
Ökopunkte und Ausgleichsflächen
Landkreis Schwalm-Eder-Kreis
Der Schwalm-Eder-Kreis in Nordhessen verbindet die weiten Auen von Fulda, Eder und Schwalm mit dem bewaldeten Knüll. Für Eingriffe in Natur und Landschaft übernehmen wir die vollständige Kompensation, von der Bewertung in Ökopunkten nach der Hessischen Kompensationsverordnung bis zur dauerhaften Umsetzung und Sicherung der Ausgleichsflächen.
Der Landkreis Schwalm-Eder-Kreis im Überblick
Der Schwalm-Eder-Kreis ist mit rund 1.538 Quadratkilometern der zweitgrößte Landkreis Hessens und reicht von der offenen Agrarlandschaft der Schwalm über die Auen von Eder und Fulda bis in die Wälder des Knüll. Diese Vielfalt aus Grünland, Ackerflächen, Fließgewässern und großen Waldgebieten bringt bei Bauvorhaben regelmäßig einen erheblichen Kompensationsbedarf mit sich.
Maßgeblich ist in Hessen die Hessische Kompensationsverordnung (KV). Sie bewertet Eingriffe und Ausgleichsmaßnahmen in Ökopunkten und setzt damit die Eingriffsregelung der §§ 13 bis 15 BNatSchG um. Der Zustand einer Fläche vor und nach dem Eingriff wird anhand von Biotoptypen und weiteren Kriterien erfasst, aus der Differenz ergibt sich der Bedarf.
Wir begleiten Vorhabenträger im Schwalm-Eder-Kreis von der ersten Bilanzierung über die Auswahl geeigneter Ausgleichsflächen bis zur Herstellung, Pflege und rechtlichen Sicherung. Die Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde in Homberg (Efze) gehört dabei fest zum Leistungsumfang.

🗺️ Zugehörige Naturräume
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Zum Naturraum D47 ›
📍 Ausgewählte Gemeinden
🌿 Ökologische Besonderheiten
- Der Kreis liegt naturräumlich im Übergang zwischen dem Westhessischen Berg- und Beckenland (D46) und dem Osthessischen Bergland (D47), was von offenen Beckenlagen bis zu geschlossenen Waldgebieten sehr unterschiedliche Ausgangsbedingungen für Kompensationsmaßnahmen schafft.
- Der Knüll bildet mit seinen ausgedehnten Buchen- und Mischwäldern einen der größten zusammenhängenden Waldkomplexe Nordhessens und ist Teil des Naturparks Knüll.
- Nordhessen gehört zu den Regionen mit besonders hoher Brutdichte des Rotmilans, weshalb der Artenschutz bei Windenergie- und Infrastrukturvorhaben eine große Rolle spielt.
- Entlang von Fulda, Eder und Schwalm liegen zahlreiche FFH- und Vogelschutzgebiete des Netzes Natura 2000, deren Erhaltungsziele bei Eingriffen zu berücksichtigen sind.
- Die weiten, teils feuchten Grünland- und Ackerflächen der Schwalm bieten Lebensraum für Offenland- und Wiesenbrüterarten und eignen sich zugleich für Aufwertungen wie Extensivierung und Biotopvernetzung.
✅ greeNature vor Ort
Wir sind bundesweit tätig und betreuen auch Vorhaben im Schwalm-Eder-Kreis über den gesamten Ablauf einer Kompensation. Das reicht von der Ökopunkte-Bilanzierung nach der Hessischen Kompensationsverordnung über die Suche und Bereitstellung geeigneter Flächen in den Auen von Fulda und Eder oder am Rand des Knüll bis zur fachgerechten Herstellung, Entwicklungspflege und grundbuchlichen Sicherung. Dabei arbeiten wir eng mit der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises zusammen und richten Maßnahmen an den örtlichen Naturräumen und den Erhaltungszielen der Natura-2000-Gebiete aus.
Typische Maßnahmen im Landkreis Schwalm-Eder-Kreis
Auenentwicklung an Fulda, Eder und Schwalm
Extensivierung von Grünland, Wiederherstellung von Retentionsräumen und standorttypischer Auenvegetation entlang der prägenden Flüsse des Kreises.
