Weißling auf einer Acker-Witwenblume in einer artenreichen Wiese
Bayern · BayKompV
Naturraum D56 · D57
Regierungsbezirk Unterfranken

Ökopunkte und Ausgleichsflächen
Landkreis Würzburg

Ökopunkte und Ausgleichsflächen im Landkreis Würzburg, abgesichert nach BayKompV. greeNature begleitet Vorhabenträger als Full-Service-Partner von der Bilanzierung bis zur dauerhaften Pflege.

968 km²
Kreisfläche
rund 161.600
Einwohner
52
Gemeinden
D56 Mainfränkische Platten
Naturraum
Unterfranken
Regierungsbezirk
Landkreis und Ökologie

Der Landkreis Würzburg im Überblick

Der Landkreis Würzburg liegt im Süden des Regierungsbezirks Unterfranken und umschließt die kreisfreie Stadt Würzburg vollständig. Auf rund 968 km² leben etwa 161.600 Menschen in 52 Gemeinden. Der Sitz des Landratsamts befindet sich in der Stadt Würzburg selbst. Im Norden und Westen grenzt der Kreis an die Landkreise Main-Spessart und Schweinfurt, im Osten an Kitzingen und Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim, im Süden an den Main-Tauber-Kreis in Baden-Württemberg.

Naturräumlich gehört der gesamte Landkreis zu den Mainfränkischen Platten (Naturraum D56). Prägend sind die weiten, weitgehend waldarmen Gäuflächen über Muschelkalk, allen voran der fruchtbare Ochsenfurter Gau südlich des Mains sowie die Gäuplatten im Maindreieck. Dazwischen schneidet sich das Würzburg-Ochsenfurter Maintal tief in die Hochflächen ein. Größere geschlossene Waldgebiete bilden der Gramschatzer, der Guttenberger und der Irtenberger Wald. An den süd- und südwestexponierten Muschelkalkhängen des Maintals liegen Weinberge und Trockenrasen.

Ökologisch sind vor allem die Muschelkalk-Trockenrasen und Kalkmagerrasen von überregionaler Bedeutung. Sie zählen mit ihren Orchideen und wärmeliebenden Insektenarten zu den artenreichsten Lebensräumen Mitteleuropas. Im Kreisgebiet sind 14 FFH-Gebiete ausgewiesen, mehrere davon an den Muschelkalkhängen entlang von Main und Wern. Das LIFE-Natur-Projekt MainMuschelkalk hat diese Trockenlebensräume gesichert und aufgewertet. Ergänzt werden sie durch Streuobstbestände, Weinbergsbrachen und die Auen der Fließgewässer.

Wirtschaftlich prägen intensive Landwirtschaft (Zuckerrüben, Getreide, fränkischer Weinbau) sowie die Lage als überregionaler Verkehrsknoten den Kreis. Die Autobahnen A3 und A7 kreuzen sich am Autobahnkreuz Biebelried, hinzu kommen die ICE-Strecke und mehrere Bundesstraßen. Durch die Nähe zur Stadt Würzburg bestehen im Umland ein spürbarer Siedlungsdruck sowie Bedarf an Gewerbeflächen und Freiflächen-Photovoltaik. Solche Eingriffe lösen regelmäßig eine Ausgleichspflicht nach BayKompV aus und erfordern rechtssichere Kompensationsmaßnahmen.

Weißling auf einer Acker-Witwenblume in einer artenreichen Wiese

🗺️ Zugehörige Naturräume

D56
Mainfränkische Platten
Zum Naturraum D56 ›
D57
Neckar- und Tauberland, Gäuplatten
Zum Naturraum D57 ›

📍 Ausgewählte Gemeinden

Würzburg (Sitz des Landratsamts) (KS)OchsenfurtHöchbergVeitshöchheimRimparEstenfeldGiebelstadtGerbrunnRandersackerEibelstadtWaldbüttelbrunnKürnachAubRöttingen

🌿 Ökologische Besonderheiten

  • Umschließt die kreisfreie Stadt Würzburg vollständig (Verwaltungssitz liegt in der Stadt).
  • Der Ochsenfurter Gau zählt zu den fruchtbarsten Ackerlandschaften Bayerns.
  • Muschelkalk-Trockenrasen von europaweiter Bedeutung, 14 FFH-Gebiete im Kreisgebiet.
  • Fränkischer Weinbau an den süd- und südwestexponierten Hängen des Maintals.
  • LIFE-Natur-Projekt MainMuschelkalk zur Sicherung der Kalk-Trockenlebensräume.
  • Überregionaler Verkehrsknoten mit dem Autobahnkreuz Biebelried (A3/A7).
  • Große zusammenhängende Wälder (Gramschatzer, Guttenberger und Irtenberger Wald) als Lebensraum der Wildkatze.

