
Ökopunkte und Ausgleichsflächen
Landkreis Märkischer Kreis
Ökopunkte und Kompensationsflächen im Märkischen Kreis, bewertet nach dem numerischen Biotopwertverfahren und über Ökokonten gemäß der Ökokonto-Verordnung NRW. greeNature ist bundesweit tätig und begleitet Eingriffsvorhaben im nordwestlichen Sauerland von der Bilanzierung bis zur dauerhaften Sicherung.
Der Landkreis Märkischer Kreis im Überblick
Der Märkische Kreis liegt im mittleren Nordrhein-Westfalen und gehört zum Regierungsbezirk Arnsberg in der Region Südwestfalen. Kreisstadt ist Lüdenscheid, insgesamt bilden 15 Städte und Gemeinden den Kreis. Das Kreisgebiet erstreckt sich vom Übergang zum Ruhrgebiet im Norden bis in die Höhenlagen des Sauerlandes im Süden und grenzt an die kreisfreie Stadt Hagen sowie an die Kreise Unna, Soest, den Hochsauerlandkreis, den Kreis Olpe, den Oberbergischen Kreis und den Ennepe-Ruhr-Kreis.
Naturräumlich gehört der Kreis zum nordwestlichen Sauerland und damit zur BfN-Haupteinheit D38 (Bergisches Land und Sauerland) als Teil des Rheinischen Schiefergebirges. Kennzeichnend sind bewaldete Bergrücken aus devonischen Schiefern und Grauwacken, tief eingeschnittene Täler von Lenne, Volme, Hönne und Ruhr sowie Kalksteinzüge im Hönnetal mit ausgedehnten Höhlensystemen. Die höchste Erhebung ist die Nordhelle mit 663 Metern, der niedrigste Punkt liegt an der Ruhr bei rund 106 Metern.
Ökologisch prägend sind naturnahe Buchen- und Schluchtwälder, montane Bergwiesen und strukturreiche Fließgewässer. Im Kreisgebiet liegen 17 FFH-Gebiete, darunter das Felsenmeer bei Hemer (zugleich Nationales Naturmonument), die Kalkfelsen und Höhlen des Hönnetals, die Schluchtwälder im Lennetal und die Ebbemoore im Ebbegebirge. Die zahlreichen Kalkhöhlen und alten Bergbaustollen sind bedeutende Winterquartiere für Fledermäuse. Große Teile des Südens gehören zum Naturpark Sauerland-Rothaargebirge.
Der Märkische Kreis zählt zu den industriestärksten Regionen Deutschlands, geprägt von mittelständischer Metallverarbeitung, Werkzeug- und Maschinenbau, Draht- und Elektrotechnik sowie der Sanitärbranche. Gewerbeerweiterungen, Verkehrsvorhaben wie der Neubau der Rahmedetalbrücke der A45 bei Lüdenscheid und der Ausbau erneuerbarer Energien lösen regelmäßig Eingriffe aus. Deren Ausgleich richtet sich nach den §§ 13 bis 15 BNatSchG in Verbindung mit dem Landesnaturschutzgesetz NRW und der Ökokonto-Verordnung NRW, ergänzt um den Artenschutz nach § 44 BNatSchG.

🗺️ Zugehörige Naturräume
Zum Naturraum D38 ›
📍 Ausgewählte Gemeinden
🌿 Ökologische Besonderheiten
- Felsenmeer bei Hemer, Nationales Naturmonument und FFH-Gebiet
- Hönnetal mit Kalkfelsen und Höhlen (FFH), Winterquartiere für Fledermäuse
- Schluchtwälder im Lennetal (FFH), Lebensraum unter anderem für den Feuersalamander
- Ebbemoore im Ebbegebirge, Hoch- und Übergangsmoore (FFH)
- Kalkhöhlen bei Iserlohn, Balve und Altena als Fledermaus-Winterquartiere
- Fließgewässer Lenne, Volme, Hönne und Ruhr mit ihren Auen
- Naturpark Sauerland-Rothaargebirge, waldreiche Mittelgebirgslandschaft
✅ greeNature vor Ort
greeNature ist bundesweit tätig und betreut Vorhaben im Märkischen Kreis nach dem in Nordrhein-Westfalen maßgeblichen Recht. Wir arbeiten mit dem numerischen Biotopwertverfahren, kennen die Ökokonto-Verordnung NRW und die Systematik der landesweiten Kompensationsräume und stimmen Maßnahmen mit der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises ab. So lässt sich der Ausgleich möglichst im selben Naturraum, dem Sauerland, umsetzen.
Typische Maßnahmen im Landkreis Märkischer Kreis
Naturnaher Waldumbau
Umbau von Fichtenforsten, die durch Sturm und Borkenkäfer geschädigt sind, zu standortgerechten Buchen- und Eichenmischwäldern. Auf den freigewordenen Kalamitätsflächen entstehen klimastabile, strukturreiche Waldbestände.
Fließgewässerrenaturierung
Wiederherstellung der Durchgängigkeit und Eigendynamik an Lenne, Volme, Hönne und Ruhr, Rückbau von Uferverbau und Anlage von Auwaldstreifen als Lebensraum für Groppe, Bachneunauge und Eisvogel.
