Blütenreiche Hangwiese mit Margeriten unter blauem Himmel
Niedersachsen · BNatSchG / NAGBNatSchG
Naturraum D32

Ökopunkte und Ausgleichsflächen
Stadt Braunschweig

Ökopunkte und Ausgleichsflächen für die kreisfreie Stadt Braunschweig, bewertet nach dem niedersächsischen Biotopwertverfahren. greeNature ist Ihr bundesweit tätiger Full-Service-Partner für die Kompensation von Eingriffen im urbanen und stadtnahen Raum zwischen Niedersächsischen Börden und Weser-Aller-Flachland.

192,7
km² Stadtfläche
~254.000
Einwohner (kreisfreie Stadt)
19
Stadtbezirke
D32/D31
BfN-Naturräume
526 ha
NSG und FFH Riddagshausen
Stadt und Ökologie

Die Stadt Braunschweig im Überblick

Braunschweig ist eine kreisfreie Stadt im südöstlichen Niedersachsen und nach Hannover die zweitgrößte Stadt des Landes. Auf rund 192,7 Quadratkilometern leben etwa 254.000 Menschen in 19 Stadtbezirken. Da Niedersachsen seit 2004 nicht mehr in Regierungsbezirke gegliedert ist, nimmt die Stadt die Aufgaben der Unteren Naturschutzbehörde selbst wahr. Sie ist damit für die Eingriffsregelung und die Anerkennung von Kompensationsmaßnahmen im Stadtgebiet unmittelbar zuständig.

Naturräumlich liegt Braunschweig im Übergang zwischen dem fruchtbaren Lössgürtel der Niedersächsischen Börden (BfN-Naturraum D32) im Süden und dem flachwelligen Weser-Aller-Flachland (D31) im Norden. Prägend ist das Tal der Oker, die das Stadtgebiet von Süden nach Norden durchzieht, ergänzt durch die Nebengewässer Schunter und Wabe. Zwischen dicht bebauten Quartieren, Ringgebieten und Gewerbeflächen haben sich bedeutende naturnahe Räume erhalten.

Ökologisch herausragend sind das Naturschutzgebiet Riddagshausen östlich der Innenstadt, ein rund 526 Hektar großes Teich- und Waldgebiet, das zugleich FFH-Gebiet ist, sowie die Braunschweiger Okeraue am nördlichen Stadtrand mit naturnahem Flusslauf, Auwaldresten und Binnendünen. Diese Natura-2000-Kulisse bestimmt maßgeblich, wo Eingriffe zulässig sind und wie Kompensation naturraumgerecht auszugestalten ist.

Wirtschaftlich ist Braunschweig ein bedeutender Finanz-, Industrie- und Forschungsstandort. Die Stadt ist Sitz der Volkswagen Financial Services und eines starken Finanzclusters, verfügt mit der Technischen Universität, mehreren außeruniversitären Instituten und dem Forschungsflughafen über eine dichte Wissenschaftslandschaft. Wohnungsbau, Gewerbe- und Verkehrsvorhaben lösen regelmäßig Eingriffe aus, deren Ausgleich in Niedersachsen über das Biotopwertverfahren mit Ökopunkten auf Grundlage der §§ 13 bis 15 BNatSchG und des NAGBNatSchG zu erbringen ist.

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🗺️ Zugehörige Naturräume

D32
Niedersächsische Börden
Zum Naturraum D32 ›

📍 Stadtteile

Mitte (KS)Östliches RinggebietWestliches RinggebietNordstadt-SchunteraueWeststadtSüdstadt-Rautheim-MascherodeBraunschweig-SüdLehndorf-WatenbüttelWabe-Schunter-BeberbachHondelage-VolkmarodeNördliche Schunter-/OkeraueSüdwest

🌿 Ökologische Besonderheiten

  • Naturschutzgebiet und FFH-Gebiet Riddagshausen, rund 526 ha Teich-, Wald- und Grünlandgebiet mit international bedeutendem Vogelvorkommen östlich der Innenstadt
  • Naturschutzgebiet und FFH-Gebiet Braunschweiger Okeraue, rund 320 ha naturnaher Okerlauf mit Auwaldresten und Binnendünen am nördlichen Stadtrand
  • Die Oker durchzieht als prägender Fluss das gesamte Stadtgebiet, ergänzt durch Schunter und Wabe als naturschutzfachlich bedeutsame Nebengewässer
  • Lage im Übergang zwischen dem Lössgürtel der Niedersächsischen Börden (D32) und dem Weser-Aller-Flachland (D31)
  • Historischer Okerumflutgraben und ausgedehnte innerstädtische Grün- und Wallanlagen als grünes Rückgrat der Stadt
  • Hoher Versiegelungsgrad in Innenstadt, Ringgebieten und Gewerbezonen mit entsprechendem Bedarf an Entsiegelung und Ausgleich im Umland

✅ greeNature vor Ort

greeNature ist bundesweit tätig und mit dem niedersächsischen Kompensationssystem vertraut. Wir arbeiten mit der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Braunschweig und dem NLWKN zusammen, kennen das Biotopwertverfahren mit Ökopunkten, die einschlägigen NLWKN-Arbeitshilfen sowie die Besonderheiten eines dicht besiedelten Stadtgebiets zwischen Börde und Flachland. Gerade im urbanen Raum sind Entsiegelung, Gewässerrenaturierung und die Aufwertung von Grünland im stadtnahen Umland wirksame Ansätze. Von der Bedarfsermittlung über die Flächensicherung bis zu Umsetzung, Pflege und Monitoring begleiten wir Ihr Vorhaben durchgehend.