✅ greeNature vor Ort

greeNature entwickelt und betreut Ökokonten und Ausgleichsflächen in den Mainfränkischen Platten und kennt die naturschutzfachlichen Schwerpunkte des Landkreises Würzburg. Für Vorhabenträger im Kreisgebiet stimmen wir Maßnahmen auf die typischen Lebensräume ab, von Kalkmagerrasen und Weinbergsbrachen über Streuobst im Maintal bis zu Blühstrukturen im Ochsenfurter Gau. Wir übernehmen Bilanzierung nach BayKompV, Flächensicherung, Umsetzung, Monitoring und die dauerhafte Pflege und stimmen uns dabei mit der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Würzburg ab.

Kompensation im Landkreis

Typische Maßnahmen im Landkreis Würzburg

🌾

Kalkmagerrasen entwickeln und pflegen

Entbuschung und extensive Schaf- oder Ziegenbeweidung offener Muschelkalkhänge, um artenreiche Trocken- und Halbtrockenrasen mit Orchideen und wärmeliebenden Arten zu erhalten und zu vergrößern.

🦎

Weinbergsbrachen und Trockenmauern aufwerten

Anlage und Pflege von Lesesteinriegeln, Trockenmauern und besonnten Saumstrukturen an den Maintalhängen als Lebensraum für Zauneidechse und wärmeliebende Insekten.

🍎

Streuobstwiesen anlegen und extensiv nutzen

Neupflanzung hochstämmiger Obstbäume mit extensiver Mahd der Wiesen im Maintal, etwa im Raum Leinach und Erlabrunn, als strukturreicher Lebensraum und Ausgleichsfläche.

🌸

Blühflächen und Lerchenfenster im Gäu

Mehrjährige Blühstreifen, Ackerrandstreifen und Lerchenfenster in der intensiv genutzten Ackerlandschaft des Ochsenfurter Gaus zur Förderung von Feldvögeln und Bestäubern.

💧

Gewässer- und Auenrenaturierung

Anlage von Gewässerrandstreifen, Uferentfesselung und Auenentwicklung an Main, Wern und ihren Zuflüssen zur Aufwertung der Fließgewässerlebensräume.

🌳

Waldrand- und Waldumbau

Gestaltung stufiger, gebüschreicher Waldränder und Umbau zu standortgerechten Mischbeständen in den großen Kreiswäldern zur Vernetzung von Offenland und Wald.

Artenvielfalt

Geschützte Arten im Mainfränkische Platten / Ochsenfurter Gau

🦎

Zauneidechse

Charakterart der Muschelkalk-Trockenrasen, Weinbergsbrachen und besonnten Böschungen. Bei Eingriffen sind Artenschutzbelange nach § 44 BNatSchG und häufig vorgezogene CEF-Maßnahmen zu berücksichtigen.

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🐦

Feldlerche

Typischer Brutvogel der offenen Ackerlandschaft im Ochsenfurter Gau. Lebensraumverluste lassen sich über Lerchenfenster und Blühstrukturen im Rahmen der Kompensation ausgleichen.

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🐈

Wildkatze

In den großen zusammenhängenden Wäldern (Gramschatzer, Guttenberger und Irtenberger Wald) nachgewiesen. Waldrandgestaltung und Biotopvernetzung fördern ihren Lebensraum.

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🐟

Eisvogel

Brütet an naturnahen Steilufern von Main, Wern und Zuflüssen. Von Uferrenaturierung und der Anlage von Gewässerrandstreifen profitiert die Art unmittelbar.

