Weißling auf einer Acker-Witwenblume in einer artenreichen Wiese
Niedersachsen · BNatSchG / NAGBNatSchG
Naturraum D28

Ökopunkte und Ausgleichsflächen
Landkreis Uelzen

Ökopunkte und Ausgleichsflächen im Landkreis Uelzen. greeNature plant, sichert und betreut Kompensationsmaßnahmen im Naturraum D28 Lüneburger Heide und Wendland nach niedersächsischem Naturschutzrecht (NAGBNatSchG) und dem Biotopwertverfahren. Bundesweit tätig, mit einem klaren Blick für die Böden, Heidebäche und Offenlandbiotope des Uelzener Beckens.

rund 1.454 km²
Kreisfläche
rund 91.000 (Stand 2025)
Einwohner
27 in zwei Einheits- und vier Samtgemeinden
Gemeinden
Hansestadt Uelzen
Kreisstadt
D28 Lüneburger Heide und Wendland
Naturraum
Landkreis und Ökologie

Der Landkreis Uelzen im Überblick

Der Landkreis Uelzen liegt im Nordosten Niedersachsens und gehört landschaftlich zur Lüneburger Heide. Im Zentrum prägt das saaleeiszeitliche Uelzener Becken das Bild, eine von Grundmoränen umrahmte Beckenlandschaft mit vergleichsweise fruchtbaren Böden, die intensiv für den Anbau von Zuckerrüben, Kartoffeln und Getreide genutzt werden.

Rund um die Ackerflächen ziehen sich ausgedehnte Kiefernforste sowie Reste alter Heiden und Wacholderbestände, etwa in der Ellerndorfer Wacholderheide. Diese offenen, nährstoffarmen Standorte sind naturschutzfachlich besonders wertvoll und im Biotopwertverfahren entsprechend hoch bewertet.

Ein prägendes Element ist das Fließgewässersystem der Ilmenau, die sich südlich von Uelzen aus den Quellbächen Gerdau und Stederau bildet und um die auch Hardau und weitere Heidebäche entwässern. Große Teile dieses Gewässernetzes sind als FFH-Gebiet Ilmenau mit Nebenbächen geschützt.

Wirtschaftlich ist der Kreis ländlich geprägt, mit einer starken Ernährungswirtschaft. Verkehrsvorhaben, Gewerbeansiedlungen und der Ausbau erneuerbarer Energien lösen regelmäßig Eingriffe aus, für die naturschutzrechtlich Ausgleich und Ersatz erbracht werden müssen.

Weißling auf einer Acker-Witwenblume in einer artenreichen Wiese

🗺️ Zugehörige Naturräume

D28
Lüneburger Heide
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📍 Ausgewählte Gemeinden

Uelzen (KS)Bad BevensenEbstorfBienenbüttelSuderburgRoscheBad BodenteichWrestedtSuhlendorfAltenmedingenGerdauWriedel

🌿 Ökologische Besonderheiten

  • Das saaleeiszeitliche Uelzener Becken mit vergleichsweise fruchtbaren Grundmoränenböden und intensiver Landwirtschaft (Zuckerrüben, Kartoffeln, Getreide).
  • Ausgedehnte Kiefernforste und Reste historischer Heiden, darunter die Ellerndorfer Wacholderheide mit Sandmagerrasen und Wacholderbeständen.
  • Das verzweigte Fließgewässersystem der Ilmenau mit den Quellbächen Gerdau und Stederau sowie der Hardau, überwiegend als FFH-Gebiet gesichert.
  • Nachweise anspruchsvoller Arten wie Schwarzstorch, Flussperlmuschel und Bachneunauge in den naturnahen Heidebächen.
  • Geringe Bevölkerungsdichte von rund 63 Einwohnern je Quadratkilometer, einer der dünner besiedelten Kreise Niedersachsens.
  • Starke Ernährungswirtschaft am Standort Uelzen mit Nordzucker, der Molkereigenossenschaft Uelzena und dem Speiseeishersteller Froneri.
  • Der Elbe-Seitenkanal durchquert den Kreis und verbindet ihn über die Binnenschifffahrt mit Elbe und Mittellandkanal.

