
Ökopunkte und Ausgleichsflächen
Landkreis Heidekreis
Naturschutzfachlich geplante Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen sowie Ökopunkte im Heidekreis, bewertet nach dem niedersächsischen Biotopwertverfahren. greeNature begleitet Kompensation von der Bilanzierung bis zum Monitoring, bundesweit tätig und mit dem Naturschutzrecht in Niedersachsen vertraut.
Der Landkreis Heidekreis im Überblick
Der Heidekreis liegt im Nordosten Niedersachsens und gehört fast vollständig zur BfN-Großlandschaft Lüneburger Heide (D28). Mit rund 1.881 Quadratkilometern zählt er zu den flächengrößten Landkreisen des Landes, ist zugleich aber dünn besiedelt und stark von Wald, Heide und nährstoffarmen Sandböden geprägt. Verwaltungssitz ist die Kreisstadt Bad Fallingbostel.
Landschaftlich bestimmen ausgedehnte Sandheiden, Wacholderbestände und Kiefernforste das Bild, durchzogen von klaren Heidebächen wie Örtze und Böhme. Im Süden geht die Geest in die Aller-Niederung über, die naturräumlich zum Weser-Aller-Flachland (D31) gehört und feuchtes Grünland sowie Auenlebensräume trägt.
Ökologisch bedeutsam ist vor allem die Lüneburger Heide als eines der größten zusammenhängenden Heidegebiete Mitteleuropas. Große Truppenübungsplätze bei Munster und Bergen-Hohne sichern störungsarme Offenland- und Moorlebensräume, die für viele spezialisierte Arten der Heide zum Rückzugsraum geworden sind.
Wirtschaftlich prägen Land- und Forstwirtschaft, der Industriepark Walsrode, Tourismusbetriebe wie der Heide-Park sowie eine dichte Verkehrsachse entlang der Autobahn A7 den Kreis. Aus Straßenbau, Gewerbe, Energievorhaben und Rohstoffabbau entsteht regelmäßig Kompensationsbedarf nach der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung.

🗺️ Zugehörige Naturräume
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📍 Ausgewählte Gemeinden
🌿 Ökologische Besonderheiten
- EU-Vogelschutzgebiet V24 und FFH-Gebiet 070 "Lüneburger Heide" mit Sandheiden, Wacholderbeständen und Sandmagerrasen
- Naturschutzgebiet Pietzmoor bei Schneverdingen, Quellgebiet der Böhme, ein renaturiertes Hochmoor
- Naturnahe Heidebäche Örtze und Böhme mit strukturreichen Talauen
- Truppenübungsplätze Munster und Bergen-Hohne als großflächige, störungsarme Heide- und Moorlandschaften
- Weitere Schutzgebiete wie Großes Moor bei Becklingen (FFH 082), Obere Wümmeniederung (FFH 038) und Lehrdetal (FFH 276)
- Aller-Niederung im Süden mit Feuchtgrünland und Auenlebensräumen des Weser-Aller-Flachlands
- Insgesamt 27 Naturschutzgebiete auf großer, dünn besiedelter Kreisfläche
✅ greeNature vor Ort
greeNature ist bundesweit tätig und plant Kompensationsmaßnahmen naturraumtreu im Bereich der Lüneburger Heide und der Aller-Niederung. Wir arbeiten nach dem niedersächsischen Naturschutzrecht (NAGBNatSchG), bilanzieren über das Biotopwertverfahren und die Arbeitshilfen des NLWKN und stimmen Maßnahmen mit dem Umweltamt des Heidekreises als Unterer Naturschutzbehörde ab.
Typische Maßnahmen im Landkreis Heidekreis
Heidepflege und Entkusselung
Erhalt und Wiederherstellung der Sandheiden durch Entkusselung, Plaggen, Schoppern und extensive Schafbeweidung. Diese historisch gewachsenen Offenlandbiotope sind Lebensraum vieler streng geschützter Arten und liefern hochwertige Aufwertungspotenziale im Biotopwertverfahren.
Moorrenaturierung
Wiedervernässung entwässerter Hoch- und Übergangsmoore, etwa im Umfeld von Pietzmoor und den zahlreichen Moorstandorten der Geest. Der Wasserrückhalt fördert torfbildende Vegetation, Moorlibellen und Amphibien und bindet zugleich Kohlenstoff.
Fließgewässerrenaturierung
Rückbau von Uferverbau, Anlage von Kiesbänken und naturnahen Gewässerrandstreifen an Örtze, Böhme und Aller. Die aufgewerteten Heidebäche bieten Lebensraum für Bachneunauge, Groppe und Eisvogel.
Sandmagerrasen und CEF-Maßnahmen
Offenbodenpflege, Anlage von Sandlinsen und Lesesteinhaufen auf trockenwarmen Böschungen und Abbauflächen. Als CEF-Maßnahmen nach § 44 BNatSchG sichern sie Fortpflanzungsstätten von Zauneidechse, Kreuzkröte und wärmeliebenden Insekten.