Fließgewässer renaturieren
Rückbau von Uferbefestigungen, Entwicklung von Gewässerrandstreifen und Anbindung von Altarmen zur Aufwertung der Gewässerökologie.
Naturnaher Waldumbau im Knüll
Überführung von Nadelforsten in strukturreiche, standortgerechte Laub- und Mischwälder mit Alt- und Totholzanteilen zur Förderung waldgebundener Arten.
Streuobstwiesen anlegen und pflegen
Neuanlage und Sanierung von Hochstamm-Streuobstbeständen mit extensiver Wiesennutzung als strukturreicher Lebensraum am Rand der Ortslagen.
Strukturreiche Offenlandbiotope
Anlage von Ackerrandstreifen, Feldlerchenfenstern, Hecken und Säumen zur Biotopvernetzung in der ausgeräumten Agrarlandschaft der Schwalm.
Kleingewässer für Amphibien
Neuanlage besonnter Laichgewässer und Verbund vorhandener Feuchtbiotope zur Förderung von Amphibienvorkommen, auch als CEF-Maßnahme.
Geschützte Arten im Nordhessen zwischen Knüll und Eder
Rotmilan
Nordhessen trägt eine besondere Verantwortung für den Rotmilan, der hier in hoher Dichte brütet. Bei Windenergie- und Infrastrukturvorhaben ist er ein zentrales Prüfthema.
Schwarzstorch
Die störungsarmen, gewässerreichen Wälder des Knüll bieten dem scheuen Schwarzstorch Brut- und Nahrungshabitate, die bei Eingriffen besonders zu schützen sind.
Mehr zur Art ›Wildkatze
Die großen Waldkomplexe des Knüll gehören zu den bekannten Verbreitungsräumen der Europäischen Wildkatze und sind wichtige Bausteine im überregionalen Waldbiotopverbund.
Mehr zur Art ›Feldlerche
Als typischer Brutvogel der offenen Feldflur der Schwalm reagiert die Feldlerche empfindlich auf Flächenverluste und profitiert von Ackerrandstreifen und Brachen.
Mehr zur Art ›Eisvogel
An naturnahen Abschnitten von Fulda, Eder und Schwalm findet der Eisvogel Steilufer und klare, fischreiche Gewässer, die bei der Gewässerplanung zu erhalten sind.
Mehr zur Art ›Kammmolch
Der nach Anhang II der FFH-Richtlinie geschützte Kammmolch besiedelt strukturreiche Kleingewässer und lässt sich durch neue Laichgewässer gezielt fördern.
Mehr zur Art ›Welche Projekte lösen Kompensationspflicht aus?
Autobahn A49
Der Aus- und Weiterbau der A49 durch den Kreis zieht umfangreiche Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen für Boden, Wald und Offenlandarten nach sich.
Gewerbe- und Industrieflächen
Die Erweiterung von Gewerbe- und Industriestandorten, etwa im Raum Melsungen, führt regelmäßig zu Eingriffen mit entsprechendem Kompensationsbedarf.
Windenergie im Knüll
Bau und Repowering von Windenergieanlagen in den Höhenlagen erfordern sorgfältige artenschutzrechtliche Prüfungen und passende Kompensation.
Ortsumgehungen und Straßenbau
Neubau und Ausbau von Bundes- und Landesstraßen samt Ortsumgehungen lösen Eingriffe in Böden, Gehölze und Lebensräume aus.
Von der Anfrage bis zum Monitoring
Kontakt und Anfrage
Kompensationsbedarf mitteilen und Naturraum angeben. Wir prüfen die Verfügbarkeit.
Angebot und Beratung
Transparentes Angebot mit Maßnahmentypen, Umfang und Verfügbarkeit.
Behördenabstimmung
Vollständige Koordination mit der Unteren Naturschutzbehörde. Wir übernehmen alles.
Langfristiges Monitoring
Dauerhafte Flächensicherung, Pflege und Dokumentation über die Vertragslaufzeit.
Ökopunkte in angrenzenden Landkreisen
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