✅ greeNature vor Ort

greeNature betreut Kompensationsvorhaben im Landkreis Uelzen entlang der Vorgaben des niedersächsischen Naturschutzrechts. Wir entwickeln naturraumtreue Maßnahmen, die zu den Standorten des Uelzener Beckens passen, von der Renaturierung der Heidebäche über die Extensivierung von Ackerflächen bis zur Pflege der Wacholder- und Sandheiden. Für Vorhabenträger übernehmen wir die Bilanzierung im Biotopwertverfahren, die Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises und dem NLWKN sowie die langfristige Sicherung und Unterhaltung der Flächen. So lässt sich der rechtlich geforderte Ausgleich rechtssicher und fachlich sauber erbringen. greeNature arbeitet bundesweit und bringt die Erfahrung aus Projekten in unterschiedlichen Naturräumen in die konkrete Umsetzung vor Ort ein.

Kompensation im Landkreis

Typische Maßnahmen im Landkreis Uelzen

🌊

Fließgewässer renaturieren

Rückbau von Uferverbauungen, Anbindung von Altarmen und Entwicklung durchgängiger Auen an Ilmenau, Gerdau und Hardau. Solche Maßnahmen werten Gewässerstruktur und Umland im Biotopwertverfahren deutlich auf.

🌾

Acker in Grünland umwandeln

Extensivierung intensiv genutzter Ackerflächen zu artenreichem Feucht- und Nassgrünland, besonders in den Niederungen der Heidebäche, mit angepasster Mahd und Beweidung.

💧

Moore und Nassstandorte wiedervernässen

Anhebung der Wasserstände auf entwässerten Moor- und Niederungsflächen. Das bindet Kohlenstoff, mindert Nährstoffausträge und schafft hochwertige, feuchtegeprägte Lebensräume.

🌿

Heiden und Sandmagerrasen pflegen

Entkusselung, Plaggen und Beweidung erhalten Wacholder- und Sandheiden wie in der Ellerndorfer Heide als offene, nährstoffarme Lebensräume typischer Heidearten.

🌳

Wälder naturnah entwickeln

Umbau strukturarmer Kiefernforste zu standortgerechten Laub- und Mischwäldern, mit Förderung von Altholz, Totholz und stufigem Waldrand.

🌻

Agrarlandschaft gliedern

Anlage von Hecken, Feldgehölzen sowie Blüh- und Ackerrandstreifen strukturiert die ausgeräumte Feldflur und schafft Nahrung und Deckung für Offenlandarten.

Artenvielfalt

Geschützte Arten im Lüneburger Heide, Uelzener Becken

🕊️

Schwarzstorch

Der Schwarzstorch nutzt störungsarme, feuchte Wälder und die naturnahen Bachauen an Ilmenau und Gerdau als Nahrungs- und Bruthabitat. Er reagiert empfindlich auf Störungen und Lebensraumverlust.

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🐦

Eisvogel

An klaren, strukturreichen Fließgewässern mit Steilufern und gutem Fischangebot ist der Eisvogel zu finden. Renaturierte Abschnitte der Heidebäche verbessern seine Brut- und Nahrungsbedingungen.

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🌱

Kiebitz

Der Kiebitz brütet auf feuchten Wiesen und offenen Ackerflächen. Vernässte Grünlandsenken und extensiv bewirtschaftete Feldfluren sind für den Bestand im Kreisgebiet von Bedeutung.

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🌾

Feldlerche

Als Charakterart der offenen Agrarlandschaft leidet die Feldlerche unter dem Verlust strukturreicher Flächen. Blühstreifen und Lerchenfenster im Ackerland fördern sie gezielt.

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🦎

Zauneidechse

Die Zauneidechse besiedelt trockenwarme Heiden, Sandmagerrasen, Wald- und Bahnränder. Bei Eingriffen sind ihre Habitate im Rahmen des Artenschutzes nach § 44 BNatSchG zu berücksichtigen.

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🦇

Fledermäuse

Wälder, Gewässerränder und alte Gebäude bieten Fledermäusen Jagdreviere und Quartiere. Der Erhalt von Höhlenbäumen und Leitstrukturen ist bei Vorhaben besonders zu beachten.

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Typische Projekte

Welche Projekte lösen Kompensationspflicht aus?