Kompensation in der Stadt

Typische Maßnahmen in der Stadt Braunschweig

🪓

Entsiegelung und Rückbau

Rückbau versiegelter Flächen, etwa aufgegebener Betriebs-, Hof- und Verkehrsflächen, und Wiederherstellung durchwurzelbarer, belebter Böden. In einer stark überbauten Stadt wie Braunschweig erzielt Entsiegelung im Biotopwertverfahren hohe Aufwertungen und verbessert zugleich Versickerung und Stadtklima.

🌊

Renaturierung von Oker, Schunter und Wabe

Rückbau von Uferverbauungen, naturnahe Umgestaltung der Gewässerläufe und Anlage von Gewässerrandstreifen entlang der städtischen Fließgewässer. Neu geschaffene Flachwasserzonen und Auenstrukturen dienen Fischen, Libellen, Amphibien und dem Eisvogel als Lebensraum.

🌾

Grünlandaufwertung im stadtnahen Umland

Extensivierung intensiv genutzter Flächen zu artenreichem Feucht- und Frischgrünland in den Auen von Oker und Schunter. Angepasste Mahdtermine, Düngeverzicht und die Anlage von Blänken schaffen Brut- und Nahrungshabitate für Wiesenvögel und Insekten.

🌳

Auwald und standortgerechte Gehölze

Entwicklung und Ersatzaufforstung von Auwald- und Feldgehölzstrukturen mit Stieleiche, Hainbuche, Schwarzerle und Weiden auf geeigneten Auen- und Niederungsstandorten. Sie ersetzen gerodete Bestände und vernetzen die Lebensräume entlang der Fließgewässer.

🌷

Sandtrockenrasen und Binnendünen

Pflege und Neuentwicklung magerer Sandlebensräume im Umfeld der Okeraue, etwa durch Entbuschung, Abplaggen und extensive Beweidung. Diese offenen, warmen Standorte sind Lebensraum für Zauneidechse, Wildbienen und licht- und wärmeliebende Pflanzenarten.

🦇

Artenschutz CEF und FCS

Vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen nach § 44 BNatSchG, etwa Ersatzquartiere für Fledermäuse an Gebäuden und in alten Baumbeständen, Ersatzlaichgewässer für Amphibien sowie Habitatstrukturen für die Zauneidechse, abgestimmt auf das jeweilige Bauvorhaben.

Artenvielfalt

Geschützte Arten im Ostbraunschweigisches Hügelland und Okertal

🦆

Wasser- und Watvögel in Riddagshausen

Das Teichgebiet Riddagshausen ist ein bedeutender Brut- und Rastraum für Wasservögel, darunter Enten, Rallen und in den umgebenden Feuchtwiesen der Kiebitz. Wiedervernässung, Blänkenanlage und Grünlandextensivierung sind bewährte Maßnahmen zur Sicherung dieser Lebensräume.

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🦎

Zauneidechse an Bahn- und Sandstandorten

Böschungen, Binnendünen und magere Ruderalflächen im Stadtgebiet und in der Okeraue bieten der streng geschützten Zauneidechse (Anhang IV FFH-Richtlinie) Lebensraum. Bei Eingriffen sind Umsiedlung und die Anlage von Ersatzhabitaten als vorgezogene CEF-Maßnahme erforderlich.

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🦇

Fledermäuse in Stadt und Parkanlagen

Alte Gebäude, Kelleranlagen, Parks und Baumbestände bieten Quartiere für streng geschützte Fledermausarten (Anhang IV FFH-Richtlinie). Bei Abriss, Sanierung oder Baumfällung sind vorgezogene Ersatzquartiere als CEF-Maßnahme nach § 44 BNatSchG bereitzustellen.

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🐦

Eisvogel an Oker und Schunter

Naturnahe Uferabschnitte und Steilwände an Oker, Schunter und den Teichen von Riddagshausen bieten dem Eisvogel Brutmöglichkeiten. Steilwandmodellierungen und Uferrenaturierungen sind typische Maßnahmen bei Gewässereingriffen.

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🐸

Amphibien in Teichen und Kleingewässern

Grasfrosch, Erdkröte und Molche besiedeln die Teiche, Gräben und wechselfeuchten Senken im Stadtgebiet. Neue oder wiederhergestellte Laichgewässer im räumlichen Zusammenhang sichern die Fortpflanzungsstätten bei Eingriffen.

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🦎

Kammmolch in den Riddagshäuser Teichen

Die reich strukturierten Stillgewässer im Braunschweiger Osten bieten dem streng geschützten Kammmolch (Anhang IV und II FFH-Richtlinie) geeignete Laichhabitate. Anlage und Vernetzung besonnter, fischfreier Kleingewässer sind wirksame CEF-Maßnahmen.