Grünland-Extensivierung
Entwicklung artenreicher Berg- und Talwiesen sowie Borstgrasrasen durch extensive Nutzung, Lebensraum für Wiesenbrüter, Tagfalter und Wildbienen in den Höhenlagen des Sauerlandes.
Artenschutz Fledermäuse (CEF)
Sicherung und Beruhigung von Kalkhöhlen und Stollen als Winterquartiere, Erhalt von Altholz und Quartierbäumen sowie Anlage von Jagdhabitaten als vorgezogene Maßnahmen nach § 44 BNatSchG.
Entsiegelung von Industriebrachen
Rückbau und Renaturierung nicht mehr genutzter Gewerbe- und Industrieflächen in den dicht bebauten Tallagen, mit Aufwertung zu Gehölz-, Grünland- oder Gewässerstrukturen.
Hecken und Biotopverbund
Anlage von Hecken, Feldgehölzen und Streuobstbeständen in den offenen Tal- und Randlagen als Trittsteinbiotope, die Waldränder und Fließgewässer im Biotopverbund vernetzen.
Geschützte Arten im Nordwestliches Sauerland und Lennetal
Fledermäuse in Kalkhöhlen
Die Höhlen und Stollen im Hönnetal sowie bei Iserlohn, Balve und Altena zählen zu den bedeutenden Fledermaus-Winterquartieren der Region, unter anderem für das Große Mausohr und die Bechsteinfledermaus. Höhlensicherung und Quartiererhalt sind typische CEF-Maßnahmen.
Mehr zur Art ›Eisvogel an den Flusstälern
Naturnahe Abschnitte von Lenne, Hönne, Volme und Ruhr bieten dem Eisvogel Steilwände und fischreiche Gewässer. Renaturierungen mit Uferabbrüchen und Auenentwicklung schaffen neue Brut- und Nahrungshabitate.
Mehr zur Art ›Amphibien der Wälder und Steinbrüche
Der Feuersalamander besiedelt die quellreichen Schluchtwälder des Lennetals, während die Geburtshelferkröte Kleingewässer in ehemaligen Steinbrüchen nutzt. Beide profitieren von naturnahen Gewässern und offengehaltenen Abbaustellen.
Mehr zur Art ›Wildkatze in den Sauerlandwäldern
Die Europäische Wildkatze kehrt in die zusammenhängenden Waldgebiete des Sauerlandes zurück. Strukturreiche Waldränder, Totholz und vernetzte Gehölzkorridore fördern ihre Wiederausbreitung im Kreisgebiet.
Mehr zur Art ›Haselmaus an Waldrändern
Die Haselmaus lebt in strauchreichen Waldrändern, Hecken und lichten Mischwäldern. Der Erhalt beeren- und haseltragender Gehölze sowie durchgängiger Verbundstrukturen sichert ihre Vorkommen.
Mehr zur Art ›Schwarzstorch in stillen Waldtälern
In den großen, gewässerreichen Waldgebieten des Sauerlandes findet der Schwarzstorch störungsarme Brutplätze und Nahrung an naturnahen Bächen. Ungestörte Horstumfelder und intakte Fließgewässer sind für ihn entscheidend.
Mehr zur Art ›Welche Projekte lösen Kompensationspflicht aus?
Metall- und Werkzeugindustrie
Der Märkische Kreis zählt mit zahlreichen Weltmarktführern zu den industriestärksten Regionen Deutschlands. Erweiterungen von Produktions- und Gewerbestandorten in Metallverarbeitung, Werkzeugbau und Elektrotechnik erzeugen regelmäßig Kompensationsbedarf nach der Eingriffsregelung.
Verkehrsinfrastruktur (A45)
Der Neubau der Rahmedetalbrücke der A45 bei Lüdenscheid sowie weitere Brücken-, Straßen- und Bahnvorhaben in den engen Tallagen lösen Ausgleichs- und Ersatzpflichten aus, häufig verbunden mit artenschutzrechtlichen Anforderungen.
Erneuerbare Energien
Windenergieanlagen auf den bewaldeten Höhenrücken und Photovoltaik-Freiflächen erfordern naturschutzrechtliche Kompensation sowie, bei Betroffenheit windkraftsensibler Arten, Maßnahmen zur Wahrung des günstigen Erhaltungszustands (FCS).
Siedlungs- und Gewerbeentwicklung
Wohn- und Gewerbegebietsausweisungen in Lüdenscheid, Iserlohn, Menden und Hemer erfordern Ausgleichsmaßnahmen. Wald- und Flächeneigentümer können ihre Grundstücke als Ökokontoflächen einbringen.
Von der Anfrage bis zum Monitoring
Kontakt und Anfrage
Kompensationsbedarf mitteilen und Naturraum angeben. Wir prüfen die Verfügbarkeit.
Angebot und Beratung
Transparentes Angebot mit Maßnahmentypen, Umfang und Verfügbarkeit.
Behördenabstimmung
Vollständige Koordination mit der Unteren Naturschutzbehörde. Wir übernehmen alles.
Langfristiges Monitoring
Dauerhafte Flächensicherung, Pflege und Dokumentation über die Vertragslaufzeit.
Ökopunkte in angrenzenden Landkreisen
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