
Ökopunkte und Ausgleichsflächen
Landkreis Euskirchen
Ökopunkte und Ausgleichsflächen im Kreis Euskirchen, aus anerkannten Ökokontomaßnahmen nach der Ökokonto-Verordnung Nordrhein-Westfalen. greeNature entwickelt und betreut naturraumtreue Kompensationsflächen zwischen Zülpicher Börde und Nordeifel, von der Bilanzierung bis zur dauerhaften Pflege, bundesweit tätig und mit Kenntnis der regionalen Behörden.
Der Landkreis Euskirchen im Überblick
Der Kreis Euskirchen liegt im Süden von Nordrhein-Westfalen und gehört zum Regierungsbezirk Köln. Er spannt sich vom fruchtbaren Ackerland der Zülpicher Börde im Norden über die Mechernicher Voreifel bis in die bewaldeten Höhenzüge der Nordeifel im Süden und Westen. Diese Spannweite macht ihn naturräumlich zu einem der vielfältigsten Kreise des Landes.
Naturräumlich hat der Kreis Anteil an zwei BfN-Haupteinheiten. Der Norden zählt zur Niederrheinischen Bucht (D35) mit ihren Lössböden und der weithin offenen Bördelandschaft, der größere Teil im Süden und Westen gehört zur Eifel (D45) mit Kalkeifel, Münstereifeler Wald und den Tälern von Erft, Urft und Olef. Für die Zuordnung einer Kompensation ist der Naturraum des Eingriffs maßgeblich.
Ökologisch prägend ist der Anteil am Nationalpark Eifel im Raum Schleiden sowie ein dichtes Netz aus FFH- und Vogelschutzgebieten. Die artenreichen Kalkmagerrasen und Wacholderheiden der Kalkeifel, naturnahe Buchenwälder und die Bachtäler zählen zu den wertvollsten Lebensräumen. Die Eifelwälder sind zudem ein Verbreitungsschwerpunkt der Europäischen Wildkatze.
Erheblichen Kompensationsbedarf erzeugen der Wiederaufbau nach dem Hochwasser vom Juli 2021, das Erft, Urft und Ortslagen wie Bad Münstereifel schwer getroffen hat, dazu Straßen- und Infrastrukturvorhaben, die Windenergie in der Nordeifel sowie Rohstoffgewinnung, Gewerbe und Siedlungsentwicklung im Raum Euskirchen und Weilerswist.

🗺️ Zugehörige Naturräume
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📍 Ausgewählte Gemeinden
🌿 Ökologische Besonderheiten
- Anteil am Nationalpark Eifel im Raum Schleiden, dem einzigen Nationalpark Nordrhein-Westfalens, mit naturnahen Buchenwäldern und dem Urftsee
- Kalkeifel mit artenreichen Kalkmagerrasen, Wacholderheiden und Orchideenvorkommen, überwiegend als Natura-2000-Gebiete gesichert
- Europäische Wildkatze als Charakterart der zusammenhängenden Eifelwälder mit landesweit bedeutendem Bestand und Biotopverbund
- Zülpicher Börde im Norden, eine der ertragreichsten Lössackerlandschaften mit Restvorkommen von Feldvögeln
- FFH-Gebiete in den Bachtälern und um Bad Münstereifel (Eschweiler Tal und Kalkkuppen) mit Kalkbuchenwäldern und Halbtrockenrasen
- Historischer Bergbau bei Mechernich (Bleiberg), dessen Stollen heute bedeutende Winterquartiere für Fledermäuse sind
- Tiefgreifende Folgen des Hochwassers vom Juli 2021 für Gewässer, Auen und Ortslagen an Erft und Urft
✅ greeNature vor Ort
greeNature ist bundesweit tätig und begleitet Vorhabenträger und Kommunen auch im Kreis Euskirchen durch die naturschutzrechtliche Kompensation. Wir kennen die Eingriffsregelung nach den §§ 13 bis 15 BNatSchG, ihre Ausformung im Landesnaturschutzgesetz Nordrhein-Westfalen (LNatSchG NRW) und das numerische Bewertungsverfahren, mit dem Biotoptypen über Wertpunkte bilanziert werden. Für den Kreis mit seiner Spannweite von der Zülpicher Börde bis in die Nordeifel sichern wir geeignete Flächen, planen naturraumtypische Aufwertungen von der Pflege der Kalkmagerrasen über die Renaturierung von Bachtälern bis zum naturnahen Waldumbau, setzen sie um und übernehmen die dauerhafte Pflege sowie die Dokumentation für die Anerkennung durch die Untere Naturschutzbehörde. Maßnahmen und Ökopunkte werden nach der Ökokonto-Verordnung NRW eingebucht und im Kompensationsverzeichnis geführt. Besteht artenschutzrechtlicher Bedarf nach § 44 BNatSchG, etwa für Fledermäuse, Wildkatze oder Amphibien, entwickeln wir vorgezogene CEF-Maßnahmen, die die ökologische Funktion der betroffenen Lebensstätten durchgängig sichern.