🛣️

Verkehrsinfrastruktur

Ausbau und Erneuerung von Bundes- und Landesstraßen, Ortsumgehungen sowie Bahn- und Wasserstraßenanlagen entlang des Elbe-Seitenkanals führen zu Eingriffen mit Ausgleichs- und Ersatzbedarf.

🏭

Gewerbe- und Industrieansiedlung

Die Erweiterung von Gewerbe- und Industrieflächen, insbesondere im Umfeld der Ernährungswirtschaft und Logistik am Standort Uelzen, versiegelt Flächen und löst Kompensationsverpflichtungen aus.

🌬️

Erneuerbare Energien

Neue Windenergieanlagen und Freiflächen-Photovoltaik im ländlich geprägten Kreisgebiet erfordern naturschutzfachliche Prüfungen und den Ausgleich beanspruchter Lebensräume.

⛏️

Rohstoffgewinnung und Leitungstrassen

Sand- und Kiesabbau sowie der Ausbau von Strom- und Leitungstrassen greifen in Boden und Landschaft ein und ziehen entsprechende Kompensationsmaßnahmen nach sich.

So einfach geht es

Von der Anfrage bis zum Monitoring

01

Kontakt und Anfrage

Kompensationsbedarf mitteilen und Naturraum angeben. Wir prüfen die Verfügbarkeit.

02

Angebot und Beratung

Transparentes Angebot mit Maßnahmentypen, Umfang und Verfügbarkeit.

03

Behördenabstimmung

Vollständige Koordination mit der Unteren Naturschutzbehörde. Wir übernehmen alles.

04

Langfristiges Monitoring

Dauerhafte Flächensicherung, Pflege und Dokumentation über die Vertragslaufzeit.

Nachbarlandkreise

Ökopunkte in angrenzenden Landkreisen

Häufige Fragen

Alles zu Ökopunkten
im Landkreis Uelzen

Uelzen liegt in Niedersachsen. Grundlage sind die §§ 13 bis 15 BNatSchG in Verbindung mit dem Niedersächsischen Ausführungsgesetz (NAGBNatSchG). Die Bilanzierung von Eingriff und Ausgleich erfolgt über das Biotopwertverfahren, also Ökopunkte, unter Anwendung der Arbeitshilfen des NLWKN. Zuständig ist die Untere Naturschutzbehörde beim Landkreis Uelzen. Die bayerische BayKompV kommt hier nicht zur Anwendung.
Ökopunkte bilden die naturschutzfachliche Aufwertung einer Fläche ab. Im Biotopwertverfahren wird der Biotopwert vor der Maßnahme mit dem Wert nach der Aufwertung verglichen. Die Differenz, multipliziert mit der Fläche, ergibt die gutgeschriebenen Wertpunkte, mit denen ein Eingriff ausgeglichen werden kann.
Der Ausgleich soll in einem funktionalen und räumlichen Zusammenhang zum Eingriff stehen und dem betroffenen Naturraum entsprechen. Für Uelzen ist das die BfN-Region D28 Lüneburger Heide und Wendland. Maßnahmen im Kreisgebiet oder im gleichen Naturraum sind daher in der Regel vorzuziehen, die konkrete Zuordnung stimmen wir mit der Unteren Naturschutzbehörde ab.
Neben der Eingriffsregelung ist der besondere Artenschutz zu beachten. § 44 BNatSchG verbietet unter anderem das Töten und Stören geschützter Arten sowie die Zerstörung ihrer Fortpflanzungs- und Ruhestätten. Wo nötig, sichern vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen (CEF) die ökologische Funktion, in bestimmten Fällen kommen Maßnahmen zur Wahrung des günstigen Erhaltungszustands (FCS) hinzu.
Typisch sind Straßen- und Verkehrsvorhaben, die Erweiterung von Gewerbe- und Industrieflächen, Windenergie und Freiflächen-Photovoltaik sowie Rohstoffabbau und Leitungstrassen. Sobald ein Vorhaben Natur und Landschaft erheblich beeinträchtigt, greift die Eingriffsregelung und es ist Ausgleich oder Ersatz zu erbringen.
Wir übernehmen die Maßnahmenplanung, die Bilanzierung im Biotopwertverfahren, die Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde und dem NLWKN sowie die dauerhafte Sicherung und Unterhaltung der Flächen. So erhalten Vorhabenträger einen fachlich abgesicherten und rechtskonformen Ausgleich aus einer Hand.
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