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🦇

Fledermäuse

Kellergewölbe, alte Bäume und Wälder bieten Quartiere für mehrere streng geschützte Fledermausarten. Quartier- und Jagdhabitate sind bei Eingriffen artenschutzrechtlich zu prüfen.

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🪶

Schwarzstorch

Störungsarme, altholzreiche Waldbestände mit Bachläufen bieten Brut- und Nahrungshabitate. Große Waldgebiete des Kreises kommen als Lebensraum in Betracht.

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Typische Projekte

Welche Projekte lösen Kompensationspflicht aus?

🏭

Gewerbe- und Industriegebiete

Ansiedlung und Erweiterung von Gewerbeflächen im Umland der Stadt Würzburg und entlang der Autobahnen lösen Eingriffe aus, die nach BayKompV auszugleichen sind.

🛣️

Verkehrsinfrastruktur

Aus- und Neubau an A3, A7, Bundesstraßen und Bahnstrecken (Verkehrsknoten Biebelried) erfordert umfangreiche Kompensationsmaßnahmen und Artenschutzprüfungen.

🏘️

Wohnbau und Siedlungserweiterung

Der Siedlungsdruck im Speckgürtel der Stadt Würzburg führt zu Baugebieten, deren Flächenverbrauch bilanziert und kompensiert werden muss.

☀️

Freiflächen-Photovoltaik

Solarparks in den weiten Gäu-Lagen benötigen naturschutzfachliche Begleitung und Ausgleichsflächen, etwa durch extensive Grünland- und Blühstrukturen.

So einfach geht es

Von der Anfrage bis zum Monitoring

01

Kontakt und Anfrage

Kompensationsbedarf mitteilen und Naturraum angeben. Wir prüfen die Verfügbarkeit.

02

Angebot und Beratung

Transparentes Angebot mit Maßnahmentypen, Umfang und Verfügbarkeit.

03

Behördenabstimmung

Vollständige Koordination mit der Unteren Naturschutzbehörde. Wir übernehmen alles.

04

Langfristiges Monitoring

Dauerhafte Flächensicherung, Pflege und Dokumentation über die Vertragslaufzeit.

Häufige Fragen

Alles zu Ökopunkten
im Landkreis Würzburg

Ökopunkte bewerten die naturschutzfachliche Aufwertung einer Ausgleichsfläche. Wer im Landkreis Würzburg in Natur und Landschaft eingreift, etwa durch ein Bauvorhaben, muss den Eingriff nach BayKompV kompensieren. Ökopunkte aus einem anerkannten Ökokonto lassen sich dafür verwenden, wenn Lage und Aufwertung passen.
Zuständig ist die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt Würzburg (Umweltamt), Zeppelinstraße 15, 97074 Würzburg. Sie prüft die Eingriffs- und Ausgleichsbilanzierung und erkennt Kompensationsmaßnahmen an. greeNature stimmt Maßnahmen und Flächen mit der Behörde ab.
Wegen der Muschelkalkstandorte bieten sich Kalkmagerrasen, Weinbergsbrachen und Streuobstwiesen an. In der Ackerlandschaft des Ochsenfurter Gaus eignen sich Blühflächen und Lerchenfenster, entlang der Gewässer die Auen- und Uferrenaturierung. Die Auswahl richtet sich nach den örtlichen Lebensräumen.
Beide sind besonders bzw. streng geschützt. Werden ihre Lebensstätten betroffen, greifen die Verbote nach § 44 BNatSchG. Häufig sind vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen (CEF-Maßnahmen) erforderlich, um den Erhaltungszustand der lokalen Population (FCS) zu sichern.
Ja. Im Landkreis Würzburg sind 14 FFH-Gebiete ausgewiesen, viele an den Muschelkalkhängen. Liegt ein Vorhaben in oder nahe einem Natura-2000-Gebiet, kann eine FFH-Verträglichkeitsprüfung nötig werden. Das sollte frühzeitig geklärt werden.
greeNature übernimmt als Full-Service-Partner die Bilanzierung nach BayKompV, die Flächensicherung, die Umsetzung, das Monitoring und die dauerhafte Pflege. So erhalten Vorhabenträger rechtssichere Kompensation aus einer Hand, abgestimmt auf die Naturräume des Kreises.
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