Margeriten und Glockenblumen in einer artenreichen Wiese
Niedersachsen · BNatSchG / NAGBNatSchG
Naturraum D25

Ökopunkte und Ausgleichsflächen
Stadt Emden

Ökopunkte und Ausgleichsflächen in der kreisfreien Stadt Emden, bewertet nach dem niedersächsischen Biotopwertverfahren. greeNature ist Ihr bundesweit tätiger Full-Service-Partner für die Kompensation von Eingriffen in der ostfriesischen Marsch am Emsästuar und am Dollart.

112,34
km² Stadtfläche
~50.700
Einwohner (2023: 50.659)
20
Stadtteile
D25 / D21
BfN-Naturräume
kreisfrei
Kreisfreie Stadt in Ostfriesland
Stadt und Ökologie

Die Stadt Emden im Überblick

Emden ist eine kreisfreie Stadt im äußersten Westen Niedersachsens und die größte Stadt Ostfrieslands. Sie liegt am nördlichen Ufer der Ems, dort wo der tidegeprägte Fluss in das Emsästuar und den Dollart übergeht. Mit rund 50.700 Einwohnern und einer Fläche von etwa 112 km² gehört Emden zu den kleineren kreisfreien Städten des Landes. Als kreisfreie Stadt nimmt Emden die Aufgaben der Unteren Naturschutzbehörde selbst wahr. Eine zwischengeschaltete Bezirksebene besteht nicht, da Niedersachsen die Regierungsbezirke im Jahr 2004 abgeschafft hat.

Naturräumlich liegt das Stadtgebiet ganz überwiegend in der Ems-Weser-Marsch (BfN-Naturraum D25), einer flachen, von Deichen, Sielen und Entwässerungsgräben (Tiefs) durchzogenen Kulturlandschaft aus fruchtbaren Kleiböden. Nach Westen und Süden grenzt die Stadt unmittelbar an die tidebeeinflussten Watt- und Wasserflächen des Emsästuars und des Dollart, die dem Naturraum Nordsee-Küste (D21) zuzuordnen sind. Prägend sind die weiten Polderflächen, Marschseen (Meede) mit Röhrichtgürteln und die Vordeichbereiche entlang der Ems.

Emden ist ein bedeutender Wirtschafts- und Industriestandort. Das Volkswagen-Werk besteht seit 1964 und fertigt seit Ende 2024 ausschließlich Elektrofahrzeuge. Der Seehafen Emden zählt zu den größten Fahrzeugumschlaghäfen Europas und ist zugleich ein wichtiger Umschlag- und Logistikstandort für Windenergiekomponenten. Hinzu kommen Schiffbau (Emder Werft, ehemals Nordseewerke) sowie neue Energievorhaben wie ein Wasserstoff-Elektrolyseur. Diese industrielle Prägung, verbunden mit Hafen-, Gewerbe- und Wohnbauentwicklung, löst regelmäßig Eingriffe aus.

Die naturschutzrechtliche Kompensation ist in Niedersachsen über das Biotopwertverfahren mit Ökopunkten auf Grundlage der Eingriffsregelung nach den §§ 13 bis 15 BNatSchG und des NAGBNatSchG zu erbringen. Wegen der Lage am Emsästuar mit seinen Natura-2000-Gebieten sowie der Bedeutung der Marsch für Wiesen-, Wat- und Wasservögel stellen sich in Emden häufig anspruchsvolle artenschutzrechtliche Fragen nach § 44 BNatSchG, die vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen (CEF) erfordern können.

Margeriten und Glockenblumen in einer artenreichen Wiese

🗺️ Zugehörige Naturräume

D25
Ems-Weser-Marsch
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📍 Stadtteile

Zentrum (Stadtmitte) (KS)BarenburgBorssum/HilmarsumLarreltWybelsumTwixlumPetkumWiddelswehrJarßumUphusenHarswegPort Arthur/TransvaalFrieslandConstantia

🌿 Ökologische Besonderheiten

  • Naturschutzgebiet Außenems (NSG WE 314) mit ausgedehnten Watt-, Wasser- und Vordeichflächen im Emsästuar, Teil des FFH-Gebiets 002 Unterems und Außenems (DE 2507-331)
  • Dollart, tidegeprägte Meeresbucht an der deutsch-niederländischen Grenze, international bedeutendes Brut-, Rast- und Nahrungsgebiet für Wat- und Wasservögel
  • EU-Vogelschutzgebiet V10 Emsmarsch von Leer bis Emden entlang der Unterems
  • Naturschutzgebiet Bansmeer, seit 1975 geschützter Marschsee (rund 50 ha) mit breitem Röhrichtgürtel als Lebensraum für Schilf- und Wasservögel
  • Petkumer Deichvorland, seit 1994 geschützte Vordeichflächen an der Ems (rund 200 ha)
  • Wybelsumer Polder als bedeutender Vogellebensraum im Übergang zu Hafen-, Gewerbe- und Windenergieflächen
  • Volkswagen-Werk und einer der größten Fahrzeugumschlag- und Windkraftlogistikhäfen Europas als prägende Quellen von Kompensationsbedarf