Typische Maßnahmen im Landkreis Euskirchen
Kalkmagerrasen und Wacholderheiden
Entbuschung, Wiederherstellung und dauerhafte Pflege der artenreichen Halbtrocken- und Magerrasen der Kalkeifel, meist über Beweidung mit Schafen und Ziegen. Diese Lebensräume beherbergen zahlreiche Orchideen, Wildbienen und Tagfalter und gehören zu den hochwertigsten Aufwertungsflächen der Region.
Fließgewässer- und Auenrenaturierung
Rückbau von Verrohrungen und Uferbefestigungen, Anlage von Gewässerrandstreifen und Wiederanbindung von Auen an Erft, Urft, Olef und ihren Zuläufen. Nach dem Hochwasser 2021 verbindet sich hier die naturnahe Entwicklung der Gewässer mit einem vorsorgenden Wasserrückhalt in der Fläche.
Naturnaher Waldumbau und Biotopverbund
Umbau strukturarmer Nadelforste in standortgerechte Laubmischwälder sowie Entwicklung von Waldrändern und Trittsteinbiotopen. In den Eifelwäldern stärken diese Maßnahmen den Biotopverbund und die Wanderkorridore der Europäischen Wildkatze.
Extensivierung von Grünland
Umwandlung intensiv genutzter Wiesen und Weiden in artenreiches Extensivgrünland in den Bachtälern der Eifel, mit später Mahd und reduzierter Düngung. So entstehen Lebensräume für Wiesenvögel, Insekten und die Nahrungsgäste der umliegenden Wälder.
Hecken und Streuobst in der Börde
Neuanlage von Hecken, Feldgehölzen, breiten Feldrainen und Streuobstbeständen in der ausgeräumten Zülpicher Börde. Diese Strukturen vernetzen isolierte Lebensräume und bieten Feldvögeln und Kleinsäugern Deckung und Nahrung.
Artenschutz CEF und FCS
Maßgeschneiderte Maßnahmen nach § 44 BNatSchG, etwa Sicherung und Aufwertung der Fledermausquartiere in den Stollen bei Mechernich, Zauneidechsenhabitate auf Bahn- und Abgrabungsflächen sowie Laichgewässer für Amphibien und Kammmolch in der Kalkeifel.
Geschützte Arten im Nordeifel und Zülpicher Börde
Europäische Wildkatze
Die Eifelwälder zählen zu den bundesweit bedeutenden Verbreitungsgebieten der streng geschützten Wildkatze (Anhang IV FFH-Richtlinie). Sie braucht große, störungsarme Wälder mit Totholz und verbindende Gehölzstrukturen, weshalb Waldumbau und Biotopverbund typische Kompensationsansätze sind.
