waldgebieten, den Ausgleichsmaßnahmen gezielt stärken können.
Mehr zur Art ›Fledermäuse
Bechsteinfledermaus, Mopsfledermaus und weitere Arten nutzen die alten Buchenwälder und Streuobstbestände als Jagd- und Quartierlebensraum. Der Erhalt von Höhlenbäumen und Winterquartieren ist häufige Zielsetzung von CEF-Maßnahmen.
Mehr zur Art ›Schwarzstorch
In den störungsarmen, gewässerreichen Waldbereichen des Pfälzerwaldes brütet der Schwarzstorch. Naturnahe Bäche mit gutem Nahrungsangebot und ungestörte Horststandorte sind für die Art entscheidend.
Mehr zur Art ›Wanderfalke
Die frei stehenden Sandsteinfelsen des Wasgau bieten dem Wanderfalken traditionelle Brutplätze. Felspflege und die Lenkung von Freizeitnutzung während der Brutzeit sichern den Bruterfolg an den Felsbiotopen.
Haselmaus
Die Haselmaus besiedelt struktureiche Waldränder, Hecken und Gebüsche der Westricher Hochfläche. Der Erhalt und die Neuanlage vernetzter Gehölzstrukturen sind typische Maßnahmen zu ihrem Schutz.
Mehr zur Art ›Amphibien
Gelbbauchunke und Geburtshelferkröte finden in wassergefüllten Steinbrüchen, Wagenspuren und Kleingewässern geeignete Laichhabitate. Die Anlage besonnter Tümpel ist eine wirksame Kompensationsmaßnahme.
Mehr zur Art ›Welche Projekte lösen Kompensationspflicht aus?
B10-Ausbau und Verkehrsinfrastruktur
Der vierstreifige Ausbau der B10 zwischen Pirmasens und Landau führt in Abschnitten wie Hinterweidenthal bis Hauenstein durch das Biosphärenreservat Pfälzerwald. Solche Vorhaben lösen erheblichen Kompensations- und Artenschutzbedarf aus, ebenso Ortsumgehungen und der Ausbau nachgeordneter Straßen.
Konversion und Gewerbe
Die Nachnutzung ehemaliger US-Militärflächen sowie die Entwicklung von Gewerbe- und Industriegebieten um Pirmasens und im Zweibrücker Raum erfordern naturschutzrechtlichen Ausgleich, bieten über Entsiegelung aber auch Potenzial für hochwertige Kompensationsflächen.
Erneuerbare Energien
Windenergie auf der Westricher Hochfläche außerhalb der Kernzonen des Biosphärenreservats sowie Photovoltaik-Freiflächenanlagen auf geeigneten Standorten führen zu Eingriffen, die Kompensation und in vielen Fällen CEF-Maßnahmen für Fledermäuse und Greifvögel nach sich ziehen.
Rohstoffabbau und Forst
Buntsandstein-Steinbrüche und forstwirtschaftliche Vorhaben im Pfälzerwald erzeugen Eingriffe, deren Ausgleich sich über naturnahen Waldumbau, Gewässer- und Offenlandaufwertung im Biotopwertverfahren erbringen lässt.
Von der Anfrage bis zum Monitoring
Kontakt und Anfrage
Kompensationsbedarf mitteilen und Naturraum angeben. Wir prüfen die Verfügbarkeit.
Angebot und Beratung
Transparentes Angebot mit Maßnahmentypen, Umfang und Verfügbarkeit.
Behördenabstimmung
Vollständige Koordination mit der Unteren Naturschutzbehörde. Wir übernehmen alles.
Langfristiges Monitoring
Dauerhafte Flächensicherung, Pflege und Dokumentation über die Vertragslaufzeit.
Ökopunkte in angrenzenden Landkreisen
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