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Typische Projekte

Welche Projekte lösen Kompensationspflicht aus?

🏘️

Wohnungsbau und Quartiersentwicklung

Als wachsende Großstadt entwickelt Braunschweig neue Wohnquartiere und verdichtet bestehende Lagen, etwa in den Ringgebieten und am Stadtrand. Solche Vorhaben lösen Eingriffe aus, deren Ausgleich sich über bevorratete Ökopunkte effizient abdecken lässt.

🏭

Gewerbe- und Industriestandorte

Erweiterungen von Gewerbe- und Industriegebieten, unter anderem im Umfeld von Automobil- und Finanzwirtschaft, führen zu Flächenversiegelung mit Kompensationsbedarf. greeNature ermittelt den Ausgleichsumfang und sichert geeignete Flächen im Naturraum.

🛣️

Verkehr und Infrastruktur

Braunschweig ist Knotenpunkt der Autobahnen A2 und A39 sowie mehrerer Bundesstraßen und Schienenstrecken. Aus- und Neubau, Brückenbauwerke und Radwege ziehen regelmäßig Ausgleichs- und Ersatzpflichten nach sich, die über das Biotopwertverfahren gedeckt werden.

🔬

Forschungs- und Hochschulflächen

Der Ausbau von Technischer Universität, Forschungsflughafen und wissenschaftlichen Einrichtungen bindet Flächen und erzeugt Eingriffe. Kompensation lässt sich über stadtnahe Ausgleichsflächen und Ökokonten naturraumgerecht umsetzen.

So einfach geht es

Von der Anfrage bis zum Monitoring

01

Kontakt und Anfrage

Kompensationsbedarf mitteilen und Naturraum angeben. Wir prüfen die Verfügbarkeit.

02

Angebot und Beratung

Transparentes Angebot mit Maßnahmentypen, Umfang und Verfügbarkeit.

03

Behördenabstimmung

Vollständige Koordination mit der Unteren Naturschutzbehörde. Wir übernehmen alles.

04

Langfristiges Monitoring

Dauerhafte Flächensicherung, Pflege und Dokumentation über die Vertragslaufzeit.

Häufige Fragen

Alles zu Ökopunkten
in der Stadt Braunschweig

Braunschweig liegt im Übergang zwischen dem BfN-Naturraum D32 (Niedersächsische Börden) im Süden und dem Weser-Aller-Flachland (D31) im Norden. Prägend ist das Tal der Oker mit ihren Nebengewässern Schunter und Wabe. Für die Bilanzierung eines Eingriffs ist die genaue naturräumliche Zuordnung entscheidend, greeNature ermittelt diese für Ihr Vorhaben.
In Niedersachsen wird die Eingriffsregelung nach den §§ 13 bis 15 BNatSchG und dem NAGBNatSchG über das Biotopwertverfahren umgesetzt. Der Wert von Eingriff und Kompensation wird in Wertpunkten (Ökopunkten) bilanziert, Grundlage sind die Arbeitshilfen des NLWKN. greeNature übernimmt Bedarfsermittlung, Flächenzuordnung, Behördenabstimmung und Dokumentation.
Als kreisfreie Stadt nimmt Braunschweig die Aufgaben der Unteren Naturschutzbehörde selbst wahr. Zuständig ist der Fachbereich Umwelt, Richard-Wagner-Straße 1, 38106 Braunschweig. Bei landesweit bedeutsamen Fragen sowie bei Natura-2000-Belangen wirkt zusätzlich der NLWKN mit. greeNature koordiniert die behördlichen Abstimmungen für Sie.
Im dicht bebauten Stadtgebiet sind besonders geeignet: Entsiegelung und Rückbau versiegelter Flächen, Renaturierung von Oker, Schunter und Wabe, Aufwertung von Grünland und Auen im stadtnahen Umland, Entwicklung von Auwald und Sandtrockenrasen sowie artenschutzrechtliche CEF- und FCS-Maßnahmen, etwa für Fledermäuse, Zauneidechse und Amphibien.
Ja. Das Naturschutzgebiet Riddagshausen und die Braunschweiger Okeraue sind zugleich FFH-Gebiete. Eingriffe mit möglicher Beeinträchtigung erfordern eine FFH-Verträglichkeitsprüfung nach § 34 BNatSchG. Sind streng geschützte Arten betroffen, können vorgezogene CEF-Maßnahmen oder Maßnahmen zur Sicherung des günstigen Erhaltungszustands (FCS) nach § 45 Abs. 7 BNatSchG erforderlich werden.
Ja. Besonders geeignet sind Grünland- und Niederungsflächen in den Auen von Oker und Schunter, magere Sandstandorte sowie Grenzertragsflächen. Sie bleiben Eigentümer und erhalten eine Nutzungsentschädigung. greeNature prüft die Eignung, übernimmt Planung, Umsetzung, Pflege und Monitoring und führt die Fläche als anerkannte Kompensations- oder Ökokontofläche.
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