Säugetier (Bilch)
CEF
FCS

Artenschutz für den Haselmaus

Muscardinus avellanarius

Die Haselmaus ist eng an gehölzreiche, strukturreiche Lebensräume gebunden und nach Anhang IV der FFH-Richtlinie streng geschützt. Bei Eingriffen in Wälder, Waldränder, Hecken und Gebüsche greifen die Zugriffsverbote des § 44 BNatSchG. greeNature plant und realisiert fachlich fundierte CEF- und FCS-Maßnahmen, die die ökologische Funktion der betroffenen Lebensstätten dauerhaft sichern.

Lebensraum Haselmaus: Lichte, artenreiche Laub- und Mischwälder mit gut entwickelter, blütenreicher Strauchschicht, dazu Waldränder und strukturreiche Hecken
Steckbrief

Der Haselmaus im Überblick

  • Lebensraum: Lichte, artenreiche Laub- und Mischwälder mit gut entwickelter, blütenreicher Strauchschicht, dazu Waldränder und strukturreiche Hecken. Optimal sind Bestände mit vielen fruchttragenden Gehölzarten (Hasel, Brombeere, Weißdorn, Holunder).
  • Lebensweise: Nachtaktiver Kletterer, baut kugelige Nester (Kobel) in Sträuchern und Baumhöhlen, hält Winterschlaf am Boden etwa von Oktober bis April.
  • Gefährdung: Rote Liste Deutschland und Bayern jeweils Vorwarnliste (V). Erhaltungszustand in der kontinentalen Region ungünstig bis unzureichend, betroffen vor allem durch Lebensraumverlust und Verinselung.
  • Schutzstatus: Streng geschützte Art nach Anhang IV FFH-RL und § 7 BNatSchG, Zugriffsverbote nach § 44 BNatSchG, Ausnahmen nur unter den Voraussetzungen des § 45 BNatSchG.
  • Typische Maßnahme: Vorgezogene Habitataufwertung (CEF), Vernetzung von Gehölzstrukturen sowie Anbringen von Niströhren und Nistkästen im Ersatzlebensraum.
Anhang IV FFH-RLstreng geschützt (§ 7 BNatSchG)§ 44 BNatSchGRote Liste V (Vorwarnliste)
Maßnahmen

Typische Schutzmaßnahmen für den Haselmaus

🌿

Strauchschicht aufwerten

Aufbau einer arten- und blütenreichen Strauchschicht aus heimischen, fruchttragenden Gehölzen wie Hasel, Brombeere, Weißdorn und Holunder. Ziel sind durchgehend verfügbare Nahrungsquellen über die gesamte Aktivitätsphase und dichte, kletterfähige Strukturen (CEF).

🔗

Gehölze vernetzen

Anlage und Ergänzung von Hecken, Waldrändern und Gehölzkorridoren, damit isolierte Teilhabitate wieder verbunden werden. Auf Freiflächen und entlang von Wegen wird durchgehender Kronenkontakt hergestellt, da breite Schneisen ohne Kronenschluss als Barriere wirken (CEF).

🏠

Quartierangebot erhöhen

Ausbringen von Niströhren (Nesttubes) und Nistkästen im Ersatzlebensraum, damit die Tiere nach dem Winterschlaf im Frühjahr geeignete Quartiere vorfinden. Diese Maßnahme wirkt vergleichsweise kurzfristig und ergänzt die längerfristige Habitatentwicklung (CEF).

🌱

Ersatzlebensraum entwickeln

Wo ein Habitatverlust nicht vermeidbar ist, wird ein funktional gleichwertiger Ersatzlebensraum entwickelt. Neu geschaffene, separate Habitate benötigen ausreichend große, zusammenhängende Gehölzflächen und eine gesicherte Anbindung an bestehende Vorkommen, damit eine Wiederbesiedlung gelingt (CEF).

🌳

Waldkomplexe sichern

Erhalt zusammenhängender, unzerschnittener Waldbestände mit Alt- und Totholz, Förderung lichter Bestandesstrukturen über Nieder- und Mittelwaldelemente sowie langfristige rechtliche und pflegerische Sicherung, um den Erhaltungszustand der lokalen Population zu stabilisieren (FCS).

Häufige Fragen

Alles zum Haselmaus

Die Haselmaus ist nach Anhang IV der FFH-Richtlinie streng geschützt. Bei Eingriffen in Wälder, Waldränder, Hecken und Gebüsche können die Zugriffsverbote des § 44 BNatSchG ausgelöst werden, etwa durch die Zerstörung von Nestern oder Winterquartieren. Ein artenschutzrechtlicher Fachbeitrag klärt, ob ein Vorkommen betroffen ist und welche Maßnahmen erforderlich werden.
CEF-Maßnahmen (continuous ecological functionality) sind vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen, die bereits vor dem Eingriff wirksam sein müssen, damit die ökologische Funktion der Lebensstätte durchgehend erhalten bleibt. Für die Haselmaus gehören dazu die Aufwertung der Strauchschicht, die Vernetzung von Gehölzen und ein zusätzliches Quartierangebot. Je nach Maßnahme ist mit einer Vorlaufzeit von in der Regel mehreren Vegetationsperioden zu rechnen.
Rodungen werden zeitlich so gelegt, dass weder der Winterschlaf der Haselmaus (etwa Oktober bis April) noch die Vogelbrutzeit beeinträchtigt werden. In der Praxis erfolgt die Gehölzentnahme abschnittsweise und fachlich begleitet, sodass die Tiere in angrenzende Lebensräume ausweichen können.
Die Haselmaus ist in Bayern weit verbreitet, mit Schwerpunkten in Nordwest- und Ostbayern, der Fränkischen Alb und Teilen des Alpenvorlandes. Verlässliche Aussagen zu einem konkreten Standort liefert eine gezielte Erfassung, etwa über Niströhren, Nistkästen oder den Nachweis der charakteristischen freihängenden Nester.
Jetzt anfragen

Schutzmaßnahmen für den Haselmaus anfragen

Wir planen und realisieren die passende CEF- oder FCS-Maßnahme für den Haselmaus in Ihrem Projekt.