Grünland-Extensivierung in der Aller-Niederung
Umwandlung intensiv genutzter Flächen in artenreiches Feuchtgrünland mit späten Mahdterminen und Grabenrandgestaltung. Das Feuchtgrünland ist Bruthabitat für Wiesenvögel wie Kiebitz und Bekassine.
Naturnaher Waldumbau
Umbau standortfremder Kiefernforste zu naturnahen Eichen-, Birken- und Buchenmischwäldern auf den Geestböden. Strukturreiche Waldränder und Alt- und Totholz erhöhen die Lebensraumqualität für Fledermäuse, Höhlenbrüter und den Schwarzstorch.
Geschützte Arten im Lüneburger Heide und Aller-Niederung
Heidelerche und Ziegenmelker
Die offenen Sandheiden und lichten Kiefernbestände beherbergen typische Heidevögel. Heidelerche und Feldlerche brüten in der strukturreichen Zwergstrauchheide, der nachtaktive Ziegenmelker nutzt besonnte Offenbodenstellen. Erhalt und Pflege offener Heideflächen sind für diese Arten entscheidend.
Mehr zur Art ›Zauneidechse
Trockenwarme Böschungen, Sandmagerrasen und Abbauflächen sind Lebensraum der Zauneidechse. Für die streng geschützte Art nach § 44 BNatSchG lassen sich besonnte Sandstrukturen und Lesesteinhaufen gezielt als CEF-Maßnahmen anlegen.
Mehr zur Art ›Fledermäuse
Alt- und Totholzreiche Wälder, Heidebäche und Gebäude bieten Quartiere und Jagdgebiete für Arten wie Großes Mausohr, Breitflügel- und Zwergfledermaus. Der Erhalt von Höhlenbäumen und strukturreichen Waldrändern sichert ihre Lebensstätten.
Mehr zur Art ›Moorfrosch und Kreuzkröte
Heideweiher, Moorgewässer und vegetationsarme Sandgruben sind Laichgewässer von Moorfrosch und Kreuzkröte. Beide Amphibienarten profitieren von neu angelegten, besonnten Kleingewässern und offenen Rohböden.
Mehr zur Art ›Schwarzstorch
Die ausgedehnten, störungsarmen Wälder an Örtze und Böhme bieten dem Schwarzstorch Brutplätze, die naturnahen Bäche und Feuchtwiesen dienen als Nahrungshabitat. Ruhezonen und renaturierte Gewässer stützen den empfindlichen Bestand.
Mehr zur Art ›Kiebitz
Im feuchten Grünland der Aller-Niederung brütet der Kiebitz. Extensiv genutzte, staunasse Wiesen mit späten Mahdterminen und offenen Blänken sind für den Bruterfolg der Wiesenvögel maßgeblich.
Mehr zur Art ›Welche Projekte lösen Kompensationspflicht aus?
Verkehr und Infrastruktur
Die Autobahn A7 durchquert den Heidekreis auf ganzer Länge, hinzu kommen Bundes- und Landesstraßen, Ortsumgehungen sowie Bahnstrecken. Aus- und Neubau lösen Ausgleichs- und Ersatzpflichten nach der Eingriffsregelung aus, häufig verbunden mit artenschutzrechtlichen CEF-Maßnahmen.
Industrie und Gewerbe
Der Industriepark Walsrode mit Betrieben wie Dow und Wipak sowie neue Gewerbe- und Logistikflächen an der A7 erzeugen Kompensationsbedarf. greeNature unterstützt bei Bilanzierung, Flächenzuordnung und Behördenabstimmung.
Energie und Rohstoffe
Windparks und Photovoltaik-Freiflächenanlagen auf Geeststandorten sowie Erdgasförderung, Kavernenspeicher und Sandabbau erfordern naturschutzrechtliche Kompensation und teils FCS-Maßnahmen für windkraftsensible Arten.
Tourismus und Siedlung
Freizeiteinrichtungen wie der Heide-Park Soltau und der Serengeti-Park Hodenhagen sowie Wohn- und Gewerbebaugebiete in den Städten und Gemeinden ziehen Ausgleichsmaßnahmen nach sich. Flächeneigentümer können ihre Grundstücke als Ausgleichsflächen anbieten.
Von der Anfrage bis zum Monitoring
Kontakt und Anfrage
Kompensationsbedarf mitteilen und Naturraum angeben. Wir prüfen die Verfügbarkeit.
Angebot und Beratung
Transparentes Angebot mit Maßnahmentypen, Umfang und Verfügbarkeit.
Behördenabstimmung
Vollständige Koordination mit der Unteren Naturschutzbehörde. Wir übernehmen alles.
Langfristiges Monitoring
Dauerhafte Flächensicherung, Pflege und Dokumentation über die Vertragslaufzeit.
Ökopunkte in angrenzenden Landkreisen
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