✅ greeNature vor Ort

greeNature ist bundesweit tätig und mit dem niedersächsischen Kompensationssystem vertraut. Wir arbeiten mit der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Emden (FD 362 Umwelt) und dem NLWKN zusammen, kennen das Biotopwertverfahren mit Ökopunkten sowie die einschlägigen NLWKN-Arbeitshilfen und die Besonderheiten der Marschlandschaft am Emsästuar mit ihren Natura-2000-Gebieten. Von der Bedarfsermittlung über die Flächensicherung bis zu Umsetzung, Pflege und Monitoring begleiten wir Ihr Vorhaben durchgehend, auch bei anspruchsvollen artenschutzrechtlichen Konstellationen im urbanen und hafennahen Umfeld.

Kompensation in der Stadt

Typische Maßnahmen in der Stadt Emden

🧱

Entsiegelung und Rückbau im Stadtgebiet

Rückbau versiegelter Flächen, etwa auf aufgegebenen Gewerbe-, Hafen- oder Verkehrsflächen, und ihre Umwandlung in durchgrünte, wasseraufnahmefähige Biotope. Solche Maßnahmen werten im dicht bebauten Stadtraum auf und verbessern zugleich das Stadtklima und den lokalen Wasserhaushalt.

🌊

Renaturierung von Tiefs und Marschgräben

Naturnahe Umgestaltung der für die Marsch typischen Entwässerungsgräben und Tiefs, Anlage von Gewässerrandstreifen und flachen Uferzonen. Dies schafft Lebensräume für Amphibien, Libellen und den Eisvogel und vernetzt die Gewässer der Polderlandschaft.

🌾

Grünland-Extensivierung für Wiesenvögel

Umwandlung intensiv genutzter Flächen in artenreiches Feucht- und Nassgrünland in den Poldern und Niederungen. Angepasste Mahdtermine, Wasserhaltung über Grüppen und der Verzicht auf Düngung schaffen Brut- und Nahrungshabitate für Kiebitz, Uferschnepfe und Rotschenkel.

🐸

Marschseen, Röhrichte und Kleingewässer

Anlage und Entwicklung von Blänken, Marschseen und Röhrichtgürteln nach dem Vorbild des Bansmeers. Diese Strukturen bieten Schilf- und Wasservögeln, Amphibien und dem Kammmolch Lebensraum und erreichen im Biotopwertverfahren hohe Aufwertungen.

🌱

Vordeich- und Salzwiesenentwicklung

Extensivierung und naturnahe Pflege von Vordeich- und Deichvorlandflächen entlang der Ems und des Dollart, etwa im Umfeld des Petkumer Deichvorlands. Salzwiesen und Brackwasserröhrichte sind Lebensraum spezialisierter Küstenvögel und Pflanzen.

🦇

Artenschutz CEF und FCS

Vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen nach § 44 BNatSchG, etwa Ersatzquartiere für gebäudebewohnende Fledermäuse und Brutvögel bei Abriss und Sanierung, Ersatzlaichgewässer für Amphibien sowie Ersatzhabitate für Wiesenvögel, abgestimmt auf das jeweilige Vorhaben.

Artenvielfalt

Geschützte Arten im Ostfriesische Küstenmarsch am Emsästuar und Dollart

🐦

Wiesenvögel in Polder und Marsch

Kiebitz, Uferschnepfe und Rotschenkel brüten im offenen Feuchtgrünland der Polder und Niederungen. Typische Maßnahmen sind Wiedervernässung, Anlage von Blänken und Grünlandextensivierung als vorgezogene CEF-Maßnahmen.

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🌾

Feldlerche im Offenland

Die weiträumigen Marsch- und Polderflächen sind Lebensraum der Feldlerche. Bei Bau- und Infrastrukturvorhaben sind Feldlerchenfenster, Blühstreifen und extensive Randstreifen bewährte Artenschutzmaßnahmen nach § 44 BNatSchG.

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🦎

Amphibien und Kammmolch in Marschgewässern

Moorfrosch, Grasfrosch und der streng geschützte Kammmolch (Anhang IV FFH-Richtlinie) besiedeln Marschseen, Tiefs und wechselfeuchte Senken. Neue oder wiederhergestellte Laichgewässer im räumlichen Zusammenhang sichern die Fortpflanzungsstätten bei Eingriffen.

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🦇

Fledermäuse in Stadt und Gehölzen

Gebäude der Altstadt, Bäume und Alleen bieten Quartiere für streng geschützte Fledermausarten. Bei Abriss, Sanierung oder Baumfällung sind Ersatzquartiere als CEF-Maßnahme erforderlich.

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🐦

Eisvogel an Gräben und Gewässern

Naturnahe Uferabschnitte der Tiefs und Marschgewässer bieten dem Eisvogel Steilwände zum Brüten. Steilwandmodellierungen und Uferrenaturierungen sind typische CEF-Maßnahmen bei Gewässereingriffen.