Mehr zur Art ›Schwarzstorch
Der scheue Schwarzstorch brütet in den ausgedehnten und ruhigen Waldgebieten der Eifel und sucht seine Nahrung an naturnahen Bächen und Feuchtstellen. Er profitiert von der Renaturierung von Gewässern und der Wahrung störungsfreier Waldbereiche.
Mehr zur Art ›Fledermäuse der Kalkeifel
Höhlen, Felsen und die alten Bergbaustollen bei Mechernich sind bedeutende Sommer- und Winterquartiere, unter anderem für das Große Mausohr. Bei Eingriffen an Gebäuden, Wäldern oder Stollen sichern CEF-Maßnahmen wie Ersatzquartiere die Funktion der Lebensstätten.
Mehr zur Art ›Haselmaus
Die Haselmaus besiedelt struktur- und beerenreiche Waldränder, Hecken und Unterwuchs der Eifel. Als streng geschützte Art nach Anhang IV der FFH-Richtlinie ist sie bei Gehölzrodungen regelmäßig zu berücksichtigen und wird über Vernetzung und Habitatanlage gefördert.
Mehr zur Art ›Amphibien und Kammmolch
In den Klein- und Stillgewässern der Kalkeifel leben Kammmolch, Gelbbauchunke und weitere Amphibien. Neu angelegte, besonnte Laichgewässer und Tümpelketten sind bewährte Aufwertungs- und CEF-Maßnahmen für diese Arten.
Mehr zur Art ›Feldvögel der Börde
Feldlerche und Kiebitz brüten in der offenen Zülpicher Börde, sind durch die intensive Ackernutzung aber stark zurückgegangen. Blüh- und Brachestreifen, Lerchenfenster und extensiv genutzte Ackerflächen schaffen Brut- und Nahrungshabitate.
Mehr zur Art ›Welche Projekte lösen Kompensationspflicht aus?
Wiederaufbau nach dem Hochwasser 2021
Der Wiederaufbau von Gewässern, Brücken, Straßen und Ortslagen an Erft und Urft nach der Flut vom Juli 2021 ist eine der größten Aufgaben im Kreis. Er verbindet Infrastrukturmaßnahmen mit naturnaher Gewässerentwicklung und löst regelmäßig Ausgleichs- und Ersatzpflichten aus.
Straßen- und Infrastrukturvorhaben
Aus- und Neubau von Straßen in der Eifel, darunter der seit Langem geplante Lückenschluss der A1, sowie Ortsumgehungen und Leitungstrassen erzeugen Kompensationsbedarf. Naturraumtreue Ausgleichsflächen sind hier oft in den bewaldeten und gewässerreichen Räumen zu finden.
Windenergie in der Nordeifel
Auf den Höhen der Nordeifel, etwa in Blankenheim, Dahlem und Hellenthal, entstehen und wachsen Windparks. Neben der Eingriffskompensation lösen sie artenschutzrechtliche Anforderungen für Fledermäuse und windkraftempfindliche Vogelarten aus, die FCS-Maßnahmen erfordern können.
Rohstoffgewinnung, Gewerbe und Siedlung
Kalk- und Grauwackeabbau in der Eifel, Kiesgewinnung sowie Gewerbe-, Logistik- und Wohnbauentwicklung im Raum Euskirchen und Weilerswist erfordern naturschutzrechtliche Kompensation. Flächeneigentümer können hier als Anbieter von Ausgleichsflächen mitwirken.
Von der Anfrage bis zum Monitoring
Kontakt und Anfrage
Kompensationsbedarf mitteilen und Naturraum angeben. Wir prüfen die Verfügbarkeit.
Angebot und Beratung
Transparentes Angebot mit Maßnahmentypen, Umfang und Verfügbarkeit.
Behördenabstimmung
Vollständige Koordination mit der Unteren Naturschutzbehörde. Wir übernehmen alles.
Langfristiges Monitoring
Dauerhafte Flächensicherung, Pflege und Dokumentation über die Vertragslaufzeit.
Ökopunkte in angrenzenden Landkreisen
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