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🦢

Rast- und Wasservögel am Dollart

Das Emsästuar und der Dollart sind international bedeutende Brut-, Rast- und Nahrungsgebiete für Wat- und Wasservögel sowie durchziehende Gänse. Vorhaben im Umfeld erfordern sorgfältige Prüfungen der Erhaltungsziele und häufig Vermeidungsmaßnahmen.

Typische Projekte

Welche Projekte lösen Kompensationspflicht aus?

🏘️

Wohnbau- und Stadtentwicklung

Neue Wohnquartiere, Nachverdichtung und die Konversion ehemaliger Gewerbeflächen erzeugen Eingriffe in Boden und Grünstrukturen. Die naturschutzrechtliche Kompensation lässt sich über bevorratete Ökopunkte effizient abdecken.

🚢

Hafen und Gewerbe

Der Ausbau von Seehafen, Industrie- und Gewerbeflächen, unter anderem für Fahrzeugumschlag, Windkraftlogistik und neue Energievorhaben, führt zu Flächenverbrauch und Eingriffen, die Ausgleichs- und Ersatzpflichten auslösen.

🛣️

Verkehrs- und Infrastruktur

Die Bundesautobahn A31 (Emsland-Autobahn) endet in Emden, hinzu kommen Bundesstraßen, Bahn-, Rad- und Wegebau sowie Brücken- und Sielbauwerke. Solche Vorhaben lösen regelmäßig Kompensationsbedarf aus, der über Ökopunkte gedeckt werden kann.

💨

Energie und Netzausbau

Der Ausbau von Windenergie, Wasserstofferzeugung und der zugehörigen Leitungstrassen im Weser-Ems-Raum erzeugt Kompensationsbedarf und macht häufig artenschutzrechtliche Prüfungen sowie FCS-Maßnahmen für windkraftsensible Arten erforderlich.

So einfach geht es

Von der Anfrage bis zum Monitoring

01

Kontakt und Anfrage

Kompensationsbedarf mitteilen und Naturraum angeben. Wir prüfen die Verfügbarkeit.

02

Angebot und Beratung

Transparentes Angebot mit Maßnahmentypen, Umfang und Verfügbarkeit.

03

Behördenabstimmung

Vollständige Koordination mit der Unteren Naturschutzbehörde. Wir übernehmen alles.

04

Langfristiges Monitoring

Dauerhafte Flächensicherung, Pflege und Dokumentation über die Vertragslaufzeit.

Nachbarlandkreise

Ökopunkte in angrenzenden Landkreisen

AU
Landkreis Aurich
Nördlicher und östlicher Nachbar (Krummhörn, Hinte, Südbrookmerland, Ihlow)
LE
Landkreis Leer
Südöstlicher Nachbar (Moormerland), südlich der Ems
Häufige Fragen

Alles zu Ökopunkten
in der Stadt Emden

Maßgeblich ist das niedersächsische Biotopwertverfahren auf Grundlage der Eingriffsregelung nach den §§ 13 bis 15 BNatSchG und des NAGBNatSchG. Ausgangs- und Zielzustand einer Fläche werden über Biotoptypen und Wertfaktoren bewertet, die Differenz ergibt die Aufwertung in Werteinheiten (Ökopunkten). greeNature übernimmt die fachgerechte Bilanzierung und Abstimmung.
Als kreisfreie Stadt nimmt Emden die Aufgaben der Unteren Naturschutzbehörde selbst wahr. Zuständig ist der Fachdienst 362 Umwelt der Stadtverwaltung (Ringstraße 38 B, 26721 Emden). Bei gewässer- und küstenbezogenen Fragen ist zusätzlich der NLWKN eingebunden.
Große Teile des Emsästuars gehören zu Natura 2000, darunter das FFH-Gebiet Unterems und Außenems und das EU-Vogelschutzgebiet Emsmarsch von Leer bis Emden. Vorhaben im Umfeld erfordern eine Prüfung der Erhaltungsziele, sorgfältige Vermeidung und gegebenenfalls angepasste Ausgleichsmaßnahmen. Wir berücksichtigen diese Anforderungen von Beginn an.
Ja. Über ein Ökokonto lassen sich Kompensationsmaßnahmen vorab umsetzen und die entstehenden Werteinheiten bevorraten. Bei Bedarf werden sie einem konkreten Eingriff zugeordnet. Das verkürzt Genehmigungsverfahren und schafft Planungssicherheit. greeNature unterstützt bei Einrichtung und Nutzung.
Im urbanen und hafennahen Raum sind vor allem gebäudebewohnende Fledermäuse und Brutvögel bedeutsam, in der Marsch zusätzlich Wiesenvögel wie Kiebitz und Uferschnepfe sowie Amphibien und der Kammmolch. Für streng geschützte Arten nach § 44 BNatSchG sind häufig vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen (CEF) erforderlich.
Ja. greeNature arbeitet bundesweit und begleitet Vorhaben in Emden und ganz Ostfriesland von der Bedarfsermittlung über die Flächensicherung bis zu Umsetzung, Pflege und Monitoring. Wir kennen das niedersächsische Biotopwertverfahren und die Besonderheiten der Marsch- und Küstenlandschaft am Emsästuar.
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